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Ben Chananja · 1866-03-27 · 13 (27.3.1866) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
13 (27.3.1866)
Date
1866-03-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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137 138 und ausser der Welt seiend geschildert, die die Stätte seiner Offenbarung und der Schauplatz seiner Herrlichkeit ist. §. 20. Gott ist darum auch als der AH* wissende zu erkennen. Gott weiss Alles, weil er Alles geschaffen hat, weil er in Allem gegenwärtig ist und dieses Alles von seinem Wissen nicht verschieden ist. Gott ist daher auch die Vorsehung, welche mit Liebe und Güte die Geschicke des Einzelnen und der Gesammtheit seiner Geschöpfe ordnet und zum Ziele leitet. §.21. Weil aber Gott der Eine alle Bestimmungen des Endzweckes in Einen Zweck vereinigt, heisst er der Heilige, und die Bethätigung seiner Heiligkeit in den sich stets offenbarenden Führungen der Welt wird Gerechtigkeit genannt. §. 22. Diese und andere Wahrheiten, welche aus der richtigen Erkenntniss Gottes mit Nothwendigkeit folgen, nennt, man Gottes E igen schäften, sie bezeichnen lediglich die verschiedenen Beziehungen, unter welchen die Gotteserkenntniss dem von der Sinnlichkeit sich frei gemachten menschlichen Bewusstsein entgegentritt. In diesem Verstände sind also die betreffenden verschiedenen, in der heiligen Schrift vorkommenden Bezeichnungen Gottes zu begreifen. §. 23 Weil nun die Eigenschaften Gottes sein Sein und Selbstoffenbaren dem Mensehen zum Bewusstsein bringen, so erklärt sich daraus, warum wir ihn häufig mit einer dieser Eigenschaften, wie die Allmacht, die Gerechtigkeit 11. 8. w. benennen. §. 24. Durch eine solche wohlgeläuterte, höhere Gotteserkenntniss steigert sich in uns das Bewusstsein von der Bestimmung des Menschen (§. 3) zu der klaren Ueberzeugung, dass die wahre Vollkommenheit unseres Le׳ bens nur in der unablässigen Nacheiferung des götttlichen Willens bestehe, und in der Freiheit unseres sich selbstbewussten Geistes fühlen und erkennen wir die Nothwendigkeit, unser Dasein ganz Gott zu weihen, d. i. in aller und durch jede That die Liebe und Vorehrung gegen Gott zu beweisen und seinen heilgen Willen als beseligende Lehre anzuse־ hen und zu befolgen. II. Ton der Erkenntniss des göttlichen Willens nls Grämlinge des sittlich-religiösen Lebens. §. 25. Aus der richtigen Erkenntniss Gottes folgt, wie wir gesehen (§. 4), die Wahrheit, dass Gott Schöpfer der Welt ist; biblisch ausgedrückt, dass er durch sein Wort, d. i. seine göttliche Selbstoffenbarung die Welt aus dem Nichtsein, oder Nichts, ins Werden oder Dasein gerufen hat und darin in ewiger Liebe waltet. §. 26. Weil aber Gott der Urheber der Welt ist, so kann der Endzweck und die Bestimmung alles Geschaffenen nichts anders sein, als Gott zu verherrlichen, das heisst, unablässig auf ihn hinzuweisen, ihn zu preisen und sich als sein Händewerk zu verkünden. Namentlich aber ist der in Rücksicht auf seinen sich selbstbewussten, denkenden Geist gleichsam im Bilde Gottes geschaffene Mensch, als irdischer Herr der Welt dazu berufen, die Welt und sich selbst als um Gottes willen geschaffen anzusehen, sich von der Abhängigkeit der Natur frei zu machen, sich Gott und seinem Willen unterworfen zu erkennen, und diese Erkenntniss durch die That zu bewähren. §. 27. Die Welt als das Werk des Allervollkommensten ist auch die vollkommenste von allen, welche möglicher Weise hätten erschaffen werden können, und je vollkommener der Mensch in der Erkenntniss Gottes ist, mit desto vollkommenerer Klarheit erkennt er diese Wahrheit, welche ihm zugleich die Ueberzeugupg aufnöthigt, dass das Böse in der Welt nicht die That Gottes, sondern die Schuld des freien Menschen ist. §. 28. Der Ursprung des Bösen (biblisch der Sünde) liegt in der vorwaltenden Herrschaff des Natürlichen, Sinnlichen über den Geist. Denn das Natürliche ״und Sinnliche an und für sich sind nicht böse, sie werden es erst durch die That oder Thatlosigkeit der Menschen, wenn durch das Vorwalten der Natürliehkeit der Freiheit und Selbstbestimmung des Geistes Abbruch geschieht. Darum tritt das Böse als Frucht der Knechtschaft des Geistes unter der Botmässigkeit der Natur in verschiedenen Gestalten, bald als Vergehen und Fehltritt, bald als Verbrechen und Laster u. 8. w. hervor, bleibt sich aber seinem Innern Wesen nach ganz gleich.

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