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Ben Chananja · 1866-06-27 · 26 (27.6.1866) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
26 (27.6.1866)
Date
1866-06-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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489 490 Ihrem Wohlwollen besten« empfohlen, haben wir die Ehre zu verharren. Pest, 21. Juni 1866. Ihre Ergebensten: Salomon K o h n, Prüfe«; L. M. Bauer, Schriftführer. V. Mann hei m e r. M. Fle sch. M. Fischer. M Neubau«. II. Beantwortnug der Preis'frag en *) I. Warum erfreut sich der israelitische Jugendbilbner trotz de« allgemeinen Fortschriiic« noch immer nicht der wolverdienten materiellen wie moralische» Stellung in der Gemeinde?! II. Welche Mittel stehe» dem jüdischen Lehrerstanve zu Gebote, um m dieser Beziehung eine neue Aera zu schaffen? Motiv: Soll in der Heranwachsende» Jugend ein würdiger "freier Geist wachgerufe» und gepflegt werden, so gewähre man vor allem dem Lehrer und Bildner derselben eine würdige freie Stellung! Au« den Papieren eine« Lehrer» e t era n e n. In die Reihe der wichtigsten tiefeingehcndsten Fragen ans sozialem Gebiete, die in ne»est!r Zeit olle Männer von Bildung, Geist und geläuterter Anschauulig ernstlich und unablässig beschäftigen, gehört unstreitig in erster Linie die allgemeine Volksbildling. Läßt e« sich doch nimmermehr in Abrede stellen, daß so e« überhaupt einen Gegenstand gibt, der vermöge seiner hohen Bedeutung die ungctheilte Aufmerksamkeit der denkenden Zeitgenoffe» in Anspruch zu nehmen berechtigt: e« vor ollem die Volksschule ist, der eine ähnliche Wichtigkeit mit Recht vindizirt werden könnte. Etat und Kirche — zwei Institutionen, die zunächst dazu berufen, den gesammten moralischen und fisische» Bestrebungen der Menschheit Nichtung und Ziel vorznzeichnen — beide müssen sie ihre festeste uncrschütterlichste Stütze in der Elementarschule suchen und finden. Die Er» ziehung de« Mensche» zum pflichtgetreuen gehorsamen Statöbürger sowol, als zum gläubigen gottergebenen Mitgliede irgend einer Religion«- gcnossenschast kann dann nur eine ersprießliche, segenvvlle, dem erhabenen Zwecke entsprechende sein, so diese in jenem Institute bereit« ihren Anfang nimmt, dem die hohe Aufgabe zu Theil geworden, die Kinder de« zartesten Alters in Obhui und Pflege zu nehmen, um die 'ersten geistigen Regungen und Bewegungen derselben sorgfältig zu überwachen und zur gedeihlichen Entfaltung zu bringen. Es liegt mithin im eigensten Interesse de« State« sowol, als b<׳r Religion, der Volksschule jenen Grad intensiver Vollkommenheit zu verleihen, vermöge dessen selbe in der Lage wäre, ihre Leistungsfähigkeit bi« zum höchsten Punkte der Möglichkeit zu poteuziren. Keine Mühe darf somit zu schwer, kein Opfer zu groß erscheinen, wo es sich lim die Kräftigung der Volksbildüng handelt. Wie sehr diese Ueberzeugung in letzterer Zeit auch in Oesterreich zur vollen Geltung gelangt, läßt sich am besten au« den mannigfachen Verbcsscrungen und durchgreifende» Reformen ermessen, die in der jüngsten Periode auf volkSuntcrrichtlichem Gebiete theil« ernstlich versucht, theil« mit glänzendem Erfolge wirklich aktivirt wurden. Freilich glaubte man Anfang«, durch verbesserte Methode und zweck« mäßiger Lehrbücher allein allen vorhandenen Uebeln gründlich abhelfen zu können; doch gelangte man gar bald zu der Ueberzeugung. daß Methode und Lebrhücher dann nur von erwünschtem praktischen Erfolge begleitet sind, so diese mit Lust und Liebe gehandhabt werde, die zur Ermunterung der Lehrer neugeschaffenen Phrasen von dem hohen Berufe und der heiligen Aufgabe eine« Zugendbildner« erwiesen sich al« vollend« unwirksam. Um-für ein mühevolle«, alle geistigen und physischen Kräfte absorbirendeS Amt Lust und Liebe in erforderlichem Maße mitzubringen, muß die« denen auch Vortheile bieten, die mit der enormen Mühewaltung in eplsprechendem Verhältnisse stehen. Um. schon da« Bolksschulwesen zu einem wirklich ersreultchen Aufschwünge zu bringe», mußte vor allem die Bessergcstaltung der Lehrerverhältniffe mit in,den Kreis der diesbezüglichen Bestrebungen gezogen werden. Es war die« allerding« ein entlchiedeu größere« Stück Arbeit, al« die. bloße Einführung neuer Methoden und neuer Lehrbücher. Doch war dieses Vorhaben de« Schweißes der Edlen vollkommen werth, indem von dessen Gelingen *) Obige Preisfragen hat Herr Ignaz Reich, der würdige Lehrer an der Pester isr. Normalhaupischule. im 5. Hefte