Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 41 (15.11.1866)
- Date
- 1866-11-15
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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121 122 als religiöses Prinzip aufstellten, dass der Mensch neben Gott, dem höchsten Wesen, keinem andern Menschen, selbst unter Lebensgefahr, sich unterwerfen darf. Diese Partei, bekannt unter dem Namen der Zeloten (קנאים,), wurde von den zwei Anführern, Judas aus Gamala und Zaduk, dem Pharisäer, wahrscheinlich demjenigen, den R. Jochanan ben Sakai nach der Zerstörung Jerusalems durch seine Fürsprache bei Titus rettete,• gebildet, und theilte sich in eine jerusalemitische und galiläische ein. An der Spitze der ersten Abtheilung stand während der Belagerung Eleasar ben Ananiäs, an der der zweiten Jochanan aus Giskala, zu diesen kam .noch eine dritte Partei, die Sikarier, unter Simon ben Gorias. Diese drei Parteien, deren Anführer nach der alleinigen Leitung der öffentlichen Augelegenheiten siebten, anstatt gemeinschaftlich den Feind nach Aussen zu bekämpfen, zerfleischten sich gegenseitig. Zum Uebermass des• Verderbens ging Jochanan aus Giskala, der,, in der Mitte stehend, sich von beiden Seiten angegriffen sah, so weit, dass er die in der Stadt befindlichen Vorrathskammern in Brand steckte, wodurch alles vorhandene Korn vernichtet wurde, das für eine mehrjährige Belagerung, hinreichend gewesen wäre. (Krieg. V. c; 2, 4). Vergleichen wir unsere bereits angefiihrten Stellen mit einander, so geht daraus klar hervor, dass jener Schwestersohn des R. Jochanan ben Sakai, Namens Ben-Batiach, kein anderer als der so berühmt gewordene Vertheidiger Jerusalems, Jochanan aus Giskala, der Erzfeind von Josefüs gewesen. Dass derselbe eine kopfgrosse Faust besessen, stimmt auch mit den Beidenthaten überein, die ei׳ in diesem Kriege geübt. Nur nennt ihn der Talmud irrtbümlich ״Abba-Sikra״, da er nicht bei den Sikariern, sondern bei den Zeloten Führer und Leiter gewesen. Josefus nennt ihn zwar ״Ben Lewi“, indess kann Batiach (vielleicht ßomr^g=Rinclerhirt) der griechische Beiname gewesen sein. 5. Dass Ödenat, der berühmteste Feldherr seiner Zeit und später Mit-Kaiser des römisehen Reiches, der nebst seiner Frau, der nicht minder berühmten Kaiserin Zinobe, sich sogar zum Judenthume bekannt haben sollte, (Athen. Sollt, p. 857. Abulfar. p. 81), nicht unter dem bald als Räuberhäuptling, bald als Regent bezeichneten ״Ben Nezer“ (Ket. p. 51, b) gemeint werden konnte, (S. Beilage zum B. Oh. Nr. 17. 8. 61), hat schon Jost (Geschichte des Judenthums und seiner 86kten II 8. 145) bemerkt. Meine Ansicht darüber ist folgende: Gegen Mitte des dritten Jahrhunderts entstand eine Menge von Usurpatoren, bekannt unter dem Namen der 30 Tyrannen, im römischen Reiche, die meistens gegen die persische Obermacht in Asien kämpften. Ein solcher Usurpator, den der Talmud deshalb als Gegensatz zu einem rechtmassigen Regenten Räüberfiäuptling (לסטים) nennt, mochte bei einem Einfalle in Persien als Bekenner des Christenthums (נדצר־י—פן נצר S. Matth. 2, 23) aus Religionshass die jüdisehe Akademie zu Nehardea zerstört haben. Könnten wir die angebliche Zeitepoche dieser. Zerstörung mit einem Jahrzehnt (Statt יהי לאלף ה׳ die Zahl 248—ה לאלף ה׳) zurücklegen, so hätten wir in dem Usurpator, Kaiser Philip.- pus, (woraus leicht ספוס entstanden sein mag), ein treffliches Individuum für unsern Ben Nezer. Derselbe, aus Bozra gebürtig, war der Sohn eines Räuberhäuptlings (Gord. Vit. p. 163. Zonar p. 220), und soll nach der Behauptung vieler Kirchenväter der eröte römisehe Kaiser gewesen sein, der öffentlich zum Christenthume sich bekannte. Ein anderer Usurpator, der im Jahre 248 die asiatischen Provinzen gegen die Römer aufreizte und sich als Kaiser ausrufen liess, führte den Namen Papien. Die Theilnalmie der palästinischen Juden an dem Aufstande ihrer Glaubensgenossen in Aegypten und Kyrene gegen Trajan. Die Thatsache von aufständischen Bewegungen in Palästina zu Ende von Trajans und im Anfänge von Hadrians Regierungszeit ist nur durch die dürftige und unklare Angabe Spartian’s (in Hadr. e. 5) ״Lycia denique ae Palästina . animos rebelles efferebant“ authentisch bezeugt; von jüdischen Quellen wurde bis jetzt nur der Bericht von der grossen Volksversammmlung in Bet-Rimmon wegen der kaiserlichen Verordnung, dass der Tempel nicht ganz auf derselben Stelle oder in der vorschriftsgemässen Grösse erbaut werden dürfe und darin besonders der Passus )בעיי