Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-07-03 · 27 (3.7.1866) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
27 (3.7.1866)
Date
1866-07-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543202--4876-2548915
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

503 504 dieser wird aber hergestellt, lesen wir statt tranSp. מבריל (Spr. Kap. 13 V. 11 נחלה מ2חלת) i ein übereiltes Vermögen nimmt ab, ein allmälig (mit der Hand) envorbenes nimmt zu. (Fortsetzung folgt.) Die Authentie des Gnches Esther. Von N e h c m i a s Brüll. (Schluß. *) 2) Noch Esth. 4, 11 galt bei den Persern die Darreichung dks Szepters als Zeichen der köuiglichen Gunst. Diese Sitte wird auch später als bei den Mongolen bestehend erwähnt, vucas hist. byz. 17. erzählt, daß Tininr Lenk seinem Enkel das Szepter zur Bezeigung seiner Liebe gereicht habe. (0 de Te!1VQ exyovo? dovg avrp dxtjnt(>ov dtjfteiav dyanfy; k.) 3) Der unumstößlichste Beweis Opperl'S für die Authentie des Buches Esther ist die uligezwungeue Erklärung aller darin vorkommeuden Namen aus dem Altpcrsischen. Doch läßt sich manches berichtigen. Der Name Mardechai entspricht nach Oppert einer arianischen Form Mardkupa und stammt von mardu, ״weich, sanft" mit dem Suffir kiya, sowie Mai•- duniya, Mardonius sich ebenfalls aus demselben Ursprünge niil ver- Endung׳ niya gebildet hat. ״Man könnte auch den babylonischen Namen Mardukrü, Anbeter der Merodach hier finden; dieses ist aber für einen Juden nicht annehmbar" der vorgebrachte Gegcngrund hat jedoch wenig Gewicht, da kein ausdrückliches Verbot über die Annahme heidnischer Namen, selbst solcher, die mit Namen heidnischer Gottheiten znsammeugeletzt sind, bestand und in der Thal Israeliten heidnische Nameu führten 10 z. B. 1 Chron 12, 5; ib. 14, 7 (vgl. 2 Sam. 6, 16) u. a. Bohlen (angeführt von Philorenns Luzzatlo Etudes sur les inscriptions As- Syriens etc. p. 86) leitet den Namen Merodach von ward, tobt und dach, welches im Sanskrit ״essend," bedeutet, ab, und M. Sachs erklärt den Namen Mardechai mit Merodach ohne Weiters für identisch (s. seine treffliche Bemerkung in Rappoports Erech Milli» S. 279). Der Name Merodach (2 Kön. 21, 12) lautet übrigens Jcs. 39. 1 Be ro dach. Ich glaube, daß der Name Mardechai mit dem Namen Llartiya (bei Spiegel, Keilinschriften S. 13) identisch ist Der Name Bcrodaih magübrigenS desselben Stammes, wie Barbiva (Smerdiö) sein. — Der Name Hama u erinnert nach Oppert (a. a. O. 5. 208) an das persische hawana — Achtung.' Bei Spiegel (aa. O.) erscheint ein I inane S als König von Snsiana. Die Gleichlauiigkeit beider Namen ist unverkennbar. Sein Vater Ham data ist nach Op> pcrt Haumaäata, erschaffen von Hom. In der 3. Inschrift von Behistan (ed. Spiegel) kömmt ein Name llawdita vor, der sicherlich mit Hamdata identisch ist. Es verdient auch erwähnt zu werden, daß in drr Genealogie HamanS (Targum Esther Scheui zu ü, 2) ein Name המק vorlömmt. — Zn dem Namen Porata (Esth. 9, 8) bemerkt Oppert: ״persisch Paruvata." Dieser Name dürste vielleicht von n“)D abzuleiten fehl, wie analog der persische Name Evipyarctg dei Xenvph. Cyrop. 6. 3 , 18. Zn den Keiliuschriften findet sich auch ein Name Irada von dem sich eher der Name Perida (Neh. 7 , 57) herleitet, der auch im Talmud vorkömmt (s. Scdcr Had. ed. Zolkiew II, 63, a. col. 1). Der Name Aspata (ib.), dem Oppert richtig die Bedeutung Agpata Niticr, gibt, findet sich auch in den Kcilinschriften (ed. Spiegel S. 46) in der Form Aspagana (A67taO-iv^g). — Die Namen Bigta, Abagta (1. 10) Bigtan (2, 21) Bigtana (6, 2), die Oppert sehr gut ans dem Persischen berleitet, sind offenbar idcnttsch, Man könnte, zu ihnen auch den Namen Bigwai (Esr. 2, 2; 8. 