Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 17 (25.4.1866)
- Date
- 1866-04-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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59 60 ten angeftigten, doch mindestens der amoräischen Zeit angehörenden 2. Theile des 12 Kapitels'ein gedrängtes, summarisches Verzeichniss der damals normal gewesenen Fastläge, die zugleich auf ihren Ursprung zu- TlickgefÜhrt werden. Simon Kahira hat einige Angaben in Hai. ged. ה׳ט״ב mit seiner notorischen Treue wörtlich dieser Quelle entlehnt; ja er muss, da er dieselben gesetzlich sanctionirt, ihr eine gleiche Autorität wie dem Talmud eingeräumt haben und wenn Grätz (Gesch. d. Jud. Bd. 4. 2. Ausg. S. 74, Anm. 1) für das Fasten am Montage und Donnerstage keine ältere hehr. Quelle als Simeon Kahira a. a. 0. anzugeben weiss, so hätte er diess ganz mit denselben Worten in dem in Rede stehenden Verzeichnisse finden können, dessen Uebergehen seinerseits uns um somehr wundern muss, als dieser scharfsinnige Geschichtsforscher die Fastenrolle selbst einer sehr eingehenden Kritik unterzogen hat. Die in dem Verzeichnisse die hihi. Zeit betreffenden Angaben dürfen wol nur mit grosser Vorsicht aufgenommen werden, doch ist denen, die in die darauffolgende Zeit fallen, der vollste Glaube beizumessen, da der redliehe Berichterstatter den Mangel an historischer Kenntüiss nicht verbirgt, sondern, wo ihm die Quellen abgingen, es unumwunden bekennt, wie dies eine daselbst befindliche Notiz beweist, die in folgenden Zeilen in’s Licht gesezt werden soll. ״Am 9. Tobet" lesen wir daselbst,;,(wird : gefastet), unsere Lehrer haben aber nicht aufgezeichnet, warum“ (בתשעה בו לא כתבו רבותינו על מה) dasselbe sagt Kahira a. a. 0. Seine beigefügte Angabe, dass an diesem Tage Esra und Nehemia gestorben seien, hat nichts für sich, trozdem hat ein Bussdichter des 13. Jhdts. der wahrscheinlich Josifja hiess '), ihr in einer für den Morgengottes־ dienst des 10. Tebet verfassten איכרה מציק beginnenden Selicha insoferne Ausdruck gegeben, als er darin des Todes Esra’s am 9. Tebet klagend gedenkt. Uebrigens bestreitet bereits Herzfeld (Gesch. d. V. Ist. II, 145) Kahira’s Annahme betreffs Nehemia’s, nur dass er sonderbarer Weise das ולא כתבי על מה רבותינו in Hai. Ged. übersieht und es als einen Zusatz in unserem Fastenkalender betrachtet. Abraham ihn Daud scheint ebenfalls Kahira’s Angabe keine Beachtung geschenkt oder sie gar nicht gekannt zu haben, wenn er in dem Buche der Tradition (in der Chronikensammlnng ed. Prag 1795 S. 51) sagt: ״Noch vor den Tagen unserer 's Dies geht .aus dem Akrostichon der Schluss- Strophe ....ירח ... ונשתו בררתי סשעתי עלה האומר .... hervor. In Zunz, Litern« urgeschichte der 8yn. Poösie, Uber die ich an inera anderen Orte spreche, fand ich nichts Näheres über dieses alphabetistiscbe Gedicht. alten Lehrer her besteht die Verordnung des Fastens am 9. Tebet, ohne dass man wusste warum, jezt wissen wir, dass sie vom heiligen Geiste inspirirt, den Tag vorher sahen [und als Fasttag bestimmten, an dem Josef b. Samuel Ha-Nagid starb (1064).] Soviel steht fest, dass man die Veranlassung zu diesem Fasttage vergessen hatte; dieselbe muss also in einem bedeutenden Factum einer früheren Zeit liegen. Dieses glaube ich in der Geburt Jesu gefunden zu haben, die an diesem Tage erfolgte. Schon die Kirchenväter sezen die Geburt Jesu bald auf 13. bald auf den 15, bald auf 11. Tebet (*9/ן׳*) (vgl. Clem. Alex, ström, ed. Oberthür I. p. 177; Epiphan. haer. 11. 15, 29 und d. Anm. das.); 1 aber der im 12. Jhdte. lebende Astronom Savasorda oder Abraham b. Chaja2), der mit Geistlieben Umgang pflegte, berichtet ausdrücklich nach christlichen Quellen, dass Jesus am 9. Tebet geboren wurde. □והוא נולד לדבריה דייגבר בשנת ג׳אלפים תש״סא לב״ע בכ״ה ימים מהרש דיעבר והוא יו□ תשעה בטבת שנת י״ה למחוור קצ״ח• Er sagt weiter, dass dieser Tag ein altchaldäisches Neujahrsfest war, (Sefer ha-Ibbur cd. Philippowsky S. 109); doch ist er den. Beweis dafür schuldig geblieben und wir können daher die Richtigkeit dieser Angäbe nicht näher prüfen. Dieser Fasttag ist mit der Zeit erloschen, entweder in Folge eines Christlichen Verbotes oder weil sich wegen des am folgenden Tage fortzusezenden Fastens dessen Unhaltbarkeit erwies. Der Vorabend des von der Kirche gefeierten Geburtsfestes Jesu (24. Dezember Abends) führte später bei den Juden den Namen ״Nitel“ (natalis nach der richtigen Erklärung, die ich zuerst aus dem Munde Rappoport’s hörte), ohne dass dabei auf das jtid. Datum Rücksicht genommen wurde. Dieser Tag wird bereits von Samuel b. Me'ir neben dem Neujahrsfeste als ein spezifisch zum Andenken Jesu eingesezter bezeichnet (Hag. Maim. H. Akum 9, 1, b; für קצ״ח ist wol קלנד calendae zu lesen). Isserlein berichtet in Terum. Had. Nr. 195, dass die Juden in manchen Städten am Neujahrstage den Herzogen und Geistlichen Geschenke zusendeten.בכמה עיירות נוהגים היהודים לשלוה דורנות לגלהים ושלטונים ביוסשמיני לני טל vgl. Mose Isserl’s zu Jor. deah 148, 11. כשמתהרשים להם השנה Beide bezeichneten den Vorabend des 25. December mit dem Namen ניטל• Wieso es kam, dass an diesem Abende in jüd. Schulen gefeiert wurde, kön- ן) Gelegenheitlick sei hier bemerkt, dass die ohnehin grammatisch unrichtige Aussprache des Namens ״ הייאChiia“ bei A. b. Ch. auch documentarisch unstatthaft ist. In dem Proöinium zu Sefar Ha-ibbur sagt er selbst ימנה עם זכייא אנרהם בר ך,יוא. (In der Zahl der Frommen wohn’ — Abraham, Chaja’s Sohn).