Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 18 (2.5.1866)
- Date
- 1866-05-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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839 34« «isst werden die Gaben bestimmt und kommen Fälle vor, wo:18, 20 und mitunter noch mehr Gulden an eine Partei verabreicht werden, die geringste Gabe beträgt 2 fl. — Um nun die 25jährige Jahresfeier, welche mit dem GeburtSfcste Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand zu« fammenfällt, würdig zu begehen, verstärkte fich vor einiger Zeit der Aorstand durch mehrere Vereitismitglieder und diese beschlossen, diesen Festlag durch einen besonder« Alt der Menschlichkeit und einen festlichen Gottesdienst zu feiern. Um den ersten Zweck zu erreichen, wurde ein Rundschreiben an sämmtliche Vereinsglieder gerichtet, in welchem sie zu einer außerordentlichen Spende aufgefordert wurden. Das persönliche Einsammeln, durch welches gewiß ein sehr großes Resultat erzielt wor» .den wäre, unterblieb, weil man durchaus keine Pression üben wollte, und doch hat dieses einfache Rundschreiben 848 fl. 40 fr. bar und 20 fl. in Obligationen auf den Altar der Wohlthätigkeit befördert, von denen 590 fl. an 184 verschämte Hausarme vertheilt wurden, der Ueberrest verblieb einem andern wohlthätigcn Zwecke, über welchen erst näher berathen werden wird; auch machten es sich die Mitglieder des Vereins zur Aufgabe, zur Hebung desselben neue Mitglieder anzuwerben und der Verein, welcher bis zu dieser Beschlußfassung 730 Mitglieder zählte, hat nun nahe an 800 Mitglieder unter den verschiedensten Ständen und Konfessionen und zählt zu seinen Förderern Se. Majestät Kaiser Ferdtnand, Se. Eminenz den Kardinal-Erzbischof. — Zum festlichen Gottes, dienst«, welcher gestern Abends im hellerleuchteten Tempel begangen wurde, haben sich viele ,einer Mitglieder und Gönner und zahlreiche Theiluehmer der Feier eingesunden. Die Elite der Anwesenden bestand auS dem Bürgermeister Herrn Dr. BölSky, dessen Stellvertreter Herrn Dittrich, dem k. k. Polizeirathe Herrn Weinmann, dem ständischen Ar, chivar Herrn Erben; von den geladenen Geistlichen hat sich nur einer eingesunden, aber dieser überragt eine ganze Menge, es war dies Se. Hochwürdcn der Landesschulraih, Herr Kanonikus Maresch; außer den Genannten waren noch viele christliche Honoratioren anwesend, dann die isr. LandtagSdepntirtcn, die isr. Mitglieder des Stadtverordneten- Kollegiums, die Mitglieder der KultuSrepräsentanz mit ihrem Vorsitzenden, Herrn Tedeöko. Der Gottesdienst begann um 6 Uhr Abends mit der Absingung des Lla Towu, woraus Mincha gebetet und der 21. Psalm, kompvuirt von dem Oberkantor Herrn PereleS und unter dessen Leitung und Mitwirknug vom Chorpersonale mit Orgelbcg'.eitung vortrefflich vorgetragen wurde. Die Predigt, welche nun folgte, war, wie schon erwähnt, und wie eS nicht anders erwartet wurde, ein neues Mci« fierwcrk der bekannten und berühmten Kanzelheredsamkeil des Herrn Prof. Kämpf. Zn derselben erwähnte er am Schluß der Hingeschiedenen Vereinssördercr, zuerst des verblichenen Dr. Sachs, welcher den Verein vor 25 Zähren mit feurigen Worten euigeweiht, dann der Herren M. Z. Landau, Dr. Lrrral und den Erzbischof Freiherrn v.Schrend; unter den lebenden Förderern bezeichnet er als die ersten Se. Majestät Kaiser Ferdinand den Gütigen und den Kardinal-Erzbischof Fürst Schwarzenberg. Er schloß mit einem Gebete für das Gedeihen des Vereins und das Wohl des Kaisers, der heute sein 36. Geburtsfest feien. Der 111. Psalm und das Alenn bildeten den Schluß der Feier. Schulwesen. B. Pest, im April. Der hiesige Gemeindevorstand hat bereits zugesagt, dem fich bildenden Lehrervereine unter die Arme zu greifen, sobald ihm der Inhalt der VereinSflatulen bekannt sein wird. Herr Phil. Wodianer, Druckerciinhaber, hat sich erboten, dem Vereins, komitö alle Drucksort'en zu liefern, selbst wenn er durch eventuelle Kalamitaten keine Aussicht ans Entschädigung haben sollte, wofür ihm das Komitä seinen Dank ausgedrückt hat. Nächstens wird von dem Komitö eilt Aufruf an die Gemeinden und an die Lehrkörper versendet werden. Pest, im April. Hochwürdiger Herr Redakteur! Zn Ihrem vor zehn Jahren erschienenen und bereits zu literarischer Seltenheit gewordenen Buche — woselbst jene Arbeiten anfgezählt sind, die ans die Erklärung der heiligen Schrift besonders wichtigen Einfluß geübt haben — wird Rabbiner Dr. G. I. Blücher, damals Wadowitzer KreiSrabbiucr, als biblischer Kartograph verzeichnet. Seine./ biblische