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Ben Chananja · 1866-06-27 · 26 (27.6.1866) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
26 (27.6.1866)
Date
1866-06-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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483 484 wirrung gerathen, durch seine Klugheit wieder herzustellen." So weit üder dos Leben dieses Patriarchen, wozu wir noch einige Stellen auö dem Talmud, die ganz gewiß auf diesen R. Simeon sich bezieh n, hier anführen wollen. Sukka a. 53, wie das Fest des Wasserschöpfens von ihm begangen wurde. Aboda-sara 10, ».seinetoleranteAeußerung über die Schönheit eines heidnischen Weibes. Arachin 10, b. seine Aussage über ein Flüßchen zu Jerusalem, welches ein König erweitern ließ und dessen Wasser dadurch abgenommen. Kerithoth 8, a. sein energisches Auftreten, um den hohen Preis der weiblichen Opfer herabzusetzen. Von seinem Tode hingegen hat sich blos die einzige Nachricht erhalten, daß er als Patriot von den Römern öffentlich hingerichtet wurde. Zu welcher Zeit aber, bei welchem Anlasse und auf wessen Befehl, sind Fragen, über die uns die Geschichte ganz im Dunkeln laßt. Ganz unrichtig ist aber die Ansicht von Naschi (Sota 48, b.)׳ baß dies durch einen griechischen Herrscher (מלכות יון) geschehen. Einen Anhaltspunkt scheinen uns jedoch die talmndischen Stellen (Sota p. 48, b. Mechilta Ps. 18. Aboth d. R. Nathan P. 38. Semachoth P. 8. חר״א P. 30.) über Viesen Gegenstand zu bieten, da sie alle den Tod des R. Simeon im Vereine des Hohenpriesters Jsmael stattfinden lassen. Allein wer war dieser Hohepriester? Josefus nennt zwar unter den Hohenpriestern Jsmael ben Phabi, von dem auch der Talmud (Joma 35, b. Peßachim 57, a. Para III. 5) Verschiedenes mittheilt. Allein abgesehen, daß der Märtyrer mit ״ben Elischa" bezeichnet wird, (S. Berachot 7, a.) scheint auch aus Sota 49, a. hervorzugehen, daß Ben Phabi eines gewöhnlichen Todes starb. Eine Notiz im Jos. scheint uns Aufschluß über diese Fragen zu geben. Diese (Krieg 1. VI. c. 2, 2) lautet: Es gab da (nämlich in Jerusalem während der Belagerung) auch einige, die bei passender Gelegenheit zu den Römern flohen, wie die Hohenpriester Josef und Josua und auch drei Söhne des Hohenpriesters Jsmael, der zu Cyrene enthauptet wurde. Auö dieser Stelle ist ersichtlich, daß eS zur Zeit der Belagerung einen Hohenpriester Jsmael gegeben, der, obwol seine Söhne zu den Römern übergegangen, bei den Belagerten zurückgeblieben und endlich als politischer Verbrecher zu Cyrene hingerichtet wurde. Wenn auch Jos. diesen Jsmael nicht in der Reihe der Hohenpriester aufzählt, so mag dies daher kommen, weil er blos die wirklichen Hohenpriester ausgenommen, Jsmael aber nur ein Stellvertreter (סגן) gewesen, der aber nicht minder im gleichen Range mit den Hohenpriestern stand (Horioth 11 b.); oder was wahrscheinlicher ist, wurde Jsmael, nachdem eben R. Simeou ben Gamliel gegen die Wahl des obbenannten letzten Hohen- Priesters Phaunius protestirt, von der gemäßigten Partei als Gegen-Hoheupriester gewählt und anerkannt. Die Affaire von Cyrene aber schildert Jos. (Krieg, l. VII. e. 11 י wie folgt: ״Ein gewisser Jonathan, von Profeffion ein Weber, kam nach Cyrene und verschaffte sich da besonders unter der ärmer» Klasse einen großen Anhang. Diesen führte er in die Wüste und versprach da Wunder zu üben, um das römische Joch abzuwerfen, was er jedoch vor den reichen jüd. Einwohnern Cyrene'ö zu verheimlichen suchte. Diese aber setzten Catullus, den römischen Statthalterzu Lybien, davon in Kenutniß, der auch bewaffnete Männer in die Wüste gegen Jonathan auösandte und dessen ganz unbewaffneten Anhang theilö ermorden, theilö eiufangen ließ, auch Jonathan wurde gefangen und vor Catulluö gebracht. Letzterer aber gab selber dem Gefangenen ein Mittel an die Hand, um sich retten zu können, er sollte nämlich die reichsten und angesehensten Juden Cyreneö als seine