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Ben Chananja · 1866-11-15 · 41 (15.11.1866) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
41 (15.11.1866)
Date
1866-11-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
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-80.8 807 Synagoge wird von allen Seiten gefühlt; jedoch wagt es der Vorstand chicht daran zu gehen, ans Furcht von der Fortschritts-Partei, die bei dieser '!Gelegenheit alles aNfbieten würde,׳ um die Synagoge nach dem heutigen: ׳Geschmack herznstellen. Das Gros der Gemeinde bekennt sich zur orthodoxen! Partei, jedoch eristirt attch eine Fraktion Hiperorthodorcr, welche einen mach-- tigcn Einfluß nicht nur auf diese Gemeinde, sondern auch auf mehrere ׳ Nachbargemeinden ausüben. So wurde selbst ,das liberale D.-Földvür von ihnen nicht verschont, und auch da hat sich seit dem Abgänge des ehrw. Rabbiners Fischer eine Fraktion Ehaßidäer gebildet, die jetzt zwar noch eine größere Dimensioneil anzunehnien droht. — In meiner Rückreise berührte ich meinen Geburtsort Jzsak. Hier nahm ich zu!meiner größten Freude wahr, daß die in! Jahre 1863 abgebrannten Gebäude der isr. Gemeinde, als: Synagoge, Schhle, Rabbiner- und Lehrerwohnnng, wie auch das Badhaus sämmtlich wieder ans eigenen Mitteln der Gcmeindeglieder wieder prächtig hergcstcllt wurde. Die Gemeinde ist seit einigen Jahren zu einer ganz kleinen "herabgefchlnolzcn, weshalb sie auch außer Stande ist, einen guten Lehrer an ihre Schule zu engagircn. ' Jon. Klauber. Danksagung. Während der hier herrschenden Epidemie wurde meine Frap zwei Tage .nach ihrer. Entbindung von dieser lebensgefährlichen Krankheit dermaßen ergriffen, daß ich ganz trostlos nnd in größter Verzweiflung für ihr mir so thenres Leben zitterte. Allein der außerordentlichen Kunst, Energie und edlen Anfopfernng des med. DrS. Herrn Herzl ist es mit der göttlichen .Hilfe gelungen, dem Tode die fast sichere Beute, zn entreißen und nur und meinen Kindern, die schon verloren gegebene Gattin und. Mutter zu erhalten. — Indem ich bei meiner gänzlichen Mittellosigkeit außer Stande bin, dem.Herrn Dr. Herzl für die meiner kranken Gattin bewiesene Fürsorge .und ärztliche Hilfe meine unbegrenzte Dankbarkeit auf einem andern Wege zu betätigen, erlaube ich mir, ihm hiemit öffentlich meinen tiefgefühltesten Dank abznstatten. . Szcgedin am 12. November 1866. Julius Stcinitz. B i t t e. weit in die fortschreitende׳ Zeit blickende und ihren׳' Geist erkennende Maier I. Turnatt mit seinem aus Präg mit neuen Anschauungen und mit etwas geregelterer, nioderner Bildung nach Triesch zurückkehrenden Schwiegersohne eine geschultere Jeschiba im neuerem Style zn'kreiren, die mit der des sel. Rabbiner Lasar Löwi rivalisiren und eines verbreiteten Renomüs '׳sich erfreuen sollte. Er suchte auch die besten Bächurim nach Triesch für diese Jeschiba zu gewinnen, und daher ist jener! besagte Entwurf zn einer Rabbinerschule auch begreiflich. Ueberhaupt hatte sich damals nach allen Nichtungen hin, in Triesch der Cnlturaufschwung und ein neuer Geist geltend gemacht. Der Großvater des Kula'er Herrn Rabbiners war einer der aufstrebsamsten maßgebendsten Männer Triesch's. Ganz besonders war es sein hebräische^ Stil, der sehr berühmt war. Man erzählt sich ,roch heute, als in Eibenschitz der Nabbinatsposten zn besetzen war, zeigte der Landcsrabbiner Herr Markus Benedikt zwei ausgezeichnete Briefe vor, als wahre Mnsterstncke hebräischen Stils. Einer vom sel. Herrn Maier I. Turnaner, der mit aller Kraft für seinen Schwiegersohn um dieses Nabbinat petirte; der Andere von den: berühmten preßbnrger Gelehrten Herrn Oppenheim , der wieder für den rühmlich bekannten Rabbiner Beer Oppenheim plaidirte, welch Letzterer auch den Posten erhielt. — Der LandesraVbiner hatte mit allem Aufgebote seiner Autorität für seinen Sohn Jesajas intervenirt; es gelang ihm