Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 41 (15.11.1866)
- Date
- 1866-11-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Forschungen des wisscnschaftlieh-talinndisclicii Vereins. Nr. 8.' 1 (Beilage zu ״Ben Chananja“ Nr. 41). ׳• Dem Vereine ist Ms zum 15. 'ä. M. neuerdings Mgatreten:• . Herr Derenbourg in Paris. Historisclie Skizzen aus dem Talmud. . 1;• ־. Die zwei mythischen Personen ״Kamza und Bar- Kamza.“ - . Von Oberrabbiner Dr. Zipser {Schluss,) . Wie sehr aber Anariias ein Freund der;Römer gewesen und bei ihnen in besonderer Gunstgestanden, ist aus einer anderen Stelle (Ant. XX. c. 9. §. 3) zu ersehen, wonach •die Sikarier., so oft ihnen von den Römern Gefangene abgenommen worden, sich der Hausleüte des Ananias zu bemächtigen suchten und• sie nicht ־ eher freiliessen, bis. Ananias die Befreiung, der Sikarier bewirkt, was ■ er .auch stets erlangte. Josefus nennt ferner unsern Ananias ״Sohn des Nebedius.“ Sollte etwa dieser mit dem Hohenpriester p pniי נרביאי (Pessaebim‘ p. 57, a) ׳identisch sein? Vergleichen wir diese Talmudstelle, wo über die vier hohenpriesterlichen Familien wegen der Hab- und Raubsucht ihrer Dienerschaft so heftig geklagt wird, mit einer andern Stelle (Cholin p. 65, a), wo vier Gattungen Heuschrecken, unter denen eine Art יוהנא''ירושלמית, Vorkommen; so scheint daraus hervorzugehen, dass ״Kamza“ und ״Jochna Jeruschälmith“ nur eine satyrische Anspielung auf obigen Hohenpriester sei, Aehnlich mag es sich auch mit der Benennung ״Cantkaris“ (was Landau auch sub v. 1קסרפ fälschlich mit ״Cithira“ gibt) verhalten, da dieses griechische Won'• ״Kornkäfer“ bedeutet. Wenn ferner in der Mischna (Para III. 5) unter den Hohenpriestern, die eine Kuh (ס״א) verbrannten, Einer mit dem Namen הגמל המצרי genannt wird, so kann hierunter kein anderer, als Bötbus, Gross-Schwiegervater . von Herodes, gemeint sein; der nach Jos., (Ant. XV, c. 9, §. 3) ein Alexandriner gewesen und der durch diese Verschwägerung• nicht blos seine Söhne mit dem hohenpriesterlichen Amte bekleidet sah sondern auch selbst zu dieser hohen Würde erhoben wurde (Ant. XIX. c, 6, §. 2). Könnte also הגמל המצרי nicht ebenfalls die ״egyptische Heuschrecke“ (Ps. 78', 47׳), wie יותנא ירושלמית die ״jerusalemitische“ bedeuten? Diese vier Namen Kamza, Chanamel , Jochna und Cantheris dürften wol keine .zufälligen Benennungen gewesen, sein. II. Ueber die Ränberhäuptllnge: בן ׳רורסאי , דינ^י נצר [• ‘p. בן■ בטיח׳ אבא שיקרא.• 1. Dem Räuberhäuptling Ben-Dorsai wird im Talmud (Sabbath p. 20, 36; Aboda sära p 38) die Eigenschaft beigelegt, dass er nur zum Drittheil gekochte Speisen verzehrte. Wer er aber gewesen und zu welcher Zeit er ex i stirt, wird nicht angegeben. Nach meiner Am sicht lebte derselbe zur Zeit, als die jüdischrömischen Kriege begonnen und hat er die Erhaltung seines Namens dem zu verdanken, dass er Mörder des Hohenpriesters Jonathan gewesen. Josefus (Krieg II. c. 13, §. 6) theilt uns darüber Folgendes mit. Zur Zeit, als Felix Statthalter von Judäa war, entstand eine neue Art von Räubern in Jerusalem, Sikarier genannt, die die Menschen bei hollem Tage und in der Mitte der Stadt ermordeten; besonders geschah dies an Festtagen, wo sie sieh unter die Menge schlichen und da mit unter den Gewändern verborgenen Dolchen (sica) ihre. Gegner erstachen. Ja, sobald eine Mordthät geschehen, stellten sich diese Räuber voll Widerwillens über diesen Frevel, um nicht entdeckt zu werden. Der erste, der durch sie ermordet würde, war der Hohepriester Jonathan, welches Schicksal nach ihm viele Andere erlitten. In einer andern Stelle (Ant. XX. c. 8, 5) schildert Jos. diese Ermordung ausführlicher. Felix, lauten seine Worte, war. .gegen Jonathan aufgebracht, weil dieser ihn oft wegen einer bessern Leitung der öffentlichen Angelegenheiten ermahnte. Er sann daher aut Mittel,.um sich. Jonathans zu entledigen. Er gewann zu diesem Behüte einen gewissen Doras, dem er eine grosse Summe versprach, dass er die Sikarier über Jonathan bringe und ihn ermorden lasse. Doras ging auch in den Antrag ein und ordnete die Angelegenheit so, dass die Räuber den Hohenpriester in folgender Weise ermordeten. Sie stellten sich an, als wollten• sie Gottesdienst verrichten und indem sie sich unter die Menge mischten, ermordeten sie Jonathan, mit ihren verborgenen Dolchen. Diese sogar unbestraft gebliebenen