Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 17 (25.4.1866)
- Date
- 1866-04-25
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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57 de herbei. Wie man auf der Bühne einen Schauspieler ausstaffirt, so legten sie ihm die hohepriesterlichen Kleider an und unterrichteten ihn, was er zu thun habe. Heber dieses Schauspiel der Ünwürdigkeit, das ihnen mehr zum Scherze und Zeitvertreib diente, vergossen die übrigen Priester bittere Thränen, bis endlich die Anführer der Gegenpartei, darunter auch R. Simon ben Gamliel, das Volk ermuthigten, sich gegen diese Tyrannei zu erheben. So weit die Schilderung unsers altesten jüd. Geschichtschreibers, die uns einen klaren Einblick in die damaligen Verhältnisse, wie auch Aufschluss über obige Sifre-Stelle liefert. Während also R. Simon ben Gamliel ein heftiger Gegner von diesem letzten hohen Priester war, dem man wahrscheinlich seinen niedrigen Stand des Steinbrechens zum Vorwürfe machte, nimmt in obiger Stelle R. Chanina ben Gamliel seine Partei und sucht gleichsam seine Ehre zu retten. Zur talmudisclieii GeograpMe. Von Kreisrabbiner J. Wiesner. סקיסחן גזייתא וסקיסתן ברייתא (Joma 10; a). Segestan ein weites und ebenes Land im Norden der Wüste von F׳a1־s und im Osten von Chorassan (Herbelot bibl. Orient, p. 797). Die Segestaner waren ein unabhängiges kriegerisches Volk, erscheinen jedoch zuweilen als Bundesgenossen der Perser (s. Gibbon Geschichte d. Verfalls u. 8. w. . deutsch von Sporschil 8. 567). בשכר .ואכד זה בשכר (daselbst), vielleicht Vagharschabad die ehemalige Hauptstadt Armeniens, an der Stelle des heutigen Etschmiadzin. ״Vagharaschabad“, sagt Ritter (X. S. 015), ״war einst die berühmte Hauptstadt der altarmenischen Provinz Godaik oder Godakh, einer der 16 Distrikte der alten Provinz Araratia. Sie lag drei Stunden in West von Erivan am Ufer des Khasagh, d. i. der heutige Fluss von Etschmiadzin, der bei Russen und Türken Abaran oder Fluss Karpi heisst. König Tigranes H. setzte nach Mos. Khor. in Vagharschabab, wo schon ein bedeutender Marktort war, um das J. 100 v. Ohr. eine Juden-Kolonie an, welche vermuthlich als Getangene von den Medischen, am Chabonas, aus Nebuchodnossors Zeit, dahin geführt, bedeutenden Handel treiben mochte“. — Die jttdisehe Bevölkerung Vagharschabads, wurde, weil von dem Sitze der Gelehrsamkeit zu weit entfernt, -in religiösen Dingen für höchst unwissend gehalten (s. Sabbath 139. a). נופר .כלנה זה נופר נינפי (daselbst) wahrscheinlich Niffer eine im Alterthume sehr bedeutende Stadt Babyloniens, etwa 10 oder 12 Meilen südöstlich von Hillah. Layard hat in neuester Zeit die Ruinen Niffers besucht und gefunden, dass spätere Jahrhunderte die Ueberreste der alten Stadt grossen Theils zu 58 Grabstätten verwendet haben. ״Es ist schwer“, sagt er, ״einen sichern Schluss auf die Zeit zu machen, welcher diese Ueberreste angehören. Meiner Ansicht nach sind sie verhältnissmässig modern; das heisst, sie sind «einer Periode zuzutheilen, welcher der Fall des babylonischen Reiches vorausgeht, dass ist, vom zweiten oder ersten Jahrhundert vor Oh. bis zur Zeit der arabischen Invasion. Wenn die grossen Hügel von Niffer die Überreste einer babylonischen Stadt sind, was höchst wahrscheinlich ist, so is klar, dass sie durchaus zerstört und ihre Trümmer schon längst mit Erde bedeckt gewesen sein müssen, bevor ein nachher dasselbe Land bewohnendes Volk seine Todten auf denselben begraben konnte.“ Es scheint zu Niffer eine Stadt während der ersten Jahrhunderte der christlichen Aera gestanden zu haben, und es lässt sich vermuthen, dass dieselbe zum Theil auf den alten Ruinen, zum Theil um dieselben gestanden habe, so dass der Hügel selbst zur Nekropolis gedient hat. Daher die Särge Urnen und Menschengebeine, die in so geringer Tiefe unter der Oberfläche gefunden werden, während unter denselben die Grundmauern und Mauern der Gebäude sind.“ (La: yard Nineweh und Babylon 8. 560 u. ff.). רחובות עיר זר• פרת דמישן י (daselb&t) Perat Maissan. ״In der Gegend des heutigen Basra wird von Elias Damascen. ein Episkopat Dahestan angegeben, das Amru Dahemsan nennt, was richtiger Dost Misan heissen muss, denn dieselbe Gegend heisst Mesene,. deren Basra-Metropolis schon weit früher im J. 310 nach den syrischen Annalen angegeben wird, und daselbst die Metropolis der Nestorianer dyn Titel, ״Euphrates Pherat Mesene“ erhielt, was auch Perat Maiss-an oder Bosar heisst, übereinstimmend mit Abulfeda, der Maissan eine Gegend an der äussersten Grenze von Basra nennt; ein Name, der sich also aus der ältern griechischen Zeit noch bis in die arabische hinein geltend zu erhalten wusste“ (Ritter X. 8. 181.). אהימן בנר׳ ענת ׳ששי בנה אלוש .תלמי בנה תלבוש (daselbst), Anatha, Telbes (Thilutha) und Olabus (Haditha), sind Inselfestungen im Euphrat auf dem• Wege von Anah nach Hit (s. Ritter X. S. 143. XI. S. 727 und 733.). _ Historisclie Analekten.. . ■׳ ■ .1 Der Fasttag des 9. Tebet. Die unter den Namen ״Fastenrolle“ bereits in den Talmuden erwähnte älteste nachbiblische Chronik, welche bei der Kürze und Kargheit ihrer Daten doch reiche wie sichere historische Nachrichten und chronologische Stutzpunkte bietet, enthält in dem wohl spä- 4*