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Ben Chananja · 1866-07-18 · 29 (18.7.1866) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
29 (18.7.1866)
Date
1866-07-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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539 540 »aßt, wenn auch die belohnungswürdige Armuth dabei verschämt — leer ausgeht. Herr Posner in Pest konnte dennoch nur ein armes fleißiges Jtinb belohnt wissen wollen. Aber Herr Stern ist ein feiner Rebbe, der מכבד עשירים ist und von einem solchen Hauch angeweht, muß nicht selbst die blühendste Anstalt zu Grunde gehen?! Mehrere aufrichtige Wahrheitsfreunde. Bf. Pest, 15. Juli. In der jüngsten Sitzung der Schulkom- Mission kam eine Verordnung des Statthaltereirathes zur Verlesung, des Inhalts, daß säuimtliche Schulen binnen 49 Stunden gesperrt werden müssen. Gewiß werden es Gründe der ernstesten Natnr, etwa die Unterbringung von Verwundeten oder Aemtern sein, die es nothwendig machten, Elementar- und Normalschulen politischer Verhältnisse halber zu schließen. Die Gemeinde hat inzwischen beschlossen, um keine völlige Pause im Schnlleben eintreten zu lassen, die Schüler allsamstäglich zu einem Gottesdienste zu versammeln, und die Prüfungen seiner Zeit unter günstigrren Verhältnissen vorzunehmen. Literatur. K. Heidelberg, im Juni. Die durch den hiesigen Seminardirektor und ersten Univerfiiätsprediger Daniel Schenkel redigirte Astgemeine kirchliche Zeitschrift bespricht in ihren regelmäßig in jedem Hefte gegebenen literarischen Nebeesichten lind Kritiken auch mehrere inö Fach der jüdischen Theologie einschlägigen Werke. Wir denken den Lesern dieser Blätter einen angenehmen Dienst zu erweisen, indem wir die Besprechungen jener gediegenen Zettschrift so kurz als möglich skizziren mnd dadurch die Nebersicht über einen Theil der Erscheinungen im Gebiete der jüdisch-theologischen Literatur zu erleichtern suchen. Wir werden bestrebt sein, unsere kurzen Mittheilungen zeitweise und gelegentlich fortzusetzen. Im ersten Hefte genannter Zeitschrift finden wir ein schon vor zwei Jahren herausgekommenes Büchlein von Dr. Marbach ״Sulamit", ferner Hitzig'S Psalmenkommentar, welcher mit dem Erscheinen ber zweiten Hälfte des zweiten Bandes nunmehr vollendet ist, und end-!ich die Vorlesungen des berühmten StatStheoretikerS Bluntschli über ״Altafiatische Götter und Weltideen in ihren Wirkungen auf das Gemeinleben der Menschen" besprochen. Das erste Werk ist eine takt- :und geschmackvolle und doch möglichst treue Uebertrogung des ״HohenliedeS", die vorzugsweise den poetischen Werth des Originals darzulegen und wiederzugeben beabsichtigt. Neben der eleganten Popularität ״tiefer Bearbeitung des leicht hinschwebende» Liebesliedes tritt die neueste Erklärung der Psalmen von Hitzig in schwerem Waffengerüste einer weitausgedehnten Gelehrsamkeit auf. Sie ist das Werk der mühseligsten Einzelforschung. Daö durch dieselbe gewonnene historische Gesammtresultat stellt sich folgendermaßen. Von David selbst sind die Psalmen 3 (bei Geleg. von Sam. 30. 6), 4 (1 Sam. 30, 17■), 7 (1 Sam. 26,), 8 (1. Sam. 30, 1. 2). 9 und 10 (2 Sam. 5. 7). 11 und 12 (2. Sam. 21, 17.), 13 (vor 1 Sam. 26.). 15 (2 Sam. 6, 12), 16 (1 Sam. 30, 8. 26.), 17 (1 Sam. 23, 26), 18 und 19 (2 Sam. 8, 9. 10.) Bon 73 Psalmen, welche in den Neberschriften dem David beigelegt werden, bleiben demnach 14 bestehen. Zunächst folgen vereinzelte Psalmen aus der KönigSzeit, wie der auf Ahabs Hochzeit bezügliche Psalm 45 , und der nicht viel jüngere unter Jesajas gedichtete Ps. 68. Fast achtzig Jahre später fällt das Psalmenpaar 20 und 21, welches auf den 2 Chron. 26, 5 genannten Secharja zurückgeführt wird. Wieder fast hundert Jahre verfließen, bis der große Jesaja die Ps. 46 —48 dichtet und etwa in dieselbe Periode fällt Ps. 49. Aber erst die Zeit des Jeremia wird recht fruchtbar für die Psalmendichtung. Nicht nur fallen in diese Epoche Lieder wie Ps. 14 und 32—34 (Skytheneinfall), 29, 36 und 37 (vorerilisch) 39 (älterer Zeitgenosse), sondern auch der aroße Proset selber hat die Ps. 6. 28. 30 und 31 (vrgl. Jerm. 38. 2l) 35. (Jerm. 16. 20) 40 (Jerm. 38, 6—13) 55. ferner speziell im Jahre 587 Ps. 22, 69—71. km Eril Ps. 39 versaßt. Vielleicht rühren von ihm auch Ps. 5. 