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Ben Chananja · 1866-06-06 · 23 (6.6.1866) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
23 (6.6.1866)
Date
1866-06-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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«•IV v»v»1.t»r»/» jll ״KU'U ULIjUUUUjU tu. LS. 10UV. yredigi, 1»r Einweihung der Synagoge in L'pcytr^ Freitag dm 27. Äpril 1866 0 אח״ה קר1<2יח, von Brzirksrabdiner De. Grüne bäum zu Landau. Zum ersten Male, o Gott und,Herr! erscheinen wir in diesem, der Verehrung deines heiligen Namens gewid- Meter» Hause, um dir vor Allem Dank und Preis für dessen glücklthe Vollendung als unseres Herzens reinstes Opfer darznbringen. Wol hast du den Sterdlichen mit WiÜenSfreiheit ausgerüstet, und ist es daher, an ihm, daß Gute zu wollen und Edles zu vollbringen. Aber Dein, o Hott! ist die .Größe und die Macht und der Ruhm und der Sieg und die Herrlichkeit, und ist daher an Deinem Segen Alles gelegen , Daß unser begonnenes Werk zu gutem Ende geführt werde. ״Von Gott werden die Schritte des ManneS befestigt, so er an seinem Wege Gefallen findet". Darum danken wir Dir, o Gott! für das Gelingen deS heiligen Werkes, und preisen Dich, daß Du uns diesen Tagden Du geschaffen, zu unserer Freude und Wonne hast erleben lassen; wir banken Dir und preisen Dich und weihen dieses HauS Deinem Dienste mit der alten, von unfern Vätern für frohe Ereignisse angeordnereu Segenöiprüchen: Gelobt seist Du, Gott, unser Herr, König des WeltaüS, der du allgütig bist und Güte erzeugst Allen. Gelobt seiest Du, Gott, unser Herr, König des Weltalls, der uns am Leben erhalten und uns hast erreicheu lassen diese festliche Zeit. Amen! Und nnu, o Gott, flehen wir zu Dir, daß Du in Deiner ewigen Gnade diese geweihte'Stätte schützen wollest. Laß Dein Auge offen sein über dieses HanS Tag «und Nacht! Noch smd die Leidenschaften nicht besiegt, ״och׳-ist Dein Reich, das Reich deS Lichtes und des Friedens, nicht ganz zur Herrschaft gelangt ans Erden; noch gähret es in den Herzen wie in der Erde tiefen Schachten, und droht die Welt in Flammen zu setzen und deS Friedens herrliche Werke zu zerstören. Laß, o Gott, dieses Hans mitten in dem Stürmen und Drangen, in dem Gähren und Wogen einer aufgeregten Welt unversehrt bleiben, und wie an" dem mächtigen Felsen die Brandungen deS sturmbewegten Meeres, alle Gewalt machtlos an ihm abprallen, alle Gefahr spurlos an ihm vo>überziehen. ' ׳ Laß dieses Haus, o Gott! zum Segen werden dieser Gemeinde, ja aller Menschen aus irgend welchem Bekenntntffe, ans irgend welchem Volke. Wenn sie hereintreten und beten zu Dir von ganzem Herzen und ganzer Seele, o, so erhöre sie in ihrer Noth! Laß sie Alle die Wahrheit Deiner Verkündignng an sich empfinden, die dieses HauseS schmücket: כי כיחי ביח חסלה יקרא לכל העמים Mein Haus soll׳ GebeihauS heißen für alle Völker. Wenn Streit und Hader im Schooße der Familien entstehen, und sie treten herein in dieses HauS »nd beten zu Dir, o, so laß Versöhnung sich senken in die getrennten Herzen und Friede und Liebe sie wieder einiglich verbinden! Wenn Krankheit unö zu zerrütten, wenn Hungersnoth uuS zu verderben, wenn deS Krieges blutige Geißel uns zu veurichten droht, und wir treten herein in dieses HauS nnv beten zu Dir, o, so schenke Hellnng den Krancken, Sättigung de» Darbenden und Ruhe und Frieden dem chedrohren Lande! Wenn Zweifel unsre Herzen dnrchwüblen und wir umsonst nach Beruhigung ringen durch menichlrchen Verstand; * wenn unsere Füße wanken, unsere Schritte anozngleiten Drohen; wenn Versttchuttg n»ö nmstrickt; wenn wrr verruchte Sünder zu beneide» begmuen, durch der Frevler Glück irre | werden, und zweifelnd sprechen: ״Seht diese Frevler hier! sie blühen» in stetem: Glück und Ueberflitß. Soll ich umsonst mein Herz dem Guten weihen, und meine Hände in Unjchnld waschen? Nur neue. Plage bringt mir jeder Tag,. und jeder Morgen andere Noth";.o, so laß nnö in deinem Heiliglhume, o Gott, ״das Ende abzusehn lernen", laß uns erkennen, ״wie alles Irdisch.