Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 41 (15.11.1866)
- Date
- 1866-11-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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787 seS beschreibt, ist ein solches, und zwar das flache weiche Genitalgeschwür. Der gemeine Schanker hat außer dem harten Grunde (Induration), den wir hier, wie ich oben bemerkt, als der jüngsten Zeit angehörig, übergehen müssen, zwei charakteristische Merkmale: die Vertiefung mit deutlich erhabenen Rändern, und das weiße speckartige Leeret. Beide Merkmale bilden sich jedoch nur später und successive aus, und der vorsichtige Praktiker wird sich wol hüten, jedes Geschwür mit weißem Leerste allsogleich für einen gemeinen Schanker zu erklären. In einem solchen Falle ist es am gerathensten, die Diagnose zu suspendiren und das Geschwür einstweilen als örtliches Leiden zu betrachten, und als solches blos örtlich zu behandeln d. h. mit irgend einem Pflaster oder einer Salbe zu v erb indeu. Hiermit fällt die bekannte Härte in der Uebersetzung der in Rede stehenden Stelle: ״der Priester soll den Besitzer deS Geschwüres durch 7 Tage einkerkern", und ebenso auch die Frage: Warum Moses nicht sagt והסגיר הכהן את החוילה von selbst weg, und der ganze Satz erhält seine natürliche Bedeutung. V. 5. Wenn es nun der Priester am 7. Tage wieder besteht, und findet, daß bas Geschwür unverändert geblieben, und sich auf der Haut nicht ausgedehnt habe, so soll es der Priester abermals durch sieben Tage verbinden. V. 6. Und der Priester soll es (das Geschwür) am 7., (bezüglich am 14.) Tage abermals besichtigen und falls das Geschwür ab gen o mmm en,!?והגה כהה הגג, und sich in der Haut nicht weiter ausgebreitet hat, so soll es der Priester rein sprechen, es ist eine Borke (Clous Simplex, non sypkilltioum) der Kranke soll seine Kleiber waschen und rein sein. Rota. Einfache, nicht venerische Geschwüre, ja selbst söge- ׳ . nannte weiche Schanker heilen in der That bei einfacher Reinhaltung binnen 14—16 Tagen. : V. 7. Wenn sich aber die Borke, da sie der Priester zur Reinsprechung (am 14. Tage) besichtigt, in der Haut auSgebreitet hat, so soll sie dem Priester wiederum (am 21. Tage) gezeigt werden. V. 8. Sieht nun der Priester, daß sich die Borke in der Haut ansgebreitet hat, so soll der Priester ihn für unrein erklären, es ist Syphilis. Rota. Bis hieher spricht Moses von zweifelhaften Geschwüren, deren Charakter vom Priester erst festzustellen wäre; im folgenden Verse ist dem Falle vorgesehen, wenn ein Geschwür gleich bei der Wahrnehmung desselben als ein ausgesprochen — syphilitisches sich gestallet. V. 9. Hat Jemand ein syphilitisches Geschwür, so soll er zum Priester gebracht werden. V. 10. Wenn nun der Priester sieht, daß ein weißes Bläschen in der Haut ein weißes (speckartiges) Leeret absondert, oder daß Feigwarzen an des Bläschens Stelle .hervorgequollen. .Mia. בשר הי, caro lueurians, sind Fleischwärzchen, die an eiternden Stellen entstehen und die Vernarbung zu Wege bringen. Wenn sie zu üppig emporwuchern, nennt man sie ״wildeö Fleisch", und müssen sie von Chirurgen weggeätzt werden. An syphilitischen Geschwüreöflächen und an Theilen, wo sonst Schleim abgesondert wird, finden bei syphilitischer Blutmischuug ähnliche Wucherungen Statt, die man Feig warzen, Condylom 