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Ben Chananja · 1866-07-18 · 29 (18.7.1866) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
29 (18.7.1866)
Date
1866-07-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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531 532 von einem Feinde empfangen, dem wir durch so viele Thaten unsere ManneSkraft gezeigt haben. Wollen wir sterben, so geschehe es durch der Sieger Hände. Ich gehe nicht zu dem Feinde über, um ein Verräther an mir selbst zu werden. Da wäre ich ja viel thörichter als die Ueberläufer. Diese gehen über, um ihr Leben zu retten, ich ginge dann über, um das meine zu verlieren. Treuloser Mord von den Römern wäre mir jedoch erwünscht. Tobten sie mich gegen ihr gegebenes Wort, so sterbe ich mit Freude, und nehme ihre meineidige Lüge als einen Trost mit inS Grab, der noch größer ist, als Sieg." Ein Mort über Mische Aanzelexegese. Bon Rabbiner Dr. Simon Mascher. (Schluß. *) Es ist dies um so berechtigter, als das Buch Hiob, abgesehen von den vielen arabischen Anklängen sprachlicher Natur,' die es bietet, seiner ganzen Anlage nach — auch mein Lehrer, der geistvolle Professor Schmölders ist der Ansicht — eine Makame ist; indem die Freunde Hiobs Gelegenheit nahmen, ihre Beirachtungen aus dem Stegreife in dichterischer Form abzuspinuen, wofür denn der Ausspruch Hiobs (Kap. 16 V. 4) deutlich jenßt:.לו יש נסשכם תרות ״ נפשי אחבירה עליכם במיליםan Eurer Stelle würde auch ich nicht um den Ausdruck verlegen seiu", würde ich mir schon über Euch Verse zusammenzustellen wissen, der auch seinem äußern Zwecke nach (liabara alaj) an daS Arabische austreift, noch mehr aber der vom 13 Kapitel Vers 12 ״ זכרוניכם משלי אסר לגביהומר גביכםEure blos dem Gedächtniß nach vorgetragenen Dichtungen (Improvisationen) sind Aschenlieder, Trauergedichte und Euer Standpunkt ist der der Erde", d. h. der ganze Kreis Eurer Dichtungen bewegt sich um die Erde, um die Flüchtigkeit und Vergänglichkeit derselben und um den Schmerz und die Trauer, die sie bietet, dermaßen, daß Ihr anstatt mich zu trösten, mich der vollsten Verzweiflung anheimgebet (על מרי ^<שא כשרי בשני) welchem Auöspruche wir die Erscheinung entnehmen, wonach die Klagelieder (משלי אפר, earmina lugubria) ebenso einen Zweig der althebräischen poetischen Literatur bilbeten, wie dies im Altarabischen der Fall ist, wo dieser den ausschließlichen Inhalt eines gesonderten Buches im Homer der Araber, in der Hamasa: ״Lada aimijrasi (Uber luZubris) ausmachen. Liest man nun, um auf unfern Vers zurückzukommen, mittelst Transposition anstatt נכון למועדי רגל ,לנכון מועדי רגל, so ergibt sich folgender Sinn: ״auf Unglück folgt Verachtung, auf Uebermuth (עשתות anal.עשתו Jeremia 5, 28) Ruhe, ans Festigkeit Unsicherheit, Wanken der Füße, ״wodurch der Form und dem Inhalte nach ein gewisser Parallelismus hergestellt würde, und was auch ganz gut wie zum Vorhergebenden ebenso zum Nachfolgenden paßt: ישליו חרולים ״ לשודדים ובטוחות למרגיזיאלden Verwüstern wird Behagen in der Wohnung, denen, die Gott erzürnen, Sicherheit zu Theil." Auf die Kanzel verpflanzt ist jedoch eine gewisse Vorsicht bei der Anwendung der Metathesis zu empfehlen. Ein auffälliges Accentuiren derselben oder gar ein unzweideutiger Hinweis auf dieselbe würde, abgesehen von der dadurch verursachten Störung, — die, hat sie irgend eine wissenschaftliche Berechtigung, man sich immerhin gefallen lassen mag, umsomehr, als sie sogar zuweilen von Nutzen sein kann , da sie die pathetische Monotonie, in die gar zu oft junge Redner verfallen, unterbricht und den Redner bestimmt, aus seiner *) S> die vorige Stummer. steifen