Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 20 (16.5.1866)
- Date
- 1866-05-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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$71 372 besserer Grift regt, beweist der Umstand, das die von dem verdienstvollen Michael Wolf veranstaltete zweite Auflage des Ehaluz (1. Bd.) rapiden Absatz findet. Preis: 1 fl. ö. W. Berlin, im Mai. Herr Josef Jakob Fla tau hat sich um die Landwirthschaft überhaupt und um den Hopsenbau bei NeutomySl im Großherzogthume Posen so hohe Verdienste erworben, daß er zum Ehrenbürger dieser Stadt, gewählt und von verschiedenen Seiten mit goldenen Medaillen und Diplomen ausgezeichnet wurde. Herr Flatau ist zugleich ein sehr wohlthätiger Mann und nur durch.seine Hilfe und Unterstützung gelang es der jüdischen Gemeinde zu NeutomySl, ihre Synagoge zu erbauen. Möge Gott die gemeinnützigen Bestrebungen dieses edlen Mannes auch fortan mit glücklichem Erfolge krönen! (Maggiv). Kultus und Kultusgemeinde. X. Pest, 13. Mai. Die drückenden Verhältnisse der Gegen« wart lasten schwer auf uns; den Einfluß, derselben werden voraus« sichtlicherweise leider auch unsere WohlthätigkeitS - Institute zu empfindeu haben, namentlich jene derselben., die erst im Werden begriffen und der mildthätigcn Unterstützung daher am meisten bedürfen. Mit Bedauern müssen wir sehen, wie manche der angesehensten Häuser ohne eigenes Verschulden im Strudel der Ereignisse ihren Untergang fanden und wer wüßte es zu sagen, wie viel solcher trauriger Schläge die Zukunft noch in sich birgt? Den Koriphäen unserer Geldaristokratie, die nichts auf Erden zu schätzen wissen, als ihren Mammon, der sie groß gemacht, die kein anderes Verdienst kennen, als das reich zu sein, mögen diese Geschehnisse als warnender Fingerzeig der Wandelbarkeit der Glücksgüter .dienen! Mögen sie es einfehcn lernen, und mit ihnen alle jene, die statt jeder Verdienste nur auf den Geldsack zu klopfen wissen, daß es als niederschlagendes Zeichen moralischen Gesunkenseins gelten muß, wenn heute die Voril-hnilhuenden unserer Glaubensgenossen, die sich in allen Zeilen stets auf einer gewissen Höhe., wenn auch talmudischer, Intelligenz gehalten, heute nur noch dem materiellen. Erfolg huldigen, wenn das wahre Verdienst statt gerechte Würdigung zu finden stets ignorirt wird, während schnöve, oft nur ererbte Schätze alle Mängel selbst die des Charakters decken sollen! A Preßburg, im Mai. Da die Verdienste unseres Borste- Hers, Herrn Pappenheim, in d. Bl. so dankbar anerkannt wurden, so verdient auch unser Prediger, Herr Fischmann, daß sein Streben nach . Gebühr anerkannt werde. Herr F. kennt nicht:nur seine Pappenheimer, sondern seine Zuhörer überhaupt. ,Die Menschenkenntniß, .die keinem Volksredner fehlen darf, leitet ihn bei der Wahl seiner Themata, und läßt ihn daher immer das Richtige und Zeitgemäße erfassen. So predigt er, um nur einige Beispiele anzusührcn, das eine-Mal über die Größe des WeißbrodeS bei der dritten Sabbathmahlzeit, da sich einige hiesige Frauen so weit vergessen haben, Miniatur-Ausgaben dieser Brode zu veranstalten. Ein anderes Mal lehrt er zur allgemeinen Entzückung seiner Zuhörer, daß man am Sabbathe nicht den Kaffee ans den Zucker gieße», sondern letzten! in den Kaffee werfen müsse, weil im ersten Falle der Zucker gekocht wird , waS am Sabbathe nicht geschehen darf (O. CH. 318, 10). Daß mir Ihre Leser für diese Mittheilung dankbar sein werden, glaube ich mit vollem Rechte erwarten zu dürfen. X. Neutra, IM Mai. Nachdem unsere Gemeinde, die zu den größten und geachtetesten Gemeinden des Vaterlandes gehört, seit einigen Jahren der traurige Schauplatz einer ungezügelten und rücksichtslosen Reaktion gewesen ist, läßt׳ sich in letzterer Zeit ein edles Streben wahrnehmen, welches den Gebildeten und Beffergestuuten erfreuliche Hofftiungen einflößt. An der Spitze der Gemeinde steht ein tüchtiger, einsichtSvoller Vorstand, und diesem haben wir unter Anderem den Hochgenuß zu verdanken, den uns die Predigten des Herrn Drö Emil Hoff gewähren. Letzterer, der Sprößling einer der achtbarsten hiesigen Fätnilieu, ist ein mit gründlichem Wissen und eminentem Rednertalente ausgerüsteter junger Theolog, der an den Universitäten zu Würzburg und Berlin studirt hat? Möge es seinen trefflichen, zum Herzen fprechenden Vorträgen gelingen, die hiesige Gemeinde auf die Bahn eines gemäßigten, weisen Fortschrittes zu leiten! 