Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-04-25 · 17 (25.4.1866) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
17 (25.4.1866)
Date
1866-04-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543192--4763-2548791
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Beilage zu ״Ben Chananja“ Nro 17. 1866. 1866. FORSCttWS«» Nr. 4. des wissenschaftlich-talmudisehen Vereins. Dem Vereine sind bis znm 15. d. M. beigetreten die Herren: Simon Bacher in Koos. A. Harkavy in St. Petersburg. Rabb. Dr. M. Joel in Breslau. Markus Plungiansky, Oberlehrer an der Rabbinerschule in Wilna. Rabb. A. Roth in Siklös. Rabb. Prof. Lelio della Torre in Padua. Rabb. Wollner, Relig. Lehrer und Schuldirektor in Wieselburg. Heber die Familie des Patriarchen, E. Ganüiel I. oder des Aeltern הזקן• Von Oberrabbiner Dr. Zipser in Rechnitz. . In Nr. 24, Jahrgang 1865 dieser gesch. Blätter wird von Dr. Harkavy aus Petersburg eine Stelle des Theophanes aus Byzanz zitirt, aus der hervorgeht, dass R. Gamlielhasaken, angeblicher Lehrer des Apostels Paulus, einen Sohn Namens Abibo hatte. Es wird nun die Frage gestellt, ob diese Angäbe als historisch zu betrachten sei, da im Talmud blös eines Sohnes dieses Patriarchen, des Märtyres R. Simeon, erwähnt wird; der Fragesteller glaubt in einer talm. Stelle, (Berachoth p. 34, b.), wo von der Erkrankung eines unbenannten Sohnes des R. Gamliel die Rede ist und wegen dessen Heilung an R. Chanina ben Dosa geschickt wurde, obigen Abibo zu vermuthen, denn wäre hier R. Simeon gemeint, so würde der Talmud es gewiss nicht unterlassen haben, denselben namentlich zu erwähnen. Der gelehrte Orienta-!ist, Herr Adolf Neubauer, ist aber der Meinung, dass Abibo nichts anderes als eine Corruption von Akiba sei. Herr Prof. Stössel, (Beilage zu ״B. Ch." Nr. 5 d. J.) gibt zwar zu* dass R. Gamliel I. noch einen zweiten Soün, Namens Chanina gehabt, und dass vielleicht aus Chanina in corrupter Schreibweise Chabibo geworden, behauptet jedoch, dass in obiger Talmudstelle, wo R. Chanina ben Dosa vorkömmt und als Schüler des R. Jochanan ben Sakai angegeben wird, nur R. Gamliel H., Patriarch zu Jahne, gemeint werden kann. Wir wollen jedoch nach weisen, dass in besagter Talmudstelle R. Gamliel I. zu verstehen, wie auch, dass in dieser Patriarchen־ Familie obiger von Theophanes angegebener Name wirklich vorkömmt. Es ist zu bemer־. ken, dass hier zwar das Epitheton ׳הזקן welches gewöhnlich R. Gamliel I. beigelegt wird, - fehlt, woraus die Tossaphoth (Nida p. 6. b., Schlagw. בשפחתו) den Schluss ziehen, dass in solchen Fällen stets nur von R. Gamliel H. die Rede sei; ferner geht aus einer andern Stelle der Tossaphoth (Aboda-sara p. 23, a Schlagw. אבל) hervor, dass R. Simeon ben Gamliel I. oder der Märtyrer, gar keinen Bruder gehabt. Gegen diese, wie auch gegen obige Einwendung des Herrn Stössel habe ich folgende Bemerkungen zu machen. Im Talmud (Pessachim p. 88, b.) kommt folgende Erzählung vor: Ein Königspaar hegte Zweifel in Betreff des Passahlammes; der König liess hierüber die Anfrage bei der Königin, diese wieder bei R. Gamliel machen, worauf der Talmud die Bemerkung macht: Sieh, wie die ganze königl. Tafel vom Ausspruche des R. Gamliel abhängig war. Dass hier kein anderer als R. Gamliel I. gemeint, obwohl das Epitheton הזקן fehlt, wird jeder Sachkunge von selbst einsehen. Als zweiter Beleg diene folgende Stelle aus dem jerusalemitischen Talmud (Sanhendrin C. I. p. 18, d.) wo es heisst: R. Gamliel und die Aeltesten sassen auf dem Tempelberg, vor ihnen der Schreiber Jochanan, dem R. Gamliel folgendes Sendschreiben dictirte: An unsere Brüder, die Gefangenen in Babylon, in Medien und Griechenland hoher Friede. Wir machen euch bekannt, dass die diesjährigen Lämmer noch zart, die Tauben noch nicht befiedert, wie überhaupt die Frühlingszeit noch nicht angekommen; daher es mir und meinen Genossen gefiel, dieses Jahr mit 30 Tagen zu verlängern. Dass auch hier nur R. Gamliel I. gemeint sein kann, sieht wohl jeder leicht ein. Dass aber R. Chanina ben Dosa vor der Zerstörung des Tempels nicht blos existirt, sondern als ansehnlicher frommer Mann bereits gegolten, ist aus mehrern Stellen zu ersehen. Die Tochter des Brunnengräbers Nechunja, lautet eine Stelle im Talmud (B. BTama p. 50. Jebamoth p. 121, b.) fiel in eine tiefe Versenkung; man machte es R. Chanina ben Dosa bekannt, nach Ablauf von drei Stunden äusserte sich derselbe: Wahrlich sie 4

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.