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Ben Chananja · 1866-06-27 · 26 (27.6.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
26 (27.6.1866)
Date
1866-06-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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491 492 faffer mir nicht bekannt sind; die meisten derselben folgen der Methode des Derusch." Bei dieser Vernachlä'sigung der Chronik kann eS nicht aiisfalten, daß das Targuin ganz in Bergessenbeit gerieth und erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts von einem christlichen Gelehrten edirt,vnrde. Der Herausgeber war Matthias Friedrich Beck, Prediger zu Augsburg (gest. 2. Februar 1701). Das erste Buch der Chronik erschien 1680, das zweite 1683. Eine korrektere und vollständigere Ausgabe vcrauüaltete David Wilkins, ein geborner Preuße, 1715 in Amsterdam. Den Juden sind diese Editionen wol unbekannt geblieben, und dürfte Zu uz der erste jüdische Schriftsteller sein, der ihrer erwähnt (G. B. S. 65. Ai.m. d). Herr Dr. Rahm er hat sich unstreitig ein anerkeunenöwerthe« Perdienst erworben, indem er das Targum zur Chronik edirte. Vorläufig ist nur das erste Buch erschienen; hoffentlich wird das zweite Buch nicht lange auf sich warten lasse». Der Herr Brf. wird ancb gewiß nicht littterlaffen, die etwaigen sprachlichen lind sachliche» Eige״,hümlichkeiten dieses Taraums hervorzubeben. So scheint das Wort חר2'8א—Lehr- Haus (4, 55) sonst in de» Targumim nicht vorzlikommen (lieber d. W. s. Zion 2. 84—87; das syrisch חר82א—»triuw ist bisher nicht ver« glichen worden); גניסא für Familie hat unser Targum mit dem jerusalemischen Targum gemeiuschatllich (S. Levy's Wörterb. s. v ) lieber dle Erklärung, welche dieses Targum den bibliichen Städte- und Ländername^UHtt't, hat Cassel Licht verbreitet und gezeigt, daß eS in dieser Hinsicht der schon in den älteren Targumim stehend geworbenen Uebertragung folgt (Magyar. Alterth. 190 ff.). Wenn der Herr Brs. S. IX. aus den Worten des Midrasch: 3) לא ניחן דברי הימים אלא לדרש!f. zur Chron. 1097; vrgl. Midr. R. 3. M. Kap. I) auf die besondere Wichtigkeit der Chronik schließt, so verkennet er den Sinn der fraglichen Worte. Der Midrasch will bloS sagen, daß es mit Personennamen in der Chronik — wol nur in den eisten Kapiteln — nicht genau zu nehmen sei. indem dieselben keinen historischen, sondern attributiven Charakter, haben, so daß z. B. Zchudijah (I Chron. 4, 18) als Attribut der Jochebev gelten müsse, welche deshalb so geiiannt werde, weil sie der Welt Jehubim geschenkt hat. Konsequent werden die folgenden Namen auf Moses gedeutet! Derselben Ansfassuiig folgt im Ganzen auch das vorliegende Targum; es gestattet sich jedoch einige Morifikationen. Die merkwürdigste derselbe» ist die Deuiung des אבי זנוח. welches der Midraich auf die Ettlferuuug des Götzendienstes, das Targum hingegen folgendermaße!, deutet: דשבק אלהא על הובי ישראל אמטולתיה Gott hat seinetwegen Israel dessen Schuld verzietie» . . . WaS der Herr Brs. über die Milfion Israels sagt (Borr. Ans.) ist in höherem historischem Sinne, aber nicht in der von ihm bezeichneteu Richtung wahr; denn die meisten Bibelübersetzungen rühren nicht von Juden her. Bor derlei Uebcrtreibungen sollten sich jüdilche Schriftsteller sorgfältig hüten. Der deutsche Theil enthält die. ^tzuaestiones seu traditiones hebraicae in Paiallpomenon libr. I.