Karte erschien bereits in verschiedenen Formaten.; jetzt.erscheint. diMbe im größten Riesenformate als Wandkarte für Schulen. Seit mehr als ein Jahrzehend auf diesem Gebiete arbeitend, ist dieser Verfasser am meisten berufen, vom heutigen Standpunkte aus die vollkommenste Landkarte für die Bibel zu liefern und somit in den Schulen den betreffen, den Unterricht zu erleichtern und zu fördern. Zf. Pest, 28. April. Dem Schulbaufonde ist. wie ich gutem Bernehmen nach berichte, Seitens unsertS Herrn Präses Lünyi die Summe von tausend Gulden zugedacht. Es ist dies schon die fünfte bedeutendere Spende, die dem gedachten Fonde innerhalb weniger Wochen zugefloffen. Wenn uns nun die rege Theilnahme, dir diesem edlen Zwecke eingegengebracht wird, auf das Erfreulichste berührt, so berichten wir desto unlieber über ein Faktum weniger löblicher Natur, das übrigens jenen Lichtseiten eine desto schönere Folie bieten mag. Die Gemeindevorstehung hatte nämlich die Chevra Kabischa aufgefordert, einen Theil ihrer Kapitatlicn diesem Schulfonde zuzuwenden, wofür man die üblichen Zinsen mit jährlicher Amortiflrung des DarlelehenS und hypothekarischer Sicherheit bot. Da die Chevra Kadischa ihre Kapitalien doch nur in ähnlichen Papiere» anlegen kann, so Han» delt eS sich, wie man steht, hier um nichts weiter als eine Convertirung von 1864-er oder Pfandbricfpapiercn ,c. in Gemeinde-Pfandbriefe. Wer sollte nicht meinen, daß der ewähnte Verein mit größter Freude auf diesen Vorschlag eingeben Werve. umsomehr als er hierdurch das heilige Ziel der Zugendbildung mächtig unterstütze, ohne sich das geringste Opfer au fz ul egen? Es kam aber anverS, und das haben wir namentlich (fast ausschließlich) den eifrigen Bemühungen eines seiner Vorsteher zuzuschreiben, der trotzdem, daß er als Arzt zur intelligentcn Klasse gezählt zu werden ambitiouirt, sich doch nicht entblödet, der Verwirklichung jenes schönsten aller Gemeinzwecke mit einem F-anatismuö entgegenzuwirkcn, der einer bessern Sache würdig wäre. Jener Mann, an dessen jahrelange öffentliche Wirksamkeit sich auch nicht ein heilbringendes Moment, nicht eine dankbare Erinnerung knüpft, der im Jahre 1861 als Vertreter der Chevra Kadischa ebenso Front gegen die Hirschler'sche Verwaltung machte, - als er wenige Wochen darauf als provisorisch installirter Gemeindevorsteher wieder Partei gegen diesen Verein ergriff; derselbe Manu hat sich heule der traurigen Pflicht unterzogen, die Chevra Kadischa von einem ihrer schönsten Werke obzuhalten und so seine Mission in unserer Gemeinde zu erfüllen. Es ist uns zwar leid, hier das Feld der Persönlichkeiten zu berühren; aber da Wir zur Ehre der Mitglieder der heiligen Brüderschaft annchmen müssen, daß es der großen Mehrzahl derselben widerstrebe, einem!0 heiligen Zwecke hindernd iu den Weg zu treten, so müssen wir die ganze Last der Veraulwortuug aus die Schultern jenes Einen laden, der es nicht gescheut hat, dem v.rdammenden Nrtheil und der Entrüsinng der ganzen Gemeinde die Stirne zu bieten. DaS gute Werk wird doch zu Stande kommen, wie sich alles Gute trotz jeden Hindernisses noch immer Bahn gebrochen; der Chevra Kadischa wird aber der leidige Ruhm verbleiben, wvl für daS leibliche Wohl Verstorbener und Verwesender, nicht aber für die geistige Ent- Wicklung der Mitlebeuden, ihrer eigenen Kinder, Sorge getragen zu haben. -s- Arad, im April. Auf Antrag des um die hiesige Gemeinde und Schule hochverdienten Herrn Präses Josef Hirschmann ist nach eingcholtcr Genehmigung der hochlöbl. k. Oberstudiendircktion das ״Turnen" als obligater UnterrichtSgegenstand au der hiesigen Haupt-, Nnterreal- und Mädchenschule ausgenommen worden und nimmt dieser für die körperliche Entwicklung der Jugend höchst wichtige Unterricht bereits am 1. Mai seinen Anfang. Die Herren: Präses Hirschmann; Leopold Back; Leopold Brüll; Moriz Klei»; Adolf Lustig; Dr. El. Schußler und Philipp Spitzer waren bestrebt, selbst mit Zuschuß aus eigenen Mitteln eine den gesteigerten Anforderungen der Gegenwart in allen Beziehungen vollkommen entsprechende Turnschule eiuzurichten und der löbl. Gemeindevorstand hat angemessene Gehalte für einen Turn- .Hirt) zwei Hilfslehrer systemisirt. Möge die ungewöhnliche Opserwilligkeit der hiesigen sehr intelligenten und auf der Warte der Zeit stehenden Gemeinde würdige Nachahmung stnden und möge dieselbe noch lange des wolverdienten Glückes theilhaft werden mit der Devise ״Fortschritt" vielen andern Gemeinde» unseres geliebten Vaterlandes voranzuleuchteu.