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Ben Chananja · 1866-04-11 · 14-15 (11.4.1866) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
14-15 (11.4.1866)
Date
1866-04-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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283 284 wünschllngSadrefse und eine prachtvoll ausgkflattelk Mappe, welche die Inschrift trägt: ״Der Verein für u. s. w. seinem Wohlthäter." DaS Cüorpersonal der siäd tischen Synagoge verehrte seinem Führer und Meister ein mit einem kostbaren Einband ver» sehenes Gebetbuch; die Diener der Gemeinde und der Chebra Kadischa spendeten eine gleichfalls sehr schön gebundene Hagada, ein silbernes Tintenfaß und eine schöne Gedenktafel. Eine andere silberne Gedenktafel wurde dem Jubilar vom jüdischen Gesangvereine ״Ein« t rächt" überschickt. Beide ,rügen passende Inschriften. Aus der Fremde erhielt der Jubilar folgende Ehrengaben: Die Pcster Gemeinde schickte für den zweiten Theil des Schir Zion eine bedeutende Entschädigung; die Tr lest er Gemeinde übersandte eine silberne Menora; die Flvrcnzer Gemeinde eine nach Michel Angela ans Serpentin verfertigte Statue Mosis; die Gemeinde zu Böhmisch- Leipa eine silberne Dose; Rothschild in P a r i S ein werthvolleö Service; die Gemcuide in Paris einen goldenen Pokal; gleichfalls Pokale thcils aus Subcr!Heils aus Gold schickten die Gemeinden zu Vielitz, Bukarest, Graz, Hohenems, New-Uork nnd Prag, dann die b ö h m i s ch e n K a n to r e n und der G e sa n g v e r e i n in H o l> e n c m s. Der hiesigen Adressen geschah bereits Erwähnung; aus der Fremde liefen Adressen ein: von den Gemeinden zu Altofen, An ko na, Arad, AugS» b u r g , B a j a , B i e l i tz, B ö h m i s ch L e i p a , Bonyhäd, B r c sl a u , B r ü n u , Bukarest, Dresden, Florenz, Graz, Groß- Kaniz ta, Grünstadt, Hol) encms, Horic, Jglau, Kaposv ü r, K u t t e n p l a n , L e m b e r g , L i .p t o - S z t. - M i k l ü S, L i v o r n o, Lundenburg, Miskolcz, New-Dork, Olmütz, )Paris, Prag, Proßnitz, Rom, Siklüs, S t c i n a m a n g e r , Szegcbin, Tarnopol, TemeSvar, Triest, Troppan, Venedig und W a r a ed i n; von den Ra bb inen Ehren theil in Horic, Löw in Szegcdin, Müller in Lundenburg. Schmie dl in Proßnitz, Steinhardt in Arad, Unger in Jglau (mehrere Nabbinen Unterzeichneten die Adressen ihrer Gemeinden); von Dr. Stein in Frankfurt und I. Wolken stein inBrod»; vom GcsangSvercin ״Psalterion" in Leipzig; vom Gesa» g Sv er ei ne in Hohenems: von den jüdischen Musikern in Berlin; vom Kantor Lichten stern in Berlin; von den Kantoren Ungarns (vertreten durch Friedman» ans Pest und Kati'chmaroff aus Groß-Kanizsa); den Kantoren Böhmens (vertreten durch PerclcS aus Prag) und den Kantoren Mährens (vertreten durch Epstein aus Proßnitz). Der mir vorgezeichnete Raum gestattet nicht, die dem Jubilar übersandten sehr zahlreichen Beglückwü n sch n n g s t e l eg r a m m e einzeln anzuführeu, ich erwähne daher nur, daß durch diesellnn die verschiedensten Stände nnd Ortschaften vertreten sind. Nur eines glaube ich besonders hervorheben zn müssen. Eine in der ״Neuzeit" erschienene Beschreibung des SulzcrscstcS macht nämlich eines ״geistvollen Gedichtes" Erwähnung, welches Dr. Meisel aus Pest übersandte. Dasselbe besteht aus folgendem, durch den Telegrafen übersandien Bierzeiligen: ״Den Fürsten im gleiche der Töne, Den Meister iin heiligen Liede Umwinde der Lorbeeren Schöne, Erfüll' der Genugthuung Friede." ״Herrn Oberkantor Sülze r in Wien. Dr. Meise! in Pest." Zum Schlüsse noch die Nachricht, daß von dem ganzen Feste ein ausführlicher Bericht erscheinrn wird, worin alle Beglückwnnschnngöadressen abgedruckt werden. §. Prag, S. April. Die ungarischen Talmudjüiiger, welche etwas Besseres suchen, als ihnen die ungarischen Talmudschulen zu bieten vermöge», suchen in Breölan oder in Prag ihren Wissensdurst zu stillen. Leider sehen sich aber die hieher Pilgernden gerade in ihren schönsten Hoffnungen getäuscht, da ihnen zum Studium der klassischen Sprachen und der Realien gar keine Anleitung gegeben wird. I. Kobn, pliil. Doktorand