Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 41 (15.11.1866)
- Date
- 1866-11-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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801 ׳802 demungeachtet, daß er nach jung ist, der Andere ist. auf sein hohes Alter stolz, ohne dabei erfahren zu sein, bet Abraham, hingegen sind hohes Alter und weise. .Erfahrung im vollsten Eittklange." Hieran knüpfte er die . Betrachtung , daß die jübische Wissenschaft allein im Stande sei, die Gegensätze zwischen Orthodoxie und Reform anözngleichen, die Konflikte zu beseitigen Und die Geister zu versöhnen. — Beide Reden erfreuten sich ungetheilteu Beifalles; Herr Dr. S. ist, wie Uns von kompetenter Seite mitgetheilt wird, bereits zum Prediger der Neusynagoge ernannt und wünschen wir, baß er auch baldigst sein Amt antrete; der Neusynagoge wünschen wir Glück zu dieser Acquisition, hoffend, daß Herr Dr. S. ein würdiger Nachfolger seines geschä ten Vorgängers sein werde. — Wie wir vernehmen, werden die beiden oben besprochenen Predigten im Buchhandel erscheinen. Losoncz, Ans November. Die Annalen unserer. Gemeinde sind wieder um ein trauriges Ereigniß reicher:, am 25. v. M. faud das Leichenbegangniß-unseres Rabbiners, Herrn Jakob Singer, statt. Derselbe starb in Wien im allgemeinen Krankenhause, . nachdem er früher in Gleichen-, berg vergeblich Hilfe gesucht hatte, an der Lungenschwindsucht, wozu sich in letzter Zeit noch ein Kehlkopfleiden gesellte. Trotz der schlimmen pekuniären.Verhältnisse faßte der von der Trauerbotschaft tief betrübte Vorstand der hiesigen Gemeinde den löblichen Entschluß, die Leiche zu reklamiren und dieselbe mit großen Opfern hieher zu überführen. Den Vorstand leitete, bei diesem Akt schuldiger Pietät, der. Gedanke, hierdurch die Anhänger des Rabbiners zu versöhnen, und den heiß ersehnten Frieden in unserer Gemeinde, die durch den Zwist in den letzten Jahren ungeheuer gelitten hat. wieder herzustellen. .... Doch war es ihm nicht gegönnt, das gewünschte Ziel■■׳ zu erreichen; denn auf die Nachricht von der Uebersührung der Leiche regte es sich gewaltig im Lager der Reaktionäre und die Rabbiner von Gyarmath nnd.Szecseny, die als ungeladene Gäste erschienen, übernahmen die traurige.Rolle - angesichts des Verblichenen, dessen Leiche sie im Gotteshause. aufbahren ließen,. in welchem andächtig zu beten sie eine Gotteslästerung nennen, die Flamme der Zwietracht anzufa- . chen. Wir verschonen die geehrten Leser mit der ausführlichen Schilderung der jedes bessere Gefühl verletzenden Szenen und erwähnen nur, daß die fanatische Menge, angeführt von - den oben genannten Nabhinen, durch Schreien den vom Vorstände zur Abhaltung der Trauerrede berufenen. Rima-Szombater Rabbiuen, Herrn Wt. Mäisner, in seiner Funktion störte, und in schnöder Weise den wackern Mann beleidigte. Bald nachdem die Herren ihr edles Werk vollendet und dem Seligen auf eine nur ganz kurze Strecke die letzte Ehre des Geleites gegeben hatten, -entfernten sie sich, gefolgt von einem׳ Theile der hier versammelt gewesenen Dorfbewohner. Die übrigen folgten der Bahre bis auf chen Friedhof, wo auf vieles Bitten der sy unschuldig gekränkte Nima-Szombater Rabbiner sich entschloß, eine Trauerrede zu halten, deren Inhalt und Form gediegen war und auf die Zuhörer bessern Sinnes und Geschmackes wohlthuend wirkte. , Den Text דהי בנסוע הארן benützte der Redner zur Ermahnung, daß hier angesichtsdes Tobten sich alle Feinde und׳ Hasser zerstreuen, den Haß in Liebe und die Verfolgungssucht inbrüderliche Vereinigung sich verwandeln müsse. Herr Maisuer;schildertedie Verdienste., des Verblichenen und: wußte seine Fehlerdie er nicht verschwieg, mit dem Mantel der Liebe zu bedecken. Er verstaub eS, -das Mitleid .der Zu-, . Hörer für die verlassene Witwe mit. ihren Waisen zu erre- ״ gen, nnd besonders -durch das inbrünstige Gebet, womit der; Redner schloß, Thräuen! des wahrhaften edlen Schmerzes zu entlocken. . . ״ : : 1 ■ Wiettjch höresoll der^Vörstand beschlössenhaben, die; Witwe , für. die auchim GotteShause eine 'Kollekte gemacht worden war, ihren Gehalt wahrscheinlich ein ganzes Jahr׳ weiter beziehen׳ zu lassen. Doch wird wahrscheinlich noch ein Mehreres zur Unterstützung der armen Familie geschehen^ .