Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 22 (30.5.1866)
- Date
- 1866-05-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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415 416 srin״ virlbewährten mantischen «rast. In letzter Zeit hat sich mm auch die Romantik in Gifenstadt in dt» Streit -g,mischt.» um gegen die Maneik Front zu machen. Sie können wol denken, wie t« mit nnserm R. Jeremias stehe, wenn er solche Allianzen sucht! Der Esengerer Eha« Kid, R. Anschel, hat seinen hiesigen Anhängern Amulette gegeben, auf denen sich die Buchstaben אמר in verschiedenen Stellungen befinden. Niemand kennet Hier ihre Bedeutung. Offenbar find sie eine Abbreviatur, die folgendermaßen ausgelöst werden muß: Antik, Mantik, Romantik! ^v. Sär-Bogard, im Mai. Der hiesige Rabbiner, Herr Herm. AbeleS, einer der entschiedensten Anriseminaristen, hatte vor Kurzem! Gelegenheit, die Schädlichkeit eines Seminars praktisch darzuthun, indem er den von ihm zum Schochet diplomirten Lehrer Brick in Sär St.'Miklüs auf die Anzeige einer einzelnen Person hin, daß der Lehrer kein Talith Kala» trage, augenblicklich degradirte, ohne den Verurtheilte» auch nur zu vernehmen. Za er verurtheUie sogar den Lehrer wegen des Trefa gewordene» Geschirrs zu einem Schadenersätze, an welchem der Herr Rabbiner selbst mit S fl. partizipirte. Wird sich ein an einem Seminar gebildeter Rabbiner solchen Unfug erlauben? Sicherlich nicht! Man darf es daher den ehrwürdigen Herren nicht übel nehme», daß ihnen ei» Seminar ein Dorn im Auge ist. Hoffentlich werden aber die Seminarsreuiide de» Augenblick, wo die Verhältnisse unseres Vaterlandes wieder konsolidirt find, benützen, um die Seminarfrage in Fluß zu bringen, »m die Gründung des so unumgänglich nöthigen Institutes herveizusühren. Schulwesen. ß. Wien. 13• Mai. (Schlußj*)- Die armen Taubstummen, die früher ohne alle Erziehung verwahrlosten, in Blödsinn dahin brüteten und verkümmerten, werben in dieser Anstalt wahrhaftig sich und der menschlichen Gesellschaft wiedergegebn und der wehmüthige Eindruck, den es sonst macht, wenn der nach lautlicher Gestaltung, ringende Luftström, der aus der Lunge des Taubstummen aussteigt, an den Dämmen bricht, die die Natur ihm gesetzt hat und höchstens ein roheö Stammeln verursacht, so tröstend und erhebend war es hier zu sehen, wie die Zög« trüge beiderlei Geschlechtes eine reiche Fülle von Kenmniffen nach Maßgäbe ihres Alters entwickelten und die in der Lautiprache, hingestellten Fragen wiederum in derselben in paffender und verständiger und oft so deutlicher Weise beantworteten, daß man vergessen konnte, sich in einem Taubjttimmen-Jnslilule zu befinden. Die Kinder schrieben mit einer auch bei volllommen gesunden Kindern nicht zu oft verkommenden Geläufigteil und bekunde,en ein reiches Wissen ,!! biblischer Geschichte, eine sichere Kcnniniß der Glaubenslehren und religiösen Satzungen des Indeulhums, wie sich auch in dem Elfer eines Zcden, antworten zu wollen, ein regeö Interesse für das Gewußte äußerte. Ueber die ausgestellicu weiblichen Handarbeiten maß, sich Referent kein Urtheil an. er beruhigt sich mit der Anerkennung, die solche aus dem Institute bereits in großen Zudustrieansstellungen gesunden haben. Dem hingcbenden BernfSeiser des Herrn Direktors Deutsch, seiner ans umfassenden pädagogischen Sludien und Erfahrungen beruhenden, die neursten Fortschritte gleich in Anwendung bringenden ratiouelleu Methode, seiner umfichiigen Leitung und strengen Ordnungsliebe ist. es gelungen, die Anstal» mustergiltig für Oesterreich zu machen und der Menschheit nützliche Mitglieder zu erziehen , die sonst der allgemeinen Wohlthätigkeit zur Last gefallen wären, während jetzt taubstumme Zndividuen, die dieses Zustilnt verlassen haben, ihre Eltern ernähren. Möge es ihm — der abgesehen von seinen Verdiensten als Pädagoge, auch ein gründlicher Kenner und fleißiger Pfleger der hebräischen Literatur ist und im Stillen an unglücklicheu Menschen väterliche Wohlthaten übt — ferner gelingen, von seinem wackern Lehrpersonale unterstützt, die seiner Obhut anveriraute Anstalt wie bis heute zum Wöhle der Menschheit, zur Ehre des Zudenthums., zur Zierde d,r hiesigen Gemeinde