Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 14-15 (11.4.1866)
- Date
- 1866-04-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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281 282 schen gelte der Wohlthätigkeit in aller Stille und Friedfertigkeit so herrlich auszuführen gewußt. Der in feiner Grundlage so treffliche, jedoch in keinen äußern Formen bereits veraltete und die Neugestaltung bedürftig gewordene p״r,*ffierein feiert mit der ״Konkordia" seine Auferstehuug und Verjüngung. Der ״kranke alle Mann" hat da nicht minder durch heilsame Pflege edler Hände sich ganz restaurirt und zu gesunden begonnen. Hoffentlich wird Ihr Verein mit der Zeit in allen für Fortschritt und Humanität empfänglichen Gemeinden unseres Vaterlandes Nachahmung finden und mukergeltend werden. Sollte aber spezielt Ihr Verein in irgend einer Angelegenheit meine schwachen Kräfte in Anspruch nehme», so wird es mir zum Vergnügen dienen, mich als würdiges Ehrenmitglied desselben zeigen zu können. Mich Ihrem Wohlwollen bestens empfehlend, verbleibe ich in aller Achtung. Rechniy, 29. März 1866 " Hf. Pest, 4. April. Aehnlich den Verhältnissen unseres Vaterlandes, welches ausser den allgemeinen Lasten noch die seiner Landesanstalten aus Eigenem bestreiten muss, sehen sich auch unsere Gemeindeinstitutionen lediglich auf den Wohlthätigkeitssinn des engen Kreises unserer Glaubensgenossen hingewiesen. — Die Namen derselben dürften wirwol öfter in den Listen der Spenden zu Kirchenbaufonden und andern rein christlicheu Zwecken begegnen, aber nicht vice versa. — Als ein erstes angenehmeres Kuriosum registrirte daher jüngst die Verwaltung des J8raelitenspitales zwei wohlthätige Spenden von auswärts. — Die eine mit 200 fl. stammt von der hiesigen Sparkasse; die anderee 100 fl. sind das Legat des vor einigen Wochen verstorbenen Moses Horvath, der sich zu diesem Schritte aus Dankbarkeit gegen einen seiner Freunde jüdischen Glaubens (Herrn G.) gedrängt gefühlt haben soll. Korrespondenz. Ausland A. E. Berlin, im April. Wie verlautet, ist Herr Dr. Aub als definitiv gewählt anzufeheu; zur endgiltigen Wahl des Herrn Dr. Geiger sollen blos wenige Stimmen fehlen. Am 25. v. Mwurde vor einer zahlreichen Versammlung die öffentliche Prüfung der Religionsschule der jüdischen Gemeinde hier abgehalten. Das Ergebniß war wie immer ein in jeder Beziehung höchst zufriedenstellendes. Der elfte Bericht der Religionsschule erschien diesmal ein wenig später, weil der Herr Dirigent Dr. Rofin den zuerst beabfichtigten Inhalt fallen ließ und den Zahresbericht durch ein Ablchiedswort einleiten wollte. das einen Ueberblick über die wichtigsten EmwicklungSmomente der Schule gibt, woran sich manche beachtens« werlhe Bemerkungen anschließen. Wir heben Folgendes daraus hervor: Seit mehr als 14 Zähren gehört die Lehrthäligkeit des Herrn Dr. Rofin dieser Gemeinde. Am 19. Zäner 1852 wurde er als Lehrer an die damals reorganifirle Gemeinde-Kuabenschule berufen. Diese Stel« lung vertauschte er im November 1659 gegen das Lehramt an der neu eröffneten Lehrerbildungsanstalt des Talmud-Thora-JnstitutS. Im Zahre 1652 war der erste Anstoß zur Gründung der Religionsschule von den Repräsentanten der Gemeinde ausgegangen und ein Grundkapital von 1686 Thlrn. 25 Sgr. zu ihrer Errichtung aus Privatmitteln beschafft worden. Durch das vom Gemeindevorstand gewählte Kuratorium erfolgte am 19. November 1853 die Berufung des Herrn Dr. Rofln zum Dirigenten. Endlich wurde die Schule für die Knaben am 4. Zäner, für die Mädchen am 7. Zäner 1854 eröffnet. Zm März 1856 erschien der erste gedruckte Bericht, und kurz darauf, am 7. April beschloß der Gemeindevorstand, die Neligionsschule in den Kreis der Gemeindeanstalten aufzunebwen. Dieser Akt ist es. der den Fortbestand dieser Schule sichergestellt und ihr zu einer Bedeutung verholfen hat. tue alle Erwartungen übertraf. Sie zählt gegenwärtig 147 Schüler und 130 Schülerinnen, im Ganzen also 277 Zöglinge. Gleiwitz, 26. März. Am 24. d. M. beging der Rabbiner der hiesigen jüdischen Gemeinde, Herr Dr. Hirschfeld, sein 25jährigeS Amtsjubiläum. Obgleich der würdige Jubilar in seiner bekannten Bescheidenbeit diesen wichtigen