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Ben Chananja · 1866-03-27 · 13 (27.3.1866) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
9 (1866)
Issue
13 (27.3.1866)
Date
1866-03-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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257 268 V-tzetchntß derselben trage ichwenn eS mir möglich wird, in der künftigen Nummer des ,>Ben Chanauja" Mch. Der MMenr des ״Lm Witanja" aa Scher. Verehrtester Herr Oberkantor, Theuerster Freund! Ihr Jubiläum wird also am großen Sabbathe שבת הגדול gefeiert. Dieser Umstand verhindert mich , diesem, nicht nur Ihren unverwelklichen Verdiensten, sondern überhaupt der Veredlung VeS synagogalen Kultus gewidmeten Feste Perfönltch beizuwohnen. Sie können denken, daß ich dies als Ihr und Ihres Hauses alter Freund herzlich gerne gethan haben würde. Auch hätte ich eö als ungarischer Rabbiner um so weniger unterlassen sollen, als die überwiegende Mehrzahl meiner AmtSbrüder in Ungarn leider noch nicht im Stande ist, die unschätzbaren Dienste zu würdigen, welche Sie, mein sehr geehrter Freund, gerade rer herkömmlichen Liturgie geleistet haben, so daß es jedenfalls angezeigt gewesen wäre, daß bei Ihrem Jubiläum die Minorität der ungarischen Rabbiner vertreten sei, welche den hohen Werth Ihrer künstlerischen Leistungen und Schöpfungen zu erkennen fähig und anzuerkennen bereit ist. Der große Sabbath tritt jedoch diesen gewichtigen Motiven mit einem entschiedenen und entscheidenden Veto entgegen. ״Der große Sabbath!" Von jüdischem Standpunkte betrachtet, ist dieser Sabbath zwar ebenso unschuldig an seiner Größe, wie manche andere von einem ungeschichtlichen Nimbus umgebene . Größen; daher auch die ihm gespendete Panegyrik vor der gewonnenen klaren geschichtlichen Erkenntniß zurücktreten muß. Diese Erkenntniß berechtigt aber keinen Rabbiner, sich am großen Sabbathe von seiner Kanzel zu trennen. Ihre Synagoge, mein theurer Freund, feiert am Schlüsse dieser Woche einen großen Sabbath in des Wortes schönster Bedeutung. Denn in ihren gottgeweihten Hallen dringt seit vierzig Jahren Sulzers Gesang wie eine himmlische Stimme in die nach höheren Tröstungen und Segnungen lechzenden Seelen und erfüllt die Herzen mit frommer, stiller Ergebung. Mein theurer Freund! Beim Beginne Ihrer ruhmvollen Laufbahn durften Sie mit dem Psalmisten ausrufen: ״Gott, ich singe Dir ein neues Lied!" (Ps. 144, 9.) Jetzt ist Gottlob das Lied nicht mehr neu. Vielmehr ist es in vielen Synagogen einheimisch geworden, und Ihr Schir Zion begleitet die Kultur unter den Juden auf allen ihren Wegen und Stegen. Darum verdient Ihr Jubiläum auch in diesen Synagogen gefeiert zu werden. Gott segne und stärke Sie, mein theurer Sulzer, und verleihe Ihrer Stimme noch eine lange Reihe von Jahren die Kraft, die Trauer der Leidenden zu mildern, die Freude der Glückliche» zu erhöhen, das Flehen des Sünders, die Hoffnung des Frommen, die Klagen VeS Unglücklichen und die Loblieder des Dankbaren mit immer gleichem Nachdrucke und immer gleicher Wirkung zu begleiten. Dazu erhalte und segne Sie der Herr der Herrschaaren, dem sie seit einem halben Jahrhundert, wie einst Ihre Vorfahren aus dem Stamme Lewi im Tempel zu׳ Jerusalem, die Opfer Ihres überwältigenden Gesanges weihen. האל הבורא הכל הוא נתן לןד את הקול משבר אף רופא לבבות ^חיה שלו?,.שאנן בזקנה $ס!