Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 14-15 (11.4.1866)
- Date
- 1866-04-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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279 280 unfern wärmsten Dank ansdrückcn, können wir nicht umhin, die bis zn dem Drange, unsere gute Sache sogar materickl unterstützen zu wollen, gesteigerte brüderliche Theilnahme, durch die beruhigende Bersicherung zu erwidern, daß drc Fin a nzn o th in unserer Gemeinde durchaus keinen Grund dafür bietet, den Choralgoltesdienst wieder abzuschaffen. Die reaktionäre Partei har sich wol anfänglich bemüht, diesen in den Augen der Menge am schwersten wiegenden Umstand zum Sturze des EhorS anszubcuteu; allein nachdem sie einsehcn mußte, daß die gewohnlichen ordentlichen Einnahmen der Gemeindetasse hinreichen, um auch die Ausgaben für Chor und Predigt bei euier gcwiffenhaste» Per- Wallung zu bedecken: nachdem die Gegner sehr wohl wissen, daß die Freunde des Fortschrittes d. h. Alle, die ein Bischen Gefühl und Sinn für die Ehre der altehrwürdigcn Miökolczer Gemeinde besitzen, mit Freuden bereit wären — um allem Hader ein Ende zu machen, die etwa nölhigen Mehrauslagen aus eigenen Mitteln zu bestreiten: hat die fanatische Partei mit dem bekannten Troße von Jntriguanten die stnanziclle Seite der Streitfrage längst fallen gelassen und das Prinzip allein ist es. welches sic jetzt zum Sturze bringen will. NlchkSdestowcniger ist cö wahr, daß die Rädelsführer der chorfeindlichen Partei durch Ausstreuung grundfalscher Ziffern über VerwaltnngSdesizitc, Schuldenanhäusungen u. s. w. einen großen Theil der Gemeinbcglicder fortwährend beunruhigen und Las Vertrauen in die gegenwärtige Borsiehung, welche sie so gerne aus dem Wege räumen mochten, zu erschüttern suchen. Um jedoch dieses schändliche Manöver, welches sie selbst der hohen Stallhalterei gegenüber geltend zu machen sich vermessen, gehörig zu entlarven, gestalten Sie, daß ich Ihnen die Finanzlage unserer Gemeinde nach authentischen Quellen in kurzen Umrissen darstelle. Betrachten wir zuerst den Stand der Te m p e l b a n k a s se: A. Passiva: Rückständige Schuld an den Baumeister Bccseh.7010 st. 75 fr. Streitige Gebükren des Baumeister Klein. 325 ״ 05 ״ Mehrauslagen für Glaserarbeiten 46 7083 ״ 60 ״ st. 30 kr. B. Aktiva: Bargeld in der Miskolczer Sparkasse 1068 ״ 77 ״ Aiisstände für rep. Ratenzahlungen 10817 ״ 50 ״ Rückstand von der früliern Kassevrw. 3443 ,. 99 ״ Rückstände für Betfitze . . . . 461 27 .. 15791 ,/'1 ״'/, ., Es stelll sich demnach ein U eberschuß von . . 7807 ״ ,/'97 ״, beraiiS. welche Summe zur Abzahlung des für den HauSgrnnd (worauf der Tempel erbaut ist) von 14.175 fl. verwendet werden kau« , einer Schuld, für deren Abtragung übrigens die Gemeinde bisher noch durchans keine Vorsorge getroffen hatte. Schreiten wir nun zur Uebersicht der Gebahrnng der Gemeindefasse, über welche ein Mitglied in der am 4. d. abgehaltenen General- Versammlung die Stirne hatte, mit der Anklage aufzutreten, die Borstehung verausgabe jährlich 4000 st. mehr als sie einnimmt: Sämmtliche Ausgaben bis zum Schluffe des VerwaltungSjahrcS betrugen . 11.331 fl. 90 kr. Die ordentl. Einnahmen betrugen 9733 ft. 26 kr. Diverse rückständige Schulde» 1680״—fr. zus. 11.319 fl. 26 fr. Das Resultat der letztjährigen Verwaltuligen, gegen welche die feindlichen Parteien so unablässig losstürmrn, weisen demnach ein vollfommenes Gleichgewicht zwischen den Gemeinde-Einnahmen und Ausgaben, und dennoch wagten 8—9 Gemeindeglieder erne Anklageschrift gegen die jetzige Vorstellung bei der hohen Statthalterei einzureichen, worin die Mitglieder der Porstehung denunzir! werden, die Gemeinde -in Schulden gestürzt, Gemeiudegelder in »uverantwortlicher Weise vcrgeudet zu haben und ״daß dieselben sich durch allerlei gottlose Mittel in der »Borstehung behaupten, weil sie fürchten. »Rechnung abz u l e g e n." ') *) Ich komme auf dieses famose Bittgesuch. welches leider den Anlaß bot zu Hey jüngsten Wirren in unserer Gemeinde bei Gelegenbeit noch zurück. Noch ungleich günstiger gestaltet sich die Finanzlage unserer Gemeinde, wenn wir den Entwurf des von der zur Berathung eines Gemeindestatuts entsendeten Kommission ausgearbeiteten Budgets zur Hand nehmen, wonach sich gegen eine Ausgabenlast von 10.342 fl. 93'/, kr. ein ordentliches Einkommen von .... 