Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 13 (27.3.1866)
- Date
- 1866-03-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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259 260 Art ^en,-Kinderw frei. vorträgt,^chieft sie b.dtln'VTti&nc .‘<{n Händbüch 'zu habenfrei wiedergebeu/ Ebenso übetrascht ward ich bei der Prü» fung der Mädcheüin der Religion 'von Seiten eines schon alten Leh« rers. Die Antworte» folgten Schlag auf Schlag und ganz treffend fast von jedem einzelnen Mädchen. Das Schullokal der Knaben! ist ein sehr geräumiges und werden in diesem zu gleicher Zeit verschiedene Klaffen von verschiedenen Lehrern unterrichtet, was am״ nicht zweckmäßig zu sein schien, da der eine Unterricht den andern stören müsse, und erwiderte mir der Herr Herschel auf meine dieSfallstge Bemerkung, daß man hieran schon gewöhnt und diese Einrichtung zur Beaufsichtigung des ganzen und auch der einzelnen Lehrer nothwendig sei. — Zn Beziehung ans die eingeführten Lehrbücher und die obwaltende Unterrichts- Methode scheint mir, daß diese, im Vergleiche zu den unserigen, den deutschen, etwas veraltet seien, und gestand mir Herr Herrschet auch nun, daß man, in ,Holland auch noch wenig Gebrauch von den bessern deutscheu Schulbüchern gemacht bat. Vielleicht ist Herr Herschel, der Kennt- Nisse nnd Erfahrung genug hat, so gütig, im ״B. CH." die holländischeu Schulbücher für den jüdischen Unterricht anzugeben, was von großem Interesse sein würde, da solche noch wenig bekannt find.*) — Die Lokalitäten für die Mädchenschule könnten viel besser,und freundlicher sein, und soll, wie ich vernommeu, auch bald eine Beffergestaltung derselben eintreten. Schließlich bemerke ich noch, daß durch Herrn Herschel auch eine jährliche Konfirmation» verbunden mit einer Religion s Prüfung vorgcnommen wird. Auch über die Art und Weise derselben möchte Herr Herschel ausführlich berichten. Nach diesen durch mehrmaligen Besuch gemachten sehr günstigen Wahrnehmungen über den guten Unterricht und den Fortschritt derKinder, sowie auch über die durchschnittlich, wenn auch hie und da ärmliche, doch reinliche Kleidung und das anständige Benehmen dieser Armenkinder, konnte ich um so weniger meinen gewichtigen Tadel gegen meine, dem vermögenderen Stande angehörende» Bekannten zurückhalten, daß fu und ihre Genossen ihre Kinder nicht in diese Schulen schicken. Aber das bekannte: Non posaumus war auch jetzt wieder deren kategorische Antwort. — Und wie es scheint, wird es auch noch lange fo bleiben, wenn nicht einmal ein tüchtiger Rabbiner öder ein anderer bedeutender Mann nach Amsterdam kömmt, der sich dieser so wichtigen Sache mit allem Eifer annimmt. (Fortsetzung folgt.) Lo rresponden). Ausland. A. E. Berlin, Ende März. Dem hiesigen RabbinatS-Affessor, Herrn E. Rose nst ein ist von Seiner Majestät dem Könige der rothe Adlcrorden vierter Klasse verliehen worden. Eine von Seiten des hiesigen Gemeindevorstandes an den Herrn Rabbiner Dr. M. Joel in Breslau wiederholt ergangene Berufung für den hiesiegen Rabbinatssitz wurde von diesem wiederum ablehnend beantwortet. Hierauf verfügte sich eine Kommission nach Mainz, um auf Dr. Aub zu reflektiren. Nach dem Ableben des RabbinatS-AffesorS und Predigers Dr. M. Sachs צ״ל’ wurde unter dem Namen ״Sachs-Verein" von hiefigeu Studirendeu ein Verein begründet, der sich jeden Sonntag Nach» mittags versammelt. Von einem Mitgliede wird dann nach vorgängiger freiwilliger Meldung in der letzten Sitzung irgend ein freier Vor« trag gehalten oder ein Abschnitt aus der Bibel oder der arabisch-jüdis chen Filosofie interpretirt. Der Verein abonnirt für seine Mitglieder auf jüdisch wissenschaftliche Journale und bereits ist ein Anfang zu einer Bibliothek gemacht.