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Ben Chananja · 1866-07-03 · 27 (3.7.1866) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
27 (3.7.1866)
Date
1866-07-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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506 606 einzig und allein. Manche dieser Herren haben ihre Kinder in dem!Tempel konfirmiren und trauen lassen und einige derselben be- ,war- Len fich um Sitze in dem Tempel. Der geneigte Leser kann darau» entnehme», daß die Kluft zwischen Reformer und Orthodoxen, wenn man schon ü tont pn'x diese Bezeichnung haben will, nicht groß sein kann. Zn der That fühlen e» die Herren selbst, daß sie in der Gemeinde keinen Boden haben, wie sich diese» alljährlich bei den ErgänzungSwahlen für den Vorstand zeigt. Der Vorstand selber kandidirte vor einigen Jahren für einen sehr achlungSwerthen Mann dieser Partei, war jedoch nicht im Stande, durchzudringen. — Zur Zeit, als da» or, ihodore Bcthaus in der Leopoldstadt, Ankergasse, errichtet wurde, bewiesen die reichen Wiener Juden ihre Harmlosigkeit oder wie mau da» hier nennt, ihre Gemüthlichkeit und spendeten bedeutende Summen für dasselbe. Dafür holten die Vorstände der genannten Synagoge am שמחת תורה den התן תורה aus dem Komploir ab. Bedenkt ■ man aber überdies, daß eines der Vorstandsmitglieder dieses orthodoxen BerhauseS ein Heißsporn ist; bedenkt man ferner, daß der Schwiegerlohn des Verstorbene׳, und Schwager des jetzigen Preßburger RabbiuerS, Rabbiner in dieser Synagoge ist: so wlrd man zugeben, daß die Gemüthlichkeit nicht weiter getrieben werden kann. Schade nur, daß der התן תורה die Herren, die ihm diese Ehre erwiesen haben, nicht zu einem Festessen in seinem Hause geladen hat. Man hätte ihnen Speisen vorgesetzk, die man in keiner jüdischen Traiterie findet. (Forts, folgt.) A o r r e s p o « L e u j. Emanzipation und bürgerliche Derhältniffe. S. S- A. Iljhely, im Juni. Die Schüler und Schülerinnen der hiesigen Mnsterschule zupfen fleißig Charpie; die Lehrer und Lehrerinnen derselben sammeln Verbandstücke und alte Wäsche für die Verwundeten unserer Armee. , A Bukarest, im Juni. Cremieux hat auch diesmal seine Anwesenheit im Oriente benützt, um zu Gunsten der Juden seine ge« wichtige,'überall'gern gehörte Stimme zu erheben. Gr hat dies in Könstantinopel und auch bei uns gethan. Auch die Theilnahme für die Alliance ist allenthalben durch ihn geweckt und verbreitet worden. Da der verehrte Reisende nach seiner Rückkehr in der Generalversammlung der Allianre wol ausführlich über sein Wirken im Oriente sprechen wird, enthalte ich mich jeder weitern Berichterstattung. Die Emanzipation der Juden inden Donaufnrstenthümern hat in diesem Augenblicke alle Chancen für sich. (Nach den neuesten Nachrichten aus Bukarest find die daselbst gehegten Erwartungen vorläufig nicht in Erfüllung gegangen. Nähere Berichte müssen noch abgcwartet werden. Red.)? Gvoß-Knniza, 24 Juni. Wie ich höre, ist ein Gelehrter im Auslande damit beschäftiget, ein alphabetisches Verzeichniß der inkarnirten Judenfeinde unserer Zeit herauSzugeben, um zu zeigen, wie langsam leider wahre Bildung und Duldsamkeit selbst im 19. Jahr- Hunderte fortschreiten Der betreffende Schriftsteller wird es mir wol Dank wissen, baß ich ihm einen Artikel für sein Lexikon liefere: Jo- Hann Babocsay, Stadtrichler in Groß-Kanizia in Ungarrn Anno 1866: Dies ist der Name meine» Helden, der sich nicht .entblödete, beim k. Statthaltereirathe ein Gesuch einzureichen, damit die in diesem Jahre aufgehobene Ausschließung der Juden aus dem Bürger-Kasino wieder in Kraft gesetzt werde. Dies sollte in einem Komitate geschehen, das stolz darauf ist. Franz Dcäk den Seinen neunen zu dürfen! Herr Babocsay blieb aber in der Generalversammlung, welche in Folge seiner Eingabe vom Stuhlrichter abgehallen wurde, mit seiner Motion allein, nachdem der frühere Stadtrichler, Ant. VlasitS, der Kasino-Direktor Josef Halvar, der Advokat, Wilhelm Kann und Andcrr mit Nachdruck gegen ihn gesprochen hatten. Dem Vernehmen nach werden die Verehrer des Herrn Stadtrichters Babocsay demselben einen chinesischen Anzug verehren, und' ihn bitten, sich Ul der Folge auf nachstehende Weise zu unterzeichnen: Lud — Öcs — Jaj! M. Szegedin, 1. Juli. Seit zehn Tagen wird in der hiesigen isr. Töchterschule mit möglichster Emsigkeit Charpie und Verbandmateriale