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Ben Chananja · 1866-04-25 · 17 (25.4.1866) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
17 (25.4.1866)
Date
1866-04-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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319 320 herbeiführt. Desgleichen ist eine gewisse Abhärtung, welche einem raschen Temperaturwechsel widersteht, sehr rathsam, denn selten ist Jemand so leicht der Erkältung der AthmungSorgane ausgesetzt, wie der Prediger. Dies möchte in der Kürze fast alles sein, was ich an dem wichtigsten Medium des Redners, an der Stimme, zu sagen hätte. Mit einem solchen Organ, wie es da beschrieben wurde, ausgerüstet, wird es dem Prediger leicht sein, daö, was ich die körperliche Schönheit des Vortrages nennen möchte, anzustreben und zu erreichen. Der Werth und die Nothwendigkeit wenigstens eines gewissen Grades dieser Schönheit im Vortrage darf nicht unterschätzt werden. Da sich unser ganzer Gottesdienst allmälig von allem Geschmackwidrigen losgesagt hat, warum sollten gerade in der Predigt, diesem Haupttheil unseres öffentlichen Kultus, die Schönheitsgesetze gänzlich unbeachtet bleiben? — Es wird immer mehr zur Geltung kommen, daß diejenigen, welchen die Natur eine entsprechende Stimme versagt hat, vom Berufe des Predigers sich ferne halten werden. Gibt eS doch der wissenschaftlichen Gebiete so viele, daß begabte Geister einen fruchtbaren Boden für ihre Thätigkeit, einen Wirkungskreis für ihr Leben finden können! Aber das größte Unrecht, ja eine unverzeihliche Versündignng an seinem heiligen Amte begeht der Prediger, welcher mit allen natürlichen Mitteln ausgestattet, dieselben schonungslos vernachlässigt. Von einem solchen kann dann in weiterer Anwendung mit den Worten der Schrift gesagt werden: ״Alles, woran ein Fehlerhafter, lasse er lieberundargebracht, denn es würde ihm nicht zum Wohlgefallen dienen." L L r r e s p o « d en ). Inland. 8. K. Szegodin, 19. April. Einem mir vorliegenden authentischen Schreiben entnehme ich die -Nachricht, daß unser Landsmann und Glaubenöbruber, der Violinvirtuose Leop. Auer aus VeSprim, von dem Könige von Preußen die filberne Medaille für Kunst und Wissenschaft erhalten hat. Er ist k. Musikmeister in Düsseldorf. Am 6. März d. I. spielte Herr Auer bei einer Soireö des Baron Sina mit vielem Beifalle. Am 23. spielte er berm Weimarischen Hose. Im Laufe dieses Sommers wird er sich in London und iu der Heimat hören lassen. Seine Schwester berechtigt ebenfalls zu schönen musikalischen Erwartungen. * Miskolez, 20. April. Wer im Verlaufe dieser Woche dir Straßen unserer Stadt durchzog, glaubte nichts anderes, als daß Hauuibal anle portas sei, und daß man Barrikaden errichten wolle. Daö war ein Stürmen, Drängen und Laufen und Rennen, die eine Partei kam, als die andere ging, die eine beschwichtigte, die andere tobte. die eine klagte an, die andere wehrte und vertheidigte sich, bis endlich unser weiser und gerechter Herr erster Vizegespan beiden Parteien den wohlgemeinten Rath ertheilte, Persuche zu einer Verständigung, zu einem beide Parteien zufriedenstellenden Ausgleiche zu machen. Es wurden zn diesem Behuse 20 theilS Vorstands-, theilö Gemeindemitglieder, je 10 aus einem Lager gewählt, die Mittwoch 18. April in dieser Angelegenheit ihre erste Berathung pflogen. Das Resultat derselben ist, daß bis auf zwei Mitglieder des Ausgleichskomitös alle übrigen sich über folgende 7 Punkte einigten: 1) Daß das neuerbaute Gotteshaus fortan nicht mehr Chortempel, sondern ״neuer Tempel" genannt werde. 2) Daß der Kantor von uun an diesen Namen mit dem eines ״Vorbeters״ umzutanschen habe und den hebräischen Tert in ״gewohnter Weise" auösprechen müsse. 3) Daß der Vorbeter während seiner Funktion nicht mit zusam» mengerolltem, sondern bis übers Knie heruntergelassenem Talith vor dem Betpulte stehen müsse. 