Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 23 (6.6.1866)
- Date
- 1866-06-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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blühen, da fühlen wir uns unwiderstehlich angezogen,י da schlagen wir gerne unsere Wohnung auf; da türfen wir hoffen, daß das der Liebe geöffnete Herz auch uns in Liebe eutgegenschlagen werde; da dürfen wir vertrauendaß der Boden geebnet ist für alle gesellschaftlichen Tugenden, auch wo sie noch.nicht zur vollen Entwicklung gelangt sind« Und das, v. F. u. Ä., ist des Gotteshauses zweite, erhabene Bestimmung: die Familienbande zunächst im Hauses dann aber in der Gemeinde, im State, in der Menschen-: familie immer fester, immer inniger zu knüpfen« Hier im Hause des Herrn, im Angesichte des Allvaters, der den jungen Naben, die zn ihm schreien, ihr Futter gibt, der seine Liebe und Gnade besonders über die Menschen so sichtbar strahlen läßt, und nicht nur für ihr leibliches Bedürfuiß, sondern auch für Seele und Geist in. der Geschichte, und Offenbarung so väterlich gesorgt hat, sollten wir nicht: den Vorsatz faßen wollen, treue, besorgte Väter, liebende,, zärtliche Mütter, gehorsame Söhne, aufmerksame Töchter zu sein? Hier sollte sich das Herz nicht weit öffnen für Recht und Liebe gegen Alle, für Milde und Erbarmen,' für Treue und Freundschaft und alle gesellschaftlichen Tugendeu? Wir sollten den Widerspruch nicht fühlen/im Hause' des Herrn und dem Allvater zu nähern, und draußen im Lehen uns von seinen Kindern zu trennen, Scheidewände, aufzuführen, in hvchmüthigem Dünkel nnS abzuschließen und . Liebe und Treue zu verläuguen? Hier sollten nicht besonders die, welche vor Allen berufen sind,' das Bünduiß Gottes durch Verkündigung seines Wortes zu. erhalten und zu verbreiten, den Bund der Menschheit zu. erhalten und ' zu befestigen streben? Ja, wenn irgendwo, so kann und soll im Tempel des Herrn, in Gottes heiligender Nähe, an der Annäherung der Menschheit in Familie, . Stat *itib. Leben, gearbeitet.werden. ״Ein Jeder ehrfürchte seine Mütter. und seinen Vater und ׳ liebe seinen Nebenmenschen wie sich!elbst": diese erhabenen Lehren möge uns das Gotteshaus an sich, möge uns das in ihm mit ganzem Herzen und ganzer Seele verrichtete Gebet, möge uns das Wort, das hier verkünde! wird, immer und immer ins Gedachtniß rüfen, und das göttliche ״Bündniß" der, Liebe ' und Treue wird in der Familie, im Staate, in der Gesellschaft, immer fester und inniger hergestellt werden. - 3. Endlich bezeichnet unser Text drittens die Ehrfurcht vor Gott und dessen rechter Vererhrung und Anbetung als w'esenlichsten Inhalt der Neligion. ״Meine Sabbathe sollt ihr beobachten, ich bin Gott,' euer Herr. J?r sollt euch nicht den Götzen zuwenden und euch keine gegossenen,Götter.machen, ich bin Gott euer Herr". Der Sabbath ist nach der, ersten Fassung der Zehnworte ein Zeugniß der Anerkennung Gottes als Schöpfer des Weltalles, und.nach der zweiten ’ Fassung der Zehnworte als Weltregicrer und" Gnaöenspendex.. Das Verbot des Götzeudlenstes schließt, wie unsere Alte» nach der. h. Schrift lehren, auch daS Verbot-tbürichwn Wahnes und abgöttischen Aberglaubens ein׳, -und enthält daher zugleich die Verpflichtung zur rechten -Vereh-- rung Gottes in Geist und Wahrheit. Und in der That, v. F. u. A. sind diese erhabenen Lehren der GotteSoffenbarung von Gott, als Schöpfer und Wellregierer, als-Jnbegriff der Liebe und Gnade, und seiner rechten Verehrung ohne Beimischung irgend welchen Götzenthums, -das wir selbst uns schaffen, irgend welchen lhörichten, aberglänbischeu Wahnes, nicht die Grundpfleiler aller höhern׳ Weltordnung, ohne, welche das. Siktengesetz selbst gleichsam in der Luft schwebt ebenso, wie seine allgemeinen Anwendung gefährdet ist? Wie könnten menschliche Anschauungen, und wären sie auch die edelste», ohne Gott und seine Wahrheit einen allen Angriffen trotzenden