Zeitabschnitt seines Wirkens geheim zu halte» suchte, um jede Ovation zu vermeiden, so wurde dies dennoch bald in der Gemeinde bekanul und zahlreiche Freunde, und Berehrer des Jubilars beeilten sich, ihm ihre Glückwünsche entgegenzutragen. Möge -S ihm noch lauge vergönnt sein. für das Wohl seiner Gemeinde zu wirken und zu schaffen! D. Bukarest, Ans. April. Die hiesige deutsche Gemeinde hat a» dem Kantor Weiß, bisher in TemeSvar. eine Acquisition gewacht, zu welcher sie sich wirklich gratuliren kann. Die Aufnahme eines Rabbi« nerS und Predigers wird nunmehr auch nicht lange auf sich wartcn lassen. Ein Gemeindemitglied berieth sich in dieser Angelegenheit mit dem Dr. Zellinek in Wien, und dieser schlug der Gemeinde zwei ungarische Theologen vor: Herr« Oberrabbiner Steinhardt in Arad und Herrn Pred. Klein in MiSkolcz. Die aus Ungarn Tingewanderten wissen von diesen beiden Herren nur Rühmliches zu erzählen. Zur Einweihung unserer neuen Synagoge, welcher der Tempel in der Leopoldstadt in Wien zum Vorbilde gedient hat, werden drei auswärtige Theologen berufen werden. Inland. a. Wien, 5. April. Der StatSminiüer Belcredi scheint eigenthümliche Begriffe von ״freier Bahn" und ״Autonomie" der Gemeinde zu haben. Nach dem letzten Paragraphe der provisorischen Statuten der hiesigen israelitischen KultuSgemeinve ist der Vorstand berechtigt, unter Zuziehung von zwei Dritttheilen, d. i. von mindestens 14 Vorstands- Mitgliedern, Aenderungen in den Statuten bei den Behörden anzutragen. Nun hat der Vorstand Aenderungen beantragt, die die vorgeschriebene Majorität für sich halten. Doch damit begnügt sich der StatSminister nicht, und in letzter Zeit wurden die Vorstände der sogenannten ortho« doren Belhäuscr zu einer Sitzung bei der Statthalrerei unter dem Vorsitze eines StatthaltereiratheS eingeladen, in welcher sie sich aussprechen sollen, ob sie bei der Hauptgemeinde verbleiben wollen, oder nicht. Wenn wir es auch gewünscht hätten, baß der Vorstand in irgend einer Weise Gemeindcmitglieder zur Revision der Statuten zugezogen hätte, oder daß er die vorgeschlageuen Veränderungen der Publizistik übergeben hätte, damit Fachmänner ihr Votum über dieselben abzugeben in der Lage gewesen wären, so hat doch der Vorstand ganz korrekt gehandelt. — Indessen dürste der Vorgang eine treffliche Wirkung haben, denn wie ich höre, werden sich sämmtliche Vorsteher der genannten Bethäuser für die Einheit der Gemeinde aussprechen und darf man den Versuch, einen Keil in die Gemeinde zu schieben, als verfehlt betrachten. L. Wien, 3. April. Nachdem ich in der vorigen Nummer d. Bl. ein ziemlich ausführliches Referat über die am 22. und 24. des vorigen Monats stattgefundenen Feierlichkeiten geliefert habe, komm e ich heute meinem Versprechen gemäß auf die Huldigungen zu spreche«, die dem geachteten Jubilar von der Ferne dargebracht wurden. Von hier habe ich nur noch einige Manifestationen nachzutragen und erwähne ich vor Allem die Zuschrift der ״Gesellschaft der Wiener M u siksr eun d e", worin der Leistungen SulzerS im Allgemeinen, insbesondere aber seiner um das Konservatorium erworbenen Verdienste, mit warmen Worten gedacht wird, und bemerke zugleich, daß die im Musikvereinssaal abgehaltene Sulzer-Feier einen Reinertrag von nahe an 2000 Gulden abwarf. Dieser Betrag wird als Sulzer-Stiftung angelegt und aus dessen Zinsen soll einStipendinm für fleißige Schüler des Konservatoriums geschaffen werden. Den in der vorigen Nummer bereits ausgezählten Deputationen schlossen sich die Beamten der Gemeinde an. Sie übergaben dem Jubilar eineu schönen Schreibtisch, an dem um SulzerS Bild die Photographien der Geber angebracht sind. Führer und Sprecher der Deputation war der fleißige und verdienstvolle Geschichtschreiber, ReligionSlehrer Dr. Wolf. Die gleichfalls bereits erwähnten Lehrinstitute überbrachten ein herrlich gebundenes Machsor, dessen Deckel mit einer prachtvollen Handarbeit geschmückt ist. dann zwei mit Gold gestickte AtlaSschlrife n und einen Lorbeerkranz für die von einem hiesigen Kunstinstitute übersandte Büste SulzerS. Der ״Verein für Kran kenpflege und Versorgung Handlungsangehöriger Israeliten" überreichte eine Beglück« 15