Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 41 (15.11.1866)
- Date
- 1866-11-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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78.5 dien von Jerusalem errichtet war, ragten drei Pyramiden hervor (Jos. Alterth. XX. 4, 3), ohne die Mißbilligung der Schulen Schammai's und Hillel's zu erfahren. Auch in Wadp Musa fand Robinson ein Grabmal, ״dessen Front oberhalb der Thür mit einer Verzierung von vier schlanken, iu denselben Felsen ausgehauenen Pyramiden versehen ist (Pal. 3, 62)." Aber zur Zeit, als diese Pyramiden entstanden sind, gab es noch kein Szikßo, kein Liska, kein Csenger und keine Koryphäen der Pastoralklugheit! Aeker die wahre Meutuitg bcs ilasfofecs in der Lides. Sendschreiben an Le. Hochwnrden Herrn Leopold Löw, Oberrabbiner in Lzcgedm. . Von Dr. Sigmund Final y, praktlschem Arzte rc. in Pest. (Schluß. *) Es erübrigt mir nur noch den in Frage stehenden Bibelabschnitt in dem angedeuteten Sinne einfach zu übersetzen. — Bevor ich jedoch an die Lösung dieser letzten Ansgäbe schreite, muß ich auf eine Frage antworten, die mir von mancher achtungswerthen Seite gestellt wurde, auf die Frage -nämlich: Woher es komme, daß ein Buch, welches von jeher, wie kein Anderes, durch die Hände der gesammteu Intelligenz gegangen, zu dessen Uebersetzung in die damals verbreiteteste Sprache der mächtigste Herrscher seiner Zeit eine Versammlung von 70 der hervorragendsten Gelehrten zusammenberufen**),— daß die Bibel, so viele. Jahrhunderte hindurch in einem ihrer interessantesten Abschnitte so auffallend falsch gedeutet werben konnte? In der That wäre dieser Jrrthum kaum begreiflich, wenn ihn nicht folgende Umstände erklärlich machen würden: 1. Der Umstand, daß Diejenigen, die den Urtert verstanden, keine Aerzte waren, und diejenigen, die Aerzte wären, den Urtert der Bibel nicht verstanden. 2. Daß Männer, die, wie z. B. Maimonides, Abravanel u. A. obwol sonst tüchtige Aerzte aus der spanischarabischen Schule, keine Syphilidologen waren, wie denn überhaupt die Syphilidologie bis in die jüngste Zeit noch sehr im Argen lag. 3. Daß einzelne Benennungen von Kränkheitssymptomen, die in dem zitirten Kapitel enthalten sind, sonst nirgends im gesammten alten Testamente Vorkommen, folglich ein Anhaltspunkt durch komparative Hermeneutik zum wahren Verständnisse des Textes zu gelangen nicht gegeben war. So z. B. בהק (V. 39) סהתח (V. 55). שקערורית (Kap. 14. V. 37). 4. Daß einzelne Haupt- und Zeitwörter, die Moses theils euphematisch gebraucht, um obsköne Benennungen zu vermeiden, theils figürlich, um chirurgische Operationen zu bezeichnen, von den Interpreten in ihrer Grundbedeutung genommen wurden, wie wir außer dem bereits erwähnten בשר bei והסגירו ,שער sehen werden, und.so zu den abenteuerlichsten Auslegungen Veranlassung gaben.; 5. Daß man im Mittelalter, obgleich einzelne primäre venerische Affektionen, ja selbst allgemeine Syphilis bekannt waren, (Friedberg: Die venerischen Krankheiten im Alterthume und Mittelalter. Berlin 1865), von dem Zusammenhange zwischen dem primären Geschwüre und der darauf- *) S. Nr. 39. **) Dem Herrn Verfasser, der als vielbeschäftigter Arzt. der theologischen Literatur nicht viel Aufmerksamkeit schenken kann, muß es nachgesehen werden, daß er die Fabel von der Entstehung der Septuaginta für baare Münze hält. Red.