Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-06-20 · 25 (20.6.1866) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
25 (20.6.1866)
Date
1866-06-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543200--4852-2548888
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

475 476 Wagen lind עקרב durchaus nicht der Skorpion des Zodiakus, sei; allein sie sagen uns ebensowenig, wie Herr Brüll. von welchen Stern« Hilde עקרב, wenn nicht von dem des Zodiakus dann die Rede sei, daß aber Raschi gegen Toßasot auch vollkommen im Rechte sei. geht deutlich bervor, aus Talmud Berachotb 58, b gegen Ende מאי עש א׳ ר׳ יורא ׳.יהא מאי יוחא אמרי לה זנב טלה ואמרי רא רישא דעגילא Hier ist offenbar von einer Sterngruppe die Rede, die entweder als Schweif des ״ טלהWidder" oder als Kopf des ענלא angesehen werden kann. Hier scheinen auch Toßafok der Erklärung Rasch,- beiz»« pflichten, nach dem Grundsätze qui tacet 1c Ganz natürlich; denn hier kann ענלא nnmöglich ״Wagen" übersetzt werden. da dieser vom ט?ה viel zu weit ahstrht, als daß der Schweif de- Widders als zum Wagen gehörig betrachtet werden könne. auch wäre der Ausdruck רישא auf den Wogen unpassend; es geht auch ferner hervor, daß von de» Siegen bringenden Sternen בימה—Hyaden und Plejaden die Rede ist, und diese wird mau wol im Kopf des ״Stieres" und im Schweif, des ״Widders", durchaus aber nicht im ״Wagen" daher fahrend fluten. Ich muß bei dieser Gelegenheit auch Herrn Professor Dr. Fürst widersprechen, der in seinem vortrefflichen Wörterbuche die Ansicht vertritt, daß unter dem biblischen עש oder עיש die capella zu verstehen sei; auch diese steht zu weit ab, als daß man sie für einen Sckweif des Widders ansehen könnte. Wol ist das Syrische עי1הא dem in der zilirien Stelle vorkommenden יוהא ähnlich, aber wir können daraus nur schlie-- ßen, daß die Plejaden im Oriente עיש Ziege geheißen haben, nicht aber, daß die jenseits der Milchstraße stehende Eapella hieher gehöre. AuS derselben Stelle ist auch zu erfahren, daß עקרב immer nur im Zodiakus gemeint sei; genn es heißt daselbst, der עקרב wäre höchst Verderblich, wenn nicht dessen Schweif בנהר רימר b. i. Milchstraße liegen möchte und das ist bekanntlich beim Skorpion des Zodiakus der Fall. Ich glaube also genugsam bewies.» zu haben, daß Raschi und ich nicht blos אגב חורפא und auch keinen schrecklichen Nnstnn gciprochen haben/und füge nur noch'hinzu, daß mir im Talmud keine Stelle bekannt ist, wo das Sternbild des Stieres שור genannt würde; und wenn Herr Brüll auf Pirke de R. Elieser sich beruft, so wird er wol wissen, daß diese eine seht 1»nge Quelle sind, und mit R. Elieser den HyrkanoS ebensowenig als der Sohar mit R. Simon den Zochai zusammciihängeu. Daß aber פרטן von 1210 ״stechen" abzuleite» sei, ist nur dann anzunehmen, wenn man wieder פרטן mit עקרב verwechselt^; der Krebs sticht ja nicht, man kann höchstens sagen: ״er kneipt". Zch möchte wieder gerne sagen אגב חורפי׳; allein Herr Brüll würde wieder eine Beleidigung darin, sehen. Vielleicht ließe sich das Wort vom Giiechischen (Svqzii; lat. syrta Sandbank ableiten, weil auf denselben, namentlich beim Eintritte der Ebbe, viele Krebse znrückvleiben. Ich will jedoch gerne jeder bessern Erklärung das Feld räumen. M. SMJssel. II. Herr Professor Stöffel hat in den Nummern 19 und 20 d. Bl meinen יהושע und meine Pirche Kedemmit Geist. Wahrheitsliebe und im Ganzen sine ira et studio — was den Kritikern nur selten nachge« rühmt werde» kann — besprochen. Zch sage ihm meinen aufrichtigen Dank dafür ״üb anerkenne auch, daß manche seiner