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Ben Chananja · 1866-06-06 · 23 (6.6.1866) · page 12

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Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
23 (6.6.1866)
Date
1866-06-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Grkenntlliß und. Verehrung gegründet^ Heiligkeit-d. i. reifte Sittlichkeit in Sinn nnd Wandel, und׳daö in Gott und seiner Wahrheit wurzelnde, und darum unbeschränkte Menschenrecht, die umfassendste Liebe in her Familie, ln. der Gemeinde, im State, in der Menschheit, gegen König, Vaterland und Volk zu verbreiten. DaS ist deö GotteShauseS heilige Bestimmung. Denn es ist des göttlichen Bündniffeö in der Religion, das eS erhalten und befestigen soll- Ziel und Aufgabe und wesentlichster Inhalt.; Möchte auch dieser Tempel jener erhabenen Bestimmmig immer dienen,- und Gott und Heiligkeit und Frieden in ihm wohnen! Amen. ZomiselisiHe Briefe. ׳;, Bon Rabbiner De. S. H. Sonne sch er«. Sechster Brief.') (Audrre Zieipüriftk. — Eigene Anschauuiia. — Die Derascha. — Eie, mnili» lschr Sonterung -—Sreliarrif. — Der fahrende Darichan. — Impeövifiü aber nicht unfertig. — Ein profaner Bergleich. — Satisfakriou.j Warasvin, 23. Mai. — Du hättest mich nicht mißverstehen sollen! Mit der beabsichtigten Darstellung unseresaltern Predigerthumö will ich keineswegs bis in die weit entfernte Vergangenheit zurückgreifrn. Es Ware dies nicht bloS deshalb ein Mißgriff, weil einer vor der Hand noch untergeordneten Frage damit eine ungebührliche Weillansigkeit eingeräumt würde, sondern auch darum, weil die südliche Predigt längst vergangener Zeiten ganz andere Zielpunkte hatte, als in unfern Tagen. Sie halte Irrthümer -u bekämpfen oder zu berichtigen, die, streng genommen, nie aus dem Judenthnme selbst hervor» gegangen waren. Da galt rS weniger ein Unkraut auSzujäten, welches anS dem eigenen Boten emporwucherte; es galt vielmehr die Steine Hinwegzuräume», welche, von fremden Gebieten herübergeschli ndert, das srifche Wachölhnm verkümmerten. Sie Hane e«ne Zuhörerschast vor sich, die leichter zu wehmülhigen als zu freudigen Empfindungen sich hinneigte, die mehr an daS dumpfe Grollen deS Donners wie an heitere Harfenklänge gewöhnt war. Dergestalt war "damals die Belehrung ans der Kanzel von einer Wlff.nfchast abhängig, die selbst noch in den Klnderfchuhen eiuhergieng, und die Erbauung mußte sich mit eurer Moral verbinden, die mit-dem Unglück, mit dem jammernden Schmerz vertrauter war, als um dem Glück und der übermülhigeu Freude. Wir thun also bei unserer Untersühnng deS rechten Verhälkttiffeö der B lehrnng nnd Eibannnq in der jüdischen Kanzelrete besser daran, wenn wir mehr den der Gegenwärt zttnächstgelegenen Zeitraum in Anbetracht ziehen. Und da von diefem altrrn Predige,1H,rnr ful) noch bis auf unsere Tage eine recht ansehnliche Sckaar von Vertretern und Annängern erhalten hat. so dürfen wir getrost der Wahrheit der eigenen Anschauung folgen. WaS tbat der Prediger im allem Indenthum? — Zn welcher Welse bat die ״Derascha" den beiden GrttttdbekittgllNgen des rUtglöfen VottrageS Rech»,mg getragen? Vor allem legt schon der Namen ״Derascha" — zu Deutsch: Forjchnng — m seiner Bezü hnng zum ״Mldnnch" daS nnumwttl.d'ttste Zengniß. dafür ab, daß die älter» Pr»- diger hanptfuchlich die Belehrung ihrer Zuhörer im Auge Sikh, Rr. 20. — Berichügungen im sü״st,1> Brief: Kol. 366 Z 0 v. u. ui, mau: ״wie «׳,, aiiru M Kol. 307 Z 9 v. uud . 4 IM , »all 11» a 1.