Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 25 (20.6.1866)
- Date
- 1866-06-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu ״Ben Chananja“ Nro 29. 56«■ wmMBjmmm - ר■» ••■י׳ des wissenschaftlich-talrnudischen Vereins. Dem Vereine sind bis zum 5. Juni neuerdings beigetroten: Hr. Di*. Abraham Geiger, Rabbiner in Frankfurt am Main. . . Hr. Dr. Abraham Rahm er, Rabbiner in Thorr!. Samuel der Eieine (שמואל הקטן). Von Dr. Abraham Geiger, Rabbiner in Frankfurt a. M Sam. d. Kl. ist eine sehr eigentümliche Erscheinung unter den Mischnah-Lehrern. Die dürftigen Nachrichten Uber ihn lassen ihn im Strahlenglanze hohen Ruhmes auftreten. Er wird mit Hillel verglichen. Gleich wie von diesem wird von ihm berichtet, eine himmlische Stimme habe ihn als würdig bezeichnet, dass der Gottesgeist auf ihm ruhe, nur sei sein Zeitalter nicht dafür geeignet; als er starb, wurde die Klage über ihn ausgesprochen: ach, der Fromme, der Sanftmütige, ein Jünger Hillel’s! (Lotah 48, b. u. Parall.) Auch die wunderthätige Kraft seines Gebetes und sein prophetisclier Blick in die Zukunft wird in einzelnen Beispielen berichtet. Erkrankt, genas er alsbald, damit sein Leiden nicht als Folge seiner Sündhaftigkeit erscheine (Schabbath 33 a); sein Gebet um Regen zur Zeit der Dürre fand Erliörung (Thaan. 25 b). In seiner Todesstunde sprach er die prophetischen Worte aus : Simon (ben Gamaliel) und Ismael (ben Elisa) würden dem Schwerte anheimfallen, ihre Genossen der Tödtung, das Volk der Plünderung und viele Leiden werden über die Welt kommen (Sotah a. a. 0.). Einen so hohen Rang er nun auch einnimmt,״ so gehen doch die Nachrichten über ihn weit rascher hin als über Andere, von denen weit mehr und auffallendere Beispiele ihrer wundertätigen Kraft mitgetheilt werden, wie Clianina ben üossa, Pinehas b. Jai'r u. A. — Das teilt er freilich mit seinen Genossen, den Wunder¬ •) S. d. Beil zu Nr. 2 6. II. 17. männern , dass er als halächischer Lehrer so gut wie gar nicht auftritt; aber auch wo er auftritt, da trägt er ein sehr seltsames Gepräge, Mysteriös schon klingt der Bericht, dass einst Gamaliel in Jamnia das Siebner- Collegium zur Feststellung über die Anordnung eines Schaltjahres einberufen habe, und als ein Uebcrzähliger sich fand, Samuel der. Kleine sich als solchen bekannt habe mit der Entschuldigung, er habe nicht als Mitglied; des Collegiums fungiren, sondern wissbegierig dessen Berathungen hinnehmen wollen, worauf Gamaliel ihn zum Dableiben aufgcfordert habe, da er wohl würdig sei, dass jene wichtige Bestimmung allezeit durch ihn vorgenommen werde, doch sei es Vorschrift, dass es nur den dazu Berufenen gestattet sei (Sanhedrin 11 a). Es mischt sich hier die grosse Anerkennung, welche Samuel geniesst, mit einer gewissen Erinnerung an eine' Opposition, welche er sich gegen das Herkommen erlaubte; in der That möchte die Gemara den Verdacht des unbefugten Eindrigens von ihm ab wälzen, indem sie seine Entschuldigung als ein blosses Vorgeben seinerseits betrachtet wissen will, das einen Andern, der der wirkliche Eindringling gewesen, vor Beschämung retten wollte. Auffallen־ der noch ist eine andere Erzählung > die sich an eine gesetzliche Bestimmung knüpft, Simon Pakuli — ein sonst unbekannter Mann — hatte, so heisst es Berahoth 28 b, die achtzehn Sprüche in ihrer Reihenfolge vor Gamaliel in Jamnia geordnet; da habe dieser dann ‘ die Gelehrten aufgefordert, noch einen Spruch gegen die Ketzer anzufertigen, und da that es Samuel der Kleine. Nach einem Jahre, d. h. erst nach einiger Zeit, hatte er den von ihm selbst angefertigten Spruch — als er ihn äs! Vorbeter öffentlich reeitiren sollte — verges* sen; er besann sich darauf, geraume Zeit nmherblickend, konnte aber nicht mehr da rauf kommen. Dennoch hiess man ihn nicht 5