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Ben Chananja · 1866-04-11 · 14-15 (11.4.1866) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
14-15 (11.4.1866)
Date
1866-04-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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287 288 einigermaßen gelungen ist, ihn in der Zala z» vertreten. Das Schreiben lautet, wie folgt: Z.-Egerßeg, 17. Juni 1840. Würdiger Herr Oberrabbiner! Mit wahrem Leidwesen, und ich sage die Wahrheit, wenn ich offen äußere, mit wahrem Schmerz erfahre ich, daß Sie, ehrwürdiger Herr, Ihre Gemeinde verlassen, und ans jener Gegend, wo man Sie so innig verehrt, einer unbestimmten Zukunft entgegen gehen wollen. Ich glaube mit aller Zuversicht behaupten zu können, daß die Stände des löbl. Zalader Komitates diesen Verlust ebenso schmerzlich fühlen werden, wie ich, und ich glaube ihre Wünsche auszusprechen, wenn ich Ihnen meine herzliche Bitte unterbreite, jenen Platz, den Sie mit so vieler Liebe und in so vollkommenem Maße ausfüllen, auf welchem Sie sich die Dankbarkeit und die Liebe so zahlloser Menschen auf dem gerechtesten Wege zu erwerben wußten, nie zu verlassen, sondern hinfort auch mit all der Liebe auszufüllen, welche Sie an denselben kettet und wo man Sie nicht ohne Schmerz scheiden ließe. Erweisen Sie mir die Ehre Ihres Besuches, ich will Sie mit aller Bereitwilligkeit erwarten, um Sie noch persönlich darüber zu versichern, wie sehr ich Ihnen in Ihrer edlen Laufbahn zur Hilfe sein wolle, und wie innig ich mich nenne Ihren Freund F e ft e t i c s m. p., Administrator. Zala-Eg'erßeg. An Sr. Ehrwürden Herrn Leopold Löw, Oberrabbiner zu Groß-Kanizsa. Ich schmeichelte mir stets mit der angenehmen Hoffnung, Herr Sz. werde mit seinem Ersatzmanne im Ungarlande nicht ganz unzu« frieden sein; leider habe ich mich getäuscht! Zur Steuer der Wahrheit muß ich bekennen, daß mich Hr. Sz. früher günstiger beurtheilt hat. Indem er meinen am 12. Oktober 1862, — auf das Datum bitte ich zu merken, — bei der Tafel des Csanäder Bischofs gebrachten Toast bespricht, sagt er: ״Die föderalistischen Blätter Wiens treiben mit diesem Trinkspruche des geistvollen Schriftstellers Löw einige Ostentation; denn ihnen ist es vorzugsweise der Rabbiner, der den Februar so sehr hinter den Oktober zurücksetzt. Wir aber erlauben uns denn doch anderer Meinung, als ״Wanderer", ״Neueste Nachrichten" und die gleichgesinnten Journale zu sein. Herr Löw ist ein Mann von Urtheil und Bildung, er hat eine politische Meinung, welcher einen Ausdruck zu verleihen der Schriftsteller, der Bürger, der Mensch Löw sein volles Recht hat. Löw hat sich, obgleich Mährer von Geburt, Deutscher seiner Erziehung und Entwicklung seines Geistes nach, dennoch durch fortgesetzte anstrengende AkklimatisatlonSbestrebungen das magyarische Juvigenat in jedem Sinne des Wortes wohl erworben. Niemand wird es daher anders erwarten, als daß ihm endlich dte Sym« pathien für jene Nationalität, in deren Geist nnd Wesen er sich mühsam hineingelebt, zur zweiten Natur geworden, daß sie ihm förmlich über den Kopf gewachsen sind und seinen Geist ganz ausfüllen. Es entspricht durchweg den Gesetzen eines selbstständigen Geistes und ist so vollkommen naturgemäß, daß wer nicht da stehen bleibt, wohin ihn der Zufall der Geburt gestellt, das durch fich selbst Erworbene höher als das Angeborne schätzt." Szegedin, Srlbsiverlag der Kedaktiou. Seitdem hat Hr. Sz. seine Anschauungen bedeutend modifizirt und zwar nicht nur in Bezug auf meine Person. Er und seine Freunde werden es hoffentlich als einen Akt der Großmuth von meiner Seite ansehen, daß ich andere Stellen aus dem fraglichen Aufsatze nicht zitire!! Die ״achtbarsten Personen" in Ungarn. die ihm, wie er sagt, Artikel gegen mich senden, mögen doch die Courage haben, diese Artikel mit ihrer Namensunterschrift zu zieren! Diese ״achtbarsten Personen" werden sagen. daß sie dies der öffentlichen Meinung der Gebilbeten gegenüber nicht thun können, nnd darin haben sie freilich Recht. An meiner Vergangenheit in Ungarn können die Herren ״Neuzeitler" ebensowenig rütteln, als sie im Stande sind, mich meines guten Humors zu berauben. *) •) Dies möge dem in jeder Rücksicht sehr liebenswürdige» Hrn. Red. der ״Neuzelt" für einige Ja vre genügen. Herr Rabb. Oppenheim in Gr.-BecSkerek wird mir bezeugen, daß ich voriges Jahr feine Polemik gegen einige Artikel der ״Neuzeit" nicht aufnahm. Die »er* ehrten Korrespondenten des ״B. CH." wollen dies gefälligst berücksichtigen. Für den unglücklichen Lehrer Stern in Palota sammelte Herr Ignaz Spatz *) in Päpa 2 fl. 20 kr. •) Wir haben den Betrag schon längst an seine Adresie abgehen kaffen, jedoch aus Jrrthum nicht quittirt. Bemerkungen. Herrn H—y in P—g. Herzlichen Dank. Die letzten drei Jahrgänge erhalten Sie; vom 4. ist kein Gremplar mehr vorräthig. Vielleicht gelingt eö mir, Ihnen eines zu verschaffen Die russische Broschüre erbitte ich mir. Herrn I. K—r. und F. L— r. Der Vorstand des Lehrervereins in Pest steht zum ״B. CH." in gar kemer Beziehung. Berichtigungen. In dem Hl. Wiener Briefe ״B. Cb " Nr. 11 S. 212 von oben Z. 17 statt preisen lies: gleichen. — Von oben Z. 37 ist das Wort ״bekannt" wegzulaffen. — von unten Z. 7 statt bereichern lies: berühren. Inserate. Arnold Hilberg's Verlag in Wien Demnächst erscheint: Polnische Juden. Geschichten und Bilder von Leo Härzberg - Frankel. 8. Eleganteste Ausstattung, circa 20 Bogen stark. Preis 1 Tblr.ml fl. 30 ke. ö. W. Alle Buchhandlungen nehmen Bestellungen entgegen. Von der Redaktion des ״Ben Chananja" kann bezogen werden: Aaron HKorm. Eine biographische Skizze. Von Dr. Weil. Preis 80 kr. ö. "W. Leipzig, Lommistious-Vertag von Franz ivagucr. Druck von Sigmund Burger in Szegedin. Hierzu ein halber Bogen homiletische und didaktische Beilage.

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