gedeihlich zu erhaltene und zu heben. R-g. Pest, im Mai. Der Aufruf des provisorischen Komilü'- zur Gründung des Lehrervereins wird dieser Tage an die Gemeinden und an die Lehrer verftndet werden. Die Statuten, bereits sanktionirt, •) S. dir vorige Nummer. j liegen dem Aufrufe bei. Hoffentlich werden recht viele BeitrittSerkkäklingen erfolgen, und bei der ersten Generalversammlung vorzüglich didakiische Fragen zur Spracht kommen. Wohlthätigkeit und Wohlthätigkeitsanstalteu □ Jerusalem, 3. Mai. Im Jahre 1859 wurde in der hiefigen Gemeinde zur Förderung nützlicher Grwerbtbätigkeit ein Verein gegründet. Gründer dieses Vereines waren: Abr. Mard. Weingarten, Aron b. Jesajas, Jak. Rosenzweig. Eliezec b. Salomon, Wolf Benklee Simcha Dolitzkv» vormals Rabbiner zu Bialistok in Pole», Editor des Kommentars R. Jona'S zu den Sprüchen der Väter (Berlin und Altona 1648). Der Verein ha» hier ein HayS gemiethet, i» welche», zugereiste Arbeiter und sonstige Arme Unterkunft finden. Manche Hand- Werker, wie Schneider und Schuhmacher, finden hier Beschäftigung, während dies Anderen, wie den Webern, bisher nicht gelungen ist Herr Rabbiner Dolitzky reist in Europa, um für die Gründung einer Weberei ln hiesiger Stadt eure Aktiengesellschaft zu grü den. In Oesterreich gelang es dem edlen Pilger bis zu diesem Augenblicke noch nicht, die Konzession zu diesem Behnfe zu erlangen; hoffentlich gelingt dies aber in ruhigeren Zeiten. Während seiner Reise grüudetr Herr Dolitzky in Konstantinopel einen Verein zum Behuse der Beherbergung armer Jerusalem-Pilger; das mit einer Synagoge verbundene VereinSlokal« befindet sich in der Vorstadt Galata. Der hiesige Verein für Gewerbett'ätigkeit heißt: חברת פועלי צדק וגומלי הסריס• Vertreter des Vereins in Alepvo find die Herren: Moses Plcioiti, österreichischer Vize« konsul; Rafael Piciotto, russischer Vizekonsul und Rabbiner Abraham Dajjan. Möge der Verein so glücklich sein, in Europa die Theilnahme und Unterstützung zn finden, welche er in vollem Maße verdient. 8. Jerusalem, 10. Mai. Von den Segnungen der Bevölfe« rung begleitet, verluß uns Sir Moses Montefiore, nachdem er seine früheren Spende״ an Fleisch, Wein und barem Gelbe mit einer de, trächtlichen, unmittelbar vor!einer Abreise gespendeten Gabe vermehrt« Möge ihm Gott seine fromme Wohlthätigkeit reichlich lohnen! Freudige Sensation machte die Nachricht, daß Herr Dr. Albert Cohn sich über Triest nach dem Oriente begibt, und daß eS uns wieder gegönnt sein wird, ihn von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Gott geleite ihn q«f jedem Schritte und Tritte! Die Wasserleitung von Bura l. zwei Sl>>yden südöstlich von Jaffa, hieher ist dieser Tage vollendet worden. Das Wasser strömt in reicher Fülle herbei. Literatur. Szegedin, 27. Mai. Von dem chaldäischcn Wörterbuchs über die Targuinim und einen großen Theil des rabbinischen SchriftthumS von Rabbiner Dr. I. Levy (Vertag von Baumgärtners Buch- Handlung in Leipzig) ist soeben das dritte, bis zum Worte ד-ע!ל reichende Heft erschienen. Das Werk wird nach seiner Vollendung ausführlich besprochen werden. Die bisher erschienenen Hefte verbürgen die Trefflichkeit des Ganzen, und verdient das Wörterbuch allen Freunder» jüdisch-theologischer Studien aiigelegeiitlick empfohlen zu werden. N ekro logie. Lemberg, 9. Mal. Die hiesige Gemeinde hat durch den Tod des viel verdienten und allgemein geachteten Maler Mänzr der sich auch als deutscher Schriftsteller versucht hat, einen schweren Verlust erlitten. Bei seinem heute stattgefundeuen Leichenbegängnisse hielten die Rubbinen Nathansohn, Blumenfeld und Löwenstein Trauerreden. Der Verewigte bat sich in unserer Mitte ein gesegnetes Andenken gesichert. Friede seiner Asche! P. Pest, 24. Mai. Der plötzliche Tod Ignatz Grossmanu’s hat dessen zahlreiche Freunde gewaltig erschüttert. Der Vollendete besass eine gründliche und vielseitige Bildung, und namentlich gründliche mathematische Kenntnisse, und er hat sich als Lehrer an der Handelsakademie und an der jüd. Töc! - terschule vielfache Verdienste erworben. Er gehörte zu den eifrigsten Ausschussmitgliedern des isr. ung. Vereins. Die Mitglieder des leitern, so wie viele christliche Professoren und Schrift-