nicht, und zog ihm Unannehmlichkeiten zn. Nanientlich war es eine sarkastische Rüge von Seite des mehrerwähnten Maier I. Turnaner, welcher Brief seinerzeit viel Aufsehen erregte. Sehr lohnend wäre noch heute eine Sammlnng und Veröffentlichung der Korrespondenz vieler Landesrabbinate in öffentlichen und Gemeindeangelegenheiten. Man würde daraus manches interessante Gewebe selbstischer und sympathetischer Interessen, die im Stillen da vorwalteten, evolviren. — Misslitz, 30. Sept. 1866. Rabb. Dr. M. Lamberg. Gegen Ende des Jahres 1865 wird durch den Buchhändler Friedrich Müller in A m st c r d a m verkauft:!. Diejenigen, welche geneigt sind, einen vollständigen vierten Jahrgang des ״Ben Chananja" zu veräußern, wollen die Güte haben, dies der Expedition dieses Blattes gefälligst mittheilcn zn wollen. Berichtigungen. Zu den Benierkungen des Herrn Bezirksrabbiner zn Knla, betreffs der Seniinarfrage in Nr. 33 des ״B. CH.", erlaube ich mir noch einige darauf bezügliche interessante Notizen jener Zeit nachzntragen. — Schreiber!dieses, ebenfalls ein Triescher (mütterlicherseits), hat seine früheste Erziehung nnd seinen ersten Schulunterricht in der zur damaligen Zeit vorzüglichen und berühmten israelitischen Volksschule zn Triesch genossen, die der erwähnte Herr Josef Schlesinger als Oberlehrer, wegen seiner Vorzüglichkeit auch allgemein Muster! eh rer genannt, (Bruder des vielgerühmtcn Maier I. Turnaner) leitete. Was ich in Bezug auf die Zeit jenes angeblichen fragnientarischen Entwurfes einer Rabbinerschule zu berichtigen hätte, ist die Zeit, Denn wenn jenes Manuscnpt im Hanse des sel.׳ Herrn Maier I. Tnrnaucr seinen Ursprung genommen, und von jener Zeit datirt, so müssen dies schon.mehr als 50 Jahre sein. Wie mir mein alter Vater erzählt, waren Herr M. I. Pollak, Rabbiner zn Lrebitsch, Herr S. Freund, Rabbiner zu Prag, Herr M. Schurau, er und noch viele andere, die später theils Rabbiner, theils Privat-Geschäftölente wurden , ambulante Lnoduriw an der Jeschiba des sel. Hen׳n Rabbiner Lasar Löwi, Verfasser des Schemen Rokeach . als Herr Maier I. Turnaner seinem Schwiegersöhne, dem gelehrten und frommen Vater des Knlaer Bezirks-Rabbiner Lasar Straffer, meinem unvergeßlichen Lehrer, eben auch eine Jeschiba unterhielt. Das sind nun bereits 53—55 Jahre. Damals schon suchte der ausgezeichnet geistreiche Eine unvergleichliche Sammlnng von 4000—5000 1611 UnÖ 35ucf)cni; dieselbe enthält unter anderen vieles vom berühmten Jakob Emden und vom sel. Hrn. M. Lewensteiu, O b e r r a b b i u e r v o n S n r i n am, namentlich einen T a l m n d und ein Er. Arba Turim, interpnnktirt und mit Noten versehen von Jakob Emde» , mehrere Werke des nämlichen Gelehrten, mit dessen Verbesserungen und Erlänternngen als Handschrift; mehrere auf Velinpa- Pier gedruckte Werke, ein Talmud von Bömberg n. s. w. Ein geordneter spezifizirter Katalog dieser in seiner Art einzigen Sammlung erscheint gegen Ende des Jahres. I « halt. Ueber Grabschriften. — Ueber die währe Bedeutung des Anssatzes in der Bibel. Von Dr. Fin!>ly (Schluß). — Ans Rheinprenßcn. Von I. Kahn. — Nekrologie. — Obberrabbiner Mecklenburg. Von Dr. Stein. — Pester Briefe. — Korrespondenz. L»mn)ipation und littrgcrlichc Vcrliältnisse. Pest. Kultus und kultusgcmeinde. Fünfkirchen. Berlin. Prag. Losonez. Schulwesen Pest. Tarnoiv. Nagy-Abony. Krakau. Baja. Aus den! Banat. Vohlthiitigkeit nnd Vohlthätiglieitsanflalteu. Paris. Kronstadt. Bukarest. Literatur. Hamburg. Szcgedin. — Literarische Anzeigen^ הוברח יי[ לבמן" — Ein Neisebcncht. Von Jon. Klauber. — Dank׳ sagu ng. — Bitte. — Berichtignng. — Inserat. \ Szegedin, SeUiüverlag der Ledakttou. Leipzig, Lsmmislions-Vrrlag von Fram Waaner. Druck von S i g m n n Burger in Szegedin. Hierzu ein Bogen Forschungen des wiffenschaftlich-talmudischen VereßnS nnd eine hebr. Beilage. X

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