Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 23 (6.6.1866)
- Date
- 1866-06-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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43 ö 436 Dr. N. N. von Baja ln Sffiitn, 12 au» Preußen (da, unter auch «in ^Rabbiner" in Berlin: ' Dr. N. N. au» Zakobthagen). 2 an» Aürtembrrg, 2׳ au- Baden n. f. w., so daß ziemlich aller Herren Länder vertreten find. Wenn die Herren nicht.etwa Btsatark und Del« rredi fliehen wollen, so ist es unbegreiflich, wie die! ״Rabbiner," an» Wien und Berlin ihre Stellungen in so berühmten großen Gemein» den mit dem bescheidenen Dürkheim vertauschen wollen. Irgend ein quid pro quo scheint jedenfalls hier im Spiele zu fein, da wir bisher immer Andere als ״Rabbinerdieser großen Khehiloth nennen hörten. Indessen haben wir schon Stimmen gehört, welche die ganze Wahl in den jetzt drohenden Kriegswirren ausgesetzt wünschen. Möchte der goldene Friere uns erhalten bleiben! Sollte die Wahl dennoch vor« angeben, so dürste fie wenigstens auf leinen ״Würzburger" fallen. Ts wurde schon in einer früher״ Korrespondenz darauf aufmerksam gemacht, daß die überspannte Htzperorlhodorie nur sporadisch in der Pfalz vorkommt. Unsere schlichten Bewohner können fich zu der poetischen Höbe nicht kmporschnellr», daß es der Absperrung der Straßen durch ,inen Draht bedürfte, um ein Taschentuch oder eine Uhr am Sabbath tragen zu dürfen: fie meinen, jenes sei in unserer Zeit ein unentbehrliches Kleidungsstück und auch diese sei nolhwendig, da ein Jeder wissen müsse, welche Stunde geschlagen hat. Das zweite, wa» man an dieser Partei scheut, ist ihr wahrhaft keifendes Gebühren in ibren Organen, dieses robe Kothwerfen nach den besten Männern will uns nicht zusagen. Ginmal sind wir der Meinung, daß der gebildete Mann auch in seinen Aeußrrungen Maß halten müsse und nicht wie ei» Fischerwe'd schimpfen und schmähen dürfe; und sodann haben wir uns dis jetzt in unfern Gemeinden so ziemlich den Frieden zu erhalten gewußt und wollen ihn uns durch eine fanatische Partei nicht stören lassen. Endlich bat gerade diese Partei ihre», Mangel, selbst an der Kenntniß der talwudischen Quellen, wenigstens an selbstständiger Auffassung und Beurtbeilung derselben, io oft dokumentirt, daß sie sogar in dieser Hinsicht kein Vertrauen genießt. New - Uork, im Mai. Dr. Adler, Rabbiner der hiesigen Gemeinde ״Gmanuel", hat von derselben zehn Tausend Dollar zum Ge, schenke erhalten. Schulwesen. '11-1 Hf. Pest, 3. Juni. Unsere Schulvorstande und Lehrer wollen wir hiermit aus jenes Zntimat des k. SlatthaltereiratheS aufmerksam wa« chen, wodurch das durch den ״Izraelita magyar egylet" heransgegrbene und von Herrn Gm: Schütz verfaßte ״Elsd höher hangoztatö ös01־vasö könyv“ als Schulbuch für alle jüdischen Schulen in Ungarn eiugejührt wurde. Gewiß der beste Beweis für die Zweckmäßigkeit dieses Wertchens, welches übrigens schon bis heute die zweite Auflage erleb» hat und sich ohnehin der Theilnahme der meisten unserer Schulen eifreu». Wie wir aus der uns vorliegenden 3. Nummer des ״Izraelita inagyar közlöny“ ersehen, hat dieses Blatt noch nicht zu erichemen aufgehört, sondern bloS den Verleger gewechselt. Zn den maß- und ton« angrbendrn Kreisen unserer Grmeinde wird es sehr unlieb aufgenomme», daß sich der Redakteur desselben gleichsam als Vertreter des ganzen ungarischen Israels gerirt, während er hierzu doch nicht im Geringste» berufen oder befäbigt ist. Wohlthätigkeit und WohlthätigkeitSanstalten Paris, 1. Juni. Dir jüdische WohltbätigkrilS«Lotterie des -rgenwäkiigrn Jahres brachte 44 000 Fr. em. welche an die zum Pa« tronate des Pariser Konsistoriums gehörenden Anstalten veitbeilt wurden. jA'ch. Jsr.) R. Pest, 1. Juni. Herr Z. Z. Koben, Vorstandsmitglied, bat während der Krankheit seiner kleinen Bertha der Ktnderbewabranstalt SO fl. und nach drreu Ableben den Arme» 100 fl. gespendet. An dem Eifer, mit welchem derselbe jede Gelegeiihru zum Wobltdun benützt, erkenne« man, daß dle Mildtbätiglrit de, ibm eine ererbte Tugend rst Es bat auch in hrrfigeu Kreisen Nicht wenig Ausikben erreg», daß seine Mutter, dir Frau Johanna Kohen , ׳ Borsteherln V,S Frauenverelris i» Gzegedin, vor Kurzemeinen »eit sechs Jahren-in Titel auf keinem So», t,sacker begrabenen Verwandten