Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1866-03-27 · 13 (27.3.1866) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
13 (27.3.1866)
Date
1866-03-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2542917-2543175-2543189--4723-2548724
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

135 136 nannt) gebracht worden war, werden in der heiligen Schrift gewöhnlich Profeten und Profetinnen genannt, und als der vorzüglichste unter ihnen Moses bezeichnet. §. 10. Die Gesamratzahl der Bücher der heiligen Schrift, welche zum grössten Theil in hebräischer, einige aber auch in aramäischer Sprache abgefasst sind, wird gewöhnlich auf 24 angegeben und in Thora, Lehre, Gesetz, Nebiirn, Profeten und Ketubim, Schriften oder auch richtiger in geschichtliche, profetische und dichterische Bücher eingetheilt. §. 11. Nach der ersten Einteilung enthält etc. Nach der zweiten u. 8. w. §. 12. In Bezug auf den Charakter dieser Bücher ist zu bemerken, dass sie zwar vorzugsweise mit Rücksicht auf die ehemalige statliche Verfassung der Jsraeliten geschrieben sind, ihr rein religiöser Inhalt aber gilt als einzige Wahrheit für alle Zeiten und alle Mensehen, die durch die israelitische Gotteslehre von allen sittlichen liebeln erlöst und zur wahreu religiösen Gotteserkenntniss gelangen sollen. §. 13. Demnach sind für die Juden der genwärtigen Zeit alle in der heiligen Schrift vorgeschriebenen Verordnungen und Lebensregeln, welche auf den ehemaligen israelitisehen Stat und seiner erwählten Angehörigen Bezug nehmen, wie zum Beispiel sämmtliche Priester-, Reinigungs- und Reinheits-Gesetze ohne irgend welche Verbindlichkeit und nur als geschichtliche Thatsächen anzusehen, die den damals an die Aeusserlichkeit der Statsform gebundenen israelitischen Volksgeist in den Schranken der Sittlichkeit erhalten sollten. I. Ton der Erkenntniss Gottes nach Sein, Wesen and Erscheinung. §. 14. Die Erkenntniss Gottes ist wesentlich eins mit der Erkenntniss des Menschen als selbstbewussten denkenden Geistes. Denn mit dem Augenblicke, wo der Geist sich seiner selbst bewusst wird, erkennt er sich als von seinem Urheber, dem liöhern Wesen, als von Gott 1unbedingt abhängig, d. h. mit der Erkenntniss seines eigenen Daseins erkennt der Geist das Dasein Gottes, seines Urhebers oder Schöpfers. Weil Gott in dem menschlichen Geiste sich als Schöpfer offenbart, darum erkennt und bezeuget auch der menschliche Geist das Dasein Gottes. §. 15. Sobald aber der menschliche Geist seinen eigenen Ursprung als von Gott abhängig erkennt, wird er sich zu gleicher Zeit der Entstehung und Erhaltung der Welt als eines unmittelbaren Werkes Gottes bewusst,' und demnach beruht die Erkenntniss vom Dasein Gottes auf der göttlichen Offenbarung in der Schöpfung und Erhaltung des Menschen und der Welt. §.16. Daraus folgt, dass wir, vermöge der göttlichen Offenbarung in unserm denkenden und selbstbewussten Geiste, Gott als das höhere Wesen erkennen, welches die sichtbare wie unsichtbare Welt unabhängig von aller Zeit ans dem Nichts geschaffen und sie aus seiner ewig thätigen Liebe hat in’s Dasein gerufen. §. 17. Die menschliche Erkenntniss Gottes ist demnach nur dann wahr und echt israelitisch, wenn sie Gott als ein geistig ewiges, einiges Wesen weiss, gegen welches alles Natürliche und Endliche durchaus und schlechthin unselbstständig ist. Denn Gott hat den Grund seines Seins nicht in einem andern, sondern in sich selbst. Gott ist aus sich selbst und nicht durch oder aus etwas Anderm, das heisst, er ist ewig und unveränderlich und als der ewig Unveränderliehe auch immer gegenwärtig in Allem, was er geschaffen hat. §. 18. Damit hängt zusammen die Wahrheit von der Unkörperlichkeit Gottes und es sind also die Worte der heiligen Schrift, welche von Gott Menschenähnliches in mannigfachen Wendungen aussagen, als blosse bildliehe Ausdrücke zu begreifen, gebraucht, um dem beschränkten menschlichen Bewusstsein die Allmacht und das beständige liebevolle Walten Gottes durch sinnliche Vermittlung begreiflieh zu machen. So ist der Sinn der Worte, der Mensch sei im Bilde und in der Aehnlichkeit Gottes geschaffen worden, dass der menschliche Geist ein Ausfluss Gottes, und wie von reiner Natur, also auch unsterblieh sei. §. 19. Als geistig ewiges, einiges Wesen ist Gott in der Welt stets gegenwärtig, von ihr jedoch unterschieden, und wird daher in der heiligen Schrift gewöhnlich als über

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.