Haltung herauszutreten und sich mit einer der Natur der Homilie, des mündlichen Verkehrs mit der Gemeinde eigenen Freiheit und Ungezwungenheit zu bewegen,— einen unästhetischen Eindruck machen muß, geradeso, ja in einem noch höhern Grade, als wenn — sit venia comparanti — ein dramatischer Darsteller auf der Bühne Verse skandirte oder die Endreime besonders hervorhöbe, als wollte er damit sagen: ״Leutchen! hört eS ist ein Gedicht"; — dem dafür empfänglich n Ohre gehen diese rythmischen Formen sowie so nicht verloren, dem unempfänglichen wiederum würden auch diese Winke nichts nützen. ES muß vielmehr dem Kundigen überlassen bleiben, aus der Anwendung auf die Regel, aus der Wirkung auf die Ursache zu schließen und so, durch die eigene VerstandSzulhat unterstützt, seine Eregese zu bereichern. Der Gemeinde aber im Großen und Ganzen muß der Volkslehrer aus der mit wissenschaftlicher Klarheit und Wahrheit erfaßten und erörterten heil. Schrift heraus ein Lichtbild zu entrollen verstehen, dessen Strahleuglanz sich inS volle, buutbewegte Leben in der Zeit zunehmend verbreitet. Nur wenn der Geist echter und reiner Wissenschaft befruchtend auf der Kanzel wirkt, ein wissenschaftlicher Zug durch die Predigt weht, — diese braucht deshalb ihren ihr eigenthümlichen Charakter nicht zu verleugnen, sich nicht zu einem wissenschaftlichen Aufsatze auf der einen Seite zu erheben, nach der andern hin zu verflachen — schwingt sich die Predigt auf zu dem, was sie sein soll, zu einem echten und rechten Gottesworte, zum Gemeingut aller Gebildeten wie Nichtgebildeten. Auch «11׳ Morl 116er die Jicfiirijolf) unft Selmnotfj fouiof, afs and) 116er die neuere XapitririiitfjeifHug der f). Srijrift. Bon Professor M. Stöffel. Herr Rabbiner Dr. Hochstädter hat in Nr. 39 und 40 des vergangenen Jahrganges dieser Blätter einen höchst anregenden Artikel über die Bedeutung der ״uralten" Pesuchoth und Setumoth geliefert. Trotzdem wird Herr H. selbst nicht annehmen, daß die Akten über diese Frage schon als geschlossen zu betrachten sind, und im Interesse der Wissenschaft selbst es gerne sehen,, wenn die Sache nochmals zur Sprache gebracht wird. Ich thne dies hiermit, um theils manchem sich ergebenden Zweifel, theils auch mancher Gegenansicht und theils endlich mancher Hinzufügung zu dessen Worten Raum zu geben. Die Hauptansicht des Herrn Dr. H., daß die פתוחות auf eine Zusammensetzung aus verschiedenen Schriftrollen, die כתומות aber auf einen neuen Inhalt aus einer und derselben Schriftrolle Hinweisen , ist wol neu, schön und geeignet, über so manches Dunkle Licht zu verbreiten; allein sie ist doch nur immer noch Hypothese und läßt dem Zweifel noch zu viel Raum. Ich will schweigen von dem Zweifel, der sich von der ״Denkgläubigkeit" keine Schranken setzen lassen will und von der Annahme verschiedener Schriftrollen den gar leichten Sprung auf die von verschiedenen Schriftstellern macht; ich will blos in daS Meritorischc der Frage eingehen und frage zuerst: Steht die Peßucha nicht oft und znmeist bei einer bedeutend größer» Jnhallöverschiedenheit, als die כתומר? Weist z. B. die פ׳ im 2. Kap. der Thora nicht aus eine sehr bedeutende Jnhältsperschiedenheit? Wird nicht hier die allgemeine Schöpfuugsgeschichte abgeschlossen, um von da weiter die Entwicklungsgeschichte des Menschen zu beginnen? Betrachten wir hingegen die כתומות im Kup. 3; so finden wir gerade zwischen den einzelnen Parschioth eine Jnhallöahnlichkeit, nämlich' die Strafe, die Gott der Schlange, dem Weibe und Adam diktirt und die Trennung der Paraschoih zeigt bloS die Ver-

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