4) Daß das Chorpersonale zwar wie bisher sortbestehen dürfejedoch bezüglich des Lalith sich genau nach dem Vorbeter richten müsse und aller unnützen und nicht ausdrücklich vorgeschriebenen Verbeugungen sich enthalten müsse. 5) Daß das laute Beten Niemandem untersagt oder verboten 6) Daß SulzerS ״Schir Zion" einer genauen Prüfung unterzogen werde, ob es keine Schirr Ackum oder diesen ähnliche Piecen enthalte. 6. Despvim, 20. April. Die hiesige RabbinatSongelegenheit ist nunmehr endgiltig entschieden. Die Aufkündigung ist behördlich annullirt, und der Rabbiner bleibt in Amt und Würde. Dagegen wurde in Betreff der GehaltSreduklion dem ursprünglichen Vorschläge der Gemeinde Rechnung getragen. Die durch den journalistischen Lärm hervorgerufene Verstimmung ist in diesem Augenblicke noch nicht geschwunden, es unterliegt aber keinem Zweifel, daß die entente cordiale zwischen dem Hirten und seiner ganzen Herde in kurzer Zeit hergestellt sein wird. I?. Prag, 19. April. Herr Rabb. Dr. Hübsch hat eine sehr glänzende Vokation nach New.Uork erhalten. Seine zahlreichen Verehrec hoffen, daß er dieselbe nicht annehmen werde. p. Lemberg, 17 April. Die hiesigen Juden werden Sr. Majestät dem Kaiser ein Memorandum überreichen, um die Uebelstäude, die sic drücken, zu beseitigen. Merkwürdiger Weise sehen in hiesiger Stadt viele Christen nicht ein, daß ihre Söhne oder Enkel sich des unduldsamen und engherzigen Vorgehens ihrer Väter werden schämen müssen. Wohlthiitigkeit un- Wohlthiitigkertsanstalten. Jerusalem, 5. April. Skr Moses Montefiore hat vor dem Eingänge der ersten und letzten Festlage an die Armen Fleisch und Wein vertheilen lassen. Dr. B. Neumann, dessen Verdienste in Rr. 42 v. I. des ״B. Ch." hervorgchobeu wurden, ist zur ungetheilten Freude der ganzen jüdischen Bevölkerung wieder zum Arzte des Roth- Ichild'schen Spitals ernannt-worden. G. Schlank. . Montipelli, im April.׳ Herr Rabbiner Servi hat zu Gunsten der Hinterbliebenen Luzzatto's eine Subskription angeregt, welche mit günstigem Erfolge vor sich geht. (Ed. isi.) Paris , im April. Aus Anregung des Herrn Alfouö P ereira, Direktors der anglo-italiänischen Bank, haben sich in Mailand neue Mitglieder der Alliance israelite universelle angeschlossen. Außerdem erfolgten nachstebende neue Beitrittserklärungen: in Griechenland 22, in Rocester iu Nordamerika 45, in Kopenhagen 150. Livorno, im April. Die hiesige Stadtgemeinde hat von dem Baron Abraham Franchetti ein Haus gekauft und demselben als Kaufschilling eine jährliche Rente von 10.000 Liren gesichert. Der Verkäufer hat die Hälfte dieser Rente dem städtischen, die Hälfte dem jüd. Spitale lcgirt. (Ed. 18r.) Paris, im April. Herr Levi Consolo hat dem hiesigen Talmudvereine fünfzigtausend Franks legirt. Der Verein zur gegenseitigen Unterstützung — die Kinder JasetS — hat seinen Jahresbericht veröffentlicht. Einnahmen: .18.111 Fr.; Ausgaben: 16.251 Fr. Aktivstand des Vereins: 30.621 Fr. (Arch. isr.) Ans der Schweiz, im April. Der jüdische Ku ltnrv erein hat seinen Jahresbeitrag von 10 auf 2 Frank jährlich herabgesetzt, weil dadurch eine größere Theilnahme zu erwarten steht. Die einheimischen Israeliten zählen ungefähr 1900 Seelen; die Zahl der Fremden belauft sich auf ungefähr 1300 Seelen. Der Kulturverein zählt in Genf allein 450 Mitglieder. (Arch. isr.) Wann wird sich das ungarische Israel eines solchen Vereines rühmen können? Kr. Pest, 20. April. Unter jenen Damen, denen es zu danken ist, daß unser wohlthätige Frauenverein sich sobald einer großen Popularitäl erfreut, verdient auch Frau Oberrabbinerin Meiiel mit Auerkennung genannt zu werden, indem sie, der Aufforderung der Ausschußdamen mit besonderer Freundlichkeit entgegenkommend, sich dem müdevollen Geschäfte des Mitgltedersammelns mit größter Bereitwilligkeit unterzog. Hie und da trafen diese Damen auch auf solche Hausfrauen, die ihren Nichtbeitritt damit zu motiviren suchten, daß der Separatis- «US jetzt nicht mehr Noth thue und man sich dem hier bestehendeu

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