Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 20 (16.5.1866)
- Date
- 1866-05-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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375 376 stellen uns enthalten müssen. Wir sagen nur so viel, daß die Diktion eine edle, bald voll lyrischen Schwunges, bald wieder voll kerniger chi« grammatischer Kürze ist, zu letzterer zählen wir z. B. die Stelle משה מת י הושע’יושיע ähnlich dem le roi SSt wort, vive 16 roi! aber gewiß viel kräftiger und schöner. Beiläufig gesagt, haben die Rabbinen die Idee des 16 roi wort 1c. schon ausgesprochen in dem bekannten Satze 'עד שלא שקעה שמשו וכו. Nach dieser dem Verfasser gezollten Anerkennung glauben wir uns auch dessen Dank zu verdienen, wenn wir ihn auf Manches in der nächsten Auflage zu Verbessernde aufmerksam machen. Zn poetischer Beziehung hätten wir zu bemerken, daß zu oft lange, von der Erzählung abschweifende lyrische Ergüsse Vorkommen, so z. B. im 4. Gesänge, wo der angckündigte Uebergang über den Jordan durch eine zwei Seiten lange Einschaltung über Entstehung des GötzenthumeS, über Abraham, Pharao und Eliah am Carmel anfgehalten wird. Ebenso wird im 9. Gesang der nothwendige rasche Gang der Erzählung unterbrochen und der Kampf am See Merom, der durch die Worte הבקר אוד eingeleitet wurde, aufgerufen, bis der Verfasser seine Apostrophe an das physische, religiöse und politische Licht, an das Aufgehen der Sonne für die Juden Oesterreichs zu Ende gesungen hat. Auch bezüglich der Sprache sind einige Verbesseruugen vorzunehmen, so z. B. im 6. Gesänge ידה', er warf das Los, Welches wol הדה von נדה heißen sollte. אדיו S. 6a wo als Perfekt אתון stehen soll u. dgl. Auch hat sich manche sachliche Unrichtigkeit eingeschlichen, so z. B. im 4. Gesänge 0מיירדן ״יעמדו המות׳ da doch beim Uebergang über den Jordan das Wasser nur eine Mauer bildete und auch nur eine Mauer zu bilden brauchte. Doch dergleichen Kleinigkeiten hat der Verfasser in der langen Zeit gewiß schon selbst erkannnt. Gehen wir zu den סרחי קדם über. ES sind diese wol liebliche Blüten, doch ״orientalische Blüten?" ^Der Titel besagt es wol; doch find Fabeln, dieAesop, Phädrus, Eafontaine, Lichtner 1c. entlehnt sind, gewiß nicht orientalische Blüten. Schön und eigeuthümlich dabei ist, daß jede Fabel an einen Vers aus der heiligen Schrift oder an einen bekannten talmudischen Spruch sich anlehnt; so z. B. an den Vers הוי האומרים לרע טוב ובד bu Fabel vom Hirsch, der sein Geweih für gut, seine dünnen Läufe aber für schlecht hielt. Die Sprache ist der. Fabel und der Intention des Verfassers angemessen sehr fließend. Der Verfasser bestimmte sie nämlich der zarten Jugend. Nur will uns bedünken, daß manche Fabel und manche Redensart doch schon ein höheres Verständniß braucht, so z. B. in der Fabel 3 ויען לו איש מילדי• Zum Schluffe fragen wir den Verfasser, ob er סרטן für hebräisch hält. Unseres Wissens kommt der Ausdruck nicht einmal im Talmud vor und gestehen wir wenigstens nicht mit Sicherheit angeben zu können, welcher Sprache der Ausdruck entlehnt sei. Herr NehemiaS .Brüll hat zwar in Nr. 41 v. I. d. Bl. in dem Aufsatze ״David Gans1 ״r. das Sternbild des Krebses aus Talmud und Peßachim 94, a angeführt, allein Herr Brüll wird bei ge« nauer Ansicht der Stelle seinen Jrrthum wol selbst einsehen. Er hat 'אגב הרסי unsere Weisen einen schrecklichen Unsinn