והיה ראשיתךכוצער ואחריחךישגה נואד! Ein schmerzlicher Verlust steht nach dem Sommersemester den jüdischen Gemeinde-Unterrichtsanstalten hier bevor. Der Dirigent der Knaben-und Mädchen-ReligionSschüle der Gemeinde und Lehrer an der hiesigen Lehrerbildungsanstalt, Herr Dr. David Rosin folgt "einem Rufe nach dem Breslauer Rabbiner-und Lehrerseminar an die Stelle des Dr: I. BernayS, der in Bonn eine Professur der Filosofie und das *) Ich erlaube mir, Herrn Herschel um eine unfrankirte Mittheilung hierüber ergebenst zu bitten. Red. Acht.einis, Hber,Bibliothekars der dortigen Universität angtteeken hat/ Die hiesigen, Anstalten.verlieren gn Herrn .Dr. .Rosin eine bedeutende Lehrkraft, die Zöglinge einen liebevollen, von seinem Berufe innig durchdrungenen Lehrer» seine Bekannten hierorts einen liebenswürdigen Gesellschafter. — Gegenwärtig beschäftigt sich Herr Dr. Rosin mit der Herausgabe der hinterlöffeneu Predigten des sel. Dr. Michael Sach s, die hier in Louis Gerschel'S Verlagsbuchhandlung erscheinen. Bereits ist die erste, 11'/, Bogen starke Lieferung ausgegeben, die elnen Iahrescyklus von Festpredigten umfaßt. Die ganze Sammlung ist etwa auf 3 Lieferungen berechnetwelche in, kürzester, Frist aufeinander folgen werden. Der Name des verewigten Verfassers bürgt für die auSgrdehnteste Würdigung seiner Predigten , die eine seltene Rednergabe bekunden.! Die bändereiche Büchersammlung des weil., hiesigen RabbinatS- Assessors R. Joseph Oetti ng e r ist von einem Polen angekauft und nach seiner Heimat geführt. Die gewählte, und an Seltenheiten reiche Sammlung des Predigers Ho Id heim hat!der hiesiege Buchhändler Julius Benzian erstanden. Der beklagenswerthe JndifferentismnS hat die hiesige, Gemeinde um die so vortheilhafte Gelegenheit gebracht, .sich in den Besitz einer eigenen Bibliothek zu setzen, während doch kleinere Gemeinden eine: solche haben. Wir haben jetzt hier nur noch die Bib«! liothek des sel. Dr. M. Sachs, die eine Menge von Raritäten und eine Anzahl von Handschriften aufzuweisen hat. Soll auch diese, nach dem Auslande wandern oder, zerstückk werden? Es müßte der Gemeinde zur Schmach gereichen, wenn sie dem nicht .bald durch den Ankauf derselben vorbeugte. —; , , In der am 6 v. M. hier stattgehabten Versammlung des Central-VereinS Arends'scher Stenografen berichtete eine Korrespondenz aus Luxemburg über recht gelungene! Versuche der Anwendung des Arendö'schen KurzschrtftsystemS für die hebräische Sprache. Am 3. h. feierte der ״Hilfsverein für jüdische Studirende" im Anschluß an die jährliche Generalversammlung sein, fünfnndzwanzigjährigeS Stiftungsfest. Der Präsident des Vereins, Herr SanitätSrath Dr. L. PoSner, Redakteur der ״Berliner klinischen Wochenschrift", leitete die Feier durch eine Rede ein, die die Geschichte desselben seit seinem Bestehen zeichnete. Nachdem schon früher bei den damals trübseligen Verhältnissen der jüdischen Studirenden die Idee zu einem solchen lebendig geworden war, konstituirte sich der Verein im Jahre 1841, indem die wenigen Mitglieder, die er anfangs zählte, 25 Thaler zur Begründung eines Fonds hergaben. Nach Verlauf eines Jahres hatte die Vereinskasse 123 Thlr. Gegenwärtig belaufen sich die jährlichen Beiträge der Mitglieder auf mehr als 2000 Thlr., , und die VereinSkaffe weist ein Vermögen von v. 13000 Thlrn. auf. Im Laufe der Zeit sind damit zwei Stiftungen vereinigt worden, nämlich: die Alexander von Humboldt-Stiftung, welche Stipendien zum Doktoreramen verleiht, und die Marianne Liebermann-Stiftung für Stipendien zum medizinischen Statseramen. Von den während der 25 Jahre gewährten Unterstützungen, die 25201 Rthlr. 3 sgr. 6 Pf. be- »ragen, find bereits, von Solchen, die schon ein Amt bekleiden, 1651 Thrr. 10 sgr. zurückgezahlt worden. — Wie alljährlich, wurde sodann zur Prämiirung der-in der letzten Generalversammlung gestellten Preis« aufgaben geschritten. Es waren dies 2 jmedicinische über Fieberkrankheilen und' eine juristisch-filosofische über die Aristotelische Kritik des Platonischen Staates (Ariat. polit. Hb. II, 0. 1. 2.). Die PrüfungS- Kommission der ersteren bestand aus dem Herrn Prof. Dr. Traube und dem Privatdocenten Herrn Dr. Joseph Meyer; die Preisrichter der letzteren waren die Herreu Professoren Dr. Gneist und der Geh. Justizrath Dr. Heydemann', Dekan der juristischen Fakultät hiefiger Universität. Zwei Studirende. die sich um den Preis der medirjni? schen Frage beworben hatten, empfingen je SO Thlr, von den Konkurrenten der juristischen erhielt der' Eine den ersten Preis von 60 Rthlrn. und ein Anderer ein Äkzessit von 40 Thlrn. — Einstimmig wurde'därauf Herr Dr. wsck. Ries, der seit׳dem Bestehen des Ver? eins dem Vorsiande angehört und seit 23 Jahren mit Umsicht und Eifer das Acht eiueS Schriftführers versieht, in Äiierkennung feiner mannigfachen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Bei dem danach stattfindenden Festmale wurde eine Sammlung veranstaltet, die über 300 Thlr. ergab. —