Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 20 (16.5.1866)
- Date
- 1866-05-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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373 374 Mentors geseufzt, endlich das Bischen Bibelübersetzen, ein wenig Schreiben, Lesen und Rechnen eingeprügelt worden, dann schlug auch ihre ersehnte Erlösungöstunde. Mit den, Barmizwajahre verließ uun der so ausgerüstete Jünger das Cheder und wanderte mit dem Packel beladen hinaus in die Welt. ״Wir haben' lange genug für dich gesorgt, sagte dann der Vater, nun geh und suche dir selber daö Brod." So mochte der Zustand bis vor wenigen Jahren fein; anders heute. Bleibt in dem Gemeindewesen auch vieles noch zu wünschen übrig, so ist doch auch schon viel Ersprießliches gethan, um einer bessern Zukunft entgegenzuschreiten. Dem hochherzigen Streben des Herrn KultuSvorsteherS Hör- »er, der mit aller möglichen Thatkrast und Energie gegen alte eingewurzelte Mißbräuche kämpft, vor allem aber dem unermüdlichen Eifer des vielseitig verdienten Herrn Rabb. Back, der durch seine wahrhaft erbaulichen, wie nicht minder gediegenen Kanzelvorträge der guten Sache das Wort redet, ist eS zu verdanken, daß an der Stelle des alten ChederS eine gut disziplinirte, nach zeitgemäß pädagogischen Grundsätzen geleitete Schule steht, die in Kurzem den allgemeinen Bestrebungen gemäß das Oeffentlichkeitsrecht erlangen dürfte. Auch in dem Tempel, einem wahrhaft stattlichen und netten Gebäude, wo vor Kurzem noch die Unart des AuSfpuckenS bei ״Olenu" herrschte, wird der Gottesdienst in zeitgemäßer Weise würde- und anstandsvoll abgehalten und erschallt an jedem Sabbath und Feiertage daselbst das belehrende Wort des Predigers. ZU erwähnen ist noch, daß Herr Rabbiner Back auch bestrebt ist, die hebr. Wissenschaft nach Kräften zu pflegen und es zeigte sich bei einer vor Kurzem abgehaltenen Prüfung, daß die Zöglinge im Stande find, geläufig und zugleich grammatikalisch richtig beliebige Sätze aus der deutschen in die hebräische Sprache zu übertragen, eine Stufe, die an wenigen isr. Schulen erreicht werden dürfte. Schulwesen. Pest, im Mai. Ohne Jemandem, zumal Herrn Blüch er, nahe treten zu wollen, für dessen gediegene Arbeit die Empfehlungen zweier aus dem Gebiete der hebräischen Literatur, so wohlrenomirter Autoritäten! Direktor Lederer und Dr. Meise l in Pest, sprechen — halten wir es dennoch als eine patriotische Pflicht, die Freunde des heimische» Schristthumes auf eine ähnliche Leistung aufmerksam zu machen, die ein gelehrter Professor des Preßburger LyceuniS ״eine Zierde des vaterländischen Fleißes" betitelte. Wir meinen: Die Karte Von Palästina von M. Strauß, Lehrer an der isr. Primärhauptschule zu Preßburg. Der Schreiber dieser Zeilen, dem die Zeichnung dieser zumeist nach den S ch warz'schen Studien ausgeführten Riesenkarte von 54 □ Klftr. vorliegt, darf.mit dem besten Gewissen die Behauptung wagen: daß dieselbe alle bisher auf diesem Gebiete an den Tag ge» tretenen Leistungen — selbst diejenigen Räumers, Weilands und Rcbinsons nicht ausgenommen — bei weitem übertrifft. ES sei uns hier gestattet, einiges Charakteristische derselben^ anzugeben. So wird hier nebst einer genauen und präcisen Ortsangabe späterer Benennungen ein übersichtliches Schema b i b li sch-historischer Vorkommnisse geliefert; ferner eine klare Darstellung des Zuges der Israeliten aus Eypgten, wie der bisher lückenhaft dargestellten Wanderung derselber, in der Wüste; Stellenangabe und Hindeutung auf die wichtigsten Momente der biblischen Geschichte. Bezüglich des oro-hpdrografischen Theiles hat Herr Strauß, um seine Karte nicht zu überladen, in einer gelungenen Auswahl nur jene Berge und Flüsse ausgenommen, die wahrhaft biblisch-geschichtlichen Werth haben. Rechnet man noch hinzu: die Sintheiliing des jüdischen Reiches während des erste» und zweiten Tempels, die Abbildung des ONN'iN 11 בנין. a. m. — so wird jeder Gebildete den geringen Preis von bloc 4 fl. W. sicherlich sehr gemäßigt finden. Schließlich noch die Bemerkung, daß die diesbezüglichen PränumeralionSbeträge bis Ende Mai l. I. entweder an den Verfasser selber , oder an Herrn Dr. Heinrich Pollak, Präses des ״Izraelita magyar Egylet“, oder an Herrn Ignaz Reich, Verfasser des ״Ghrentempels verdienter ungarischer Israeliten", in Pest, übermittelt werden können. X. Pest, 13. Mai. Ihr geehrter Lr.