23—27. 53. 54. her. Ganz unbestimmt ist die Zeit von Ps. 41 gelassen. Dem zweiten (babylon.) Jesaja gehören an Ps. 50—52. Nach dem Eril. zu Zeiten des ersten SeleukoS, entstanden Ps. 61 — 63. 66., denen aus Seiten der Ptolomäer Ps. 56—58. 64. entsprechen. Speziell in die Zeiten des PhiladelphuS gehört Ps. 72. ins Jahr 204 Ps. 82. ins Jahr 198 Ps. 42 u. 46, 65 ».67, 85 uns von 174—172 mögen entstanden sein Ps. 81. 64. 67. Was jetzt noch erübrigt, sind makkabäische Psalmen, nach Hitzig der eigentliche Grundstock des ganzen Buches. Hieher gehören nicht bloS alle Lieder von Ps. 73 an , sondern auch schon vorher einige, wie Ps. 1 und 2, die von Alerander JannäuS, der auch Ps. 60. 142—144 und den Schluß- Psalm 160 verfaßt hat, an die Spitze gesetzt wurden und Ps. 44» der auf 1 Makk. 5. 56—62 zu beziehen ist. In die eigentliche VerfolgungSzeit unter AntiochuS EpiphaneS fallen Ps. 73. 79. speziell ins Jahr 167 die Ps. 74. 75 76. 77. 78. Zu 1 Makk. 5 sind zu vergleichen außer Ps. 44 noch 80 und 83. In die Zeiten des Judas MakkabäuS gehören noch Ps. 92—94, in die des Johannes HyrkanuS Ps. 39. 138 — 141. Interessanter und gewiß auch einleuchtender ist die * in der Vorrede (S. 6) zu lesende Beweisführung über die Möglichkeit makkab. Psalmen. Weniger sichergestellt ist die hervorragende Rolle, die Alerander JannäuS (als Priesterkönig Ps. 110) in den Aufstellungen des VerfasserS über die Redaktion der Psalmbücher spielt. Er schloß nach der Meinung desselben das Psalmbuch ab. (Beiläufig bemerken wir, daß die Ableitung des Namens der Saducäer^Anhänger des Hauses Sadok keineswegs Hitzig, wie Referent meint, sondern Geiger (Urschrift) zuzuschreiben sei.) , (Forts, folgt.) Nekrologie. X. Wien, 11. Juli. Die hiesige Gemeinde betrauert einen ihrer würdigsten und verdienstvollsten Männer. Herr nEIexsa-« rioto. Sicl11־ovsliy, Direktor der Kaiser Ferdinands- Nordbahn, hat gestern in Baden nach langem, schwerem Leiden seine thatenreiche, ruhmvolle Laufbahn auf Erden h beschlossen. Die bleibenden Verdienste des Vollendeten um das österreichische Eisenbahnwesen und insbesondere um die Kaiser Ferdinands־ Nordbahn sind allgemein bekannt, und wurden dieselben durch Verleihung des Franz-Josef-Ordens und des Ordens der eisern. Krone auch allerb. Ortes ausgezeichnet. Der Verblichene war in bürgerlieben und aristokratischen Kreisen eine sehr geachtete Persönlichkeit. In den Annalen der hiesigen Gemeinde wird sein Name mit goldenen Buchstaben verzeichnet sein: die Gemeinde besitzt kein Institut und keine Institution, wo Sichrovsky nicht mit Kath und That, mit Umsicht und Ausdauer, mit Ehre und Erfolg gewirkt hätte. Friede seiner Asche! X Wien, 13. Juli. Sichrovsky’s Leichenbegängniss war ein wahrhaft imposantes. Dasselbe fand, nachdem die Leiche gestern Abends von Baden hieher gebracht worden, heute Vormittags 10 Uhr unter ausserordentlich zahlreicher Theilnahme statt. J e 11 i n e k sprach eine eminente Trauerrede, S u 1 z e r trug die־ betreffenden Gebete in erschütternder Weise vor. Unter denen, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen, befanden sich der Bürgermeister und der Polizeidirektor, die Direktoren sämmtlicher hier domizilirendon Eisenbahnen und Geld- Institute, mehrere Mitglieder des Gern einderath es, der israelitischen Gemeinde repr äsen tanz und sämmtliche hier stationirten dienstfreien Beamten der Nordbahn. Auf dem Nordbahnhofe wehten gestern zwei mächtige schwarze Fahnen und die Flaggen mit den Farben der Nordbahn waren nur bis zur halben Höhe der Flaggenstöcke gehisst. X> Wien, 15. Juli. Die hiesigen politischen Tagesblätter widmen dem Andenken unseres Sichrovsky beredte Worte. Eduard Mautner, der gewandte Feuilletonist der ״Debatte“ schreibt: ״Gestern wurde ein Mann begraben, dessen Tod in weitern Kreisen schmerzlich empfunden wird, Heinrich Sichrovsky, der Generalsekretär und eigentliche Schöpfer der Nordbahn und überhaupt der ersten Eisenbahn iu Oesterreich. Die Verdienste Siohrovsky’s um das Allgemeine sind bekannt und bedürfen keiner Lobrede, da das Unternehmen, welches er geschaffen, das blüht und gedeiht, und dem Verkehr, wie dem State die wichtigsten

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