ח מגנן, לחלל אח רוכב ערבות. Wände der jüdischen Gemeinde in Amstetda«. Do« Jos. Kahn, Oberrabbiner zu Trier. (Fortsetzung. •) Zch hatte einen hohen geistigen und selischen Genuß an all die, sew hier Wahrgrnommenen und Gehörten und verließ ich' mit meinen Begleitern — meinem Schwiegersöhne und meiner Tochter, die ebenso begeistert wann, — sehr befriedigt und erbaut diese gottgefällige An׳ statt, auSrufend: Aus dem Munde der Kinderjhast du eine Macht gegründet auch mehrere vornehme Damen nehmen sich dieser Anstalt an in echt weiblicher Sorgfalt und Liebe. — Diese Schule ist von sehr großem und Wohlthätigem Einflüße auf die große Klaffe der Armen und sieht man jetzt schon Äderen Früchte vorzüglich in dem Umstande, daß bei weitem nicht mehr so viele Kiuder in den Straßen betteln und kleinliche Gegenstände feilbiktend, herumziehen, wie früher. Aus dieser kommen diese Kinder in die Armenschulrn und find sie für diese schon gehörig vorbereitet, di« ich nun charaklerifiren will. S) Die Armenschule. Zn dieser werden die Knaben und Mädchen getrennt in zwei Häu fern unterrichlrt nnd beträgt dre Schülerzahl in beiden circa 1000. Herr Oberlehrer Herschel leitet dieselbe, dem noch viele Lehrer und Lehrerinnen beigegeben find. Zn ersterec lernte ich einen sehr tüchtigen, kenntnißreichen und seinem sehr schweren Berufe in Liebt nnd Aufopferung ergebenen Mann kennen. Derselbe hatte die Güte, die Kinder in den verschiedenen Klaffen in meiner Gegenwart in mehreren Fächern zu prüfen, und zu meiner großen Freude nahm ich wahr, wie sehr viel in dieser Schule geleistet wird. Es ist dieses um so mehr zu bewundern, als diese Kinder der Armen zu Hause doch vernachlässigt werden und wegen der erbärmlichen Wohnungen derselben kaum im Stande find, zu Hause ihre Aufgaben zu machen, ferner die christlichen Armenschulen' zur Erlernuug der übrigen Clemeiitargegenstände besuchen müssen, so daß für den Religionsunterricht und die übrigen jüdische» Fächer in der jüdischen Armevschule nur wenig Zeit übrig bleibt. — Diese Roth- Wendigkeit deS Besuchen« der christlichen Armenschulen ist hauptsächlich darum geboten, weil der Etat oder die Kommune diese Armenschulen erhält und aus philaniropischen Rücksichten, um nämlich die Kinder aller Konfessionen von Jugend an aneinander zu gewöhnen und zu verbrüdern, keine besondere Konfesfionsschule dottren will. Auch die Israeliten selbst find aus dem angegebenen Grunde für diese Simultanschule, aber was gewinnen die jüdischen Armenkinder durch diese Beischmelznng und Verbrüderung mit den christlichen Armenkindcrn, die vielleicht noch mehr vernachlässigt,und verwahrlost find מון מינו ונעה PN? fiel mir hierbei ein. Es wäre nach meiner. Ansicht viel besser und ersprießlicher, wenn in den jüdischen Armenschulen anch die übrigen Elementargegenstände unnterrichtct würde», da hierdurch in beiden Zwergen mehr und Gründlicheres geleistet werden könnte und müßte. — Auch wäre solches im Interesse der jüdischen Lehrer selbst, da diese ihr Wissen in den übrigen UiiterrichtSzweigen, — in welchem sie gesetzlich ausgebildet sein müssen - brach liegen lassen und hierdurch Lust und Liebe an ihrem schweren Berufe verlieren, zumal, der Gehalt derselben durchgängig sehr gering ist, und mußte ich hierüber um i'o mehr staunen, als, wie schon früher erwähnt, die Lebensmittel in Holland sehr lheuer sind. — Es wird in diesen Schulen im Hebräischen, Schreiben, Gebete und Bibelübersetzen in holländischeu Sprache, — was schon ein bedeutender Fortschritt gegen früher ist, wo der ganze Unterricht in einem sehr schlechten jüdisch-deutschen Jargon stattfand und weiß ich nicht, ob solches nicht noch in den.Winkelschulen der Fall.ist.— Naschi-Kommentar, Hebräische Sprache, biblische Geschichte und Religion (systematisch). Wie schon oben erwähnt, waren die Schüler in all diesen- Fächern recht erfahren und beantwor« teten die an sie gerichteten Fragen schnell und präzis in nngenirter und lebhafter Weise. Ueberrascht ward ich besonders po., einem 9jährigen Mädchen, das die Geschichte Josefs in einer so schönen und lebhaften Weise erzählte, wie solche kaum schöner dargestM werden kann. Dir noch jung« Lehrerin sagte mir, daß sie die biblische Geschichte auf solche . -r 7*) S. dir vorige Nummer. . : -

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