ans Miskolcz hat dem gelehrten und verdienstreichen Herrn Ernst Wehli eine Adresse überreicht, in welcher die pia desideria der strebsameren Kandidaten auf eine eindringliche Weise dargestellt werde». Herr Ernst Wehli ist auch ganz der Manu darnach, ein!0 zeitgemäßes Strebe» zu unterstützen. B. Lemberg, Ende März. Die chäßidälsche Gemeinde ״I Sätor-AIja-U)help in Ungarn hat in der hiesigen Druckerei des S. L. Kugel, Leviu und Komp, unter dem Titel קול ענ1ח cm Flugblatt in Folio hcrausgegebeu, welches Beachtung verdient. Beachleuswerth ist zuvörderst der blühende hebräische Styl, in welchem das Schriftstück abgefaßt ist. Aus der Feder eines Cbasiidäerö ist dieser Aufruf nicht geflössen? Eine captatio benevolentiae, die ihren Ursprung wol den, Konzipicntcii. verdankt , ist es. daß die Gemeinde sich nicht als chaßidäische bezeichnet; die Chaßidäer sind eben bei Nichlchaßibäern nicht sonderlich beliebt. Die Unterschrift lautet daher. Die Mitglieder des sefardischeu Minjauo in Ujhely. Den Inhalt bildet ein Hilferuf gegen de» dortigen Nabbiucr, der an sein ferneres Bleiben in Ujhely die Bedin» gung geknüpft hat, daß die Chaßidäer, falls sie ihren besondern Goktesdieust aufrecht erhalten wollen, ihrer »Rechte als Gcmeindeglieder verluftig werden müssen. Der Ujhelyer, gegen den die Bedrängte» die Hilfe der orrhodoreu Rabbiucn anrufcn, wird von den Bittsteller» Gaon timlirt, und sie erkennen dankbar au, daß durch den, ebenfalls als Beduigung ausgcftcllteu projcktirtcn Synagogenbail die Errichtung einer ״Cborschulc" verhindert wird. Sie beschweren sich blos über die Ansschließung, die sie ungerechter Weile treffen soll, und die Mißhandlung, die^ciner ihrer Wortführer in einer Gemeindeversammlung erfuhr. Auch werfen sie ccm Rabbiner vor, daß er über manche hcterodore Dinge sein Auge zudrückl. Ihre Beforgniß, daß die in den ״Sprachen der Völker" erscheinenden Blätter gegen sie Partei ergreifen werden, ist wol ungegründct. In Galizien werden die Chaßidäer auch in Gemeinden.i.wo sic in der Minorität sind, von keinem Rechte, das die übrigen Gemeindegliedcr genießen, ausgeschlossen. Br. Pest, 7. April. Ueber die Predigerfrage kann ich Ihnen folgende, mir aus verlässlicher Quelle zugehenden Mittheilungen machen. Am J. d. fand eine Sitzung der grossen Kommission statt, in welcher in einem langem Elaborate dargelegfc wurde, dass die Ausschreibung eines Konkurses sich weder mit der Weihe des Amtes noch mit der Würde der Gemeinde vertrüge, der Weg der Berufung hingegen ein viel zweckentsprechenderer sei. Um jedoch durch ein solches Vorgehen keinen der Herren Konkurrenten zu übersehen oder in den Hintergrund zu drängen, wurde vereinhart, die jüdischen Organe zur Bekanntmachung der Komitö-Be- Schlüsse zu benützen und werde ich Ihnen denselben von Zeit zu Zeit zugehen lassen Es ist zu hoffen, dass jene hochw. Herren Kandidaten, die Beruf und Neigung in sich fühlen, sich mit dem Komitö oder dem Gemeindevorstande in Verbindung setzen werden. Um jedoch den Weg zu vertraulichen Anfragen anzubahnen , theiie ich in Folgendem die Namen der Mitglieder des Subkomitt's mit. — Dasselbe besteht aus' den Herren Kultusvoi steiler Sara. Deutsch, Juris Dr. Brauch Beck, Dr. Ignaz Hirschler, Dr. Heinr. Pollak, Juris Dr. Mo.'iz Mezoy. Hf. Pest, Die überaus günstigen Erfolge, von denen die unter unserer neuen Gemeindevorstehung wieder eingeführte freiwillige Steuerfassion begleitet ist, dürfte dieser liberalsten aller Besteuerungsarten auch in mehreren andern Gemeinden Ungarns zum Durbruch verhelfen. Es belan'en sieb nämlich die bisher irrtirten Sleuerbeträge nahe an 50 OOO fl., wobei noch einige tausend' Gulden für die noch nicht Fatirteu im Rückstände si 1׳ — Im Verhältniss zu der bei der abgetretenen Verwaltung erzi״lton Einnähme von 37.000 fl. ergibt sich dies als eine Steigerung von nahe (50%, welches Faktum deutlich genug für die Zweckmässigkeit einer selbstgewühlten und das Vertrauen des Publikums gemessen dorr Verwaltung spricht. — Obiges Resultat erscheint in Anbetracht

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