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Ben Chananja · 1866-11-15 · 41 (15.11.1866) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
41 (15.11.1866)
Date
1866-11-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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803 804 der Herr Vr Adolf Broer. Ein Greis von nahezu 80 Jahren, aber noch jung , frisch und unermüdlich, wo es gibt für das allgemeine Wohl zu wirken. Seit mehr, denn 20 Jahre versieht dieser Menschenfreund den Spitaldienst uneutgeltltch, inspizirt bet seiner auSgebreiteten PrariS mehreremal wöchentlich die Schule und sucht jede andere Gelegenheit, Gutes zu thun und zu fördern, gern auf. Der Gottesdienst, zu dessen Hebung unser tüchtig geschulter Kantor Mandel viel beitägt, ist ein geregelter und weihevoller. Ans dem Ganat, Anfangs Nov. Die freiwillige Restgnation des Herrn Salomon Götzl auf seine Religionslehrerstelle an der Musterhauptschule zu Temesvär hat überall, wo er gekannt wurde, und namentlich in der Lehrer- Welt nicht geringes Befremden hervorgerufen. Diese Verzichtleistnng auf eine so vielbeneidete Lehrerstelle ist in devThat räthselhast und wir erwarten mit Spannung irgend eine Aufklärung, die etwas Licht in diese allerdings dunkle Thatsache brächte. Wer, wie wir, Gelegenheit hatte, Herrn G. in seiner Werkstatt zu beobachten, seinen liebevollen Umgang mit den Kindern zu sehen und wie er stets von seinem heiligen Berufe durchgeistigt war, der wird »ns gewiß nicht der Parteilichkeit zeihen, swenn wir behaupten, in ihm einen unserer trefflichsten Jugeudbildner verloren zu haben.. Ein braver Soldat, der seine Fahne verläßt, muß wohl sehr gewichtige Gründe dafür haben und wenn es ihm nicht darum zu thun, die Martyrerkrone auf sein Haupt zu drücken, dürfen wohl auch seine Kampfesbrüder von ihm erwarten, daß er ihnen die Motive nicht verschweigen wird, welche thn bestimmte», ein Band zu zerreißen, das ihn an sie gefesselt. Wenn ein Lehrer seiner Stelle entsagt, weil er deö unerträgliches Joches überdrüssig, das Maß der Entbehr»»- gen und Enttäuschungen nicht länger mehr ertragen kann, weil er im vergeblichen Kampfe um das tägliche Brot seine Lebenskräfte schwinden sieht und er sich auf ein anderes Feld wirft, um sein Leben zu fristen, so ist das nichts seltenes; wenn aber G. mit seinem seltenen Berufseifer, mit seiner außerordentlichen Liebe für die Jugend auf einen Posten resignirt, der ihm ein bedeutendes Einkommen garantirte, so müssen es auch außergewöhnliche Verhältnisse sein, denen der Vater von drei Kindern seine Stellung opferte. — Wir appelliren an die Ehrej deS unS verlassenden Freundes und erwarten um so gewisser seine Aufklärung deS Sachver- Haltes, da darüber Gerüchte zirkuliren, deren Glaubwürdigkeit wir bezweifeln und die zu widerlegen eS im Interesse unserer Standesehre geboten ist. Ein Lehrer. Wohlthätigkeit und Wohlthätigkeitsanstalten. Paris, 13. Oktober, Unser berühmter Landsmann, Herr Albert Co hn, ist erfinderisch und unerschöpflich im Wohlthun. Das gestern gefeierte Familienfest, die Vermählung seiner Tochter mit dem begabten und hoffnungsvollen Advokaten, Herrn Ernst Hendls, dem Sekretär Jules FavreS, gab dem edlen Manne und seiner zartfühlenden Gattin eine willkommene Gelegenheit, den Armen ein frohes Fest zu bereiten. Die Vertheilung des ״idurlieau dconomique“ in der rue Malher übernahm Herr Cohn an diesem Tage auf seine Rechnung. Von 10 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends wurden die Armen bewirthet; die Mitglieder deS Wohlthätigkeits-Komitss, dessen verehrter und geliebter Präses Herr Cohn ist, servirten den armen Gästen persönlich. Abends wurden die Bewohner deö Waisen- und SiechenhauseS und des Spitals bewirthet, Außerdem wurden die