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Ben Chananja · 1866-05-23 · 21 (23.5.1866) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
21 (23.5.1866)
Date
1866-05-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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395 396 diumS heraUSgab, edirt gegenwärtig das Buch Taggin (ר1אגי ,תגי ׳ (תנין welches bisher nur handschriftlich vorhanden war. Tine Einlkitung von Herrn Senior Sachs weist das hohe Alter des Buches nach, welches schon die Essener gekannt haben sollen. Aus den Notizen Asulai'S ersteht man, daß es ein mafforetisch - kabbalistisches Buch ist; sobald uns dasselbe vorliegt, werden wir ausführlich darüber berichten. Der Herr Red. des ״Libanon", dem wir die Ankündigung des Taggin entnehmen, hielt es für angezeigt, bei dieser Gelegenheit gegeipdas Studium der klassischen Sprachen zu polemifiren! Nach unserem unmaßgeblichen Dafürhalten würde der Herr Redakteur der jüdischen Wissenschaft einen viel dankcnSwerthern Dienst leisten, wenn er statt einer solchen reaktionären Polemik und statt des UnfinneS von Herrn Schidloff und Anderen Auszüge aus Handschriften der Pariser Bibliothek liefern würde. In diesem Augenblicke würde er uns einen sehr wesentlichen Dienst leisten, wenn er die Güte hätte, den in dieser Bibliothek befindlichen Seder ba-Get des R. Perez zu veröffentlichen. DaS Ma» nuskript wird von Wolf und Steinschneider angeführt. A Leipzig, im Mai. Das neueste Heft der Zeitschrift der morgenländischen Geseklschaft bringt die fünfte Abhandlung Dr. GeigerS über die Samaritaner. Die Abhandlungen verdienen, den Lesern des ״B. CH.", unter denen die erwähnte Zeitschrift nicht sehr verbreitet sein dürfte, zugänglich gemacht zu werden (Wird geschehen, sobald wir Raum dafür gewinnen). LiterSrische Anzeigen. Milchamot Ha-Schem. Die Kämpfe Gottes. Religionsfilosofische und kosmische Fragen, in sechs Büchern abgehandelt von Levi den Gerson. Neue durchgehendS berichtigte Ausgabe. Leipzig, Druck und Verlag von Karl B. Lorck 1866. 8. 463. MoseS MaimonideS und Moses Mendelssohn werden oft neben einander genaunt. Durch ihre likerärischen Erzeugnisse ist dies jedoch nicht begründet. Denn was ihnen gemeinschaftlich eigen ist, der Anschluß an die herrschende Filvsofie, begründete nicht ihren Ruhm, und was ihren Ruhm begründete, ist ihnen nicht gemeinschaftlich eigen, da Maimonides eine religionsfilosofische, Mendelssohn eine soziale Bewegung her. vorrief. Darin begegnen fich aber die beiden Moses jedenfalls, daß diese Bewegung viel weitere Dimensionen annahm, als ihr ihre Urheber zu geben beabsichtigt hatten, und daß aus den Lehren des spanischen, wie des deutschen Filosofen Konsequenzen gezogen wurden, die von den Filosofen selbst mehr oder weniger deutlich deSavouirt worden waren. Von den unmittelbaren und mittelbaren ״Schülern" Mendelssohn'S ist dies hinlänglich bekannt. Wer die Tendenz der Maimonidischeu Schule im 14. Jahrhundert kennen will, lese das Minchat Kenaot von Abba-Mari b. Mose, (Don Astrük En-Duran de Lünel), welches zum ersten Male 1838 in Preßburg erschien. Denn wenn auch die Vermuthung nahe liegt, daß die den Zeitfilosofen und Predigern gemachten Vorwürfe nicht von Uebertreibungen frei sind; so ist doch unleugbar, daß die als Ketzer Angeklagten den historischen Theil der Thora philonisch deuteten, und sich über den gesetzlichen Theil derselben kühne Auslassungen erlaubten. Die entschiedensten Wortführer dieser Richtung waren jedoch entweder als Schriftsteller gar nicht thätig, oder ihre Schriften wurden vom Strome der Zeit oder von den Flau,- wen des Fanatismus vernichtet. Die vorhandenen Produkte jener Schule, selbst die Schrift Isaak Albalag's. welche Schorr Iheilweise veröffentlichte, rechtfertigen die gegen sie erhobenen Anklagen nicht ihrem ganzen Umfange nach, und wird namentlich die Giltigkeit des Gesetzes in denselben ntcht angefochten. Der fruchtbarste Schriftsteller dieser Schule und überhaupt nnter den nachmaimonidlschen Religionsfilosofen ist R. Levi b. Gerson oder Leon de BagnolaS, dessen Hauptwerk, das am 8. Jäner 1329 vollendete Milchamot Ha-Schem, uns in der