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Ben Chananja · 1866-03-27 · 13 (27.3.1866) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
13 (27.3.1866)
Date
1866-03-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Homiletische and didaktische Beilage Nr. 13. 1860. (Beilage zu ״Ben Chananja“ Nr. 42). Cii'U iidlinicii zum liöhern Eeligionsimterriclit für gebildete Lehrer und Eabhiner. Bearbeitet von Dr. IT. J 0 10 wi c z *). Einleitung. "§. 1. Nicht blos die natürliche äusserliche Gestalt, sondern der in dem Menschen waltende, ihn belebende denkende Geist ist es, welcher ihn vorzüglich vor der zahllosen Menge aller andern Geschöpfe auszeichnet. Durch ihn gelangt der Mensch nach und nach zum klaren Bewusstsein seines Selbst und zu einem mehr oder weniger bestimmten der ihn umgebenden Welt und des über ihn und die Welt waltenden hohem Wesens, Gottes. §. 2. Dieses Bewusstsein erweckt in dem Menschen das Gefühl der unbedingten Abhängigkeit seiner selbst und der Welt von Gott, und führt ihn nothwendig zum Nachdenken über seine Bestimmung und sein Verhältniss zu Gott und zur Welt. §. 3. Durch solches ernstes Nachdenken gelangt der Mensch bald zur Ueberzeugung, dass der immerwährende Besitz von Zufriedenheit und Gemftthsruhe, verbunden mit einer im Guten stets fortschreitenden Gesinnung und Willensbethätigung seine eigentliche Lebensbestimmung sei, und 61׳ wird sich bewusst, zu Gott in einem unbedingten, der Welt gegenüber in einem bedingten Abhängigkeitsverhältniss zu stehen, also Gott gegen• über unterworfen, fromm, aber der Welt gegenüber frei zu sein, ihren Einwirkungen widerstehen und auf sie bildend einwirken zu können. §. 4. Aus dieser Ueberzeugung und diesem Bewusstsein entspringt das Bestreben des Menschen, sich in die Anschauung der unendliehen Selbstoffenbarung Gottes in der Natur und in der Entwicklung des menschlichen *) Diese Arbeit will für nichts mehr gelten, als ihre Ueberschrift besagt, sie will denkenden Lehrern diejenigen Punkte zur Besprechung mit den Schülern der obersten Gymnasialklasseu vorführen, die in den gewöhnlichen Lehrbüchern der jüdischen Religion höchstens andeutungsweise berührt sind. Auj diesem Gesichtspunkte ist sie geschrieben worden und aus demselben wolle man sie beurthcilem Geistes (Geschichte) zu versenken, und dadurch zur innigen Verbindung mit Gott und seinem Willen zu gelangen. §. 5. Diese von dem Menschen klar erkannte Verbindung seiner selbst mit Gott und dessen Willen heisst Religion, deren Forderung darin besteht, in persönlicher Freiheit theilzunehmen an dem Walten Gottes und im Vollgefühle der hohem Kraft des mensehliehen Geistes die höchstmögliche Sittlichkeit im Leben zu betbätigen. §. 6. Demnach heischt die Religion von Menschen, um ihn zu dieser hohen Lebensstufe zu erheben: 1. Die Erkenntniss Gottes nach Sein, Wesen und Erscheinung; 2. die damit zusammenhängende Erkenntniss des göttlichen Willens als Richtschnur Hir das Leben des Menschen, als Grundlage seb ner Handlungen; 3. die Erkenntniss der dem also geregelten Leben zu gebenden entsprechenden Form in religionsgemeinschaftlichen (synagogalen) Gestaltungen und Einrichtungen. §. 7. Anleitung• und Belebrug über diese dreifache Erkenntniss gibt "die heilige Schrift in so fern, als der Geist ihrer Lehren und Erzählungen davon zeugt, dass in einzelnen frommen Menschen, die unwandelbar an der Kraft und Fähigkeit des Geistes festhielten, Gott und Freiheit zu erkennen und demgemäss ihr Leben einrichteten, allerdings eine vollkommene Erkenntniss Gottes und seines Willens offenbar worden, das heisst zum Durchbruch und klaren Bewusstsein gekommen ist. §. 8. Die heilige Schrift wendet sieb an die Empfänglichkeit,..wie an die Bedürftigkeit des menschlichen Geistes für die Erkenntniss Gottes und seines Willens und belehrt ihn darüber in Erzählungen, geschichtlichen Ueberlieferungen und religiösen Betrachtungen, welche sie seiner Prüfung und freien Forschung anheimstellt. Der Werth der heiligen Schrift liegt also nicht in ihren Buchstaben und Er- Zählungen, sondern in dem sie durchdringen־ den Geist. §. 9. Die Menschen, durch welche die religiöse Gotteserkenntniss offenbar und durch Wort und That zum Bewusstsein der grösser!! Gesamratheit der Israeliten (später Juden ge־

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