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Ben Chananja · 1866-11-15 · 41 (15.11.1866) · page 15

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Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
41 (15.11.1866)
Date
1866-11-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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805 m Tischri, indem die Bewohner des bezüglichen Ortes dett VerföhnungStag nur einfach feierten, wiewol sie von der behördlichen Verkündigung des Neumondes »licht unterrichtet wareu. Letzern Unistand vermuthet der Kommentar, während derselbe in unseren Ausgaben auf die unzwekderltigste Weise erwähnt wird. — Die S. 4. angeführte Mechilta findet sich nach diesem Wortlaute in unserer Mechilta nicht. Die Worte נולד יצחק, denen Weiß'einen jungem Ursprung zuschreibt, (Mech. 20.,) harte aber Maim. jedeSfalls vor sich. Die Notiz über das Geburtsnnd Todesjahr des MaimonideS (S. 1.) hat bekanntlich Azarja de Rossi angeführt (Meor. Enaj. Kap. 25. Ende virg. Derenbürg in Gciger'S Ztschrift 1, 107. Amn.) Die Zweite Stelle nimmt das וכלת ארם ein, über dessen Autor der gelehrte Senior Sachs in der Einleitung sehr lehrreiche Aufschlüsse gibt. David de Noca Matrica, nach Eärmoly iu Nr. 9. diNoquc-martiue, einer Stadt vier Meilen von Arles in der Provence, — dies ist der wenig genannte Name des Vrf's, — wird ,rach der Ermittelung des Herrn Sachs zuerst genannt von Elias ר!יי b. Binjamin aus גייאגצאנו (etwa Giancascio auf Sin'lien?), dessen handschr. Jggereth Chamudoth Hr. Horace Günsburg besitzt. Unter den Bibliografen ist Bernard jde Rossi der erste,jder den Namen Davids nennt und das Sechut Adam anführt, welches auch Reggio besaß- David selbst nannte sich nicht als Vrf. seines Buches, weil er wegenseiner freisinnigen Eregese Anfeindungen fürchtete. Doch ist an seiner Autorschaft nicht zu zweifeln. Annäherungsweise läßt sich, worauf aber Hr. Sachs nicht eingeht, auch das Zeitalter Davids bestimmen. Er spricht nämlich von der Maimonidischen Zeit als von einer entfernten Vergaugenheit, in welcher die jüv. Gemeinden in Frankreich, Spanien, in dem Lande der כנענים, welche die אשרורים sind (hat sich der Vrf. darunter Deutschland gedacht?) Und die Diafora Jerusalems im Lande der ערכים) עכר י ם?) noch in ihrer Blüte waren, während dieselben in der Zeit des Vrf.'ö ins Eril wandern mußten: ובדורנו זה בעונותנו הלכו בגולה. Er scheint also nach 1492 geschrieben zu haben. Er war mithin ein Zeitgenosse Isaak Aramaö nnd Isaak Abravanel's und latzterer hat, wie Hr. Sachs zeigt, die Arbeiten Davids ebensoj benützt wie er die Arama's benützt hat, und ersteren ebellsowenig genannt als lezteren. Auch dieses deutet darauf hin, daß unser David Abravanel's zeitgenössischer, noch wenig bekannter Schriftsteller war, weil ihn sonst Abravanel nicht, auf diese Weise benützt haben würde. Für die Geschichte der Eregese ist es von besonderem Jntresse, währzunehmen, daß der orthodoxe Abravanel sogar einen karaitischen Schriftsteller benützt, und denselben nadürlich nicht nennt. Solicstjman im Mibchar des Karäers Aaron B. JosefI. zu 3 M. 19., 18.: וחיכו הכחוב לכך. שלא תאמר אם לא אשנא;איותו גבם לא אאהב •אותו והאהבה והשנאה אינכם דברים קנין והעדרו אבל הכם שני הפכיכם כהכם וקר. Dieselben Worte. finden sich, wenn auch nicht in derselben Ordnung, bei Abravanel! Im: darauf folgenden Verse bringt der Karäer das Wort כלאים mit 4) כלאם: M. 11, 28.) in Zusammenhang, dasselbe thnt wieder Abravanel. Es wäre , uns sehr erwünscht, wenn einer unserer Freunde 'sich entschlöße , diese Bemerkung weiter zu verfolgen. Die häufig im logischen Kothurnus einherschrcitende Auffassung, welche die Geschichte der Sünde des ersten Menschenpaareö von unserem! David erfährt, vermehrt die übrigens große Zahl von Beweisen, welche dar-! thun, daß sich die filososische Ercgctenschnle ganz nnd gar von der Filoi so sie beherrschen ließ. In den vorliegenden eregetichen Versuchen wird zuvörderst : gezeigt, daß 1 M. 2, 7—3, 19 nicht in buchstäblichem Sinne genommen : werden könne (S. 1—14), worauf die allegorische Deutung folgt (14—23) Den Schluß bildet die Rechtfertigung der Freiheit, die der Verfasser sich nahm, seine Deutnng der Oeffentlichkeit zu übergeben. Bei Beurtheilnng dieser willkürlichen Eregese wird man nicht aus den Augen verlieren dürfen, daß die allegorische Deutung des Schriftwortes überhaupt im Geschmacke der Zeit lag. Ehristliche Eregeten befolgten dieselbe Methode, nur in:einem Stücke bilden sie einen Gegensatz zu den jüdischen Schriftauslegern, indem sie ihre kirchliche Orthodorie in die Schrift hineinlegeu, während jene dieselbe Operation mit der Aristotelischen Filosofie vornehmen. Manche jüdische Prediger der Gegcmvart