8t. Neufohl, 10. Mai. In dem benachbarte» Losoncz ist bei der am 16. v. M. vorgenommenen Neuwahl des Vorstandes Herr Albert Schmiedel mit Akklamation zum Gemeindepräses gewählt worden. Man muß ihm zu seiner wolverdienten Popularität und seiner Ge, meinde zu einem so einsichtsvollen nnd «nermüdet thätigen Vorsteher gratuliren- Der Herr RäbbinatSkandidat Büchler fährt fort, durch seine Vorträge seinen Zuhörern einen wahren Seelengenuß zu bereiten. Die Einführung des Gesangsunterrichtes in der Losonczer Schule ist ebenfalls als erfreulicher Fortschritt zu registciren. Die Schulkommission, an deren Spitze Herr L. Sacher steht, verdient dafür alle Anerkennung. א Lemberg, 11. Mai. In Nro. 17 des hier erscheinenden ״Mewaffer" lesen wir in einem aus Stockholm datirten Korrespondenz- Artikel von Rabbiner Löwysohn folgende Notiz, die wir hier in wortgetreuer Uebersetzung wiedergeben: ״Dieser Tage, heißt eS im angeführten Berichte, erhielt ich von meinem Freunde, Dr. Wolf in Gothenburg, einige Nummern.des ״B. CH.", worin ich auf die Losonczer Wirren in Betreff der dortigen Fraucngallerie stieß. Ich sehe mich Nun veranlaßtj diesbezüglich zu berichten, daß (auch?) in WormS keine Frauengallerie sich befinde, vielmehr stehen daselbst die Männer neben den Frauen ebener Erde, so zwar, daß erstere süv-, letztere nordwärts zu stehen kommen, ohne jedoch Teppiche, Vorhänge oder sonstige Scheidewand von einander getrennt zu sein. Dieses Faktum, sowie die Zeit, wo die fraglichen Vorhänge beseitigt wurden, kann der Losonczer Kultusvorstand von dem Wormser sehr leicht in Erfahrung bringen. ד Wie ich während meiner AmtSthätigkeit in WormS hörte, wäre dies schon seit geräumiger Zeit geschehen, da ich jedoch den betreffenden Zeitpunkt nicht genau anzugeben vermag, so will ich hiermit nur in wenigen Worten die Aufmerksamkeit der Losonczer Vorstandsmitglieder auf diesen Gegenstand gelenkt haben." Duna-Földvär, 3. Mai. Der heutige Tag war für unsere Gemeinde ein wahrer Festtag: unser neuer Seelenhirt, Herr Oberrabbiner G. H. Ko h n, welcher, — wie den Lesern d. Bl. bekannt ist, — bisher in Mätö-Szalka segensreich wirkte, wurde feierlich installirt. Von einer ihm engegengesendeten Deputation begleitet, stieg derselbe im Sy« nagogenhofe ab, wo er von der ganzen Gemeinde erwartet und von unserm wackern Lehrer Herzog im Namen derselben eine ungarische Ansprache gehalten wurde, die der verehrte Rabbi u n gar. beantwortete. In derselben Sprache erwiderte er auch die an ihn gerichteten BegrüßungS- Worte dreier Schulkinder. In der Synagoge, wo das Minchagebel abgehalten wurde, hielt er eine musterhafte deutsche Antrittsrede, welche nicht nur die Gemeinde begeisterte, sondern auch von den anwesenden christlichen Geistlichen und Honoratioren mit lebhaftem Beifall aufge- Nammen wurde, den sie auch dem Herrn Oberräbbincr zu erkennen gaben. Um drei Uhr begann das Festmahl, dem auch der Herr Stuhlrichter beiwohnte. Passende, zum Herzen sprechende Toaste, besonders der Herren A. I. Strauß, Hern,. Ungar und Leopold Spitzer würzten daS Mahl. Unbeschreiblicher Jubel herrscht in der Gemeinde, und die Herren Vorsteher B. Bölcökey und Moriz Bischitz, die zu der glücklichen Rabbinerwahl den Impuls gegeben haben, werben von der ganzen Gemeinde gepriesen und gesegnet. J. L. Czkin, im Mai. Diese Gemeinde zählt ungefähr 60 Familien. In einem südwestlichen Winkel Böhmens am Fuße der Schnmava liegend, in einer Gegend. weder durch alte historische noch durch neue industrielle Merkwürdigkeiten ausgezeichnet, sind die daselbst wohnenden Israeliten seit undenklichen Jahren auf den Klein- und Hausirhandel ange« wiesen. Intelligenz und Bildung konnten daher nur schwer Eingang finden. Dem besorgten Hausvater, der die Woche hindurch mit dem schweren Packe belade״ von Dorf zu Dorf hausirend endlich am Freitage Nachmittags in seinem Familienkreise wieder anlangte, um daselbst die ersehnte Rast zu finden, konnte wenig daran gelegen sein, seinen Kindern eine zeitgemäße Erziehung geben zu lassen. Glaubte er doch genug des Guten gethan zu haben, wenn er für deren leibliche Bedürfniffe sorgte, und sie täglich vom frühen Morgen bis in die späte Nacht in den Cheder zu de» jeweilig sungirendem Rehbe schickt, um daselbst die nothwendige Dressur zu erhalten. War den armen Märlyrer», nachdem sie lange genug unter der Zuchtruthe ihres grämigeu