14; Nph. 7, 7, 19; 10, 17) vergleichen, der unzweiselhaft mit dem Namen BagoaS identisch ist, über welchen SllidaS sagt: Baydac, uvnua y.vQ0>v äg ■i$v evvovyog. Inreressant ist die Ablcilung der Rabbinen nach den beiden Rezensionen in Midr. Abba Gorion (ed. Jellinek in Bet-Ham. I) und Esth. rab (zu Est. 1,10׳). Das Abagtyim, wie nach Ab. 60r. richtig zu lesen ist, ist vom griechischen Sßaxog (ein in viereckige Felder abgelhetltes Spielbrett) ab¬ *) S. die vorige Nummer. zuleiten. Die Bedeutung des kurios ist vielleicht dgS griechische x««p«>5 in der Bedeutung locus opportunus, die rechte Stellung. — Ueber die Bedeutung, die das Buch Esther erlangte und seine Stellung im Kanon, wofür wichtige Angaben in den rabbinischen Schriften vorhanden sind, werde ich ein anderes Mal in diesen Blättern eine Notiz geben. Wiener Griefe. m Wien, Ende Juni 1866. Die hiesigen Orthodoren haben entschieden Pech. Jüngst lenkte das StatSministerium die Aufmerksamkeit auf sie, indem dieselben zu einer Konferenz eingeladen wurden, damit sie sich über die vom Vorstände zur Sanktion vorgelegten Gemeindestatuten gutachtlich äußern mögen. Würden nicht die KriegSereigniffe alles absorbiren, so würden wol auch die politischen Journale diesem Gegenstände ihre Auftnerksamkeit zugewendet haben. Jetzt aber ,T>£W דכר jttV! Ich halte eS jedock für nothwendlg, in meiner MonalSchronik auf den Gegenstand zurückzukommen. Die Polen in Galizien machen es der österreichischen Regierung zum Vorwürfe, daß sie die Ruthencu erfunden habe. Die Orthodoxie in Wien hat allerdings die österreichische Regierung nicht erfunden, sie ist das Werk eines Mannes, der nun zu den Tobten gehört :עני חשוב ׳כמת welchem der ehemalige Kultusminister das Privilegium gab. Ich würbe jedoch von der Wahrheit abwciche», wenn ich sagen wollte, daß unsere Orthodoxen mit dem Schöpfer der Orthodoxie in Wien irgendwie gemeinsame Sache gemacht haben. Zu ihrer Ehre sei es gesagt, haben sie sich stets von dem Treiben dieses Mannes ferne gehalten. Es entsteht jedoch die Frage: was veranlaßte die Negierung, die Meinung der Vorstände der orthodoxen Bethäuser zu provozircn? Sonst gilt das Sprichwort: wo fein Kläger, da ist auch kein Richter. Nun trat, so weil dieses bekannt ist, keiner von den Vorständen der orthodoren Bet- Häuser klagbar gegen den Gemeindevorstand auf; keiner hat das Vorgehen desselben bei der Revision der Statuten getadelt. WaS will und bezweckt nun die Regierung? Hat der Herr Graf Belcredi wirklich keine andere Sorgen? Es ist uns auch kein ähnlicher Fall bekannt, daß einem legal gewählten Vorstände, der in vollkommen legaler Weise Beschlüsse faßte, eine Opposition aut den Hals gehetzt wurde, wie dieses im gegebenen Falle geschehen ist. War es. dem Skatsministcrium wirklich darum zu thun, zu erfahren, ob der vom Vorstande vvrgelegte Statutenentwurf un Sinne der Gemeindemitglieder sei, so hätte man entweder zum suffrage universel greisen sollen, oder man hätte eine Kommission ad hoc müssen wählen lassen, der es obgelegen wäre über den Statuteuelltwurf sich zu äußern. Wollte man jedoch glauben, daß die Vorstände der orthodoren Bethäuler durch ihre soziale Stellung, durch ihre Gelehrsamkeit mindestens auf jüdischem Gebietsich auSzeichueu, so würde man sehr fehlen. Es sind, so viel ,»iS bekannt ist, keine Kapazitäten irgend welcher Art unter denselben, es sind Menscheu, wie man sie zu Dutzenden trifft, die sich in dem Gedanken selig fühlen, daß sie Vorsteher sind. Unserer Meinung nach wollte man bloS dem Gemeindevorstande ei» Bein stellen. Warum und weshalb wissen wir freilich nicht; denn der Regierung gegenüber hat sich der Vorstand stets sehr loyal benommen. Ich will nun nicht die Frage erörtern, ist man überhaupt berechtigt, von einer orthodoxen Panel unter den Juden zu sprechen, (fehlt doch sogar ein hebräischer Ansdruck für dieses in der christlichen Kirche bedeutende Wort), aber zugegeben, das Wort und die Partei hätte ihre volle Berechtigung, in Wien sind sie bedeutungslos. Es gibt in Wien keine Reform und daher auch keine orthodoxe Partei. Unter den Vor« ständen der orthodoxen Beibänser gibt es ganz obskure Personen (ich will damit nichts beleidigendes gesagt haben, aber gewiß ist eS, daß sie außerhalb des Kreises ihrer Verwandten und Bekannten nicht gekannt sind); eö gibt auch ehrenwcrthe Männer, die in der Geschäftswelt einen guten Nameu haben und «inen wackern Charakter besitzen, wie die Herren Koppel Benedikt, H. Berger, Anton, Buig »e.. diese stehen jedoch nicht feindlich gegen den Tempel und um diesen handelt es sich doch

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.