׳ eitel ist, und man neben Dir im Himmel, neben Dir auf Erden nichts wünschen kann". ״Verschmachtet Leib und Seele, so ist Gott mein Trost, der Herr mein Theil auf etvtg';:! Dieses Wort des h. Saugers trete uns in diesem Hause stets entgegen, klar und rein »vie das Sonnenlicht! Ja, jedes bedrängte Gemülh, in geistiger und leiblicher Noth, möge hier Trost und Heilung finden, und so dieser Tempel zum Segen werden an Allen, die ihn mit frommen .Sinne betreten, jetzt und immerdar! Amen. — V. A. WaS soll das GotteShanS? Was ist seine Bestimmung? Wir haben es im Gebete angedeutet: es soll uns mit nnS selbst und Andern versöhnen, und mit Gon dem Herrn verbinden. Wie aber kann es diese hohe Be-- stimmung erreichen? durch das Gebet? Das G.bet allein.- das liegt ans flacher Hand, kann diesen Zweck nicht erreichen. Du kannst beten und beten, und Viele haben gebetet und beten fort und fort, und dennoch gilt das strafende Wort deS Propheten von ihnen: ״Wenn ihr kommet, vor meinem Angesichte zu erscheinen, wer fordert das von euch, daß ihr meine Vorhöfe zertretet"? ״Bringet mir kein falsches Speiseopfer, kein Greuelräucherwerk dar! Wascher, reinigt euch, thut die Bosheit euerer Werke ab vor meinen Augen, hört auf, BöseS zu lhun, lernet Gutes thun, streb: nach Recht, helft dem Unrerdrükten, schaffet Recht der Warse, streitet für die-Wittwe"! DaS Gebet ist wohl ein Mittel der Versöhnung und der Annäherung der Menschen z׳r Gott, aber, was man nimmer vergessen darf, nur dann, wenn ihm reine GotteSerkenntniß, reine Gottesverehrung zur Seite geht. ״Wer sein Ohr wegwendet, Gottes Lehre nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Greuel." hat der weise. daS menschliche Herz so tief erforschende König Salomo iu seinen Sprüchen verkündet. Denn das Gebet ohne Gotteserkenntniß, ohne die tiefste Ehrfurcht gegen Gott, ohne den festen Entschluß, den Inhalt der h. Lehre zu erfüllen, ist eitel Lippenwerk, daS nicht nur die Seele nicht veredelt, sondern sogar zu jener Selbsttäuschnug und Selbstüberhebung führt, die mit dem äußern Werke genug gethan zu haben glaubt, ״gleich dem Volke, das Gerechligke,! geübt und. daS Recht seines Gottes nicht verlaffen". Lassen Sie nnS daher v. F. u. A. in dieser ernsten Weihestnnde deS Gotteshauses heilige Be st immung und »vie sie erreicht werden könne, uns klar zu Machen suchen. ans daß auch unser Gebet in diesem Hause ein wahrhaft gottgefälliges werde. Tert: Beginn deS morgen vorzulesenden ThoraabschnitteS Kedvschim 3 Mos.!9, 1—4. ״Und Gott redete z» MoseS also: Rede zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israels und sage ihnen: Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ich Gott, euer Herr. Ein Jeglicher fürchte seine Mutter und seinen Vater, und meine Ruhetage sollt ihr beobachten, ich bin Gott, euer Herr. Wendet euch nicht den Götzen zu und gegossene Götter sollt ihr euch nicht machen, ich bin Gott, euer Herr". Schon unsere alten Lehrer bemerkendaß. der Thoraabschnilt, dessen Anfang wir eben als «nsern Ter! vorgeles n haben, und der in dem »veilern Veifolge die in den wenige» angeführten Versen schon angedeuulen N ligionS- und Sitleugestye nur iuS Elnzelue quSsüyrt, deshalb ״au

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