Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 11 (14.3.1866)
- Date
- 1866-03-14
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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׳''61 Der Vorhof ist der Hals derselben. Der Söller (ich lese וגנליה statt ועליו , veil sonst die Worte אשר על צואר יזרהם Überflüssig wären), besteht aus zwei Fortsätzen, zwei Hörnern gleichend , auf dem Halse der Gebärmutter aufsitzend, aber in Wirklichkeit die Eierstöcke darstellend. So im Buche Uber Anatomie. Mit der Höhlung der Gebärmutter (בקערורית), Kam• mer genannt, steht ein Blutgefäss in Verbindung (ויחובר . .־. . ... עורק)» in welchem das Menstruationsblut Messt, von da in den Fruchthalter, und bis zum Mutterhalse, dem Vorhofe rieselt. Mit den Fortsätzen und Eierstöcken, Söller genannt, steht ein anderes Blutgefäss in Verbindung (.ותתהבר עורק אחר)» welches, wie die Blutgefässe des ganzen Körpers gelagert ist, aber nicht mit den übrigen kommunizirt (mit den früheren Blutgefässe und Höhhingen nämlich :ואינו מעבר למותרים)• Wenn nun ein solches Blutgefäss berstet (ואס ישוסע), so rieselt das Blut ebenfalls in den Gebärmut־ terbals, aber es ist rein , wie das Blut aus der Nase und den Hämorrhoidalknoten.“ Diese Darstellung ist sehr mangelhaft, besonders was den physiologisehen Theil betrifft. Es wird daher nicht überflüssig erscheinen, die anatomische Beschreibung der Gebärmutter, sowie den physiologischen Vorgang bei der Menstruation, wie sie in der heutigen Wissenschaft lautet, in Kürze zu schildern. Die Gebärmutter oder der Fruchthalter hat. die Form einer Birne, deren Basis, Grund genannt, nach oben, deren verlängerte Spitze, Hals genannt, nach unten gekehrt ist, zwisehen beiden ist der Körper. Dieser schliesst eine dreieckige Höhle ein, die in den Hals ausläuft, weleher Hals durch einen ringförmigen äussern und eben solchen innern Muttermund begrenzt ist. Die beiden obern Winkel der eigentlichen Gebärmutterhöhle laufen nach rechts und links in einen Kanal aus, sog. Eilritter oder Muttertrompete, deren Ende, einen gefransten Saum bildend, vor den Eierstöcken zu liegen kommt. Letztere nämlich befinden sich eingebettet in den sog. breiten Mutterbändern, welche zur Befestigung der Lage von beiden Seiten des Körpers ausziehen. In dem Eierstocke sind 10 —20 sog. Graaf’sche Bläschen eingebettet, von denen jedes ein menschliebes Ei beherbergt. Zur Zeit der Pubertät (zwischen 14—16 Jahren) beginnen diese Eichen zu reifen, veranlassen eine gesteigerte Blutströmung nicht nur in den Eierstöcken, sondern auch in den ,ganzen Geschlechte-Apparate; in Folge dessen platzt ein Bläseben und das sich hervordrängende Eichen wird von dem gefransten Saume des Eileiters erfasst, in den Kanal geleitet, wo es bei Vorhandensein des männliehen Samens, befruchtet wird, wo nicht, nach einiger Zeit zu Grunde geht. Dieser Vorgang wiederholt sich alle Mondmonate, daher er Menses oder Menstruation genannt wird. Ich möchte durch folgendes, wohl etwas triviales Bild, das Geschilderte zu verdeutlichen suchen. Man denke sich ein Gebäude, das bloss aus einem,. etwas höher gelegenen Zimmer und einem schmälern Vorzimmer bestünde, in dem Zimmer wäre in den beiden vordem Winkeln je ein Fenster angebracht; über dem Zimmer und Vorzimmer befände sich ein Dach, das aber gegen das letztere abschlüssig zuliefe. Den Plafond, der das Dach von der Wohnung zu scheiden hätte, müsste man sich allenfalls hinweg denken, so dass vom Boden bis zum Giebel ein ununterbrochener Raum entstünde, was wohl dem Dache von seinem Charakter als solchen uichts nehmen würde. Lassen wir, um das Bild zu vervollständigen, das Haus in der Nähe eines, von periodischen An- Schwellungen heimgesuchten Flusses gelegen׳ sein, dessen Wasser nun die Fensierbrüstung übersteigend, das Zimmer und somit auch das Vorzimmer überschwemmt. Aber auch durch Regen kann das Wasser durchs Dach herabsickern, weil es jedoch abschüssig wird, wird es eher im Vorzimmer, als im Zimmer anzutreffen sein. Nach dieser Schilderung entspricht die hintere Wand der Gebärmutterhöhle dem הדר» unserem Zimmer, der Mutterhals dem פרוזדור» dem Vorzimmer, die vordere Wand nebst den Eileitern (לול in unserem Bilde die Fenster) werden dann der עליה oder dem Dache entsprechen, welches in der Thatauf beiden aufsitzt (ו העלי ה בנויה יעל שתיהן). Die Lagerung der Gebärmutter, welche keine senkrechte, sondem eine mehr nach hinten geneigte ist, so wie der Umstand, dass die hintere Wand der Gebärmutter mehr concaver, die vordere flacher ist, spricht besonders' zu Gunsten dieser Anschauung. Da nun jede, durch welche Ursache immer entstandene, gesteigerte Blutströmung eine Zerreissung der Blutgefässe veranlassen kann, ohne duss deshalb zugleich ein Graaf’sches Bläschen berste: so ist es erklärlich, das nur das Blut in der hinteren Kammer als Menstruationsblut anzunehmen sei, und würde sich dann, wie das durchs Fenster einströmende Wasser unseres0Bildes verhalten, während das Blut in der vordem Kammer, d. h. des Gewölbes unbedingt rein ist, und die Blutung einer andern Ursache zuzuschreiben ist. Im Halse hingegen, wo sowol von der hintern als von der vordem Wand das Blut leicht zuströmen kann, ist es aus Ungewissheit nur unrein. Da - her auch מן הלול ולפנים וראי טמא weil hier die eigentliche Bahn der menstrualen Blutung ist. Bemerkung, Wegen Mangel an Raum mussten mehrere, sehr treffliche Artikel von Hirschfeld, Eisler, Back und Anderen für die nächste Beilage zurückgelegt werden. Inhalt. Neue Voreiusmitglieder. — Die Hora’ah. Vom Herausgeb ei־. — Andeutungen auf die Pehlewischrift im Talmud. Von Josef Löwy. — Das Natron im Talmud. Von Dr. M. Duschak- — lieber Karaismus. Von Ad. Neubauer. — Zur talmudischen Wortpnd Sacherklärung. Von Ernst Wehli. — Ueber Midrasch. (I.) Von Ad. Neubauer. — Antworten. (III) Von M. Friedmann. — Inhalt der Beilage. Zur talm. Geografie. Von Wiesner. — Ueber talm. Anatomie und Physiologie. Von Med. Dr. Sigmund Alexander. -- Bemerkung. Druck von Sigmund Bürger in Szegedin 1866.