׳ 786, folgenden allgemeinen Infektion keine, klaren Begriffe hatte. Daher geschah es, daß man letztere, die sich im heißen Klima des Orients, im südlichen Europa und im nördlichen Afrika zumeist als Hautleiden (Syphiliden) präsentirte , für einen morbus sui gsnsris hielt, wodurch die verschiedenartigsten chronischen Häutausschlage unter dem Kollektivnamen L e p r a- Aussatz gebracht, und mit der im zitirten Bibelabschnitte beschriebenen Krankheitsform identifizirt wurden. Endlich 6. Eine gewichtige Ursache, welche viele Gelehrte abgehalten haben mochte, diese irrthümliche Interpretation der erwähnten Bibelstelle zu berichtigen, dürste ohne Zweifel die Furcht vor der Verfolgung gewesen sein, die Jedermann traf, der an dem Wortlaute, oder an der herkömmlichen Uebersetzung der Bibel zu rütteln wagte. Das Schicksal Galiläis stand noch in zu frischem Angedenken. Jüdische und christliche Kirchenväter , so wuthentbrannl sie sich auch im Dogma bekämpften, in der Verfolgung der Neuerer und Ketzer reichten sie sich brüderlich die Hand, und der rächende Arm der weltlichen Macht stand ebenso dem Rabbi, wie dem Bischöfe znr Verfügung, wenn es sich um die Züchtigung und Knebelung des freien Gedankens handelte. Es sind dies Gründe genug, um meinem Auftreten gegen eine althergebrachte Auffassung im Vorhinein jenen Grad von Berechtigung zu verleihen, ohne welchen ich ge- ׳hört zu werden nicht hoff n darf. — Mögen Sie, verehrter Herr, diese Digression ja nicht für überflüssig halten. Geistige Schwächen der Menschen wollen, wie körperliche , mit Schonung behandelt sein. Um gegen veraltete Jrrthümer mit Erfolg anznkämpfen, und besserer Einsicht Eingang zu verschaffen, ist es nvthig, auf jene den Mantel der Entschuldigung zu werfen, und diese mit äußerster Bescheidenheit vorzutragen. Dato v6niam 8axi6m1i. Ich gehe hiermit zur Uebersetzung selbst über. Lev. Kap. XIII. , v V. 1. ״Und Gott sprach zu Moses und Aron wie folgt! V. 2. .Wenn an der:Haut der Ruthe eines! Mannes sich zeigen sollte ein Bläschen öden eine Borke- oder ein Eiterweis (Geschwür mit weißlichem Eiter), und es könnte daraus auf der Haut der Ruthe ein syphilitisches Geschwür werden, so soll er zu Aron, dem Priester , gebracht werden,- oder zu einem von den Priestern, feinen Söhnen. . . ׳ V. 3. Wenn nun der Priester das Geschwür auf der Haut der Ruthe besichtigt-, und das .86er6t (Tropfen, Flüssigkeit) in dem Geschwüre weiß geworden, und das Anssehen des Geschwüres tiefer ist, alsdie übrige Haut der Ruthe, (Hunterischer Schanker), dann ist es ein syphilitisches Geschwür , und sobald der Priester dies sieht, soll er!ihn unrein erklären."- Nota.שערי heißt hier nicht Haar (ung. 820r); denn, wie ich bereits oben bemerkt, gibt niemals ein Haar, und noch weniger dessen Farbe ein Merkmal für den' Charakter eines Geschwüres ab. Hier muß שעה, eigen!- (ich שעיר (das Jota scheint durch die Sofrim verloren gegangen zu sein) mit Tr opfen, Flüssigfeit, 8661 6 t übersetzt werden (Vidß V. Buch M. Kap. 32. V^ 2. כשעירים עלי רשא!Die Tropfen auf Gras). - V. 4. ״Ist aber (im Beginne) ein weißes Eitergesch(vür in der Haut der Ruthe, und eine Vertiefung ist nicht sichtbar gegen (im Vergleiche) die übrige Outis und die Absonderung ist nicht (erst, später) weiß geworden, so soll der Priester daö Geschwür durch? Tage v ec bind en." Nota. In der That gibt , es Geschwüre an den Genitalien, , die mit den syphilitischen Aehnlichkeit .haben, und selbst von praktischen Aerzte« von weniger Uebung mit diesen! . verwechselt werden.,Das Geschwür, weiches hier Mo-