׳. ‘ .ד י, <s>d)uimcfciv r ,.'!-־ ׳ ^esi, 13. Nov. — Der verdienstvolle. Dir. Oberlehrer der Mädchenschule, Hr. Heinrich Rosenberg hat folgendes Anerkennungschreiben erhallen : Der Ausschuß der ist. CultuS - Gemeinde hat von dem ihm übermittelten Eremplar der von Ihnen mit der Bestimmung zum Gebrauche für den.SabbatgotteSdienst der Mädchenschule bestimmten, im Drucke veröffentlichten^Gebete Einsicht, genommen, zugleich Ihr hiedurch an den ,Tag ge- ' legtes Streben nämlich: die religöse Andacht anläßlich des Gottesdienstes zu heben und zu fördern im vollem Maße gewürdigt. . . Der Ausschuß der isr. Religionsgem. sieht sich deßhalb veranlasst Ihnen hiemit seine. vollste A n e r fett n u n g und Dank auszusprechen. — Pest im Nov. 1866. - . Länyi, rn. p, Präses.;,',ל ־; Barnay m. p. Sceretär. Tarnov, im Rov. Der tüchtige Efraim Feit ist, nachdem er acht Jahre verdienstlich in unserer Mitte gewirkt *-hat, behördlich zum Religionslehrer am Gynmasium und an!der Hangt- und Realschule bestellt worden. Wir müssen der jüdischen Jugend zu diesem, trefflichen Lehrer vom Herzen gratulieren.! ' . Nagy-ÄboUll, am 17. Oktober. Herr Ignaz 'Hetzka ׳ prakt. -Arzt und weltlicher Schulaufseher,: der bei jeder Gelegenheit Beweise seiner Liebe für Schule und Lehrer liefert,- hat! sich, sobald ihm die Statuten des :jüngst konstituirteu unß. isr. Landeölehrervereines und der Aufruf drs provisorischen Komitss zu Gesichte kam,'.dem genannten Vereine: als Unterstützendes Mitglied angeschloffeln Wie ich aus siche--, rem Munde -vernahm,. wird sich ־ auch die hiesige löbl. Cultus-Gemeinbe dem Vereine:anschließen; -nur.soll - es in den nächstfolgenden Tagen enschieden werden, ob - als gründendes oder unterstützendes Mitglied. Wenn jede Gemeinde, manche? Mitglieder derselben, oder Mitglieder der Schulsekzionen-eim:' Sternchen zu diesem Baue beitrage» werden, läßt sich׳ hoffen - ׳: daß sich der -Verein mit Gottes Hilfe, des besten Gedeihens zu erfreuen im Stande sein ׳.׳wird. ׳־:; Krilkan, im Okt. Ans der hiesigen Tälmüd-Lhora- ׳ schule mußten die neu angeschafften Bänke und Tafeln weg.׳ geschafft werden-' In' demMheder -darf sich: Nichts ßefinden, was. ,an eine Schule erinnert. Dies ist die Maxime - unserer ׳ Orthödorie, nnd sie hat nicht'ganz Unrecht. Die Statten der Verwahrlosung Müssen sich von den ׳Stätten der Bildung s auch'äußerlich unterscheidem Der-im Stillen wirkenden ka-׳- raitischen Propaganda: wird durch die: Ausschreitungen der n' Orthodoxie:, nur: Vorschub geleistet., Ein K u l r u r.v e r e i n, der,die in, Galizien, vorhandenen progressiven Elemente v.ereintgen, befruchten und in Thäligkesi setzen würde , müßte sehr heilsam wirken. Da aber ein solcher Verein selbst in Ungarn noch nichtzu Stande gekommen! ist, wo es doch Ton angebende Persönlichkeiten gibt, so werdenSie sich nicht: wün-u der»,- daß bei uns die Gründung einessolchen Vereins noch nicht eiumal beantragt wurde. ,, , . , öaja, im Nov. Von -der-hiesigen, Gemeinde laßt stch^. i viel Erfreuliches .mittheilen. >Es wurden dieses Jahr beträch- . liche Neu- und Umbauten vorgenommen und die Lehrer erhielten eine nähmhafte Theuerungszulage. Opfer, die bei dem schlechten Geschäftsgänge um so größere Anerkennung verdienen.—׳ Rühmlich hervorgehoben zu werden verdieuL ׳