— : batten - ׳ und vorzüglich die Erkenntniß ׳hegten nftv pflegten'.' Die Derascha hat׳ aber auch Belehrung und Erbauung strengvon einander geschieben. Sie erkannte keine Wahlverwändt-' schaft zwischen diesen beiden Elementen an, und machte dieselben, wahrscheinlich mit Rücksicht auf einen altem Spruchs), niemals gleichzeitig, in einem ׳ und demselben Vortrage zu ihrem Gegenstände. Fast in alle» Gemeinden wurde vom Rabbiner bloS viermal im Jahre ein götteSdienstlicher Vortrag gehalten: am Sabbat Teschuba, am' Kol Nidra-Abend, am Sabbat Channka und am Sabbat Haggadol. Jede andere seiner Deraschoth war in der Regel nur eine Gelegenheitsrede. Da nun Inhalt und Tendenz der jeweiligen ordentlichen Derascha — wobei der sögenannte ״Chlluk" außer Acht zu lassen ist — vorwiegend von der Bedeutung dieser verschiedenen Tage beeinflußt wurde, machte sich jene elementarische Sonderung fast ab-׳ sichtSlvS geltend. Die Vorträge am Dußsabbat und VersöhnungSabende waren, mit mehr oder weniger stark hervortretender Fär, bnng, ausschließlich der Erbauung gewidmet, während die am Weihfest- und großen Sabbat gehaltenen Reden nur zur Belehrung bestimmt waren. Diese Theilung war eine wohl« begründete, weil sie in der Natur der Sache lag. An den Tage,(, wo die Derascha die rein menschliche Seite beö religiösen Lebens zu behandeln hatte, mußte sie auf die He rzen zu wirken suchen. Dort wo sie Verzweiflung in Gottverminen, Unfrieden in Eintracht, Haß in Liebe, Selbstsucht in Mitleid, Stolz in Dehmurh, Hab ier in Genüg-- famkeit, Leidenschaft in Mäßigung umwandeln wollte , konnte , die Derascha nur eine erbauliche sein, mußte sie die. innersten und heimlichsten Gefühle der menschlichen Brust treffen^ anfregen, Hinreißen, und beherrschen^ mußte sie selbst daS verstockteste Gemülh zu rühren, den nnbeugsamsten Sinn zu übenvälligen bemüht sein. An den Tagen aber, wo der.׳ D/rascha die konfessionelle und geschichtliche Seite des religtöfin Lebens näher lag, mußte sie daö geistige Verständniß zu wecken und zu gewinnen trachten. Bald brachte sie rituelle Handlungen zur Sprache, um dieselben zu erläutern, und einzuschärfen; bald stellte sie historische Ereig- Nisse in ihrer Besonderheit wie in ihrem Zusammenhänge dar, um deren Wichtigkeit und Nvthwendlgkeit anseinanderzusitzen; einmal schilderte sie den hohen Berns Israels^ die Ohnmacht der feindlichen Angriffe und die Bodeulosigkeik deö Jndenhasseö;' daö andereinal mahnte sie an die Aufrechterhaltung der ehrwürdigen Bräuche nnd Eitlen und hirlt sie den Geist der Zusammenhörigkeit wach : so daß die Derascha dabei immer in der Belehrung gipfelte, indem sie den Gesichtskreis der Eikenntniß erweiterte nnd der religiösen Uebrrzengung Halt und Sicherheit gab. Wenn eS nun nichtsdestoweniger zu geschehen pflegte^ daß manchesmal in einer Derascha die für gewöhnlich strenggkfchiedenen Elemente der Belehrung und Erbauung vereiiiigt wurden, so war dies nie eine gegenseitige stoffliche Durchdringung wobei daö Eine im Wesen des Andern völlig anfgehl, sondern immer nnr eine von der Derafchamanier nicht ausgeschlossene Durcheinanderwürfelnng ohne jedem innern Zusammenhang, nnd zum größten Theil auch durch den Umstand herbeigeführt, daß die Derascha ״ichiS anderesals ein freier Vortrag war. Es konnte alro leicht gesche- Heu, haß der Vortragende in rrdnerisehem Stehgnif, durch irgend eine äußerliche Anregnng dazu verleitet, etrvaö mal. u M,p08 sprach. (Schluß sslgi.) זדן חירה לחוד ורן ■חפלה ילחזד.< Drutt von tu S-egediu ibtiü.

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