erhumiren, und iu. Gzegedin anständig bestatten ließ. Pernambuco (Brasilien), im April. In der hiesigen jlldischen Gemeinde ha» fich ein Woblthätigkeitsverein gebildet, welcher br, sonders die Krankenpflege im Auge hat. zugleich aber jährlich 200 Fr. der Alliance Universelle beiträgt. Die Statuten sind von 16 gründend,o Gliedern »nterzeichnet. Ich setze die Namen her, da Ihr Blatt wahrfcheinlich Verwandten und Freunden der Niilerzeichneten zu Gesichte kömmt: Zosö Lehmann, Präsident׳, Isaak Esmaiv. Bi,,.Präsident; Sylvaiii Blum, Sekretär»Kaifier; Eugen Blum. Edmund Maurice, Natban Danbeiser, Oskar Mayer, Alfred Haas, Beruh Norat, Julius Mayer , Mayer Roubach. David Flach, Isidor Flach, Sim. Leon de Plong, Phil. Leon de Plong, David Hayn. Literatur. 8- Prag, 30. Mai. Der illilürirte israelitische Dolkskalender für das Jakr d.W. 5827 ist bereits vcrscntet. Er enthält da« gewöhniiche Kalendermaierial in reicher Fülle; selbst die muibmaßliche Wittermig fehlt nicht (!). Die literarische Beigabe entbält lehr intereffantr Allt'ätze von Pafchcles, Ekirentlieil, Klemperer. Wessely, Schmiedel und Dtlichak Das Büchlein wird ohne Zweifel die weite Verbreitung fiubeu, die seine vierzehn Vorgänger gefunden haben. Neurologie. Hf. Pest, 3- Jnni. Der ״Ben Chananja“ berichtete bereits, in seiner letzten Nummer über das betrübende Hinscheiden des Professors Ignaz Grossmann. Pest verliert in demselben eine seiner! strebsamsten und begabtesten Kapazitäten. Als Professor für Religionsunterricht und Mathematik an der hiesigen Handelsakademie, als langjähriger Direktor der Gemeinde-Mädchenschule/ als gesuchter Lehrer in Privathäusern wusste Grossmann sieb allenthalben 'Achtung und Schätzung zu erwerben. Von seiner vielseitigen Ausbildung legen seine mannigfaltigen verdienstlichen Leistungen das beste Zengum ab Der Vsstorl ens wirkte zuletzt als Leiter des Telegrafen Wesens bei der Pest-Losonczer Balm, und hat in dieser Eigenschaft eine sehr praklische (auch aller höchsten Orts priv.) Verbesserung im Signalisirsystem eingeführt Als ei triger Physiker bereicherte er das physikalb che Lahmet um jene bekannte Grossmannsehe Pumpe, die es mö lieh machte, eine» vollkommen luftleeren. Raum zu schaden. A18 Andenken seiner! literarischen Thätigkeic hiriterliess er eine a'!gemein gerühmte Algebra, ein verdienstvolles Werk über Kristallographie, ferner eine grössere in das Gebiet der ungarischen Philologie einschlagende Abhandlung. Der Tod überraschte ihn mitten in der Arbeit au einem von der Akademie ausgeschriebenen Probtheina. Grossmann hinterlässt eine nun gänzlich hilflose Familie,, deren sich jedoch bereits edle Menschen freunde,, wie 8e. Hochwürden Herr Oberrahbiner, Dr Hirschler, August Kern!Sohn Jakob Kerns), Prof. Weninger und And-re eifrigst angenommen und auf dem Wege mi der Spenden derselben eine anständige Vor- Borgung verschaffen wollen. Möge ein günstiger Erfolg ihre Müden krönen Aszod, 3. Juni. Nach langer schmerz'icher Krankheit endete heute Vormittag um halb zehn Uhr der Oberrabbiner der hiesigen Gemeinde, Herr J. H. Hirschfeld, seine zeitl che Laufbahn nach 7.u> ückg» legten» 84. Lebensjahre. Seit fünfzig Jahren׳ hat er in unserer Gemeinde gewirkt Wie sein Leben selbst voll Frömmigkeit und SanHmuth war, so war auch sein amtliches Wirken bei strenger Festhaltun'g an den Glaub״nssatz׳l»gen doch fern von jeder Unduldsamkeit und nach ailen Sei en hin mild und versöhnend. Bei seinen Lebzeiten ward dem Verklärten ׳ on Jederuiann in der Gemeinde ungetheilt die höchste Achtung gezollt, u d auch weit über das Grat» hinaus ist ihm ein liebendes and! ehrenvolles Andenken gesichert. Möge daher dieser letzte N ohruf seiner Gemeinde ihn zu jener State freundlich geleiten, wo das Licht und der »׳w!ge F iede thront. und wo der G ist, der irdischen Fesseln entledigt, sich zum Urquell der reinsten Wahrheit und des unendlich Guten hinaufzuschwingen vermag. Friede seiner Asche! M. Ungar. Bemerkungen. Herrn K. in Fr. Da« Tagg!» «st drrritin meiurn Händen, ״nd werde ich da« vo» Ihnen Getagi, in meiuer Beip.echnng ansuhre» Leipzig, Rommistions-Vrrlaq von Fram Waqnrr. Gzegedin, SklbKvrrlay Her «eftakilon. Drua »er -zn,HH111! B >« > - e ׳ >n Sieaeti» Hierzu eiu halber Bogen Homiletische und didaktische Beilage.