Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 11 (14.3.1866)
- Date
- 1866-03-14
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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47 4S «8 aber bei Raschi gar nicht vor, und im Hai. Ged. konnte ich die zitirten Worte nicht finden. Vielleicht ist einer der gelehrten Leser d. Bl. glücklicher als ich; in diesem Fälle bitte ich, die Stelle in d. Bl. veröffentliehen zu wollen. Ueber Midrasch von Ad. Neubauer. I. Ich habe schon vor einiger Zeit in diesen Blättern von der Wichtigkeit der arab. Texte zum Verständnisse und der Auffassung der hebr. Uebersetzungen gesprochen, di essmal will ich auch ein Wort über andere Texte verlieren. Wenn man manchmal Konjekturen, die in talmud. Wörter hinein geschwärzt werden, sieht, thut einem das Herzweh, denn durch einen kleinen Schreibfehler, der durch Vergleichung mit Handschriften zum Vorschein kömmt, ist das Gebäude langjähriger Arbeit und Spekulation umgestürzt. Wir können daher Forschern unserer Zeit das Vergleichen der Handschriften nicht genugsam empfehlen, und wollen hier die Vortheile derselben an einigen Stellen aus dein מדרש רבה Leigen, die ich mir zur Zeit, als ich in München iramatrikulirt war, notirt habe. Ich befinde mich jedoch an einem Orte, wo mir selbst die gewöhnlichen Ausgaben unserer Talmude nicht zu Gebote stehen, ich kann daher nicht garantiren, dass die Lesearten, die ich hier beispielsweise anführe, nicht schon in anderen Ausgaben sich befinden. Her. rabbah kap. III. liest man: , , א־ ד תנחום בר ירמיה שבו נבראו ארבעה דברים הרים שמים וארץ ואירה• schon dem Kommentar מ״כ ist die Stelle in Bezug auf הרים unverständlich, da die Berge zur Erde gezählt werden; er meint, dass hier die unterseeischen Berge zu verstehen sind. Ich brauche gewiss nicht zu beweisen, dass die Erklärung eine gezwungene sei. Im Msc. steht: שבו נבראו דברים רבים שמים וארץ ואורה• Kap. IV. habe ich notirt als in unsern Ausgaben befindlich: היו מים העליונים תלזין במאמר während das m. תלוין באויר hat. Kap. ix. endigt in der Hschr: מרנין מנין אחר שבועות וחרשים שמיטות ויובל. Das Wort תרדמה als dritter Begriff ist Kap. XVII. mit מרמיטה erklärt, was als Schreken gedeutet wird, die Hndschr. liest aber ררמיטה welches lateinisch dormito, schläfrig sein, welches weder in schlafender, noch ein wachender Zustand ist und das אין רואה ואין יודע ואין מקיץ deutlich gibt. Kap. xvm. לא אברא אותה מן הראש שלא תהיה מיקרת ראשה liest man in dem Kod. שלא תהא מזקפת את ראשה und weiter שלא תהא זק פנית והרי היא מזקפת; dort anstatt קנתרני׳ fet zu lesen קנאית und והרי היא מפרכסת anstatt סרנסית• Kap. XXVIII. Anfang liest der Kodex: אמרר׳ חנינא גוי אחד שאליה לד יונתן das, ובמשלים anptatt נבמיולנם; etwas weiter habe ich als in unsern :Ausgaben befindlich notirt: אמחה אח האדם אשר בראתי מה הם סבורים אריות גסטריוח אניצריך;; die Hschr, liest סבורים עליות ונם נוראות*) אני צריך das. ׳ לא חלת יד ליד was mit dem Sinne, dass der Kelche dem Armen nicht die Hand geboten» erklärt wird. Das Mac. liest לא חלת איד לאיד, ein Wortspiel vielleicht, wo das erste Wort mit Festtag, wie לפני אידיהן (Ab. Sara 2.) und das zweite mit Unglück zu übersetzen sein wird, der Sinn bleibt der- So viel, um die Aufmerksamkeit auf die Hschr. zu leiten; dieselbe ist jedoch ziemlich jung und an vielen Stellen defekt; hingegen besitzt Paris einen alten Kodex, בראשית und ייקרא רבה enthaltend, der von Dr. Krieger seiner Zeit benüzt wurde, um eine vollständige Ausgabe ans diesem Midrasch zu Tage zu fördern; wie mir bekannt, ist nur ein erstes Heft dieser trefflichen Arbeit erschienen. Antworten. iii. .ט״ז מיל על ט״ז מיל Hr. Dr. Hübsch wünscht eine befriedigende Erklärung dieser im Kob. K. 1, 14. Ende vorkommenden dunkeln Worte (Forsch. Nr. 5. Sp. 28). Die Erklärung ist auf folgendem Wege leicht zu finden. Die Thora erzählt, dass die Stämme Kuben und Gad starke Heerden besassen, und dass ihnen daher Wohnplätze, die zur Viehzucht geeignet waren, eingeräumt wurden (4. M. 32, 1. 16. 24). Nun ist aber nach der Mischna die Schaf- und Ziegenzucht im h. Lande wegen des Schadens, den die Heerden aut den Saatfeldern anrichten, geradezu verboten (B. Kama 7, 7). Dieses Verbot auf die biblische Zeit ausdehnend, findet es der Midrasch unerklärlich, dass den Stämmen Kuben und Gad ein Erwerb gestattet wurde, der mit dem Gesetze in Widerspruch steht: Um dieses Käthsel zu lösen, urgirt der Midrasch die Worte מקום מרנה, welche sagen sollen: den Stämmen R und G. wurden Plätze eingeräumt, die von dem Verbote der Kleinviehzucht ausgenommen sind, wie מהיר, welches 16 Quadrat-Milien von den. Saatfeldern entfernt liegt. Dass bei solcher Entfernung die Prohibition ausser Kraft ist, erhellt aus folgenden Jeruschalmi - Stellen Pessach. 4, 3; B. Kama 7, 7; Ab. Zara 1, 6. Den geografischen Namen מהיר weiss ich nicht zu erklären.**) M. Friedmann, Lektor am Beth ha-Midr. in Wien. *) Der Sinn dieser Worte ist mir nicht klar. Hier scheint die LA. der Editionen den Vorzug zu verdienen. Red. *״) Vielleicht ist an W a d y e 1 - A h m a r im Norden des todten Meeres zu denken; s. Robinsons Palästina II, 8, 554. Ob die 16 Milien als genaue Entfernungsangabe zu nehmen sei, ist sehr zu bezweifeln; aus Meg. 6, a. erhellt, dass dieselbe Zahl auch in anderen Beziehungen angewendet wurde. Es scheint mithin bloss im Allgemeinen eine grössere Entfernung zu bedeuten. Das Viehzuchtverbot erwähnt Rapoport im Erech Missin Art. ארץ ישראל Nr. 9, hihzufügend: נראה דהתירו להם ביעדים■ Nun steht diess aber ausdrücklich in einer Baraitha B. Kama 79. b., welche Stelle der gelehrte Verfasser ypr sich hatte!! •Ab!er selbst die in der Mischna erwähnte Exzeption der מדברות lässt er ausser Acht, wie denn äpch die von Hrn. Friedmann angeführten Stellen aus dem Jerüschalmi unberücksichtigt geblieben sind. Red.