Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 26 (27.6.1866)
- Date
- 1866-06-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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487 488 mächtigen Feind besiegt hatte, die Gemalin ihm entgrgenkommeu und wenigstens einen Becher Weines einlchenken mußte; eine Angabe, die ״Ser das Verhalten der Frau bet öffentlicher Feierlichkeit ebenfalls be, lehrend ist. Korrespondenz. Emanzipation und bürgerliche Verhältnisse. Berlin, im Juni. Die Antrittsrede des Herrn Prof. Dr. Sigmund Rosen st ein, des Sohnes des hiesigen RabbinatSverweserS, vie er am 8. Februar an der Uuiversitäj Groningen gehalten hat, ist auf den dringenden Wunsch der Zuhörer durch den Druck veröffentlicht. Sie handelt über die Beziehungen zwischen Wiffenschafi und Praxis in der Medizin mit Rücksicht auf die Aufgabe der Klinik." (Gröningen, P. Noorthof 1806. 8. 32 S) Wie es in der Vorbemerkung heißt, soll nach holländischer Sitte die Antrittsrede die Richtung des Neuerwählten bezeichnen und gleichsam eine Art von Programm darstellen. Der Verfaffer hat sich seiner Aufgabe in lichter, klarer Auseinandersetzung entledigt. Aus Galizien, im Zuni. In Drohobicz hat sich ein Derein gebildet, um zu Kriegszwecken Beiträge zu sammeln. A Lemberg, 18. Juni. Zn der hiesigen jüdischen Haupt« schule haben die Schüler eine Geldsammlung zu Kriegszwecken veranstaltet, welche SO fl. betrug. Die patriotische Spende der Kleinen ist der Statthalterei übergeben worden. Sie können hieraus ersehen, daß sich in der jüdischen Bevölkerung der hiesigen Stadt ein sehr patriotischer Geist regt, und wird derselbe sowol durch die Predigten des Herrn Löwenstein, wie durch die hier erscheinenden hebräischen Journale unauf« hörlich genährt und zu Thaten angeeifcrt. L. Aus dem Hevefer Komitate, im Juni. Dem Beispiele Ihres Somogyer Korrespondenten folgend, verzeichne ich die wackeren jüdischen Landwirthe unserer Gespanschaft. Es sind die Herren Ad. Adler und Sohn, Benjamin Basch in Tenyö; Adler in Grdö-Totek; Blau und Gabriel Brau» in Heves; Csillag und Popper in Tenyö; Mor. Hclsinger und Jos. Hay in Varsäny; Brüder Lederer und Wilh. KarpeleS in Nliäde; Ignaz KarpeleS in Szäßberef; D. Oesterreicher in Hort; Ad- Richter in Ecsöd; Ignaz Weißberger in Nagy-Rhöde; Weinberger in Besenszög. Außer diesen beschäftigen sich Viele mit der Landwirthschaft im Kleinen. Jüdische Wirthschasisbeamten find bei Zuden u n d Christen angestellt. Jüdische Taglöbner und Taglöhnerinnen sind keine seltene Erscheinung. Die Landwlrthmuen führen ihr Haus, wesen so, daß auch orthodore Glaubensgenossen an ihrer Tafel Theil nehmen können. Bemerkenswerth ist, daß Brüder Lederer zwei Lehrlinge von dem Pester Vereine zur Verbreitung des Ackerbaues und der Hand« werke angenommen, und auf die von dem Vereine flipulirte Remune« ratton verzichtet haben. Kultus und Kultnsgemeinde. A. E. Berlin, Ende Mal. Die am 22 November v. I. neugewählten Mitglieder der hiesigen Gemeindebehörden wurden am IS. d. M. in dem Sitzungssaale derselben, der sich in dem Vordergebäude der neuen Synagoge befindet, durch einen Abgeordneten des königlichen Polizei-Präsidiums in Pflicht genommen und in das Amt eingeführt. Herr Stadtralh Magnus begrüßte als Vorsitzender des Gemeindevor, standeS die Anwesenden in einer kurzen Ansprache. Namens des Vor, standeS drückte er darüber die Freude aus, daß die erste Benützung des Saales einem Akte gewidmet sei, der einen Abschnitt in der Gemeinde» Verwaltung bilde und zu der Hoffnung berechtige, daß das Wirken in den neuen Räumen dahin führen werde, den Frieden in der Gemeinde zu befestigen und die gedeihliche Entwicklung derselben zu fördern. Lk. Pest. 24. Juni. Gestern nahm der sich demnächst in einen Kurort begebende Herr Oberrabbiner Meisel von der Kanzel herab feinen andächtigen Abschied und benützte diesen Anlaß, den durch seinen Charakter, wie durch seine Fähigkeiten und seine Gelehrsamkeit gleiAanSgezeichneten neuernannten Prediger, Herrn Dr. Kohn, seiner Gemeinde in warmer Rede aufs Eindringlichste zu empfehlen, wobei er sich auch längere Zeit an Dr. Kohn selbst wandte. Dieser wird nächsten Samstag feine