Halt!finden? Wie könnten sie ohne jenen sichern Grund dem Widerspruches dem Zwei-! fei je entrückti würdest? Wie sollten sie zur That, zur all- I meinen U e b u ng begeistern? Ober wie könnte» sie in ihrer einfachen Größe, in ihrer erhabenenallumfassenden Reinheit erhalten werden, wenn Gott und seine Wahrheit und' 1 seine Verehrung selbst, wie die Gottesoffenbarung sie lehrt, mir trüben menschlichen Anschauungen gleichsam zersetzt wür- > de»? Welche menschliche Meinungen und Ansichten wären! Nicht von jeher von andern wieder verdrängt worden? Wer!kennt die Kämpfe nicht, die auf dem geistigen Gebiete, nnv i besonders.in religiöse» Fragen entbrannt sind und die Welt! in Flamme» gesetzt haben, und die meistens ihren Grund in dem Verlassen deö reinen, einfachen göttlichen Wortes: hatten, in dessen völliger Verläugnung, oder in seiner willkührlichen Einschränkung, oder nicht minder willkührlichen maßlosen Erweiterung Und Ausdehnung? Nur wo das Sittengesetz in Gottes ewiger Wahrheit wurzelt, da kann es nimmer zerstört werden, da vermag kein Sturm auS seinem festem Grunde es zureißen. Wo Wahrheit, Recht und Liebe in der Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Liebe Gottes! ruhen, da werden sie immer und überall ohne Bedingung sind ohne Einschränkung ihre beseligende Kraft äußern; nur wo die GotteSverehrung ans den reinen, ungetrübten Geist des göttlichen Wortes sich stützt, da wird jedem Streite und 'jedem'Hader Thür und Thor verschlossen bleiben, da gilt י > bas Wort deS Propheten: ״Und alle Deine Kinder Got-; -teS Lehrlige, und groß ist der Friede deiner Kinder. (Jes. :54, 13.); bä sind sie beide: die Wahrheit, daS Recht und!die Liebe, wie die Verehrung Gottesz, unangreifbar, uner-;schütterlich, wie das von Gott gegründete Weltall, : unbe-!sieglich wie der in! Gott ruhende und aus Gott dem Herrn!strömende Geist der Weltgeschichte. Alle Zweifel! sind!,gelöst,!alle Schwierigkeiten/beseitigt,״in der Wüste ist der Weg;. Gottes gebahnt/ geebnet in der Wildniß' eine Bahn für.!unfern Gott; jedes Thal erhebt sich, jeder Berg und Hü- .,!gel senket sich, das Krumme wird gerade, das Steile wird.,!zur Fläche, und es offenbart sich, die Herrlichkelt Gottes,!und alles Fleisch erschauet, allesammt, daß der Mund!Gottes geredet hat". (Jes.. 40, 3—5).;;! Und diese höchsten Wahrheiten zu verkünden. Gott 'zu lehren und seine rechle Anbetung und Verehrung, ohne abgöttischen Wahn, ohne' götzendienerischen Aberglauben, rein , und wahr, wie sie dem reinen HimmelSqnell der Offenbarung. entströmet :' das ist des Gotteshauses heiligste, Tugend und Sittlichkeit, Liebe ',und ., Frieden,..Hecht und . Wahrheit: anbaueude und fördernde Bestimmung., Hetze den falschen Propheten, die da immer rufen: ״Tempel Gottes, Tempel Gottes, Tempel Gottes", die nur immer die äußere Form im Münde führen, das Mauerwerk, möchte man' sagen, zu erhalten streben , und nicht des Geistes Gedanken, der . in ihm wohnen muß; die wohl die Schale pflegen, aber den süßen Ketn in'ihr modern lassen, ja durch die versteinerte Schale nicht mehr zum Kerne durchzudringen vermögen, durch die überhäuften, abgestorbenen Formen das Wesen' Nukenntlich machen. Wehe aber auch den falschen Prophesen, die den äußern 'Baugang abtragen^ und damit nothwendig den' Geist verflüchtigen, der in' ihm wohn:, die die' sLchale ganz zerschlagen, und ׳ damit auch den Kern dem Verderben preiögeben. O, möchte man nach beiden ׳ Seiten! mit dem Propheten , rufen : ״Machet gut. euere - Wege' und ucr Thun.... und geht ׳fremden Göttern nicht nach zu nerm eigenen Verderben" (Jer. 7, 3. 6). ״Meine Sabbathe sollt ihr׳ beobachten", dievoll mir geschaffene Form.; Erhaltet, aber ״wendet euch nicht den fremden Göttern zu", buldigt.nicht dem Mahne,,m.gcht euch nicht selbst den Geist knechtende. Fesseln. - •; : Ja, v. F. u. A., die Erkenntniß und Verehrung GotteS sn, ihrer lautern, gottoffeubarteu Wahrheit die auf diese