Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 21 (23.5.1866)
- Date
- 1866-05-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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401 402 inte von Sura nach Auswanderung des letzten suranischen GaouS nach Bässra um 948 geschlossen wurde. Ja noch mehr, Rapoport (Biogr. Rabbi Nathan's S. 38, Anm. 32) spricht dem Gaon Scherira den Titel ״Gaon in Firuz- Schabur" rundweg ab, und sagt dies mit ausdrücklichen Worten. Daß Scherira aber nichts destoweniger von aller Herren Ländern auS mir Anfragen religiösen Inhaltes und Ehrenbezeugungen allerlei Art überhäuft und als größter Lehrer Jsr. hoch in Ehren gehalten wurde, leuchtet aus dem Ausdrucke hervor, mit dem ihn R. M. b. N. in seinen Milchamot bezeichnet: ״Vater Israels" (das.). ״Wie konnten", fragt Herr W. R, mit der an ihm gewohnten Geistesschärfe und mit kritischem Scharfblicke, ״wie konnten diese Gelehrten, behufs einer Spendensammjung für die Hochschulen weggesandt worden sein , wenn diese beiden (sic!) Akademien noch 40 Jahre nach dem Tode Scherira's unter dem Gaonate des berühmten Hai, seines Sohnes selbstständig(!) blühten und gediehen."(!!) Herr W. R. kann zu dieser Argumentation unmöglich auf natürlichem Wege, sondern nur durch höhere Inspiration gelangt sein! denn, daß die ״beiden" Akademieen unter Hai blühten und gediehen, davon weiß die Geschichte nichts. Die Hochschule von Sura konnte durchaus nicht mehr blühen, denn sie hat seit der Auswanderung des Gaons Josef b. Satia zu eristiren so gut wie aufgehört, bis Hai Gaon, ״ungleich den frühern pumbaditanischen Gaonen, die mit scheelem Auge auf das Bestehen der Schwcsterakademie blickten, ungleich seinem Vater, der eine Art Schadenfreude darüber empfand, daß Sura ohne Ober- Haupt war, wie es scheint, selbst dazu beitrug ihr in der Person seines Schwiegervaters *) einen gaonischen V e rrreter zu geben. (Gr. B. VI. S. 12). Ja selbst die Akademie von Pumbadita, gerieth noch unter dem Gaonate Scherira's, in welcher Zeit das bekannte Ereigniß sich zugetragen, m Verfall." Trotz seiner unermüdlichen Thätigkeit als Schulhaupt sagt Grätz (B. V. S. 390) konnte er (Sch'erira nemlich) den Verfall der pumbaditanischen Hochschule nicht aufhalten. Der Eifer für Talmudstudium und wissenschaftliches Streben war einmal in den babylonischen Ländern erkaltet. So arm war die A kade mie an Männern, daß Scherira seinen begabten, frühreifen Sohn Hai im Alter von 16 Jahren zur 2. Würde als Oberrichter promowiren mußte. Die Hochachtung vor dem Gaon war geschwunden u. s. w. ״Mit dem Blühen" und ״Gedeihen" der ״beiden" Akademien unter Hai konnte es mithin nicht so geheuer sein, wie Herr W. R. meint, und auch Andere glauben machen möchte, und der Annahme Lebrecht'ö, welcher auch Grätz folgt, daß die 4 großen Gelehrten von denen Abr. b. D. erzählt, sie seien להכנסת כלה ausgezogen, eine Sammlung von Spenden und Beiträgen, zum Zwecke der Wiedererhebung der (theils gesunkenen, theils im Sinken begriffenen) babylonischen Hochschulen, . veraustalten wollten, liegt somit Nichts — außer Herrn W. N's Kurzsichtigkeit — im Wege. Ja aber, fragt Herr W. R. naiv, wozu hätte R. Mosche um milde Gaben zu sammeln und sie in die Heimath zurückzubrmgen, seine theuere Familie der Gefahr einer unsichern und beschwerlichen Seereise auSgesetzt?!" Als Entgegnung auf diesen' tiefsinnigen' Einwand richten wir an Herrn W. R. die minder' geistreiche, aber doch leichtfassliche Frage: Wenn Jemand nach 900 Jahren von Moses Montefiore's Reisen nach dem Orient, die doch auch nur das Heil und Wohl seiner Brüder zum Zwecke hatten, lesen wird, wird er etwa das Factum