Rügen begründe! ist. So z. B. daß der bibl. Satan nicht so widerharig, nicht so rebel« lisch herb ist, wie der meinige — der talmudische ist aber um kein Haar besser; man denke nur an Ber. r. 26. zu 1 M 6, -1.; ganz ähnlich der griechischen' Mythe vom Sturze der Cheroniden, Titanen ,c. Daß die lyrischen Ergüsse hie und da dem epischen Gang hinderlich in den Weg treten — der wahre Psycholog, der es weiß, daß ״weß das Herz voll ist, deß geht der Mund über" wird die Apo« stropbe an das phifische, geistige und politische Licht schwerlich tadeln. Daß aber Herr St. Druckfehler, wie pp׳ statt: אהיו הרה statt )אה׳ mir in die Schube schiebt, ist bar», nm so härter, als ich ielbst in einer Szegedin, I Sell'üvtrlag der Ntdaktiou I Note am Ende meines Zosna der Druckfehler erwähnte. Nicht ohne Malice ist auch die Bemerkung: ״Sind Aefop, PbädroS entlehnt» Fa» bkln, orientalische Blüten?" Zch frage dagegen den Herrn Piofeffor: Sind die zwei epischen Gedichte Ztftboch und Gideon, die beinahe dre Hälfte der orientalischen Blütheu au. machen, Aesop und Phädros entlehnte Fabeln? Zst ferner nicht manche Fabel z. B. der Becher und daS Glas ganz mein? Und ist von den andern nicht wenigstens die Form und die Sprache orientalisch? Herr St fragt auch, ob ich פרט für hebräisch halte? Nein Aber se ncm ö vero, ö den trovuto פרט ist aramäisch; Ebul 62. Sabb. 53. nnda. a. O. ähnltck dem hebräitchen שרט Einschuitt, es wäre als so ein sehr passender Name für Insekt; dazu kommt ober noch, daß פרט roihsei», röthen heißt, der Name פרטן enlbäl» also zwei Merkmale als Kr.bse und ist gewiß in Ermanglung eines ander» ein glücklich gewählter. Kewall. Bemerkungen. An den Herrn. Red. des ״Maggiv " Zn dem mir zugesandteu Eremplare des Malmed fehlt der 24• Bogen. Ich bitte, mir denselbe» nusraukirt senden zu wollen. U 0 r D e t e r (Kantor). Für den neuen Tempel der gefertigten Gemeinde ist sofort zu besetzen die Stelle: 1) Eines ersten BorbeterS, welcher musikalische Kenntnisse und praktische Gesangsfähigkeit als Vorbetrr (Kantor) im zeitgemäßen geregellen Cboralbesonders, als auch im früher üblichen Synagogengotleedienst besitze, einen geregelten Knabeuchor zu leiten übernehme und seinen moralisch-sittlichen und strengreligiösen Lebenswandel durch rab» biuische und gemeindliche Zeugnisse seines bisherigen AmtirungSkretse« glaubwürdig nachzuweisen habe. ‘ Für diese Stelle ist ein JahreSgehalt mit 600 fl. ö. W. nebst freier Wohnung und üblichen Emolumenten und eine Anmeldungszeit vis 1. August I> I« bestimmt. 2. Euikö zweiten Vorbcters (Chorbassist oder Tenor) zugleich Chordirigent mit genügender Musik- und GesangSdildung und einem nachweislichen religiösen und sittlichen Charakter; mit einem ZahrrSge» halte von 400 fl. ö. W., wofür die Anmeldungszeit bis 10. August l. I. ausgedehnt wird. Rcilespesen für Probevorträge werden nur dem Acreptirien bonifizirt. Frankirte Briese find zu richten an Die ifr. Uulius-Vol'Mung in Miskolcs. MiSkolz. 7. Zum 1866. (2- 3) Im KommisstonS-Verlage von Justus Wallis in Thor» ist erschienen unv durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Das Targnm zur Lhranik Mit Varianten und Anmerkungen. Nebst einem Anhänge: Ein lateinischer Kommentar zur Chronik aus dem IX. Jahrhundert. Kritisch verglichen von Dr. A.t>ral1 am Raltmer. Thorn, 1866. Groß-Oktav — Preis: 1 Gulden ö. W. — 20 Sgr. preuß. (1 3) Leipzig, Lommisfious-Verlag von Franr Wagner. Druck vou Sigmund Büro«- m Siegerin. Hierzu ein Bogen Beilage Forschungen Nr. 5.x

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.