6, Maris ci nennt. Die sogenannten spitzen, Conüylomata a0111a werden für ein lokales Leiden gehalten, die flachen, Condylomata lata, 788 klagues mugueuses, sind ein untrügliches Zeichen allgemeiner Infektion. V. 10 spricht MoseS von den Letzteren. L. 11. So ist dies allgemeine oder sekundäre Syphilis צרעת גושגת an der Haut seines Gliedes, der Priester soll daS Geschwür für unrein erklären und es nicht v er binden, denn Er (der Patient) ist (durch die Infektion der Säftemasse) unrein. Nota. Hiedurch wird der kleonasmus וטמאו הכהן כי טמא הו ״der Priester soll ihn für unrein erklären, denn er ist unrein" berichtigt. V. 12. Wenn aber die Syphilis in der allgemeinen Hautdecke blüht (nicht als Schanker oder Condylom, sondern als Syphilid sich gestaltet) und die gesummte Haut bedeckt vom Kopfe bis zu den Füßen, so weit das Auge des PriesterS reicht, V. 13. Und der Priester steht, daß das Syphilid den ganzen Körper bedeckt, so soll er den Ausschlag reinsprechen — denn nachdem er ganz weiß geworden, ist er rein. Rota. In der That sind bösartige Syphiliden und deren Narben nicht von weißer, sondern von dunkler, brauner, oder wie die Kunstsprache sich ausdrückl, von kupferrother Farbe. Eine zweite Thatsache , die Moses bekannt war, ist die, daß Syphilis, welche sich als Syphilid auf der Haut gestaltet, viel leichter heilt, und im Ganzen eine bessere Prognose gestattet, als jene, welche in inneren Organen, oder im Knochensysteme ihren Sitz hat. V. 14. Sobald sich jedoch (breite) Feigwarzen zeigen, soll ihn der Priester für unrein erklären. Rota. Mendelssohn übersetzt hier בשר הי gesundes Fleisch, und es ist interessant zu sehen, wie svwol er, als Raschi sich fruchtlos abmühen, den Widerspruch zu lösen: warum gesundes Fleisch für unrein erklärt werden soll? V. 15. Sobald der Priester Feig warzen bemerkt, muß er ihn für unrein erklären. Denn Feigwarzen sind unrein, sie sind syphilitisch/ V. 16. Wenn jedoch die Condyloms zusammenschrumpfen (כי ישוב הבשר החי) und weiß werden, so soll er vor den Priester kommen. V. 17. Und sieht der Priester, daß die Stelle deö Geschwüres weiß geworden, so soll er es reinsprechen, denn es ist rein.! Nota. In den letzten zwei Versen sind spitze Condylome gemeint, die anfangs röthlich und von Blnt strotzend sind, später jedoch zuweilen auötrocknen und von selbst abfallen. V. 18. Und eine Hauptstelle oberhalb der Muskulatur, wenn sich in ihr ein Drüsenabseeß bildet (Pauke, Eiterbeule, 81150) und zur Heilung hinneigt (abScedirt). Nota.שחין wird von Mendelssohn Entzündung — von Luther D r ü se übersetzt. Wir kommen der Wahrheit am nächsten, wenn wir beide verbinden. Drüsen- Entzündung. Die Sache verhält sich so. Sowol zum Schanker als auch zum Tripper, זב, gesellen sich häufig Entzündungen und Vereiterungen der Leistendrüsen, die endlich anfbrechen, und ein Geschwür zurücklassen. Diese Bubonen bespricht Moses im gegenwärtigen Verse. וגרסא kann hier nicht heißen geheilt; denn sonst würde der nächstfolgende VerS keinen Sinn haben, der offenbar von einem Geschwüre handelt; es muß daher mit zur Heilung hinneigen oder aböcediren übersetzt werden, waS in der That der erste Schritt zur Heilung ist. Ganz was anderes ist es mit dem Aussehen des zurückbleibenden Geschwüres, dessen Tiefe, Ränder und Leeret charakteristische