-Korrespondeflt brachte in der jüngsten Nummer d. Bl. die Mittheilung der in Aussicht stehenden Einführung der ungarischen Sprache als Unterrichtssprache in der Musterhauptschule. Da daselbst dieser Lehranstalt als׳ einer von SandeSmitteln erhaltenen gedacht.-wird, so erlaube ich mir , :dieses dahin $1» berichtigen., daß! wol das :Lehrpersonale aus dem -ungarisch-jüdischen Schulfond erhalten wird, das Gebäude jedoch Eigenthum der.Gemeinde ist. Der k. Statthaltereirath hatte bereits vor längerer Zeit, bevor nämlich die endgiltige Anstellung der Lehrer erfolgt war, die Anfrage an dieselben gerichtet, ob sie wol fähig sein würden, in ungarischer.Sprache vorzutragen. Da der Lehrkörper.eine bejahende Antwort abgab, -so erfolgte darauf die definitive . Anstellung. Nun ergeht es ihnen aber wie jenen ung. Beamten, des Bachministeriums, an welche die Aufforderung gestellt wurde, sich über ihre Sprachlenntniffe zu äußern, wo denn, freilich die deutsche Sprache mitangesührt wurde. Als aber die deutsche Sprache zur amtlichen erhoben wurde,! sahen sich! die meisten derselben zur Abdankung genöthigt, da sie dieser Sprache! nicht genug mächtig waren- So finden wir auch heute unsere Lehrer der Erfüllung dieser Aufgabe, gar nicht gewachsen. Unsere.Gemeindevertretung möge es aber für ihre strenge Pflicht erachten, darüber zu wachen, daß nicht etwa durch einen neuerlichen, gleich wenig gewissenhaften Bericht daö Schulwesen in seinen heiligsten! Interessen beschädigt werde. 8. Arad, 3. Mai. Die in d. Bl. mitgetheilte Nachricht von dem Turnunterrichte ist nicht ganz genau. Die Auslagen für diesen Unterricht werden nicht aus der Gemeindekaffe bestritten / was bei der gegenwärtigen Finanzlage der Gemeinde auch gar nicht geschehen könnte/ Doch wird dem Privatvereine, der sich zum Behufe des Turnunterrichtesgebildet hat. die hierzu erforderliche Räumlichkeit unentgeltlich überlassen. E. H. M. Däfärhely, im. Mai. In unserer Schule, ist jetzt eine Einrichtung getroffen, welche zwar in manchen Schulen schon lange besteht, aber bis jetzt keine Nachahmung gefunden, trotzdem sie in allen größeren Gemeinden dringend zu empfehlen ist. : An jedem Sabbath und Festtage wird in einem großen Saale der Schule mit der gesammteu Schuljugend der Gottesdienst mit Chorgesang und Predigt, welche daS Lehrerpersonal abwechselnd vorträgi, abgehalten. Wie nachhaltig dies auf diegroße Klndergemeinde wirkt, wie segensreich dadurch die. Liebe zum Gottesdienste und zum geregelten Gottesdienste geweckt wird, kann man leicht ermessen. Wohlthätkgkeit und WohlthätLgkeitsanstaltett L. Temesvär, im Mai. Der biedere, durch seine öffentliche Wohlthätigkeit vortheilhaft bekannte Herr'Jgn. Rei ch׳ hat in letzter Zeit den Chaßidäer» besondere Gunst zugewendet, und hat sich daher eine kleine Schaar dieser Ritter in der Josefstadt eingefunden, wo Herr Reich logirt. Hoffentlich werden diese .lieben! Gäste nur als Zugvögel bei uns verweilen, um sich nach Vollendung ihrer Geschäfte in ihre Nester zurückzuziehen. Herr Reich, der auch ein bedeutender Hippolog ist, wird wöl seine neue Liebhaberei nicht so weit treiben, unsmit einer Chaßidäerkolonie beschenken zu wollen. Diesen Liebesdienst erlassen wir ihm wirklich mit vielem Vergnügen. eitcrörische Anzeigen. .יהושע בעשרה שירים כזא'־* Besprochen von Professor M. S lö sse l. (Schluß. *) Nach dieser «ns nöthig scheinenden Abschweifung kehren wir wieder zur eigentlichen Schöpfung des Verfassers zurück. Hier finden wir im 5. Gesänge eine lebhafte, kräftige Schilderung der Verzweislung, die sich des Königs von Jericho-beim Einsturze der Stadtmauern bemächtigt, -ejukli. gewaltigen Ausbruch desselben in Fluch gegen die ganze Welt und sogar gegen Satan, seinem bisherigen Herrn , und in einem Wuthansalle auf Josua. Ebenso schön in der Invention, als in der Darstellung ist der Zweikampf. JosuaS mit Horam dem Könige Geserö im 6. Gesänge. Wir-bedauern sehr, daß wir aus Berücksichtigung der geringen, .Raümverhältniffe' der Anführung größerer Kraft- *) S. die vorige Nummer.