HauSarmen bedacht, und hat Herr Cohn die verschiedenen Wohlthätig- I keitSanstalten mit 1400 Fr. bedacht. Möge eS ihm noch lange gegönnt sein, als Muster edlen Sinnes und edlen ThunS voranznleuchten! ' Kronstadt, (Siebenbürgen,) im Nov. Am 30. August l. I. starb hier die Frau Karolina Löbei geb. Zucker (geb. zu Krakau 18. Aug. 1832; getraut in Wien, 21. Juli 1852), Gattin deS Herrn Jakob Löbel, Direktors der ״Banque de Romanie“ in Bukarest. Letzterer hat nun zum Andenken an die ihm früh entrissene, mit den schönsten weiblichen Tugenden geschmückte Lebensgefährtin 500 fl. ö. W. gespendet. Dieselben wurden als ״Karoline-Löbel-Stiftung" kapitalisirt, und wird der Ertrag zur Unterstützung armer jüd. Waisenkinder verwendet werden. Am abgelaufenen VersöhnungStage hat Hr. Felter dieses Stiftungskapital mit einer Spende von 100 fl. vermehrt. Ohne Zweifel werden andere Wohlthäter dem gegebenen Impulse folgen. Das Statut zur Errichtung und Verwaltung dieser Stiftung hat unser verdienstvoller Vorsteher, Hr. Löbel Aronsohn, mit vieler Umsicht und Sachkenntniß ansgearbeitet. Möge das fromme Werk unter dem Schutze Gottes und der Theilnahme edler Herzen gedeihen und Segen bringen! Bukarest, im Nov. Hr. Baudirektor Jakob Löbel hat dem Komits deS hiesigen FraueuvereinS zwei Hundert Dukaten zugesendet, damit zum Andenken an seine sel. Gattin ein ״Karoline-Löbel-Verein zur Unterstützung armer Wöch- *nerinnen und Weisen" gegründet werde, was auch wirklich geschah. Das Kapital des Vereines beträgt gegenwäni! bereits vier Hundert Dukaten. So versteht ein edler Gatte daö Gedächtniß einer edlen Gattin zu verewigen! Daß der hiesigen Gemeinde der durch den Kraval verursachte Schaden ersetzt wird, haben Sie ohne Zweifel ans den politischen Blät- Lern ersehen. Wir haben Ursache, einer schöner» Zukunst entgegenzusehen. Literatur. Lt. Hamburg, 8. November. Seit Anfang November 1866 erscheint hier ein illustrirteS UnterhaltungSblatt unter dem Titel ״Die Laub- Hütte", herausgegeben, redigirt und verlegt von Schönwalds Verlagsbuch- Handlung in Hamburg (Hohe Bleichen 18). Das Blatt zeichnet sich durch reichhaltigen Inhalt und schöne Ausstattung aus. Pränumerationspreiö 15 Sgr. pr. Quartal. Szcgcdin, im November. Berliners treffliche kritische Ausgabe der RaschikommentarS zur Thora ist bereits erschienen. Bis znni Anfänge des nächsten Jahres ist der Preis 1 ‘/3 Thlt. Für diesen Preis kann das Werk auch von der Erpeditiou des ״B. Eh." bezogen werden. Literarische Äiyeigen. 3 חוברת יין לבנ1ן manuscript inödits Paris J. Bril, edlteur, 12, rue des Graviliers. 1866. 8. 20. 24. 40. Vorliegendes Heft, auf welches Herr Adolf Neubauer schon im Monate März die Freunde der hebr. Literatur aufmerksam machte (Nr. 12- Sp. 217.), enthält drei Merkchen, welche Herr Jech. Brill, der verdienstvolle Redakteur deö in Paris erscheinenden ״Libanon", in dieser Zeitschrift znm trsten Male edirte und in einem Souderabzuge herausgab. Die erste Gabe des Herr!« Brill ist der sogenannte Kommentar des Mainionides zum bab. Traktate Nosch haschana. Es ist aber kein eigentlicher Kommentar, der hier geboten wird, sondern eine Reihe von Bemerkungen, welche zumeist den astronomischen urld kalendarischen Jrrhalt des Traktates betreffen. Zur ErläutexUng des gesagten sind Figuren hiuzugefügt, die sich grvßtentheils auch.im Maimonidischen Jad (Kidusch ha—Ehodesch) befinde,1. Das Frappanteste, dawir in diesem Merkchen fanden, ist folgende S. 12. vorkommende Leseart: איקלע לבבל. בעשרה במרחשון אמרו לחו.ר וזאירנא יומא רבא במערבא. Nach unseren Ausgaben, R. Ha-Schana 21, handelte es sich gar nicht NM die Einschaltung eines Monates, und ereignete sich der erzählte Vorfall nicht im Marcheschwan, sondern am

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