“ von Rhabanus Maur n s Dieser, — geb. 776 zu Mainz; gest. als Erzbischof von Mainz 856, — sagt ausdrücklich, daß er in seinem Kommeutar zur Cbeonik auch die Meiuuiigeil eines gelehrten Jiiden niedergelegt habe. Hebniei cuj118dam modern lg temporibus in scientiae Legis florentis opiniones plemque in locia interposui (S. 5). Man wird versucht, an Kalouymos aus Lucca, oder au reffen Sohlt Moses zu denke». da die Geschichte sonst keinen jüdische» Gelehrten nennt, mit dem Rhabanus MauruS hätte Umgang pflegen können. Es wäre von Interesse, zu erfahren, ob in den Schrillen beS lctziern, die mir unzugänglich sind, auch sonst der fragliche jüdische Gelehrte angeführt wird. Im vernei- »enden Falle düifle sich die Frage über die Echtheit der Quaestiones des Hieronymus ganz anders gestalte». Die oben angefühlie NamendeutUllz haben sich auch letztere angeeiguel und werde» dieselbe» S. 19 bis 22 ausführlich besprochen. Daß זנוח mit gnbernator wiedergegedeu wird, dürfte vielleicht aus dem syrischen זניהא illustrisj» erklären sein. Dies kann Hieronymus in Syrien gehört haben, aber schwerlich Rhabanus Mau, us in Mainz. Die Parallelstellen aus Talmud und Midraschim sind genau angegeben. Wir wünschen vom Herzen. daß dem Herrn Brs. die ihm gedührende Anfmunterung zu Theil werbe, damit er in der Lage sei, das begonnene Werl recht bald zu vollenden. Bemerkungen. Herrn Red. des ״Libanon" in Paris. Ihrem Wunsche wird nach«, stenS entsprochen werden. Das nach Leipzig erpedirie Paquet ist von Wien «US zurückgesendet worden. Sobald der Postvertebr hergestellt ist, werden wir uns beeilen, die rückständigen Nummern nachjuliefern. U 0 r 6 e t e r (Kantor). Für den neuen Tempel der gefertigten Gemeinde ist sofort zu besetzen die Stelle: 1) Eines ersten Borbeters, welcher musikalische Kenntnisse und praktische Gesangssähigkeit als Borbeter (Kantor) im zeitgemäßen gere« gelten Choralbesonders, als auch im früher übliche» Synagogengottesdicnst besitze, einen geregelten Knabenchor zu leiten übernehme unv seinen moralisch-fittlichen und strengreligiösen Lebenswandel durch rab« binische und gemeindliche Zeugnisse seines bisherige» AmtirungSkrelses glaubwürdig nachzuweisen habe. Für diese Stelle ist ein Jahresgehalt mit 800 fl. ö. W. nebst freier Wohnung und üblichen Emolumenten und eine AnmcldungSzeit bis 1. August l. I. bestimmt. 2- Eines zweiten Vorbeters (Chorbassist oder Tenor) zugleich Chordirigent mit genügender Musik- und Gesangsbildung und einem nachweislichen religiösen und sittlichen Charakter; mit einem JahreSge« halte von 400 fl. ö. W., wofür die Anmeldungszeit bis 10.׳ August l. Z. ausgedehnt wird. Reisespesen für Probevorträge werden nur dem Acreptirten bonifizirt. Frankirte Briefe sind zu richten an Die ijsr. Hultus-VorMumI in MislwlrZ. MiSkolz, 7. Juni 1866. (3-3) Bei Herzfcld & Sauer iit Wien eeschienen soeben und sind durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Jellinek Dr. Adolf, digte» Dritter Theil, enthaltend 27 theils FesttheilS GelegenheitSreden, gr. 8. (22 Bogen) geh. 2 fl. Einleitung in die Thora. Fünf Reden, gr. 8. (4^ Bogen) geheftet 70 kr. Diese Reden des in weitesten Kreisen berühmten und hochgeachteten Herrn Verfassers sind — wie überall anerkannt — von größter Wichtigkeit für die religiösen Interessen im Astgemeinen, wie für die bürgerliche Stellung der Juden; sie find daher Predi gern jeder Konfession, wie überhaupt Allen, welche die religiösen Bewegungen der Zeit kennen lernen wosten, zu empfehlen. Im Kommissions-Verlage von Justus WMs in TH0M ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: : Das Targum zur Chramk Mit Varianten und Anmerkungem Nebst einem Anhänge: Ein lateinischer Kommentar zur Chronik aus dem IX. Jahrhundert. Kritisch verglichen von Dr. ATorali am naluner. Thorn, 1866. Groß. Oktav. — Preis: 1 Gulden ö. W. — 20 Sgr, preuß. (2—3) Szegedin, Sklbßvrrlag brr Nedaklkon. Leipzig, Lommissious-Vrrlag von Franz Wagner. Druck von Gigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein Viertelbogen Beilage.

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