AntrittSpredigt halten. E. Waag-Neustadtl, 17. Juni. Herr Gm. Deutsch. Rabbiner zu Palanka, Enkel unseres unvergeßlichen Nabb. David Deutsch, s. A., hat hier am vergangenen Sabbathe eine Predigt gehalten, welche die ganze Gemeinde entzückte. Der Redner sprach über das Verhältniß des Menschen zu seiner diesseitigen und zu seiner jenseitigen Heimat. —v. Losonez, 18. Juni. Das von unserm verdienstvoflen Vorsteher, Herrn Alb. Schmiedl, gespendete Parochet wurde vorgestern seiner heiligen Bestimmung übergeben. Lehrer Hoffman» hielt eine passende Ansprache und die Schuljugend trug einen religiösen Gesang in ungarischer Sprache vor. Die ganze Feier machte eine» sehr erhebenden Eindruck. Die Gitterfrage schlummert einstweilen und RabbinatSkandidat Büchler fährt fort, seine sabbathlichen Vorträge vor einer zahlreichen Zuhörerschaft zu halten. Wegen ihrer reichlichen Spenden für die Synagoge habe ich besonders die Herren Nathan Deutsch, Hermann Wohl und Jakob Sicher zu registriren.! Erlau, 20. Juni. Vor Knrzem starb hier ein jüdischer Marqueur und wurde auf dem jüdischen Gottesacker beerdigt, und zwar in der unmittelbaren Nähe eines jungen Mannes, welcher der Sohn eines Morenu war. Letzterer, der seinen Sohn für einen Zaddik, den Marqueur aber für einen Mascha hielt, und von dem Schulchan-Aruch- Gesetze (Jore Dea 362, 5) Kenntniß hatte, ließ den Marqueur ausgraben, um denselben von seinem Sohne zu entfernen. Er bewährte sich dadurch als einen solchen ״Chaßid Muflag", daß ״über hundert Jahr" gar Niemand wird neben ihm ruhen dürfen. Wahrscheinlich wird er sich auf einem eigenen Platze beerdigen lassen. Sonst braucht man an der hiesigen Gemeinde nicht zu verzweifeln. Unser Vorsteher, Herr El. Kohn, und seine Kollegen sind wackere Männer, die zum Fort« schritte geneigt sind. M. Berlin, 18. Juni. Trotz der gedrückten Stimmung, die hier herrscht, geht doch die Entwicklung der jüdischen Gemeindeangelegenheiten — wenn auch langsam — ihren Gang. Dr. Aub'S Berufung haben Sie bereits gemeldet; ob auch Dr. Geiger berufen wird, steht in diesem Augenblicke noch in Frage. Die HumanitätSgem. Schochare Tob zählt 300 Mitglieder und konsolidirt sich immer mehr. Tendenz der Gemeinde: Armenpflege, Leichenbestattung, Gedächtnißfeier würdiger ihr angehöriger Persönlichkeiten. Dr. Sim. Nascher ist bereits zum Rabbiner und Prediger dieser Gemeinde gewählt. Seine Predigten ernten den lebhaftsten Beifall und denkt die Gemeinde bereits an die Erbauung einer Synagoge. Zur Gründung des RabbiuatöfitzeS in der Schochare-Tob-Gemeinde ist ein Fond erforderlich, welcher auf dem Wege einer bereits ringkleiteten Subskription geschaffen werden soll. Möge Gott nur recht bald den Frieden wiederkchren lassen! Schulwesen. Hf. Pest, 24. Juni. Die Zeit der Schulprüfungen naht. Diese Woche konnten wir bereits der NeligionSprüsung der Zöglinge des Hrn. Heinrich Deutsch beiwohnen, wobei wir genügende Gelegenheit fanden, uns sowol von der oftbewährten Tüchtigkeit dieses verdienten Fachmannes, als auch von den erfreulichen Fortschritten der Schüler in der Muttersprache zn überzeugen, insoferne diese nämlich die an sie gerich, teten Flogen mit größter Sicherheit und Leichtigkeit in ungarischer Sprache, mit gleichen hebräischen Zitaten belegt, zu beantworten wußten. Pest, 21. Juni. Folgende Schriftstücke dürften für zahlreichr Leser Ihres Blattes besonderes Interesse haben. Die vollständige Mittheilung derselben bedarf daher keiner weiteren Rechtfertigung. I. Schreiben an den Red. des ״B. CH." Geehrtester Herr Redakteur! Die gefertigte BenrtheilungSkommission in Angelegenheit der sogenannten Reich'schen Preisfragen hat die Antworten des Herrn Moriz Ehren theil io Naab für die besten, der Erreichung des beabsichtigten Zweckes förderlichsten erachtet und als preiswürdig erklärt. Die absolute Prämie von sechs k. k. Dukaten find bereits an den erwähnten Preisbewerber abgesendet. Die rieten Beweise, die Sie bereits von Ihrer Sympathie für dieLLrhrer und ihre Interessen geliefert, ermnthigen uns, Sie ergebenst zn bitten, das hier mitfolgende Manuskript in Ihrem ausgezeichnet redigirten Blatte sobald als möglich abdrucken zu lassen.