sagen lassen. Was hieße denn, wenn die Rabbinen nach Herrn B. sagten: ״Wir haben noch nie gesehen den Krebs im Norden und den Wagen im Süden." Der Krebs ist ja bekanntlich immer im Norden? allein die Rabbinen sprechen nicht vom Krebs, sondern von עקרב und das ist der Skorpion, der in der südlichen Hemisphäre des Himmels erscheint, es geht auch aus diesem hervor, daß עגלה in der zitirten Stelle nicht mit ״Wagen", der im Zodiakus doch keine Stelle hat, sondern mit ״Stier", der im Zodiakus dem Skorpion gegenüber steht, zu übersetzen sei. Wir kehren noch zum Verfasser zurück, um von ihm Abschied zu nehmen und ihm zu einer bald zu veranstaltenden zweiten Auflage seiner trefflichen Schriften Muth eiuzuflößeu. Erklärung, K u I ä, 18. Mai. Bezugnehmend auf meine in Nr. 6 des ״B. Ch.“ gegebene Korrespondenz sehe ich mich in Folge der mir gegebenen Aufklärung des Herrn Eabb. Dr. Hildesheimer, Kassier der Sammelspenden für unsere Brüder in Jerusalem, voranlasst, dieselbe in so ferne zu berichtigen, dass, wie mich Hr. Dr. H. aufklärte, die letzten Sammlungen ausserordentliche gewesen seien, über welche die Vorsteher der Ungar. Gemeinde in Jerusalem aus dem Grunde keine Quittungen ausstellten, weil die Verkeilung derselben nicht unter die Mitglieder dieser Gemeinde allein stattfand; dass sich aber die Bestätigung über die empfangenen Gelder im ״Israeliten“ vorfinde. Da jedoch weder ich, noch irgend Jemand in hiesiger Umgegend dieses Blatt hält, so konnte ich unmöglich von jener Bestätigung Kenntniss haben. Uebrigens fiel es ebensowenig wie mir gewiss Keinem im Entferntesten ein, Herrn Eabb. Dr. H. oder die andern ehrwürdigen Herren Kassiere unlauterer Motive oder unredlicher Verwaltung der eingegangenen Sammelgelder zu verdächtigen, oder ihnen nahe zu treten, und war es bloss meine wohlgemeinte Ermahnung an die betreffenden Vorsteher in Jerusalem und zwar wie ich gleich bemerkte, in ihrem eigenen und der guten Sache Interesse, auf die Ausfolgung der Quittungen, wie Gebahrung der Bücher überhaupt mehr Pünktlichkeit und Sorgfalt zu verwenden, welche Ermahnung aufrecht zu erhalten, ich nach wie vor Grund habe mir zu erlauben. D. L. Strasser, Bezirks-Eabbin er. Bemerkungen. Herrn Dr. Z. Dankend erhalten. Herrn W—r in N. Die Statuten des hiesigen isr. Frauenvereins find nicht gedruckt erschienen. Herrn O. in V. Herzlichen Dank für die השבת אברה. Xniseifstte• ^Konkurs. 1*3־) Die durch den beklagenswerthen Tod des seligen Herrn Doktor Frankfurter erledigte Stelle eines Predigers am hiesigen neuen israelitischen Tempel soll baldthunlichst wieder besetzt werden. Was verlangt wird, ist außer einem namhaften Predigertalent, tüchtige Kenntiffe in der jüdischen Theologie nach allen ihren Richtungen und zeitgemäße filosofische Wissenschaft. Wegen des Näheren wolle man sich an Herrn Henry Gowa Hierselbst wenden. Hamburg, im Mai 1866. . Die Direktion des neuen isr. Tempel-Vereins. Karmel, hebräisches Wochenblatt populären und Wissenschaftlichen Inhalts. Redigirt von Samuel 30fef :fölxx:*». in •\7׳»1טנ1.ב־ס. Preis für den ganzen Jahrgang 9 fl. ö. W. oder 5 Thaler preußisch. Sammler von Abonnenten, die sich an den Redakteur selbst wenden wollen, erhalten einen angemessenen Rabatt. Szegedi«,! Leipzig, ».» Fra»! wag»>r. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein Viertelbogen homiletische und didaktische Beilage.