zweiten Edition vorliegt. Die erste Edition erschien in Riva di Trento 1560. Szegedin, Selbstverlag der Ae-aktion. Das Werk zerfällt in sechs Abhandlungen: 1. Unsterblichkeit der Seele, 14 Abschnitte; 2. Traum, Wahrsagerei und Profetie, 8. Abschnitte; 3. das Wissen Gottes, 6 Abschnitte; 4. Vorsehung, 7 Abschnitte; die Himmelskörper, ihre Beweger, ihre Rangordnung und der Rang Gottes über denselben, drei Abtheilungen, (der erste, eigentlich astronomiiche Theil wird als nicht hieher gehörig übergangen*); der 2׳ Theil hat 9. der 3. Th. 14 Abschnitte); 6. die Weltschöpfung, 2 .Abtheilungen (die 1. Abth. hat 29, die zweite 14 Abschnitte). Nachdem Munk unfern R. Levi als Filosofen kurz charakteristet hatte, gab Dr. Joel in Frankel'S Monatschrift eine ausführliche Abhandlung über dessen Ftlosofie. Dieselbe ist 1862 in Breslau auch als Separatabdruck erschienen, und sie verdient all denjenigen angelegentlich empfohlen zu werden, welche sich mit dem Studium des Milchamot beschäftigen wollen. Die vorliegende Edition ist sehr schön aüSgestattet, und da fich die erste und bisher einzige Ausgabe in nicht vielen Bibliotheken 'finden dürfte; wird sie hoffentlich schnelle Verbreitung finden. Mehr als eine rein bnchhändlerische Reproduktion dürfen jedoch die Käufer nicht erwarten. Zn wieferne dieselbe eine ״durchgehendS berichtigte" genannt zu werden verdien(, können wir nicht beurtheilen, da uns die erste Ausgäbe nicht zugänglich ist. Erwidernng. Herr Professor Stössel meint in der letzten Nummer des ״B. Ch.“, ich hätte אגב הורסי,״ unsere Weisen einen schreckliehen Unsinn sagen lassen.“ Die geehrten Leser mögen sich nun fassen, der Schrecken ist nicht so gross. Freilich, wenn man die zitirten Worte des Talmuds nur auf den Zodiacus versteht, wie es Herr Prof. St. thut, dann erhält die Stelle einen andern Sinn, als den wahren. So gerne ich gestehe, im Versehen ״ עקרבKrebs“ übersetzt zu haben, so muss ich mich gegen die Bedeutung ״Stier“, die Herr Prof. St. dem Worte עגלה geben will, auf das entschiedenste erklären, obzwar ich nicht gleich von אגב חורפיה und ״schrecklichem Unsinne“ sprechen werde. Für ״Stier“ kömmt im Pirke di K. Elieser die Bezeichnung שור vor, wie auch, so weit ich mich erinnere, — das Buch habe ich jetzt nicht zur Hand — der Krebs dort רטן□ (von סרט stechen) heisst; עגלה heisst im Eabbinischen nur ״Wagen“ oder ״grosser Bär“ wie auch im Syrischen der gleiche Name dafür vorhanden ist. So sagt Ferrarius nomenclsyr. s. v. ע׳ :עגלתא currus plaustrum . . . Est etiam ursa maior, vel plaustrum coeleste. Auf die Stelle in Pesachim kommen wir bei einer audern Gelegenheit wieder zurück. Neliemias Brüll. *) In der kais. Bibliothek zu Paris befinden fich. wie Munk berichtet, drei handschriftliche Eremplare des aus 136 Kapiteln besteheiideu Werkes, in welchem R. Levi unter Anderm ein von ihm erfundeneö und מגעה עמוקות genanntes astronomisches Instrument beschreibt. und worüber Picus di Mirandola sag!: ״Leo Hebraeus, vir insignis et celeber mathematicus, quasi veteribus parum fidens, excogitavit novum instrumentum, cujus vidimus canones mathematica subtilitate praecellentes. Der von diesem Instrumente Handelude Theil des astronomischen Buches wurde im I. 1342 für den Pabst Klemens VI. in'S Lateinische übersezt; diese Uebersetzung befindet sich ebenfalls in der kaiserlichen Bibliothek zu Paris (Munk, Llelanges S. 500. Anm. 1). X]a.^exf£it• Dftmfiurs. 13-31 Die durch den beklagenöwerthen Tod des seligen Herrn Doktor Frankfurter erledigte Stelle eines Predigers am hiesigen neuen israelitischen Tempel soll baldthunlichst wieder besetzt werden. Was verlangt wird, ist außer einem namhaften Predigertalent, tüchtige Kenntiffe in der jüdischen Theologie nach allen ihren Richtungen und zeitgemäße filosofische Wissenschaft. Wegen des Näheren wolle man sich an Herrn Henry Gowa Hierselbst wenden. Hamburg, im Mai 1866. Die Direktion des neuen isr. Tempel-Vereins. Leipzig, Lommisfious-Vertag von Franz Vagurr. Druck »ou Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein halber Bogen homiletische und didaktische Beilage.

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