verfertiget. R. Pest, 2. Juli. Der Konkordia-Verein hat beschlossen, zehn verwundete Krieger, ohne auf deren ReligionSbekenntniß Rücksicht zu nehmen, auf seine Kosten behandeln zu lassen. Der Vereins-Präses. Herr E. L. Posner, übernahm außerdem die Behandlung zweier verwundeter Krieger auf seine eigenen Kosten. Unser berühmter Glaubensgenösse Eremieur empfing auch eine Deputation des Konkordia-Bereins, dessen Ehrenmitglied er ist. Herr Posner hielt eine französische Ansprache an ihn, welche er freundlichst erwiderte. Kultus und Kultusgemeinde. Hf. Pest, I. Juli. Im Laufe der vorigen Woche wurden wir durch den Besuch Adolf Crömieur'S, der auf seiner Rückreise von Bukarest nach Paris sich einen Tag lang in unserer Mitte anfhielt, aus das Angenehmste überrascht. Zur Feier seiner Anwesenheit war der Tempel beim Mincha-Gebete festlich erleuchtet und affistirte der volle Chor. Eine zahlreiche Menge füllte das Beihaus, deren Mehrzahl wol daS Verlangen gelockt haben mochte, ihren berühmten Glaubensgenossen von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Crümieur war über die Schönheir des Tempels sehr erstaunt, und erinnert sich nur in Livorno ein diesem ähnliches Gotteshaus gesehen zu haben. Er beehrte auch das Judenspital mit seinem Besuche und wurde daselbst von der Spitalskommission, den Präses derselben, Herrn Dr. Jos. Rüjsay an der Spitze, empfangen und trug auch seinen Namen in das aufliegende Gastbuch ein. Eine Deputation des Gemeindevorstandes, in deren Namen Herr Länyl eine französische Ansprache hielt, wuide freundlichst aufgenommeu, wie mau im Allgemeinen mit besonderem Gefallcn jene Liebenswürdigkeit nur natürliche Gemüthlichkeit bemerkte, die daS ganze Benehmen Cremieur'§ durchzieht. Von seiner Reise nach Bukarest versprach er sich güte Folgen für das Los der moldau-walachischcn Juden, deren Lage zu verbessern der einzige Zweck seiner Reise gewesen. Er Halle diesbezüglich sowol mit den ihm von Paris aus befreundeten Ministern» wie auch mit dem Fürsten selbst Rücksprache genommen und erhielt die zufriedenstellendsten Zusicherungen.! Erlau, 2. Juli.׳ Gegen den Chaßid, dessen in Nr. 26 d. Bl. Erwähnung geschieht, ist eine Untersuchung eingeleitet. Unser Gemeindevorstand hatte von seiner That keine Kenntniß.'Vielmehr sind die wackere» Vorsteher, Herr El. Kohn, St. Schwarz und I. Grünbaum wirklich allen Ernstes bestrebt, dem Fortschritte in hiesiger Gemeinde Eingang zu verschaffen, um die Wunden zu heilen, welche ein langer bedauerlicher Prozeß der Gemeuide geschlagen hat. 8. S. A. Njhely, im Juni. Betreff der hier zu erbauenden Synagoge wurde dieser Tage die Entscheidung getroffen, daß diese nich r auf dem Platze der alten erbaut werde, da die erforderliche Räumlichkeit daselbst nicht vorhanden ist. Der vom Anbeginne für diesen heiligen Bau in Augenschein genommene Grund, welcher jedoch inzwischen zufolge eingetretener Saumseligkeit und Unschlüssigkeit unserer Baükom- Mission von hiesigen Privaten zur Aufführung von Wohnhäusern erkauft wurde, ward von den gegenwärtigen jüdischen Eigenthümen gegen ein Entgelt von zweihundert Gnlden der Kultusgemeinde überlasse» und kostet somit im Ganzen 2400 Gulden: eine geringe Kaufsumme, wen» man das auf demselben befindliche und dazugehörige Baumaierial rn Betracht niuiml, welches nach der Aussage von Sachverständigen eine» Werth von mehreren Hunderten präientirt. Trotz des oberwähuten Ausgelbes verdienen die Wiederverkäuser schon darum, öffentliche Grwähnung, weil sie einem ihnen (seitens des hier im Entstehen begriffenen Kinderbewahranstalt-GründungSkomitüS) ge»,achtem größerem Anbote nicht willfahre» wollten, und weil wir »lehr ihrer Energie es zu verdanken haben, daß der ins Stocken gerathene Synagogenbau in Fluß gebracht werden konnte. Wir werben nicht ermangeln. über diesen wlchtigen, weil die Ginheil der Gemeinde schaffen de» Gegenstand von Zeit zu Zeit getreue Meldung zu machen. Nagy-Käroly, 27. Juni. Soeben sehe ich zu meinem Erstaunen, daß sich unter den Nagy-Mihält-ec Beschlüssen auch, die Unterschrift des verehrten hiesigen Rabbiners, Herrn Maier Perl», sinder, welcher, eben weil er orthodox ist, mit den Chaßibäern nicht auf dem besten Fuße steht, und bis zur Stunde niemals zu einem öffentlichem Aergerniffe, geschweige zu einer Skandalifirung des JudenthuurS Gele-

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