Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 17 (25.4.1866)
- Date
- 1866-04-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543175-2543192--4764-2548792- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
55 56 ist bereits gerettet, denn unmöglich kann der Herr die Tochter bei einer Sache verunglücken lassen, worin ihr frommer Vater sich um seine Mitmenschen so sehr verdient gemacht. Nun war besagter Nechunja einer der Temelverwalter (Schekalim 4, J) dessen Aufgae es war, ftir die Wallfahrer nach Jerusalern unterwegs Brunnen zu graben. Ebenso beweist der talmud.. Ausruf: Was nützt uns das Gebet des hohen Priesters um Regen, wenn R. Chanina ben Dosa es rückgängig machen kann, (Joma p. 53. Tanith p. 24) dass letzterer zur Zeit des Tempels gelebt, womit auch folgende Midraschstelle (Rabba Koheleth I) übereinstimmt. R. Chanina ben Dosa sah, wie alle Einwohner seines Wohnortes Opfer nach Jerusalem brachten. Dass aber derselbe als Schüler des R. Jochanan ben Sakai angegeben wird, ist leicht zu begreifen, da letzterer als Schüler von Hillel noch vor der Zerstörung des Tempels eine Lehrschule errichtet und Schüler ausgestellt hatte. (8. Gittin p. 66, a). Wir wollen nun nachweisen, dass auch obiger von Theophanes zitirter Name in der Familie der R. Garnfiel vorkömmt. Eine Stelle im Talmud (Jebamot'n p. 15, a.) lautet: Die Tochter des R. Gamliel war an dessen Bruder ״Abba" verheiratet, als dieser kinderlos starb, vollzog R. Gamliel die Leviratsehe an der zweiten Frau des Verstorbenen (צרח בתי). Ob hier R. Gamliel I. oder II. gemeint ist aus der Stelle nicht zu ersehen; jedenfalls finden wir den Namen Abbä-Abiba in ihrem Hause im Gebrauche. Nehmen wir an, dass hier von R. Gamliel I. die Rede, so ist es wahrscheinlieh, dass der aus dieser Leviratsehe erzeugte Sohn nach dem Wortlaute der Schrift (V. M. 25, 6.) ebenfalls Abba'geheissen, obzwar dies nach der Interpretation des Talmud (Jeb. p. 24, b) nicht vonnöthen, so ist es aber auch nicht verboten. In dieser Ansicht bekräftigt uns besonders folgende Stelle zu Ende Sota: R. Simon ben Gamliel sagt: Tausend Jtinglinge lebten in meinem väterlichen Hause, 500 lernten das Gesetz und 500 studirten in griech. Weisheit, von all diesen blieben blos übrig, ich hier und ein Verwandter in Asien (ובן אהי אבא בעסי). Dass hier von R. Simon dem Märtyrer, Sohne von R. Gamliel I. die Rede, bemerken schön die»Tossaphoth (Aboda-Sara p. 32, a: אבל). Ich möchte jedoch diese Stelle Übersetzen wie folgt: Ich hier und der Sohn meines Bruders ״Abba“ (בן אהי ששמו אבא) in Asien, ähnlich gibt schon Raschi die Stelle:.מודה אבא הלפחא,אבא ששמו הלסתא .בכורוח ,בו,ע״ב Es wäre daraus ersichtlich, dass R. Gamliel I. sowohl einen Bruder als auch einen Sohn Namens ״Abba“ hatte. Vergl. Beza p. 22, b. אמר ר״א ב״ץ. Schliesslich wollen wir noch eine Stelle des Sifre (Abschnitt אמור) genauer untersueben, weil sie uns echt historisch zu sein scheint. Da mir jedoch der Sifre nicht zu Gebote steht, so will ich dieselbe nach der Tossephta (Joma I.) und dem Jalkut (zu IEL M. 21, 10.) zitiren. Dieselbe lautet: Man erzählt vonPinhas, dem Chabitäer (Tossephta: איש חביתי; Jalkut hingegen: איש אפתא. welche Leseart, wie׳ wir sehen werden, die allein richtige ist), als das Loos ihm zufiel, hoher Priester zu werden, suchten ihn die Tempelverwalter auf und fanden ihn, dass er Steine aushaute x sie füllten den Steinbruch mit Goldstücken für ihn. Hierauf sagte * R. Chanina ben Gamliel: Wahrlich er war kein Steinbrecher, da er uns verschwägert gewesen (הוחנינו היה), sondern sie fanden ihn, als er das Feld bebaute, wie dies beim Propheten Elischa (I. König 19, 19) der Fall war. Wer war dieser hohe Priester Pinhas? Kömmt im Talmud irgendwo vor, dass die Würde des hohen Priesters durch das . Loos ertheilt worden ist? Warum trat R. Chanina so eifrig auf, welchen Tadel wollte er entkräften? Wir werden jedoch sehen, dass diese Stelle echt historisch ist. Jos. (Ant. 1. 20. c. 10) bringt als letzten hohen Priester zur Zeit der Tempelzerstörung einen gewissen Phanas. In seinem Buche ״über die Kriege der Juden“ (1. 4. c. 3) schildert er die Wahl dieses hohen Priesters ausführlicher. Es war nach der Eroberung Giskala’s durch die Römer, als Johann, der Anführer der Zeloten, nach Jerusalem sich flüchtete. Hier hetfcte er die Juden zum Kriege gegen die Römer auf und es gesellte sich zu ihm von Aussen allerlei Gesindel, unter dem Namen Slkarier-Räuber bekannt. Diese Partei bemächtigte sich auch des Tempels, den sie in eine feste Burg umgestaltete, es entstand ein förmlicher Bürgerkrieg in Jerusalem. Einerseits standen die friedfertigen Optimaten an deren Spitze Gorion ben Josef, Simon ben Gamliel und Ananus, der älteste der hohen Priester waren; auf der andern Seite war Johann mit seiner Tempelpartei. Diese letztere ging so weit, dass sie sich die Macht zueignete, einen hohen Priester zu wählen und sie fügte zur Gewalt Spott hinzu, indem sie auf eine alte Tradition sich berufend diese höchste Würde durch das Loos zu vergeben suchte. Hierauf holte man eine Priesterfamilie, Namens Einachim, herbei und liess loosen wer aus derselben hoher Priester werden sollte. Das Schicksal wollte, dass das Loos so ausfiel, um die ganze Schändlichkeit dieser Partei blos zu stellen. Das Loos fiel auf einen gewissen Phanas, Sohn des Samuel, aus dem Dorfe ״Aphtha.“ Dieser war ein Mann, nicht blos dieses hohen Amtes unwürdig, sondern der gar keinen Begriff vom Priesteramte hatte, er war eine ganz bäuerliche Natur und man brachte ihn ohne seine Einwilligung vom Lan-