Mitverschwornen angeben, wozu sich auch Jonathan herbeiließ. Catulluö, theilS von Habsucht, theilS von dem Gedanken getrieben, auch etwas zur Beendigung des jüdischen Krieges mitgewirkt zu haben, ließ nicht weniger als 3000 der angesehensten Juden hinrichten." Es ist also wahrscheinlich, daß bei dieser furchtbaren Niedermetzelung von Unschuldigen R. Jsmael und R. Simeon, die sich nach der Zerstörung Jerusalems hieher geflüchtet haben mochte», durch Catulluö den Märtyrertod gefnnden, was auch mit einer talmudischen Stelle (Sota 49, b) übereinstimmt, nach welcher N. Simeon ben Gamaliel die Zerstörung Jerusalems überlebte. Das Ende von Catullus aber war nach der Schilderung Jos. nicht minder ein schreckliches. Er verfiel in eine heftige körperliche und geistige Krankheit, wobei er oft ausrief, daß er die Geister derjenigen, die er hinrichten ließ, stets vor Augen sieht, sprang dann, vom Feuer und Qualen verzehrt, aus dem Bette, bis er endlich seinen Geist aufgab. Jsmael der Märtyrer war also jedenfalls ein anderer-, als der Zeitgenosse von R. Akiba, dem die Mechilta zugeschrieben wird und die 13 Midoth lehrte und der auch eines natürlichen Todes gestorben. (Vergl. Nedarim 66, b. Sota 48, b.) Berichtigungen zu Carrnoly's Beiträgen: ״Jur Geschichte der Luden in Oesterreich." Von Dr. M. Wiener. (Schluß.*) Daß eS aber einen solchen gegeben, der von R. Schalom in Neustadt völlig verschieden ist, scheint Herr C. gar nicht zu wissen, obgleich desselben gar häufig Erwähnung geschieht und er von R. Israel Jfferlein in den Pesakiui Nr. 24 ausdrücklich von R. Schalom in Neustadt unterschieden wird. Es heißt daselbst nämlich בחב שארי מה״(־־ לכהנים בווינא שיצאו n0N שלום שמה״רר מזאיר דל דרך שערי העי!—אבל כתב ג״כ שמ״הר שלום דל לא חשש לאסור זה, aus welcher Stelle. wenn ז״ל nicht von Jfferlein hinzugefugt morden, zugleich ersichtlich ist, daß R. Schalom in Wien früher gestorben ist, als der gleichnamige Rabbiner in Neustadt. Daß auch ררשוח eristirten, welche den Namen des Letzteren trugen, wie derselbe Jfferlein a. a. O. Nr. 131 bezeugt, מצאתי בדרשות שנכתבו בשם השר (siehe auch RGA. des R. Israel Bruna Nr. 93) erfahren wir von Herrn C. ebensowenig, wie, daß R. Schalom ein Schüler deS R. Isaak aus Nordhanseu war, wie aus Maharil Hilch. שבת zu ersehen ist:אמר(מהר״ש) שכן קבלה בירו מרבו מה״ ר יצחק נורטהויון. einen altern Bruder R. Jona Halle (daselbst Hilch. שמיטה Ende), wahrscheinlich derselbe, welcher der Lehrer des מה״ר שלומיל aus Ens war (daselbst Hilch. סורים) »nd mit N. Lipmann (vermuthlich aus Mühlhausen) diöputirte (das. Hilch. איסור והיתר Ende) und auf dessen Sohn sich vielleicht die Notiz bezieht (das. Hilch. שמהות Ans sang), noch auch, daß R. Schalom außer seinem 1417 in Wien wohnenden Sohne Jona (siche meine Regesten S. 239 Nr. 159 und vgl. RGA. des Israel Bruna N. 117) auch noch einen anderen Namens ר׳ יוריל hatte, wie Jfferlein a. a. O. Nr. 216 berichtet זבן עשיתי מעשה עם קרובו מה״ר יוריל בן מה״ר שלום דל שהיה עמו עמי ■0 שני ושלישי) vgl. auch daselbst Nr. 240. Unrichtig ist auch die Angabe, daß R. Schalom zwei Waisenknaben aufzog, da diese edle That am Schluffe der ליקוטי מה״רש von einem Jünger des R. Schalom, Namens Mvschel erzählt wird. Doch wie Vieles ich auch noch theilS als Berichtigung, theilS Ergänzung zu den Mitlheilungen des Herrn C. zu erwähnen hätte, so breche ich doch, um nicht zu weitläufig zn werden, hier in der Hoffnung ab, daß die von mir gelieferten Nachweise ebenso genügen werden, mein obiges Urtheil über die Arbeiten des Herrn C. zu motiviren, wie sie vor jeder Benützung derselben zu wissenschaftlichen Zwecken, so lauge dessen Angaben nicht anderweitig bestätigt sind, ernstlich warne» wollen. Zum Schluffe sei mir noch gestattet, auf eine Aeußerung des Herrn C. hinzuweisen, ans welcher zu ersehen ist, wie seine Oberflächlichkeit und Unkenntnlß mit seiner Keck- *) S. die vorige Nummer.

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