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Ben Chananja · 1866-06-20 · 25 (20.6.1866) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
25 (20.6.1866)
Date
1866-06-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
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77 Sefet für ein Baumharz ansah, meint, nach• dem Abfliessen des Bauinharzes fliesst ein reines Oehl nach, welches Atran heisst; welches nach Sabb. 25, 2. einen stinkenden Geruch haben soll. Da uns aber von einer soleben botanischen Erscheinung nirgends berichtet wird, so nehmen wir, um ein rechtes Verständniss dieser Stelle zu erlangen, zu den. Bitumen unsere Zuflucht. Bi tum 6 fasst man unter den Namen Mineraltheer, Erdpech, Asfalt zusammen. Es sind schwarze oder braune Stoffe, die ziemlich leicht,, bald bei der Temperatiir des kochenden Wassers oder selbst, darunter, bald bei einer hohem Temperatur schmelzen. Sie heissen auch. כפר oder גפר vom Ueberziehen einer Sache. Die meisten Bitume lösen sich in Aeter und Terpentinöhl. Sie hinterlassen oft einen Rückstand von kohligen Stoffen oder einer andern unlöslichen bituminösen Substanz, deren Schmelzpunkt verschieden ist. Dieses ist das עטרן. Inder talmudischen Zeit wusste man nicht, dass man die Bitume der wiederholten Destillation so unterwerfen kann, dass man ziemlich reine und flüssige Oehle erhält. Die Bitume wur-; den als Heilmittel benützt (Sabbat 67, Giiin! 69); dass in ersterer Stelle gesagt wird: Man nehme Harz von Schiffen, auf dessen Therapie wir hier nicht einzugehen haben, erklärt sich aus dem Umstande, dass solche Bitume, die in der Natur als mehr oder weniger kleb1rige Oehle verkommen, unmittelbar als Wagenschmiere, ferner zum Einschmieren der Schiffsseile und tibärhaupt des ganzen Takelwerks benützt werden. Die Bitume findet man in allen Theilen der Welt, daher sie als Repräsentanten der werthlosesten Dingen galten. (Arachin 19.); ׳ שמן קיק. ' In der Misclma Sabbat 2, wird verboten, dieses Oehl am Sabbate als Beleuchtungs- Material zu verwenden. Was ist das für ein Oehl? Samuel erzählt, er habe weit und breit Umfrage gehalten, bis es ihm endlich gelang zu erfahren, Kik sei ein Vogel. So wird auch im j er. schon im Namen R. Ismael& berichtet קיק=קאח.; Nun heisst der קאח allerdings auch קיק, was auch durch Chulin 63a bestätigt wird und das Targum j. übersetzt diesen Vogelnamen mit קקא; gleichwohl ist die Meinung nicht annehmbar, dass hier von dem Fett dieses Vogels die Rede sei. R. Jizchak meint , es sei das ein aus dem Samen des Baumwollbaumes gewonnenes Oehl משהא קאוא. Um etwas Näheres darüber zu erfahren, schlage man im ArucK den Artikel קז nach, man wird auf den Artikel קק angewiesen, und fludet dort über קאזא rein nichts. Wenn man wirklich in der talmudischen Zeit Oehl aus Baumwollsamen gewann, so muss man staunettd Ausrufen: ״Nichts neues unter der Sonne.“ 78 Bis in die neuere Zeit wusste man nur von Leinöhl und HanfÖhl. In vielen Gewerben und Kunstzweigen wird das Oehl verschiedener anderer Samenarten ebenso vortheilhaft, als das Rliböhl verwendet, aber aus Baum-. wollensamen bereitet man erst seit kurzer Zeit ein sehr gutes, brauchbares Oehl , da vor Kurzem eine Maschine erfunden worden ist, um denselben auszuhilsen, und. die daran hängenden Baumwollenfasern zu entfernen, welche eine bedeutende Quantität des gepressten Oebles absorbiren und zurückhalten würden. Vor dieser Erfindung wurde der Baumwollensamen als Abfall betrachtet und nur zur Düngung verwendet. Nach dem Schälen wird der Samen in einer, gleich den holländisehen Oelmühlcn construirten Maschine gemahlen und gepresst. Es ist noch nicht lange hei’, dass diejenigen, welche Baumwollenihagazins besessen, sich demjenigen ihrer Nachbaren vorbunden fühlten, welcher den Samen.hinwegnehmen wollten., Es bleibt also merkwürdig, dass man in der talmudischen Zeit von diesem Oehle wusste. Das so erhaltene Oehl wird gegenwärtig durch einen einfachen und wohlfeilen Prozess so raffinirt, dass koinpetonte Richter, welche dasselbe mit dem besten Spermöhl verglichen haben; es mit diesem ganz gleich hielten. Von diesem Raffinement wusste man in der talmudischen Zeit nichts, daher man es für den Sabbat zu schlecht hielt. Resch Lakisch erklärt קיק mit קוקיזן דיונה. Kikajon ist das Kiki oder Konki in Diodor sic. 1., 34 ein Gewächs, das bis zu der Höhe eines kleinen Baumes emporschlosst, und da es einen saftigen Stengel hat bei geringer Verletzung leicht verdorrt; Landau dagegen übersetzt ״Wunderbaum.“ Mit lieberschwenglichkeit schildert denselben der ueberscbwengliche Rabba bar bar Ghana. — Ich halte שמן קיק ‘tür das Oehl des Cocos^Nussbaumes cocos nucifera. Die Kerne der Cocös- Nüsse enthalten viel Oehl, welches ausgezogen und vortheilhaft zu denjenigen ZwbCken verwendet werden kann, wozu man andere - fettige Substanzen benützt. Die Cocos-Nuss wächst auf Ceylon in grossem Ueberflusse, und bildet von jeher eine Quelle bedeutenden Gewinnes für diese Insel. Die bedeutendste Ah- Wendung, welche die Singalesen nächst;dem Einsalben ihres Körpers von diesem Oehle machen , ist die Erleuchtung ihrer-Wohnungen damit; die dabei gebrauchte Lampe wird von demselben Baume geliefert, da das Oehl iy einem Abschnitte der Cocus-Schale gebrannt wird. Man hat versucht, dieses Oehl auch iü Europa zur Erleuchtung zu benützen, lind eigene Lampen konstruirt, in welchen das Oehl in dem Zustande, wie es eingeführt wird; gebrannt werden konnte; dessen von der Flüssigkeit, welche!gewöhnlich ähge\Vende| wird, verschiedenes Aussehen und das zu

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