irreil daher sehr, >ve»u sie glaitben, die allegorische Deutung der' Schrift sei eine Eigenthümlichkeit der jüdischen Predigt. In Wahrheit war dieselbe nicht nur bei den alten, sondern auch bei den mittelalterlichen christ- liehen Eregetcn sehr belicht, wie zwei jüngere Zeitgenossen David di Noca Matrica S, Johann von Turrekremata und Jakob Parez di Valencia, beweisen. Eine der minder fantastischen Deutungen des erstem möge hier einen Platz finden. Zu Pf. 127, 1. bemerkt er: Super üumiua Lab^louis, super boua delactabilia hujus confusibilis• mundi, quae more fluminum Üüimt et reßuuat, iilic aedebimas et flebimus videotes miseriaw, in qua sumus, et dum recordaremur coelestia patriae, quae est vera terra nostrae promissionis I" Die dritte Gabe ist סר שעשועיס□ von J o f cf A b e n S a b a r a, über, welches wieder Hr. Senior Sachs, die Forschungen Steinschneiders benützend nnd ergänzend, Aufschluß gibt. Sabara wird schon von Charisi und Abr. Bedarschi als hervorragender Dichter erwähnt (S. Luzzatto zu Cherew ha- Mihapecheth S. 15. Am». 34.). Girr vollständiges Opus Sabaras liegt jetzt zum ersten Male vor. ׳ In einem gewissen Sinne ist Josef Sabara der Antagonist David di Roca Mataricas, unt welchem er durch Herrn Brill in ein Nachbarliches Verhältniß gerieth: denn er schloß sich den gemäßigten Orthodoren an, welche im Anfänge des vierzehnten Jahrhunderts in der Provence eben gegen die filosofischen Allegoriker in die Schranken traten, zu deren Epigonen David gehörte. Denjenigen Lesern, welche von den Sechut Adam unmittelbar zu der Dichtung Sabara's übergehen, wird sich die Bemerkung aufdringen, daß der• gute Geschmack in letzterer viel höheritt Ehren gehalten wird, als in den Allegorieen David di - Roqueniärtina'ö. Das ס׳ שעשועים, eine satyrische Novelle, ist dem reichen, angesehenen und freigebigen N. Scheschet B e n v e n i st i, in Barcellona einem LandSmanne, Mäcen und Berufsgenossen gewidmet: Beide waren nämlich Äerzte. In feiner Eigenschaft als Arzt nennt sich Sabara einen Chaßid (S. 2), was den chaßidäischeu Heilkünstlern im nördlichen Ungarn,' in Polen nnd Rußland gewiß viel Freude machen wird. Auch sind in der Dichtung selbst medizinische Elemente verwebt; welche Krankheit unter ,פלג S. 3 verstanden wird, wußten wir uns nicht zu erklären. Ebenso nnv'crstündlich blieb uns das Wort הרב S. 11. Z. 14. von unten , und muß vielleicht הרף gelesen werden. S. 18—20 ist das apokcyphische Buch in kurzem Auszuge gegeben. : Schließlich wünschen wir, daß dem Herrn Brill -die wohlvecdiente Anerkennung zu Theil werde, damit er fortfahre, die jüdische Literatur zu bereichern. Die Leser des vorliegenden Büchleins werden ihm sowol, als dem gewissenhaften Kritiker, Herrn Senior Sachs, und dem-großmüthigen Mäcen, Henn Horace Günsburg, den Dank ihres Herzens zollen. Die Ausstattung des Büchleins ist eine 'gefällige und kann dasselbe auf dem' . kürzesten Wege von dem Herausgeber bezogen werden. Gin Reisebericht. Eine Reise, die ich dieser Tage nach dem Tolnaer Komitate machen mußte, gab mir zu mehreren Wahrnehmungen:Gelegenheit, welche für die Leser des ״B. Eh." von einigem Interesse sein dürften. . Meine Geschäfte führten mich nämlich vor das löbl. Tolnaer Komitatsgericht zu Szerard, wo ich beeidigt wurde. Zu meinem nicht geringen Erstaunen mußte ich erfahren, daß hier noch die ^Eidesformel aus -den Zeisen des Tripartitmn (more jodalco) gang und gäbe ist , was um so mehr anffallcn muß, als es doch in dem Tolnaner Komitate an jüdischer Intelligenz Gott sei Dank nicht mangelt, diese jedoch/ gegen die benannte Eidesformel, diej jedes'gute Gewissen aufs Höchste indigniren muß, nicht die geringsten: Schritte macht, während sie -doch wissen solltewas vor einigen Jahren, die jnd. .Presse, namentlich aber ״B. Eh.", in. dieser. Beziehung geleistet! ,— Im Uebrigen nimmt die Serarder isr. Gemeinde unter den fortgeschrittenen Gemeinden ihren Platz ein. Und wenn auch der Bän ihrer Synagoge durch die gebotenen Verhälltnisse auf eine Zeit verschoben wurde, / so ist'es um so erfreulicher, daß die Gemeinde für das Aufblühenihrer Schule verhältnißmäßig -große Opfer bringt. Gegenwärtig wirkt än der: E'emeiildcschttle daselbst Hr. Anton Rajz als Oberlehrer; derselbe steht bei der Gemeinde in Gunsten, nnd ist auch Mann seines Faches/ / , Ganz anders sieht es in dem benachbarte» Paks aus. Hier wird (eider die Schule als uvhtwendiges Nebel betrachtet; der Gehalt der Lehrer ist äußerst knapp bemessen׳,' ans welche,» Grunde auch' keine;tüchtigeil Lehred Mr.,wirken kosinen. 'Dafür,wird aber ein. Ehasan mit Meschorrrim mit 1200 fl. ö. W. jährlich bezahlt. Das Bedürfniß der Vergrößerung der

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