11.583 ״ — ״ demnach sich ein jährlicher Kasfeübevschliß von . 1245 6 ״'/, Herausstellen muß. Um jedoch dieses glänzenden, geordnete sinanziefle Zustände, somit erne blühende Zukunft garantirenden Resultats theilhaftig zu werden, ist es unumgänglich nöthig, daß unsere Gemeinde auf Grund der neuen Statuten je eher organisirt werde; aflein die Partei, welche dem Fortschritte abhold ist, perhorreszirt noch mehr die Ordnung, welche von einer geregelten Verwaltung nnzerireunlich ist. und setzt Alles in Bewegung, wie dies die traurigen Borgäuge der Zeit bekunden, ״ui das Endziel aller Bestrebungen der gegenwärtigen Borstehung: in de» endlichen Besitz sanktionirter S tarnten zu gelangen, auf das Nachhaltigste zu vereiteln. Es handelt sich nunmehr hauptsächlich um die Genehmigung oder Nichtgenehmigung des SlatuienentwurfeS, welcher in seinen Hauptzögen mit Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse den Statuten der Pester Gemeinde nachgeblldet wurde. Die letzte Entscheidung erwarten wir soeben von der Weisheit und Gerechtigkeit des hochlöbl. Statthalleretralhes. Sollte die gegenwärtige Borstehung unter dem Präsidium des charakterfesten Biedermannes, Herrn Moriz Pollak, zurückireien müssen, bevor die Statuten ins Leben treten; dann wird die Gemeinde Mlskoicz der Schauplatz der betrübendsten Reaktion sein, und olle die schwer erworbenen Errungenschaften im Bereiche der Schule und des Tempels haben für lauge Zeit zn eristiren aufgehört. Wenn jedoch nur erst auf Grund der neuen Statuten die Neuwahl der Borstehung und Repräsentanz stallfinden wird, dann dürfen wir es bei dem gesunden Sinne der überwiegenden Mehrheit der Gcmeindcglieder mit Zuversicht erwarten, daß die bisher bloö auf Grund ihrer Seelenzahl als drittgrößte betrachtete Gemeende unseres Vaterlandes ehren Rang auch en geistiger, kulturhistorischer Beziehung würdig behaupten werde. WohlilMgkeit und WohlthätigkeilsanMen. P. Pest, Ans. Avril. Unter den bunianitären Vereinen der hiesigen Gemeinde nimmt der ״Konkordia-Verein" einen sehr hcrvorragenden Platz ein. Die Leistungen desselben werden so allgemein anerkönnt, daß er sich einer sehr warmen Theilnahme erfreut. Die letzte, im hiesigen deutschen Theater zu Gunsten des Bereins veranstattele Vorstellung brachte einen Reinertrag von ungefähr 1100 fl., was nur durch theilweise Ueberzahlnngen erzielt werden konnte. Auf diesem Weae spendeten: Herr Tavernikus B. v. Sennpey 34, Phil. Koppely 20, 3. Frohncr, Holclier 14. Gers. Spitzer 9. M. Munk 9, S. Goldberger 9, C. L. Posncr 8, S. Herzberg 6 Gulden. Außerdem spendeten dem Bereine die Herren Friedrich Sckcy, M. L. Kanitz in Wien, Gers. Spitzer und M. Munk liier je hundert Gulden. Die Acrdienstc des Präses, Herrn Karl Louis Posner, um den Verein erfrencn sich innerhalb und außerhalb des Vereins allgemeiner Anerkennung. 3a, selbst in christlichen Kreisen erfreut sich dieser Verein einer besondern Svmpatbie und bat ein hiesiger angesehener Bürger zu Gunsten des Vereins in seinem Testamente ein Legat gestiftet. Oberrabbiner Dr. Zipser bat vor Kurzem an den »Vereins-Präses nachstehendes Schreiben gerichtet: ״Mit hoher »Befriedigung habe ich aus Ihrer werthen Zuschrift vom 13. v. M. die mich ehrende Nachricht vernommen, daß der ehrsame unter Ihrer Leitung stehende ״Konkordia-Berein" mich bei einer am 13. Iäner l. 3. abgehaltenen Generalversammlung zu seinem Gbrenmitgliede ernannt und in Folge dessen mir auch ein Ehren-Diplom einznsenden beschlossen bat. dessen Empfang ich auch hiermit zu bcstätigcn mich beehre WaS u»S »Rabbinen ans dem theoretischen Gebiete der religiöse« Belehrung so schwer fällt und ohne »Polemik, Anfeindung und Verdächtigung selten nur von Statten geht, nämlich die Erzielung edlerer Formen für die allehrwürbigcn Gebräuche und religiösen Institutionen, ba« den Sie im Vereine mit noch andern edlen Männern auf dem prakti-