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Ben Chananja · 1866-07-03 · 27 (3.7.1866) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
27 (3.7.1866)
Date
1866-07-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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509 510 gefertigten Direktion in schmählich verleumderischer Weise mehrfach .angreifen. Ein wegen Widersetzlichkeit und anstoßerregenden Privatlebens, das sich zuweilen bis zu Thätlichkeiten steigert, von einer h. Behörde wiederholt gemaßregelter Lehrer dieser Musterhauptschul, fand sich hier« durch veranlaßt, gegen die Direktion eine Klage wegen Mißbrauche der Amtsgewalt anzusirengen, auf Grund deren der Herr Studiendirektor- Stellvertreter im Monate Jäncr l. I. zur Untersuchung ermittirt wurde. Die Untersuchung, welche acht volle Tage mit Umsicht und Strenge .geführt wurde, hat kein die gefertigte Direktion belastendes Ergebniß zu Tage gefördert und schieb der Herr Untersuchungsrichter mit dem Ausdrucke größter Zufriedenheit, wie denn das diesbezügliche Referat einer h. Regierung unterbreitet wurde. Da jedoch eine zur Mitwirkung berufene MagistratSperson abwesend war, und einige Beschwerdegründe nachträglich aufgeklärt werden sollen, wird das wohllöbl. KomitatSgericht von einem h. Statthaltereirathe ersucht, die gepflogenen Verhand» lungen zum Abschlüsse zu bringen. Wenn demnach der Af. - Korrespondent von einer ״Disziplinär- Untersuchung in Folge geübten AmtSmißbraucheS" spricht, so antizipirt er in bezeichnender Weise ein Verdikt einer hohen Behörde, das nie- Mals ausgesprochen wurde, und erst aus der durchgeführien AmtShandlung. die noch gar nicht begönnen, erhellen soll. ״Das Feuer" der Gerechtigkeit, das in die hiesige Schule gefahren, sucht demnach das schuldbeladene Haupt — unentschieden, ob Kläger, ob Geklagter - über den es sich entladen soll, und steht die Darstellung des Af.-Korrespondenten im schneidenden Gegensätze zu der unparteiischen Erörterung, zu der er sich anheischig gemacht. Die B2.-Korrespondenz macht eine im Aufträge Sr. Erzellenz des fön. ung. TavernikuS von der Direktion vorgenommen« Verthrilung von Schulrequisiten und einem k. k. Dukaten, die von Herrn Karl Lollis Posner in edelmülhiger Weise der hiesigen Mädchenschule zum Geschenke gemacht wurden, in einer die Ehre und. AmtSlhätigkeit der Direktion herabsetzenden und beleidigenden Weise׳ zum Gegenstände ihrer Erörterungen. Hiermit habe ich die Ehre, einer hochverehrten Redaktion die wortgetreue Abschrift des mir zugekommenen h. Reskriptes beizufügen. Wie aus demselben zu ersehen, lautet,es: ״An die Direktion, zur Berthxilung unter den Zöglingen der Mädchenschule." Die Bedingung, daß der k.!. Dukaten für eine brave und bedürftige Schülerin bestimmt sei, ist nicht ausgesprochen, es konnte demnach kein arme « pnd elternloses Kind der ihm zugedachten Spende verlustig werden; ja jelbst der Vorwurf des eigenmächtigen Vorgehens ist eine ebenso unbegründete, als schmähliche Verleumdung, da ohne eine derartige ausgesprochene Verpflichtung die gefertigte Direktion die Klassenlehrerinnen der Mädchenschule aufforderte, die armen. wie die sittlich braven und fleißigen Schülerinnen zu bezeichnen, deren ersteren die ansehnliche Menge von Schreibrequisiten. letzteren einige zu Prämien geeignete zierliche Fcdernbehälter und der k. k. Dukaten zugedacht war. und findet, sich das eigenhändig geschriebene Derzeichniß der Lehreriritien noch vor. Eine Mitwirkung des ganzen Lehrkörpers war weder angesucht, noch war sie hier zulässig, wo der Auftrag an die Mädchen« schule lautete, während in dem vom Korrespondenten bezogenen Falle sowol die Knabenals Mädchenschule mit Geschenken bedacht wurden. Die Parallele, welche zwischen dem gegenwärtigen und früheren Direktor gezogen wird und zu Gunsten des letzteren schließt, thut der persönlichen Achtung keinen Eintrag, welche der Gefertigte nach wie vor gegen seinen ehemaligen Vorgesetzten hegt, obwol sie ihn ebensowenig, als mich vor persönlichen Insulten schützen konnte. Armuth und Elternlosigkeit verdienen wol unsere vollsten Sympathien. bilden jedoch nicht das einzige berückfichtignngSwürdige Element einer Schule. Eö ist auch darauf zu sehen, daß Fleiß, sittliches Belragen, der gemachte Fortschritt in den Lehrgegenständen jene Berücksichtigung und Aufmunterung finden, ohne welche kein Gedeihen einer Anstalt denkbar ist, Glücklich, wo beides sich