Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 41 (15.11.1866)
- Date
- 1866-11-15
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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119 120 Frevel, schliesst Jos., waren es auch, wesshalb der Herr die Römer über uns schickte, damit die Stadt durch Feuer gereinigt, wir aber durch harte Sklaverei weiser gemacht werden. Dieser Doras, der bei den Sikariern so vielen Einfluss gehabt und vielleicht auch ihr Häuptling gewesen, scheint nach meiner Ansicht unter obigem דורסא p gemeint zu sein. 2. Im Talmud (Kethuboth p. 47) wird über die Frauen von verurteilten Räubern, verhandelt, als Beispiel wird die Frau des בז דינאי angeführt; in der Mischna (Sota p. 47) wird er ״Eleasar ben Dinai“ genannt und hinzugeftigt, dass in Folge seiner vielen Mordthaten die Institution von עגלה ערופה aufgehoben wurde. Noch wird in einer andern Mischna (Kelim 5, 10) eine besondere Gattung nach arabischer Weise in der Erde gegrabener Backöfen erwähnt, deren sich dieser Räuber bedient haben sollte. Besagter Räuberhäuptling existirte zu gleicher Zeit mit obigem Doras. Jos. (Ant. XX. c. 6. Krieg. II. c. 12, 4) äussert sich über ihn wie folgt. Bei einer Gelegenheit, als die jüdischen Einwohner von Galiläa zur Festzeit nach Jerusalem wallfahrten und durch das Land der Samaritaner zogen, wurde Einer ihrer Leute durch die letztern erschlagen. Der römische Statthalter Cumanus, durch Geschenke bestochen, versagte jede Genugthuung. Die Juden, denen der Räuberhäuptling Eleasar ben Dineus, der längere Zeit in den Gebirgen sich auf hielt, und ein anderer Namens Alexander zu Hilfe herbeieilten, plünderten viele Dörfer der Samaritaner. Felix aber, Nachfolger des Cumanus, wusste Eleasar durch Verrätherei, indem er ihm völlige Freiheit versprach, in seine. Hand zu bekommen und schickte ihn nach Rom. In seinem Buche über die jüdischen Kriege (II. c. 13, 2) schreibt Jos. darüber Folgendes : Dieser Felix nahm den Erzräuber Eleasar und viele seiner Genossen, die das Land über 20 Jahre verwüsteten, lebendig gefangen, und lieferte sie nach Rom aus. Diese Schilderung stimmt ganz mit obiger Angabe des Talmud (Sota p. 47) tiberein. 3. Und 4. In einer Mischna (Kelim 17, 12) wird ein Mass durch die Menschenfaust bezeichnet und beigefügt, dass hier die Faust des ״Ben-Batiach“ gemeint, darauf erklärt R. Jo 886, dass diese wie ein grosser Menschenkopf gewesen. Wer war dieser Ben-Batiach? Raischi (Bechoroth p. .37, b) erklärt einfach, dass er sehr beleibt (איש בעל בשר) gewesen. Wir glauben jedoeh, in demselben eine sehr bekannte Persönlichkeit zu finden. Im Talmud (Gittin p. 55, a) wird von einem Oberhaupte der Sikarier (אבא סיקרא), Anführer des Räubergesindels ■(רישבריוני*) erzählt, dass er ein Schwestersohn des R. Jochanan ben Sakai gewesen und letzterem auch zu seiner Rettung aus dem belagerten Jerusalem verholten. Näheres über diesen Aba-Sikra wird nicht am gegeben. In Midrasch-Rabba (zu Klägel. 1, 5) wird aber sein Name angegeben und heisst es daselbst wie folgt: Während der Belagerung Jerusalems befand sich daselbst Ben- Batiach, der Schwestersohn von R. Jochanan ben Sakai, der über die Vorrathskammern ge-;setzt war und die er alle verkommen liess; Als R. Jochanan dies hörte, rief er ״Weh“ aus. Man hinterbrachte dies an Ben-Batiach, der seinen Oheim zur Rede stellte, dieser 16dete sich damit aus, dass er nicht ein Jammergeschrei-(ווי), sondern . einen Freudenruf (וה) ausgestossen, weil man sich nun doch einmal zum Kriege wird entschlossen mü.ssen. Dieses Quiproquo rettete R.׳ Jochanan das Leben. Hierauf wird obige Befreiung R. Jochanans aus Jerusalem mitgetheilt, wozu ihm benannter Schwestersohn Ben-Batiach• verhelfen, wie im Talmud. Wir wissen also, dass Ben- Batiach ein so naher Verwandter des in der jüdischen Religionslehre so berühmten R. Jochanan ben Sakai gewesen. Um jedoch noch Näheres über unsern Ben-Batiach zu erfahren, müssen wir unsere Zuflucht zu Josefus nehmen. Bevor die jüdisch-römischen Kriege entstanden , erzählt derselbe. (Ant. XVIII. c.. 3), kam zu. den im Judenthume bereits vorhandenen drei Sekten der Pharisäer, Saduzäer und Essäer noch eine vierte Partei hinzu, die zwar in rein religiösen Dingen au die Pharisäer sich anschloss, aber in politischer Beziehung eine eigene Klasse bildete. Es war ein Bund von demokratischen Fanatikern, die *) Dieses Wort, gibt ltaschi (Borachotb;10, a., .'Tauith 23, b., Sauhedrin 37) mit': פריצים . בורים ע" הא; wahrscheinlicher aber soll es ״ ב!—יזגיGriechohsohn“ heissen und wird darunter ״Proletarier“, ״Räubergesindel“ verstanden, in Folge der grossen Gehässigkeit der damaligen Griechen gegen die Juden.