in Zweifel ziehen dürfen, 'weil seine fromme und biedere Gattin Judith die Beschwerden'des Weges mit ihm theille?! *) Rabbi Samuel b. Chofni. Auf alles Uebrige, was ÄZ. R. in seiner merkwürdigen Kritik gegen mich ins Treffen führt, ich hätte nemlich unter den 4 Gelehrten einen Mose Ha-Darschan genannt und dgl. buntes Zeug mehr, zu rtpliziren, halte ich für unwürbig. W. R. wird dudurch schwerlich gebessert werden, wenn ich ihm auch noch so klar darlegen werde, daß er das Wort Narbonne, wohin R. Nathan b. Jsaac ha-Kohen*) (nach Juchasin S. Gr. B. V. S. 545) gelangt sein soll, zu seinem taschenspielerischen Kunststücke, das er auf meine Kosten mit R. Mose b. Chanoch um seinem R. Mose Ha-Darschan aus Narbonne getrieben, recht ungeschickt benützt hat. Nach Rapoport (Biogr. des R. Nathan S. 47 A. 47) ist R. Mosche Ha-Darschan aus Narbonne im I. 1096—ה״ה״נ״ו getödtct worden, und auf ihn soll der Passus: הדרשן וחבריו התז in der Elegie איכה יפזבה עגונה für den 9. Ab. Bezug haben. Wir scheiden von Herrn W. R. mit der beruhigenden Persicherung, daß wir ihm auf wissenschaftlichem Gebiete fortan ehrfurchtsvoll aus dem Wege gehen werden. — Mischkolz im April 1866. Adresse an Den M. Des ״Len Cljananja.“ An .Seine Hochwürden, : den Herrn Oberrabbiner Leopold Löw zu Szegedin. . Hochwürdiger Herr Oberrabbiner! So wie uns, den hochachtungsvoll gefertigten Lehrern des Eisenburger Comitates, jene schmähenden Auslassungen der ״Neuzeit" in Nr. 4 und 8 gegen Ew. Hochwürdeu mit tiefer Indignation erfüllten, mit eben so inniger Geringthuung lasen wir die in der Beilage zum ״Ben Chananja" Nr. 9 enthaltene Erklärung, durch welche eine respektable Anzahl ehrenwerther Schulmänner ihre diesfällige Entrüstung einerseits, so wie andererseits ihre Liebe und Hochachtung gegen Ew. Hochwürden kundgibt. Wir beneiden unsere wackern Amtsbrüder, uns mit dieser schönen Aktion zuvorgekommen zu sein, und betrachten es gleichfalls als eine Ehrensache, zu erklären, daß wir sämmtlich nicht zu den ״meisten" des Anonymus gehören, die als Juden sich nicht scheuten, Ew. Hochwürden, dessen ruhmreiches Schaffen und Wirken an den Erfolgen des ausstrebenden Judenthums unserer Zeit so bedeutenden Antheil hat, auf die empörendste Weise öffentlich zu beschimpfen. Wir theilen mit der ״Erklärung" die Hoffnung, daß sich unsere Eottegen von Nah und Fern derselben recht bald in Massen anschließen werden, um zu konstatiren, daß unter den Lehrern mit Nichten die ״meisten", wie Anonymus unberechtigt meint, auf seiner Seite sind. Indem wir Ew. Hochwürden um die Veröffentlichung dieser ergebensten Adresse bitten, flehen wir zum Allgütigen daß Er Ew. Hochwürden noch viele Jahre zur Leuchte Israels erhalte, und verharren mit dem Ausdrücke unbegrenzter Liebe und Verehrung. Euer Hochwürden ergebenste Steinamanger, am 7. März 1866. 8 ts inamang6r: Dr. Josef Nobl, Direktor der israelit. Schule. Hermann Singer, Lehrer. Markus Zucker, Hauptschullehrer. A. Goldstein, Hauptschullehrer. Louis Müller, Hauptschullehrer. Könnend: M. L. Ehrlich, Schuldirektor, Eduard Lüwy, Haupt-, schulleh'rer. Israel Stern, öffentlicher Lehrer. Eechnit*. Dr. Leop old Jellinek> Direktor der isr. Schule. Adolf Koder , Hauptsch ullehrer. Leopold Kleinwald, Hauptschullehrer. Adolf Weiss. öffentlicher Lehrer. G lins :,Ignaz Bern ek, Lehrer. Güssing: Jakob Jeiteles, dirigirender Lehrer, Gustav Böhm,' Lehrer. S chlai- *) Einer der 4 genalinten Gelehrten, die übrigen 3 lii.ßen: N: Schemarja b '׳ Elchanan: R. Chuschffl (und nicht, wie W. R,' an- 'gibt', Muschiel) und Rabbi-Mose b.- Chanoch;" nach' Sachs.'und-Leb» ' recht,Wan der 4. Chanochi der! Sohn A,:iMosts.!;׳;׳■>;