verbindet, wo Armuth mit Würdigkeit gepaart ist! Der Tugendpreis wird um so freudiger, um so bereitwilliger zuerkannt; wo aber zwischen beiden gewählt werden soll, wird . letztere stets den Vorzug erhalten. Da ein Mädchen als die beste und sittlich bravste Schülerin der obern Mädchenklaffe von der betreffenden Lehrerin bezeichnet wurde und sich die gefertigte Direktion hiervon überzeugte, so konnte, nicht umhin der für die vorzüglichste Schülerin der Anstalt bestimmte k. k. Dukaten derselben zugeurtheilt werden, nicht nmlr sondern obgleich sie die Tochter des Gemeindevorstandes ist. Dies der Sachverhalt. Und indem ich eine hochv. Redaktion um geneigte.Aufnahme dieser Zeilen in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes bitte, erlaube ich mir, nachfolgende Bemerkung daran zu knüpfen. Die Tartaren sind verpflichtet, ihre Namen auf die Pfeile zu setzen, die sie abschießen, führt Montesquieu in seinem ״Geist der Gesetze" an, denn es wäre ein Akt der Feigheit, einen Feind anzugreifen, ohne diesem anzuzeigen, von wem der Angriff kömmt. Doch das ist Tartarenbrauch, und wer wollte zivilisirten Korrespondenten kultivirter Nationen solch barbarische Sitte zumuthen? So unklug ist denn auch der Korrespondent der angeführten Schmähartikel nicht. Zn dem Briefkorbe der Redaktion, vom Dunkel der Anonymltät geborgen, drückt er dem vergifteten Pfeil meuchlings hinterrücks ab und überläßt es dem so schmählich HeranSgeforderten, entweder den Schutz des Gesetzes anzurufen oder sich in Betrachtungen über den tiefen, sittlichen Fall gewisser . Personen zu ergehen. Da jedoch ein vom kön. ung. TavernikuS erflossener Auftrag den vollsten Anspruch darauf hat, daß ihm in loyaler Weise nachgekommen werde; da die ergebenst gefertigte Direktion das Bewußtsein hat, dem hoben Austrage gemäß in einer den Intentionen des edlen Spenders entsprechenden Weise vorgegangen zu sein, der Derfaffer obiger Korrespondenz aber die Direktion der Eigenmächtigkeit, der Umgehung eitler hohen Verordnung und selbstiüchkiger Motive beschuldigt: so wird derselbe hiermit aufgefordert, sich beim Präsidium der des wohllöbl. Zeüipliner KomitalSgerichtes als kompetente Behörde melden und seine Aussagen zu erhärten; widrigen - Falls diejenigen Maßnahme» in Angriff genommen werden, die zur Ennrung und ge- ,setzlichen Ahndung desselben führen werden. M oriz Stern , Direktor. WohlthätigLeit und WohlthätigkeitsansLalteu Wien, 28. Zuni. Der Baron Anselm v. Rothschild hat den Nothleidenden in Ungarn vier Tausend Gulden ö. W. gespendet. Nt e f r o l o g L e. B. Psst, im Zuni. Am 20. v. M. ist der Antiquar Sigmund Brill wlt Tode abgegangen, und hätte derselbe jedenfalls verdient, von Ihren hiesigen Korrespondenten erwähnt zu werden. Er besaß nicht gewöhnliche bibliografische Kenntniffe, so daß er den jüngeren strebsameren Rabbinen bei Anschaffung von Büchern Rathgebec und Wegweiser war. Derselbe bekleidete auch einen Dienst in der hiesigen Gemeinde, von deren Seite dem Vernehmen nach für die Hinterbliebene Witwe gesorgt werden wird. Der Verblichene. Sohn unseres gewesenen und Bruder unseres gegenwärtigen RabbinatS-Affeffors, stand im 46. Lebensjahre, als er vom Tode überrascht wurde. Friede seiner Asche! X. Bifenz, 28. Zuni. Ein entsetzlicher Fall ereignete sich in unserer Gemeinde in der Nacht auf den 27. d. M. Herr Vernarb Eisler, der vielgepriesene Bürgermeister unserer Gemeinde, feierte das Vorfest der Hochzeit seines Sohnes mit der Köusine desselben, einer Tochter des Herrn Zos. Eisler. Fröhlich und wohlgemnth verließ der Vater des Bräutigams das Abendmahl, mit gehobener väterlicher Stimmung ging er zur Ruhr; aber der Engel des Todes schnitt ihm während der nächtlichen Ruhe den Lebensfaden ab. AIS der Morgen graute, verbreitete sich die schaurige Nachricht, B. Eisler, der Wohlthäter der Gemeinde, der Erbauer des herrlichen Tempels, der Gründer der Schule, der Förderer alles Guten und Bessern, ist nicht mehr. Zn ihm beweint das Zudenthuim einen treuen Anhänger , die Armen einen unermüdlichen Wohlthäter, die Menschheit einen Menschenfreund, das Vaterland einen opferfreudigen Sohn. Die Hochzeit, d. h. die Trauung ging dennoch mit einer morschen Stütze anf Ketubot 3. b. vor sich, über die Beschränkung der Amoräer ibid. 4, a. glaubte man sich hinwegsetzen zu können, aber leider der Freudentag war ein SchmerzeuStag, denn der Vater lag

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