Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 22 (30.5.1866)
- Date
- 1866-05-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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41a הר״ר מושיל כמנויים רבו und würde in b« Stelle in den Likkme Maharil, wo erzählt wird, daß R. Jakob Mölln von seinem Lehrer R. Schalom gehört habe, wie letzterer einst im Hause des R. Möschel ge« sehen,, daß, einer von dessen vorzüglichsten Zuhörern dem Diener im Zorne eine Schüssel an den Kopf geworfen habe, ohne Zweifel ebenfalls בבית מה״ר מוסל רבו gestanden haben. Verkehrte R. Schalom doch auch mit andern Gejetzeslehrern, wie mit einem R. Loebel unv einem N. Chanischal (stehe Maharil Hilch. ׳(יין נ0ך ohne daß er gerade als deren Schüler bezeichnet wird. Herr E. wird daher wol gestalten, die Behauptung, daß R. Möschel der Lehrer des R. Schalom aus Neu« stodt, des R. Jäckel ans Wien und des R. Israel aus Kremsic gewesen sei, so lange zu bezweifeln, bis er für dieselbe genügende Nachweise liefert. Ob R- Abraham Klausner dessen Schüler war, vermag ich nicht zu prüfen, da mir die in Riva di Trento gedruckten Minhagim nicht zu Gebote stehen. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Emanzipation und bürgerliche Verhältnisse. X. Wien, 25. Mai. In Ihrem ebenso zeitgemäßen, als treff« lichen Artikel: ״Friedcnshoffnung und KriegeSmuth" hoben Sie, Herr Redakteur, die in verhängnißvollen Zeiten stets bewährte Opferwilligkeit der Juden mit gebührendem Nachdruck hervor; bedurfte Ihre Behaup« tung überhaupt noch einer Bestätigung, so ist ihr dieselbe in den letzten zwei Wochen in glänzender Weise widerfahren. Wer die TageSblätter mir Aufmerksamkeit liest, und die in denselben fast täglich registrirten Manifestationen überschaut, dem kann es unmöglich entgangen sein, daß die Namen unserer Glaubensgenossen überall unter den ersten glänzten. Man möge nur die in Brünn zu Gunsten der Freiwilligen gesam« melten Spenden überblicken und mau wird aus den vielen tausend Gulden, mit denen die'Bkünner"Jüden obenan kulminiren, die Ueberzeugung gewinnen, daß es schmähliche Verleumdung ist, wenn man dem Juden Mangel an Patriotismus vorwirft und daß der Jude dort, wo es sich um Wohl und Wehe seines Vaterlandes handelt, stets unter den ersten zu treffen ist. Ich müßte den einer Korrespondenz eingeräumten Raum zehnfach überschreiten, so ich meine Behauptung mit Thalsachen erhärten wollte, und indem ich bezüglich dieser Thatsachen auf die Tagesblätter verweise, glaube ich, speziell nur die patriotischen Kundge׳ bungen der Häuser Rothschild und Schey erwähnen zu müssen. 8. Wien, 25. Mar. Der Justizminister empfing bente die von 12 Pfarrgemeinden des ZTrelitfchiner KomitatS entsandte, aus katholischen Priestern bestehende Deputation, welche in begründeter Besorglnß für den durch längere Abwesenheit des Herrn Leopold Popper in Frage gestellte» Erwerb ihrer über 40.000 Seelen zählenden, ausschließlich in der auSgebreileten Fabrik des genannten Herrn Arbeit findenden Pfarr-Angehörigen. um Freilassung dieses in der Eßterhüzischen Affaire mitverwickelien Mannes peti«, tionirte. Zu demselben Zwecke erschien auch eine zweite von 16 israe« litischen Kultusgemeinden des genannten Komitates entsandte Deputation unter Führung mehrerer Rabbi« uer bei dem Zustizminister. Beide Deputationen wurden vom Minister freundlich empfangen und mit dem Versprechen beruhigt, daß ihre Bittgesuche an das Landesgericht geleitet und zur besonder»! Berücksichtigung empfohlen werden, würden. X. Wien, 27. Mai. Einem liier stark verbreiteten Gerüchte zufolge soll an Dr. Jelliuek die Anfrage ergangen sein, ob er ge« neigt wäre, während der Dauer des Krieges als jüdischer! Feld- Prediger zu fungiren. R. Pest, 25 Mai. Der bekannte geistvolle Emigrant Daniel Jrünyi hat aus Paris eine Petition an unseren Reichstag gerichtet, worin er demselben ans Herz legt, vollkommene Gewissensfreiheit zu begründen, die Zivilehe zu gestatten, die Matrikelsührung der bürgerlichen Behörde zu übergeben. und die Begräbnißplätze der po« litischen Gemeinde zu unterstellen. Hält man diese Petition mit der der beiden Pfarrer im Brrrgher Komitate zusammen , über welche ich Ihnen vorige Woche referirte, so muß man bekennen, daß fich auf dem ■&A Tifchie! unseres Repräsentantenhauses verschiedene Jahrhunderte beglgM. Die Einen möchten durch die Legislatur eine bereits überwundene Dergangenheit mit deren Dorurtheilen und Mißbräuchen rehabilitiren lassen, während Andere mit Riesenschritten den Institutionen der Zukunft entgegengehen möchten. So diametral entgegengesetzte Zumuthungen find wol selten an einen legislativen Körper gestellt worden. Hoffen wir, ^daß die be« währte Weisheit unserer Landesvertretung dieselbe, wie in den stat's- .rechtlichenso auch .in den rein legislativen Fragen den Weg führ,ü wird, der zum Heile und Frieden des Vaterlandes führt. Unsere reicheren. Glaubensgenossen sollten aber ebenfalls an Weisheit zünehmen. Es. ist sehr löblich von ihnen, daß sie nicht weniger sein wollest, als gute Bürger des Königreiches Ungarn. Dieses Verlangen lheilen auch ihre minder begüterten Glaubensbrüder mit ihnen, Und das Ver« langen ist in jeder Rückficht wolbegründet. Sehr albern ist es aber wenn manche Reiche mehr, d. i. Edelleu t e werden wollen! Die Huld des Monarchen, durch welche auch Juden geadelt werden, ist jedenfalls dankbar zu Preisen; was bewegt aber Juden, den Adel zu suchen? R. Pest, 28. Mai. Die heutige Nummer des politischen Wo« chenblattes bringt einen, offenbar aus protestantischer Feder geflossenen Artikel über die RcligionSfrage. Da der Art. in einem politischen Blatte erschienen ist, war man berechtigt, auch die Erwähnung 'der Judenfrage zu erwarten, welche der Vrf. jedoch kaum leise berührt. Die protestantischen Schriftsteller verstehen pro domo ganz vortrefflich das Wort zu führen; zu Gunsten der Jude» hat nur Török in feinet Jugend seine Stimme erhoben. Die sonst so einsichtsvollen Männer sollten sich doch sagen: Bleibt das historische Recht maßgebend, so muß sich die prot. Kirche die bestehenden Zurücksetzungen gefallen lassen; soll der Geist des Jahrhunderts in unserer Legislatur siegen, so muß er auch die Fesseln der Juden lösen! I. Szegedin, 27. Mai. Die Pariser TageSblätter registriren wieder eine einem Inden zu Theil gewordene Auszeichnung. Der in Paris lebende Mathematiker und Astronom Moriz Löwy, ein geborner .Wiener, wurde vom Kaiser Napoleon, zum or-eutlicheir Professor der Pariser Universität ernannt. In Wien konnte es dieser ausgezeichnete Gelehrte nicht weiter bringen, als bis zu einer ziemlich untergeordneten Stellung bei der Sternwarte! L. SetttbeVQ/ 25. Mai. Auf die vom hiesigen israelitischen Gemeindevorstande dem Statthalter in Galizien überreichte Eingabe wurde demselben unter Anerkennung dieses patriotischen Streben» die Bewilligung ertheilt, in Lemberg für die Dauer des eventuellen Krieges ein Komitö zu bilden, welches sich zur Aufgabe stellt, Beiträge in Lemberg und durch Filialen in den Provinzstädlen zu sammeln, um denjenigen die als Freiwillige Kriegsdienste leisten wollen, Handgelder., den Kriegern selbst im Felde Labung und den Verwundeten in den Spitälern durch Verabreichung v.on Bandagen. Charpien und dergleichen Linderung, den Verarmten aber, sowie den Hinterbliebenen, soweit die gesammelten Gelder reichen werden, Unterstützungen zu verabreichen. Kultus und Kultusgemeinde. N. Neutra*1, 23 Mai. Herr De. Hoff fährt fort, die Saaten einer wahrhaft religiösen Erbauung anszustreuen Seine am vergangenen Feste gehaltene Predigt: ״Glaube und Verstäudniß" erfreute sich ungetheilteu Beifalls, in welchen nur die Zeloten nicht einstimmten. N- S«tov-Alja-Ujlhely, 23. Mai. Antik — Mantik — Romantik! Mit diesen drei Worten haben Sie die hiesige Situation charakterisirt, welche für die Entwickelung der jüdischen Zustände im nördlichen Ungarn von nicht geringer Bedeutung ist. Die Antik« — nicht im ästhetischen, sondern im buchstäblichen Sinne, wirv von unserm Rabbiner und seiner Partei vertreten, welche eben nur das Alte will , und jede Neuerung perhorreszirr. Ihr gegenüber steht die Mantik oder geheime WeiSsagekunst der Ehaßidäer. Letztere geben sich nicht so leicht gefangen, wie der Rabbiner hoffte. Hinter ihrem!Rücken steht der Saudezer R. Chajjim Halberstamm mit seinem Ansehen und *) Zu meinem Bedauern hat fich in die Ne. 20d. Bl. abgedruckte Korrespondenz aus Neutra ein.? eingeschlichen. welches« ich als Druckfehler bezeichnen muß. 'Red.