seines ״Beth-Gl" ausgeschrieben und für die gelungenste Beantwortung derselben eine Prämie von 2 k k. Dukaten bestimmt, welche Prämie von Herrn Heinnch Rosrnberg mit 1, Herrn Salomon- Kyhn mit 1 und Herdn 'Hein'- rich Dentsch mit 2 k. k. Dukaten vermehrt wurde; da« Wohl, die Zukunft der Volksschule nolhwendig bedingt ist. BedauernSwerth ist blos, daß während die Vekhältniffe der Zugendlehrer im allgemeinen in Folge dieser Bemühungen in der Lhat eine wesentlich günstigere Gestalt gewonnen, die Stellung derselben in der jüdischen Gemeinde noch immer eine überaus traurige, entmüthigende geblieben. Es ist die« um so bedauernswerther, als die Ermanglung einer statliche» Selbstständigkeit, in Ermanglung einer einflußreichen Hierarchie — welch letztere dem Judenthume stets fremd geblieben — der Schwer- Punkt der jüdischen Religion einzig und allein in der Volksschule liegt. Von dieser Ueberzeugung durchdrungen, will ich versuchen, jene Ucbelstände zu bezeichnen, die auf die Stestung des Lehrer« in so em« pfindlich deprimirender Weise einwirken und alle möglichen Mittel eruiren, die zur Herbeiführung einer Bessergestaltung seiner Verhältnisse irgendwie geeignet sein dürften. (Forts, folgt.) Wohlthätigkeit und WohlthätigkeitSanstalten 115. Pest, 24. Juni. Die feierliche Installation des neuen Primararztes am Jsracliten-Spitale, Herrn Dr. Adolf Hermann, fand heute durch den Vorstand im Beisein der Spitalskommission statt. Nach der Ansprache des Präses, Herrn Lünyi. begrüßt der ablretcnde Primarius seinen Nachfolger mit herzlichen Woiten, worauf derselbe dann daS Wort ergreift und in treffender Weise gleichsam das Programm entwickelte, das Spital nicht bloS als Humaniläksattstalt, sondern auch als ein im Dienste der Forschung und Wissenschaft stehendes Institut hinstellend. — Wie wir vernehmen, wird die Spitalskommission dem austretenden Herrn Dr. Ignaz Lötvy zu Ehren ein Diner veranstalten. Proßnitz, 24. Juni. Die hohe k. k. m. Slatthalterei hat die Proßnitzer isr. Schule, eine in ihren Kräften und Leistungen hervorragende Anstalt zur dircktivmäßigen Hauptschule erhoben und derselben vorerst die Bewilligung zur Ausstellung von Schulzeugnissen ertheilt. Ebenso wurde der bisherige Ober- und Musterlehrer Sal. Freund zum Direktor dieser Hauptschule ernannt unter gleichzeitiger Bewilligung zur Vornahme von Privatprüfungen. Außer dem Direktor wirken an der Anstalt die Herren Leop. Hirsch als Talmudlehrer, ferner die befugten Hauptschullehrer Moriz Mahler, Emil Fuchs und B. Weiner, ein Nebenlehrer und eine Jndnstrielehrerin. (Volksschule.) Literatur. B. Wien, 24. Juni. Der dritte Theil der Predigten Jellinek's ist soeben bei Herzfeld und Bauer erschienen- Derselbe steht seinen Vorgätigern nichts yach. (Die Besprech. v. Dr. Sonneschein folgt nächstens. R.) R. Pest, 25. Juni. Bon dem gewesenen Chordirigenten dee hiesigen Gemeinde, Herrn Moriz I eitel es, sind ״Andachtsklänge" erschienen, deren Trefflichkeit von Sachkennern sehr gerühmt wird. Der Tert ist in hebräischer, ungarischer und deutscher Sprache gegeben. Preis: 1 st. Mögen diese Klänge recht weite Verbreitung flnden! Szegedin, 25. Juni. Herr Horace Günzburg in Paris, der gründliche Kenner unt> großherzige Gönner der jüdischen Literatur, hat dem wisfenschaftlich-talmudischen Vereine eine Unterstützung von 20 fl. ö. W. zu gewendet. ' — Breslau , im Juni. Die in der Schletter'schen Buchhandlung (H. Skutsch) erschienenen Fest- und Gelegenheitöpredigteu von Dr. Wilhelm Klemperer, Rabbiner zu Landsberg an der Warthe, werden sich hoffentlich trotz der Ungunst der Zeit Bahn brechen. Der vorliegende erste Band enthält eilf Fest- und acht Kasualpredigten. Sie werden denselben wol eine eingehende Besprechung widmen (Jedenfalls. Red.).- LiterSrische Aiyeigen. תרגום של רברי תימים Herauügegeben vo» Dr. Atzraham Ra hm er. 1. Thl. In Kommission bei Justus Wallis in Thorn. 1866. 8. X. 66. Ekrr Kommentar aus dem IX. Jahrhundert zu den Bü- «Hern der Chronik , kritisch verglichen mit den jüdischen Quellen von Dr. Abr. Ra hm er. 1. Thl. Das. 8. 43. David Kimchi sagt in der Vorrede zu seinem Cbronik-Kom« mentar: .,Weil dieses Buch nur Geschichtserzählungen enthält, pflegt man dasselbe nicht zu studiren. Auch habe ich nicht bemerkt, daß-sich einer der SchristauSleger bemüht hätte, dasselbe zu erklären. Nur hier in Narbonne fand ich einige Kommentare über dieses Buch, deren Bei-

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