Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 9 (1866)
- Issue
- 11 (14.3.1866)
- Date
- 1866-03-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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schrieben wird, sd glauben wir,׳ Me Raglaimi sei ein Natron, welches unter den Namen Urao vorkömmt. Das Natron , wie es sich in der Natur findet, ist eine eflorescirende, kaustisch und urinartig schmeckende Substanz. Es ist im Wasser löslich, aus dem es sich in Kristallen absetzt, die eine grössere Menge dieser Flüssigkeit in Zustand einer Verbindung enthalten. An der Luft zerfallen diese Kristalle leicht in Staub. Eine Art Natron kömmt aber unter dem Namen Urao vor, es zeigt sich in rektangulären, schiefen Prismen kriställisirt, ist aber an der Luft nicht veränderlieh. Manche vermuthen, dass von seiner Zersetzung das Natron herkommt. Was urao bezeichnet, wurde durch Me Raglaim ausgedrückt. Wegen seines urinartigen Geschmäkkes würde es, obgleich in Natron, zum Räucherwerke nicht verwendet. Um das Urao vom gewöhnlichen Natron zu unterscheiden, braucht man es nur der Luft auszusetzen, im Falle es nicht verwittert, ist es Urao. Diese Thatsache führt uns zum Verständniss einer Baraitha im Nida 62; dort heisst es, Me Raglaim muss 40 Tage alt sein: es will diese Baraitha nur sagen, dass man eine Zeit braucht, um es als Urao zu erkennen, es als Agens auf die Flecken der Menstruirenden zu gebrauchen, was alle Kommentatoren nicht einsahen. — נחר ist zweifelsohne Natron, so heisst im jer. z. St. נתר. נטרין• Eine Baraitha bemerkt aber ibid. Natron aus Alexandrien, aber nicht aus אנסנטרין, wofür in Nida 62 אנטסשריס. Da sich aber unseres Wissens ein gewisses Natron mit der Stadt Antipatris nicht in Verbindung bringen lässt, so denken wir an die Stadt Espartnio, 5 Meilen von Madrid. Dort befindet sich nämlich eine Gattung Natron, welches die heutigen Mineralogen Thenardft nennen, es ist das ein wasserfreies, .schwefelsaures Natron, das in rhombischen Säulen kristallisirt vorkömmt, und täglich kristallinische Krusten in den dortigen Salinen bildet. Es wird zur künstlichen Bereitung des kohlensauern ,Natrons in solcher Menge ausgebeutet, dass es zu einer ausgedehnten Seifenfabrikation und selbst zum Verkauf im Besondern ausreichen kann. Eine andere Gattung war das in Aegypten heimische, es wird gegenwärtig das wirkliche .kohlensaure Natron genannt. Es findet sich noch heute in Afrika im Barbareskenstaate Fezzan, am Rande der grossen Wüste und im Thale der Natronseen, 20 Stunden von Kairo. Das ägyptische Natron wird auch iu der Baraitha vom spanischen unterschieden. Aus Natron wurden auch Gefasse verfertigt, Kelim 1, 10 בוריח hält Landau für Salzkraut , gestützt auf das Targum, s. Aruch und auf Sabbat 89. Allein der babylonische Talmud kömmt ja selbst in Ver-; legenhqit, >veil ja neben ביורית auch das Salzkrüqt.הלא ^.;yöpkömmt, und hilft sich mit der subjektiven" Anvähfne, dass es zwei Arten dieser Pflanze geben könne. Dagegen heisst es im jer. בורית das ist ביריחה d. 11. nach" Raschi Schwefel, da aber der Schwefel hier nicht am Orte wäre, so könnte man das schwefelsaure Natron darunter verstehen. —7• קמילי erklärt R. Jehuda mit שלוף רוץ: ein räthselhaftes Wort, über dessen Erklärung uns alles im Stiche lässt. Der Jer. erklärt es mit Kali, vielleicht ist Schluf eine Korrnptel von Salpeter, und wir hätten das Salpetersaure Natron, das man auch kubisches Salpeter nennt, weil es in Rhomboiden Kriställisirt , die man anfangs als Würfel betrachtete. Man findet es natürlich als 2—3 Fuss. mächtige Schichten mit einer körnigen Struktur in Peru. — אשלג Samuel hielt über dieses Wort Nachfrage; man sagte ihm, es sei diess der Perlsand, der jer. gibt es mit dem sondenbaren Namen nn אצרות wieder, was das Eindringen der Luft abhält. Landau bringt in einem Athem 2 Artikel; in dem einen ist es Seifenkraut, •in dem andern Perlsand, und da der erste Artikel die Belegstelle mit קימוגי notirt, so herrscht da ein qui pro quo; in einer Anmerkung erklärt er es für die Rinde der Tamariske. Vielleicht ist aber Aschleg dasjenige Natron, was man heute Chlor-Notrum nennt, da dieses aus dem Kochsalze bereitet wird, so mag es von der weissen Farbe den' Namen Aschleg erhalten haben. Das Kochsalz .,zeigt sich im Innern der Erde in mehr oder weniger ausgedehnten Lagern, im Was- 8er gewisser Quellen, in dem gewisser Seen 0. Meere aufgelöst. Ein grosser Theil aber der in der Erde eingeschlossenen Ablagerungen besteht aus Thonen, die man Salzthone nennt, in deren Mitte das Salz bald eingestreut, bald darin in mehr oder weniger beträchtlichen Nestern, Aiern oder Lagern mit Gyps vorkommen, daher ״Luftabhalter“ als Namen des eingestreuten Salzes. Solchergestalt hätten wir alle Natron-Arten in der Mischna. Heber Karaismus. Adolf Neubauer an den Redakt. des B. Cb. Ihre beiden Leitartikel in den ״Forschungen“ haben mich unwillkürlich ins Karäerthum zurückgeführt, und ich verirre mich vielleicht auf dem theologischen Gebiete, wohin ich nicht gehöre. Unstreitig bilden die Karäer eine willkürliche Opposition gegen die Rabbaniten. So geht es wenigstens, aus den. mir bekannten Quellen hervor; wie sich die Sache bei An an und den ersten Karäern gestaltet haben mag 1), muss für den Augenblick unentschieden bleiben. Hypothesen in der Geschichte sind wie Strohhalme für den, der dem Ertrinken nahe ist. Wenn manche Satzungen bei den Karäern mehr Logik bie־. Vrgl. 4u. iBroohure;״aus der Petersburger Bibliothek“ Leipzig, 1866. 8. 5.